Blutung, Gerinnung (Lipoprotein a/D-Dimere), Blutdruck/hoher Puls, Nierenstau Erfahrungsbericht

Eine Schwangerschaft mit viel Angst und ganz bestimmt zu viel Google. Ich habe mir während der Schwangerschaft gesagt, ich teile meine Erfahrung, wenn ich endlich am Ziel bin. Daher hier ein kleiner Bericht, um allen, die auch ängstlich aufgrund von Themen oder Befunden sind, vielleicht ein wenig Mut zu machen.

Kurz vorab, ich bin Anfang 30, lebe gesund, kein Übergewicht, keine Beschwerden, vorher keine Schwangerschaft. In Betreuung war ich bei mehreren Degum2-Ärzten.

Hier die „Zusammenfassung“:
- Start: leerer Eisenspeicher inkl. niedriger HB und Blutgruppe Rhesus-negativ. Ersteres sollte ich mit Tabletten supplementieren, Zweiteres auf die Prophylaxe achten. Eisen (HB) war dann immer so bei ok-Werten ca. 10,5.
- In der sechsten Woche Schmierblutung/bräunlicher Ausfluss bekommen, die sich bis zur 16 Woche gezogen haben. Ja ca. 10 Wochen! Woher, konnte keiner sagen. Ab Start der Blutungen wollten wir dann engmaschigere Kontrollen, obwohl es immer heißt „man kann im Zweifel am Anfang eh nichts ändern“. Ich habe dann Progesteron zum Spritzen bekommen und Bettruhe. Im Zuge der Kontrollen kamen dann auch zwei weitere Themen ins Spiel:
- Thema HCG-Verdopplung. Ganz nerviges Thema! Ähnlich wie mit 1mm pro Tag-Wachstum in der embryonalen Phase. Bei beiden Sachen verrückt gemacht, weil es von der „Norm“ abgewichen ist. Keine Verdopplung (in ssw 7 war es glaub ich) und teilweise auch nur 4-5 mm in einer Woche gewachsen statt 7.
- Ende des vierten Monats waren dann die Blutungen nicht mehr da und unser Bauchbewohner war im Durchschnitt. Endlich aufatmen.
- Es wurde dann eher durch Zufall im sechsten Monat bei einer Untersuchung bei mir ein hoher D-Dimere-Wert abgenommen/festgestellt. Dieser ist in der Schwangerschaft immer erhöht aber bei mir lag er anfangs bei 2.300 (ssw 20) und ist dann, trotz Heparin einmal sogar auf 4.300 gestiegen.
- Genau, Heparin, kennen viele. Dieses wurde mir dann, zusammen mit ASS prophylaktisch gegeben, da mein Blut weiter untersucht wurde und zusätzlich noch ein hoher Lipoprotein-a-Wert festgestellt wurde (150 bei 75 Höchstgrenze)). Dies ist ein vererbter, noch unveränderbarer Bluttfett-Wert, der mit unschönen Sachen in Verbindung gebracht wird. Hab ich natürlich alles bis ins Letzte gegooglet. Schön ist, das es wohl bald ein Medikament geben wird, womit man diesen dann doch senken kann. Und ob Heparin und ASS tatsächlich helfen, gibt es auch unterschiedliche Meinungen zu. Ich glaube definitiv ja.
- Es haben sich dann noch grenzwertige und zu beobachtende Blutdruckwerte von 135/90 dazu gesellt sowie ein hoher Ruhepuls (110-130). Spoiler: Eine Praeklampsie hat sich nicht ausgebildet.
- Bei der Kleinen wurde dann noch ein einseitiger Nierenstau festgestellt. Allerdings mit ca. 5-6mm noch okay. Mal schauen wie sich das entwickelt.

