Gestationsdiabetes - Hat jemand während der SS schonmal den Absprung vom Insulin geschafft?

Guten Abend ihr Lieben.

Da ich nach diätätisch geführter Gestationsdiabetes im Januar einen großen und kräftigen Jungen zur Welt brachte, wurde ich nun auf meinen Wunsch hin schon zeitig zur Diabetologin überwiesen. Nun war ich gestern und heute zur Nüchternblutabnahme. Gestern war ich bereits bei 5,2mmol/l Nüchternwert - also zu hoch. Morgen soll ich anrufen und das weitere Vorgehen besprechen. Ich nehme an das ich diesmal nicht ums Insulin drum herum kommen werde, weil einfach einem Größenwuchs beim Fötus vorgebeugt werden soll.

Nun habe ich ein Bisschen im Netz rechachiert und gelesen das man als insulinpflichtige Schwangere in einer Klinik Level 1 bzw. Level 2 entbinden sollte (oder sogar muss?). Einfach um entsprechendes Fachpersonal vor Ort zu haben falls es Komplikationen beim Säugling gibt. Meine Wunschklinik, in welcher ich meinen 2. Sohn vor Kurzem erst zur Welt brachte hat allerdings nur einen "perinatalen Schwerpunkt", also Level 3. Ich war dort sehr zufrieden und hätte liebend gern wieder dort entbunden - ist auch von der Wegstrecke vom Wohnort etwas näher und meine Schwiegereltern wohnen Nahe der Klinik. Mein Kleiner muss dann ja auch untergebracht werden.

Nun frage ich mich ob es vielleicht innerhalb der Schwangerschaft einen Weg vom Insulin zurück zur Diät gibt. Seitdem ich von der Schwangerschaft wusste habe ich bereits meine Ernährung umgestellt. Zum Vergleich: In der vergangenen Schwangerschaft war mein Sohn von den Maßen her 13+0 schon rechnerisch eine Woche weiter als er sein sollte. Der jetzige Fötus ist zeitgerecht entwickelt.

Mein Blutzuckerwert ist vor den Mahlzeiten bzw. 1h danach vollkommen in Ordnung. Nur aus irgendeinem Grund sinkt er über Nacht nicht ausreichend ab, sodass ich morgens, nüchtern zu hoch rauskomme. War auch in der vergangenen SS das Problem.

Bin gespannt auf eure Erfahrungen.

1

Das Problem vor allem am Nüchternwert ist ja, dass es mit der Ernährung so gut wie kaum möglich ist, ihn in den Griff zu bekommen, da hormonell bedingt.
Kann dir leider nichts Positives dazu sagen.

Mein Nüchternwert wollte trotz Insulin kaum runter und ich musste mir letztendlich 88 Einheiten Langzeitinsulin spritzen, aber immerhin habe ich somit geschafft, dass mein Sohn runter ist auf die 50. Perzentile (vorher auf der 99.).

Soweit ich weiß, sollte bzw muss man aber auch ohne eine Insulinpflicht mindestens in einem Level 2 Kh entbinden.

2

88IE Langzeitinsulin? Das ist ne Wahnsinns Tagesdosis! Mein Sohn war immer bei 97% Perzentile und die Diabetologin, bei welcher ich jetzt auch wieder bin war sich so unsicher wegen der Insulingabe. Nun hat sie ja Erfahrungswerte dahingehend und greift vorher ein.

Bei der Geburtsanmeldung (im Level 3 Krankenhaus) meinte die Oberärztin das ich mit diätätisch geführter Gestationsdiabetes dort entbinden könne. Bei Insulingabe fällt diese Möglichkeit also weg.

3

Ah ok, denn in der Leitlinie die gdm steht mindestens Level 2.

Dh du hast letztes mal kein Insulin bekommen obwohl dein Sohn auf der 97. Perzentile war
Wahnsinn.
Ja, es nützte leider nichts, als der große Hormonschub kam, konnte ich nicht mal mehr Käse essen, ohne das meine Werte explodiert sind.
Es hat ja Gott sei Dank geholfen und wir haben die Kurve bekommen

weitere Kommentare laden
9

Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit fortschreitender Schwangerschaft bei mir immer mehr Insulin nötig war und das obwohl ich mich wirklich streng diätisch ernährt habe. Also ich habe Insulin auch zu den Mahlzeiten gespritzt (bzw. mach ich das immer noch) esse bei den Mahlzeiten jedoch trotzdem diätisch. Die Werte sind nicht besser geworden aber ich halte sie dank des Insulin auf meinem vorgegebenen Maß. Mein Nüchternwert ist trotzdem oft zu hoch. Gestartet hatte ich bei einem Nüchternwert von 5,1, der ging dann auf 5,3 hoch. Dann mit langzeitinsulin gestartet bei 6 Einheiten. Nun bin ich bei 28 Einheiten. Habe aber trotzdem ab und zu Nüchternwerte von 5,4 - 5,8.
Ich stehe kurz vor Geburt und die Kleine hat gute Maße, deswegen machen wir jetzt nix mehr dagegen. Aber ich wüsste nicht wie ich hätte vom Insulin wegkommen sollen. 🤷‍♀️ Es ist eben nicht mit der Ernährung beeinflussbar, welche Hormone die Plazenta ausschüttet.

