Pro und Contra für FRUWA Untersuchung ab 30??

Huhu,
ich bin auf der Suche nach ein paar Antworten bezüglich Fruchtwasseruntersuchung.
Ich (31 Jahre) war mir die ganze Zeit so sicher, dass ich keine FRUWA Untersuchung machen lasse (hatte dieses Jahr schon 2 Fehlgeburten); aber seit gestern kommen mir immer wieder Zweifel. #gruebel
Laut FA und gestriger Feindiagnostik ist alles super in Ordnung; die Ärztin meinte halt dann doch noch: "eine Garantie dass alles gesund ist gibt es nie".
Wie geht ihr mit dieser Situation um, oder stand das bei Euch nie zur Debatte?

Na ja, die Zeit zur Unterschung (glaub ich wenigstens) ist jetzt eh rum - aber ein paar Meinungen von Euch würden mir bestimmt schon weiterhelfen #danke

Viele liebe Grüße Katja (19+5)

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hallo Katja,

ich habe eine FU machen lassen, aber unter ganz anderen Aspekten als du.

Ich bin bereits 35 und ab da wird es erst emfpohlen. Dazu muß ich sagen, dass die dort zu mir sagten, dass es mit 35 gar nicht so zwingend wäre, weil die Gefahr minimal wäre dass das Kind nicht gesund ist.
Du bist 31, die Feindiagnostik war ok, also würde ich es nicht mehr machen.

Ich hatte auch ständig Blutungen, deswegen wurde es mir nahe gelegt.

Wichtig ist doch für einen selbst was man möchte. Mir war es schon wichtig zu wissen, ob mein Kind gesund ist, da ich mit 35 eben auch nicht mehr so alt werde, dass ich dieses Kind bis ins hohe Alter begleiten könnte und es wäre automatisch auf meine große Tochter gefallen,was wir nicht wollten.

Aber es war alles ok und ich kann beruhigt in die Zukunft blicken.

Mach dich nicht verrückt und bei dir würde nur noch eine FU gemacht werden, wenn Bedenken bestehen und das ist bei dir ja nicht der Fall.
Eine FU ist auch immer ein Risiko.

LG Lisamarie

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Guten Morgen,
ich bin auch 31 Jahre und hatte dieses Jahr eine Fehlgeburt. Ich fühle mich weder vom Alter noch nach der FG als Risiko-SS, mich hat da eher beruhigt, das in der Familie keine Erbkrankheiten oder Behinderungen vorkommen. Zwei meiner Cousins sind zwar lernbehindert, das kam aber durch die Geburt mit Sauerstoffmangel und beide haben sich besser entwockelt als von den Ärzten vorhergesagt.
Den Triple-Test hatte ich bewusst abgelehnt, eigentlich auch die Feindiagnostik, aber vor zwei Wochen hatte ich mich übernommen und Schmerzen, da wurde dann beim Ultraschall auch gleich die Feindiagnostik mitgemacht. Ich bin der Meinung, das Kind soll entscheiden ob es lebensfähig ist oder nicht und vor der Geburt muss ich eine Behinderung nicht unbedingt wissen, man weiß ja eh nicht wie das Kind sich trotzdem entwickelt.
In den letzten zwei Wochen habe ich dann beruflich vier Frauen gesehen vor geplanter OP des Kindes im Mutterleib aufgrund von Herzfehlern der Kinder und war dann doch sehr froh über die durchgeführte und unauffällige Ultraschalluntersuchung bei mir selbst. Allerdings würde ich keine Untersuchung bei mir machen lassen, die das Kind irgendwie gefährdet. Eine Fruchtwasser-Untersuchung würde ich also auf jeden Fall ablehnen, denn das Risiko einer FG dadurch ist zwar sehr gering, aber das könnte ich mir nie verzeihen.

Liebe Grüße, Kaja (20 +2)

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Hi Katja,

ich würde Sinn oder Unsinn einer Fruchtwasseruntersuchung davon abhängig machen, was Du im Falle eines auffälligen Ergebnisses tun würdest...

Wenn Du sagst, eine Abtreibung ist im Falle einer Behinderung durchaus eine Option oder aber auch, dass Du einfach Zeit bräuchtest, um Dich auf eine Behinderung Deines Kindes einzustellen, dann ist die Fruchtwasseruntersuchung durchaus sinnvoll weil sie Dir Sicherheit gibt...

Wenn Du aber sagst, ein negatives Ergebnis hätte KEINERLEI Konsequenzen, dann würde ich auch keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen - dem (zugegebenermaßen geringen) Risiko stände dann ja kein Nutzen gegenüber...