Bestimmt habe ich noch was vergessen.
Aber wichtig ist ja das Ende vom Lied und das ist meine Tochter, die mit 3,5 Kilo bei einer spontanen Geburt zur Welt gekommen ist. Kaiserschnitt war auch im Raum, aufgrund der ganzen Ängste und dass ich 24 Stunden nach Heparingabe keine PDA hätte bekommen können. Und das wäre auch völlig okay gewesen. Diese Anti-Kaiserschnitt-Menschen, auch ganz furchtbar. Jeder wie er will und kann und der Bindung zum Kind tut das sicher kein Abbruch.

Wen jetzt noch weiter meine Meinung zu den Themen interessiert, hier Bitteschön: ich musste insbesondere in den Foren neu oder dazu lernen, wie unterschiedlich Frauen es doch echt gibt. Von richtig frustrierten, gemeinen Schreckschrauben die Angst schüren wollen hin zu wahren Engeln und/oder auch richtig coolen, belesenen Frauen.
Durch das viele googlen, stößt man zwangsläufig auf sehr viel Leid und traurige und vor allem unfaire Geschichten. An alle Frauen die schwangerschaftsbedingt bzw. das Thema Kinder-kriegen Schlimmes durchleben mussten oder müssen, ich empfinde extrem großes Mitgefühl! Und großen Respekt, wie viele nie aufgeben und weiter kämpfen.

Was ich sehr schade finde, ist die auf den ersten Blick recht dünne bzw. schlecht belegte Informationslage im
Internet gepaart mit vielen verschiedenen Meinungen. Man muss häufig schon Geld ausgeben oder sich auch international durch Fachliteratur fuchsen, um beispielsweise prozentuale Angaben oder Quellen zu vielen Dingen zu bekommen. Was meistens aber wirklich extrem beruhigt! Weil die schlimmsten Sachen meist die seltensten sind, aber oft im gleichen Atemzug genannt werden ohne Abstufung oder Wertung. Also bitte her mit Zahlen und Quellen!

Mein Fazit, zu jedem meiner Themen findet man auch Schlimmes! Aber es ist bei mir und den meisten gut gegangen, selbst wenn sich die Befunde nur so Gehöft haben.

Mein Tipp, wenn ihr ängstlich seid, sofern möglich, spart nicht am Frauenarzt. Ich musste viele Termine privat bezahlen, aber das Gefühl wenn dir ein Degum2-Arzt was Positives sagt oder wie die den Ultraschall machen, einfach toll. Alles Geld wert und mein Respekt vor Ärzten und auch Hebammen ist noch mal mehr gestiegen.

Weiterer Tipp, entgegen der Meinung von Fachleuten: Lasst eure Gerinnung checken. Ich hätte gern meine Gerinnungswerte vor der Schwangerschaft gekannt und schon behandelt bzw. dann früher angefangen. Und bitte beachten, das ist nicht das was ihr beim normalen großen oder kleinen Blutbild unter Gerinnung lest. Das ist bei mir auch super. Lasst eure Gerinnung checken, insbesondere wenn ihr Schwierigkeiten habt Schwanger zu werden oder bspw. Blutungen habt. Das Argument der Fachleute ist, unnötige Panik, da meistens alles gut ist.
Was ich ja super finde und es auch glaube.
Die Empfehlung ist aber auch, erst nach dem zweiten oder dritten schlimmen Ausgang das zu checken. Das wiederum finde ich zu „medizinisch kalt“.

So das wäre es von mir, obwohl ich noch einiges schreiben könnte. Ich wünsche euch allen nur das Beste aber vor Allem gesunde Schwangerschaften und lebende und im besten Fall auch gesunde Kinder.

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zur "überstandenen" SS und zur Geburt eurer Maus.
Vielen, vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Du triffst den Nagel auf den Kopf. Sehr kontroverse Menschen in den Foren unterwegs. Aber oftmals auch wirklich tolle und belesene Frauen.
Auch das mit der Gerinnung ist so eine Sache. Ich bin auch immer dafür so viel Diagnostik wie möglich zu machen um sich im Nach so manches Leid zu ersparen. Und wenn alle Ergebnisse gut sind, dann ist das niemals unnötig, denn es beruhigt ungemein.

Liebe Grüsse und nochmals danke fürs Teilen💕