Liebe Grüße und alles Gute 🍀

10

Wie sieht denn dein Abendessen aus und nimmst du noch einen proteinreichen Snack vor dem einschlafen?
Wenn du mal beschreibst was du da beispielsweise isst gibt es evtl. noch Stellschrauben.
Der Nüchternheit am Morgen hängt maßgeblich von Essverhalten am Abend ab.

14

Nein, der nüchternwert ist rein hormonell und lässt sich kaum (!) mit Essgewohnheiten am Abend beeinflussen. Das funktioniert bei Typ II Diabetes.

15

Ich messe jetzt ja bereits schon seit einigen Wochen meinen Blutzuckerwert vor dem Schlafen und am Morgen (Nüchtern). Abends esse ich schlicht Eiweißbrot mit Frischkäse, manchmal noch ein hart gekochtes Ei. Habe auch Tage dabei, da ist der Blutzuckerwert anscheinend spät zu niedrig, sodass mein Körper über Nacht etwas ausschüttet und am Morgen ist er dann höher als abends. Manchmal esse ist nach dem Abendbrot noch ein Wenig puren Naturjoghurt.

Habe heute mit der Diabetologenpraxis telefoniert. Soll noch 1 1/2 Wochen messen und notieren was ich zu mir nehme und dann wird entschieden wie es weitergeht. Bin momentan morgens fast immer bei 5,0mmol/l.

weiteren Kommentar laden
11

Das halte ich für keine sinnvolle Vorgehensweise. Zucker braucht dein Kind ja unbedingt zur Entwickelung. Zu versuchen auf Biegen und Brechen die Ernährung soweit umzustellen, dass du kein Insulin brauchst ist da keine gute Idee.
Zumal bei dir ja der Nüchternwert das Problem ist, darauf hat die Ernährung ja nur sehr wenig Einfluss. Dazu kommt noch, dass Schwangerschaftsdiabetes mit fortschreiten der Schwangerschaft eher schlechter wird. Ich weiß auch gar nicht, ob sich das Krankenhaus darauf einlassen würde, wenn der Diabetes schon mal insulinpflichtig war, nur weil du zum Zeitpunkt der Entbindung gerade keins brauchst.

Alles in allem würde ich sagen: Die adequate Behandlung deines Schwangerschaftsdiabetes ist wichtiger, als die Wunschklinik, auch wenn ich natürlich total verstehen kann, dass du dort entbinden möchtest, wo du dich wohl fühlst.

P.S. Ein zu großes Kind ist übrigens nur eine Folge von unbehandeltem/schlecht behandeltem Schwangerschaftsdiabetes. Andere Langzeitfolgen sind viel ernster/gefährlicher und nicht per Ultraschall diagnostizierbar.
Das Gewicht des Kindes sagt also sehr wenig darüber aus, ob der Zuckerwert okay ist.

12

Hallo,

mit dem Gestationsdiabetes scheint es sehr individuell zu sein.
Ich musste ab der 12.SSW 8 Einheiten Insulin zur Nacht spritzen, da mein Nüchternwert sich nicht diätetisch einstellen ließ. Dies blieb so bis zur 30. SSW, da merkte ich, dass mein Nüchternwert sehr niedrig wurde am Morgen, sodass ich das Insulin am Abend reduziert habe. Seit der 32. SSW spritze ich kein Insulin mehr und tagsüber kann ich normal essen ohne dass ich Ausschläge habe.
Mein Kind war immer 1,5 - 2 Wochen kleiner.

Ich gehe trotzdem in eine Klinik mit Level 1, dort erzählte die Oberärztin bei der Anmeldung, dass es relativ oft vorkommt, dass die Zuckerwerte zum Ende besser werden können.

Die Klinik ohne Level 1 würde mich mit diätetisch eingestelltem Gestationsdiabetes ohne Insulingabe entbinden lassen. Insulin wäre ein Ausschlusskriterium. Einfach sonst in deiner Wunschklinik nachfragen! Man kann sich ja auch in bis zu zwei Kliniken anmelden und dann kannst du relativ spontan entscheiden, in welche Klinik du willst bzw. kannst / darfst.

Mein Gyn meinte noch dazu, dass trotz der Verbesserung meiner Werte, ich immernoch unter Gestationsdiabetes geführt werde.

LG 🤰

16

Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ist interessant mal so einen Werdegang zu erfahren.

13

Ich hatte bei meiner zweiten Schwangerschaft die Diagnose bereits in der 9. Woche, auch wegen des Nüchternwertes. In der 26. Woche musste ich dann wegen des NWs Insulin spritzen, da unser Baby einen zu großen Bauchumfang hatte und ich strengere Werte (nüchtern unter 85) einhalten musste - das habe ich nur mit Insulin geschafft. Ich musste 26 Einheiten spritzen.
Ab der 36. Woche konnte ich das Insulin ausschleichen und habe ab der 39. Woche gar nichts mehr gespritzt.

Jetzt kommt das große aber: Einmal insulinpflichtig in der Schwangerschaft, immer insulinpflichtig. Egal ob du noch spritzt oder nicht, du gilst bis zum Ende als insulinpflichtig. Darum ist es völlig egal, ob du es absetzen kannst oder nicht.
Ich konnte leider auch nicht in dem KH, in dem ich mein erstes Kind bekommen habe, entbinden. Zudem wurde ich sogar an ET eingeleitet, da ich ja als insulinpflichtige galt, obwohl Größe/Gewicht/Proportionen des Kindes und Versorgung top waren.