Ich für meinen Teil (ich bin 29) habe eine Nackenfaltenmessung mit der entsprechenden Blutuntersuchung durchführen lassen (auf das Ergebnis der Blutuntersuchung warte ich noch, die Nackenfaltenmessung war ok). Wenn das Ergebnis ok ist, werde ich definitiv KEINE Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen.

Liebe Grüsse
Frauke

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Laut meinem FA endet jede 100ste FUWA Untersuchung in einer Fehlgeburt. Man sollte sie also nur machen, wenn es nicht anders geht, denn das Risiko ist enorm.

Wenn bei der Feindiagnostik doch alles OK war, musst Du Dir keine Sorgen machen.

Wenn Du Dir sehr unsicher bist, investiere doch lieber etwas Geld und mache ein paar andere Untersuchungen. Ich war z.B. zum 3D Ultraschall (war wirklich ein ergreifendes, lohnendes Ereignis) bei Dr. Hansmann in Bonn. Der konnte alles Mögliche durchchecken (Doppler etc....), was er dann zusätzlich noch gemacht hat. In der Praxis stehen Geräte, ich wusste gar nicht, dass es sowas Modernes gibt.

Unglaublich, was er alles sehen konnte. Danach wusste ich, das Kind ist prima versorgt in meinem Bauch, es sieht normal aus, alle Organe sind gut entwickelt und arbeiten richtig, die Versorgung innerhalb des Kindes funtioniert einwandfrei, Herz und Gehirn sind normal entwickelt und die Versorgung dort ist einwandfrei, das Herz arbeitet gut....

Danach waren mein Freund und ich sehr beruhigt.

Die Untersuchung hat 500 Euro gekostet. Ich bin privat versichert und habe die Rechnung mal eingereicht, obwohl ich dachte, das sicher selbst zahlen zu müssen. Aber die KV hat die Kosten übernommen, vermutlich wegen meinem Alter.


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Hallo sunda,

also was dein Fa gesagt hat, dass jede 100. FU in einer Fehlgeburt endet, halte ich für falsch.

Ich bekam diese Zahl: 1:350 und das erklärte man mir so, dass von 350 Frauen eine Probleme nach der Fu hat. Das heisst aber nicht unbedingt, dass sie das Kind verliert, sondern das es zu Fruchtwasserverlust kommen kann, was man aber fast immer mit strenger Bettruhe wieder hinbekommt.

LG Lisamarie

In der Praxis meines FA´s hatte er noch keine Schwangere, die nach einer FU ihr Kind verloren hatte.

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Guten Morgen Katja,

ich bin noch keine 30, um genau zu sein bin ich 27 und bekomme unser 3. Kind. Lara- unsere 2. Tochter kam mit einem Gendefekt zur Welt der in der FRUWA nicht gesehen wurde- laut diesem Ergebnis sollten wir eine gesunde Tochter bekommen! Die FRUWA wurde gemacht weil man auf dem US Auffälligkeiten gesehen hat. Aber auch wenn die mir gesagt hätten das Lara nicht gesund sein wird hätte ich sie bekommen (sie ist ja eigentlich auch nicht wirklich krank- sie hat halt Klumpfüsse, ein Lymphangiom und einen Tethered cord- das Rückenmark ist unten am letzten Wirbel fest gewachsen, kann aber operativ gelöst werden wenn es mal Probleme machen sollte).
Wie Du siehst haste nicht mal mit FRUWA-Untersuchung ne Garantie! Wenn der US gut aussieht und Deine FÄ zufrieden ist mach Dich nicht verrückt!
Ich werde diesesmal die FRUWA-Untersuchung machen lassen da ich beim 3. Kind ganz klar sagen muss das ich ein behindertes Kind nicht großziehen könnte da ich meinen 2 Großen (Kim 6J. und Lara 1J) nicht mehr gerecht werden würde!

Liebe Grüße Melli mit Kim, Lara und Bauchzwerg (7+2)

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Also erstmal hat deine Ärztin völlig recht wenn sie sagt "eine Garantie, dass alles gesund ist, gibt es nie". Genau so ist es und so wid es auch immer sein. Zum einen entstehen 95 von 100 Behinderungen erst während oder nach der Geburt und zum andern kann von denen, die vorgeburtlich entstehen, nur ein Bruchteil auch vorgeburtlich diagnostiziert werden. Gestern habe ich in der "Apotheken Umschau" eine Zahl gelesen, die das vielleicht ganz anschaulich verdeutlicht, dass sich einfach nicht alles testen lässt: Das ´Nationale Netzwerk seltener Krankheiten` hat im Oktober 2006 bekannt gegeben, dass derzeit rund 17.000 (!) genetisch bedingte seltene Krankheiten bekannt sind.

Eine Fruchtwasseranalyse (die man auch in der 19. Woche noch machen kann, prinzipiell geht das im Grunde, solange Fruchtwasser da ist ;-) Zu früh, d.h. vor der 15., 16. Woche, sollte man es allerdings nicht machen, weil das Risiko einer Fehlgeburt dann deutlich höher liegt.) klärt das Vorliegen einiger der häufigsten chromosomalen Besonderheiten ab, aber es gibt noch so viel anderes, was nicht getestet wird und auch einfach nicht getestet werden kann, weil man nicht für jede Besonderheit ein Testverfahren entwickelt. Zu teuer, zu aufwendig usw.


Hier findest du allgemeine Informationen zur Amniozentese: http://www.regenbogenzeiten.de/amnio.html

Und hier Erfahrungen / Meinungen von Schwangeren aus dem Forum:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=593747

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=626718

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=604251

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=614522


Mal ein bisschen was zur Statistik:

Wenn eine Frau älter als 35 Jahre ist, haben Frauenärztinnen hierzulande die Pflicht, die werdende Mutter über die prinzipielle Möglichkeit der Inanspruchnahme der Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) aufzuklären. Wenn man es mal "böse" aber korrekt formuliert, liegt das im Grunde daran, dass ab diesem Alter die Wahrscheinlichkeit für eine Frau, ein Kind mit z.B. Down-Syndrom (Trisomie 21) zu erwarten, statistisch gesehen fast genauso hoch ist wie das mögliche Risiko, dass sie ihr Kind durch eine durch die Untersuchung ausgelöste Fehlgeburt verliert. Es ist in gewisser Weise ein Gegeneinanderrechnen von behinderten und fehlgeborenen Kindern. Die Raten kommen ab dem Alter von 35 Jahren und steigend relativ bald in etwas auf das gleiche raus, sodass man sagen kann: Ab hier würde es sich statistisch gesehen eher "lohnen", das Risiko einer Fehlgeburt einzugehen, um zu gucken, ob das Kind behindert oder soweit man das sehen kann "normgerecht" ist, als bei niedrigerem mütterlichen Alter. Statistisch gesehen! Persönlich sieht das immer anders aus, denn man trägt ja keine unpersönliche Zahl in sich, sondern ein Baby, zu dem man eine persönliche Bindung hat ;-)

Hier lässt sich die Entwicklung ganz gut ablesen wenn man bedenkt, dass das Risiko einer durch die Fruchtwasserpunktion ausgelösten Fehlgeburt bislang durchschnittlich je nach Quelle mit 0,5 bis 2% beziffert wird und eine jüngere Studie Werte von 0% (wenn insbesondere keine vaginalen Blutungen vorliegen/vorlagen und es in früheren Schwangerschaften keine spontanen Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche gab) bis etwa 3-4% angibt (wenn entsprechende Risikofaktoren vorliegen/vorlagen):

Die Wahrscheinlichkeit für eine Frau im Alter von 25 Jahren, mit einem Kind mit Down-Syndrom (Trisomie 21) schwanger zu werden, liegt bei weniger als 0,1 %, im Alter von 35 Jahren bei 0,3 %, im Alter von 40 Jahren bei 1 % und im Alter von 48 Jahren bei 9 %. Die Wahrscheinlichkeit für andere Chromosomenbesonderheiten wie z.B. Trisomie 8, 9, 12, 13, 18, 20, X (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Trisomie) ist deutlich geringer als die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Down-Syndrom, denn die Trisomie 21 kommt weltweit am häufigsten vor (in Deutschland derzeit durchschnittlich 1x bei 500 bis 600 Geburten).

...und das es auch kein Weltuntergang ist, ein Kind mit Down-Syndrom anzunehmen, großzuziehen und einfach zu lieben, weil es in erster Linie "Kind" ist und nicht "Kind mit Down-Syndrom", zeigen ebenso eindrucksvoll wie ehrlich die unter diesem Link aufrufbaren Erfahrungsberichte:
http://www.regenbogenzeiten.de/LinksErfahrungsberichte.html

Liebe Grüße
Sabine

P.S. Auch kein schönes Thema, aber es gehört dazu: Wenn am Ende der Diagnostik fest steht, dass ein Kind behindert oder krank ist, entscheiden sich viele Mütter / Elternpaare für den Abbruch der Schwangerschaft, weil sie sich ein Leben mit dem Kind nicht vorstellen können. Ich finde, man sollte sich auch ein paar Gedanken darum machen, wie man damit leben könnte, sich gegen das eigene Kind entschieden zu haben. Nicht alle kommen damit klar, aber nur dir wenigsten sprechen darüber, weil sie Angst davor haben, dass ihnen dann gezeigt oder sogar gesagt wird: "Du hast kein Recht, dich zu beklagen und zu trauern, denn es war deine eigene Entscheidung und nun leb` damit ". Nicht schön :-( http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html