Warum tut das Jugendamt eigentlich Nichts?

Hallo,

ich bin seit 6,5 Jahren vom Vater meines Sohnes getrennt. Er hat noch nie auch nur einen Cent Unterhalt bezahlt. Unser Sohn war bei der Trennung 1,5 Jahre alt.

Ich habe damals UV beantragt und auch bekommen. Weiter wurde ich ziemlich sitzen gelassen. Eine Beratung gab es nicht, mir wurde gesagt ich hätte mit dem UV nun den Unterhaltsanspruch abgegeben und könne da eh Nichts weiter machen.

Naiv wie ich war hab ich das geglaubt. Soweit ich weis wurde er mehrmals aufgefordert nun selbst Unterhalt zu zahlen, er hat dann aber gekündigt, schwarz gearbeitet usw. Das Jugendamt hat aber auf Hinweise meinerseits nicht reagiert.
Zwischendurch hat er einfach beim JA angerufen und den Unterhaltsvorschuss zweimal einstellen lassen weil er nun selber zahlen würde. Tat er aber nicht und ich hatte Rennereien den UV wieder zu bekommen.

Seit 6 Jahren bin ich wieder in einer Beziehung und habe auch noch eine Tochter bekommen. Mein Partner zieht meinen Sohn also seit 6 Jahren mit auf, finanziert ihm viel, kümmert sich usw. obwohl er lange Zeit noch studiert hat.

Der KV hat sich nie richtig gekümmert, wir sind ihm mit dem Kind noch regelrecht nachgelaufen damit er sein Umgangsrecht wahrnimmt.
Vor 3 Jahren hat er den Kontakt zu seinem Sohn komplett abgebrochen weil er nicht damit klar kam, dass ich schwanger war von meinem Partner.

Nun läuft der UV aus. Ein Anwalt sagte uns, dass wir erst eine Beistandschaft beantragen müssten und wenn diese erfolglos verläuft könnte ich Prozesskostenhilfe beantragen.

Nun hat die gute Dame von der Beistandschaft eigentlich Nichts gemacht. Briefe druckte sie mir aus und ich musste sie meinem Ex per Eilschreiben zuschicken. Auf E-Mails reagierte sie nicht. Wochenlang ging sie nicht ans Telefon. Ich schrieb meinen Ex immer wieder an wegen Unterlagen die sie eigentlich einfordern sollte.

Mittlerweile weis ich, dass er selbständig ist. Er wohnt aber mit seiner Freundin zusammen und hat somit nicht volle Miete ect.

Die Dame vom JA kümmert das nicht. Als ich sie irgendwann endlich mal erreichte wusste sie nicht mal mehr was von der beantragten Beistandschaft und meinte sie hätte jetzt nur ne Unterhaltsberechnung angestrengt, die wäre aber erfolglos. Dann sagte sie so ungefähr folgendes: Der arme Mann hat sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig gemacht, er hätte kein Geld und würde ja kaum Gewinn machen. Er könnte nicht zahlen und hätte ja auch Mietausgaben usw.
Als ich sie darauf hinwies, dass er nicht allein lebt und somit seine Miete sicher nicht allein zahlen muss meinte sie dann: "Na wenn ich bei jedem so ins Detail hinein ermittle dauert das 4 Jahre"
Ich sollte doch nun kucken, dass ich erstmal abwarte bis er mehr verdient und das dann per Anwalt nochmal berechnen lassen.

Er wird mir ja kaum sagen wenn er Geld hat. Woher sollte ich das denn dann erfahren?

Ich fragte sie dann ob es denn gerecht sei, dass mein Partner für 2 Kinder zahlt obwohl nur eins davon sein leibliches ist und ob ich denn nun keine Möglichkeiten hätte meinte sie, dass das nunmal jetzt so wäre und sie könnte da nix machen.

Zu guter letzt ist sie noch zu meiner UV-Bearbeiterin im Haus gerannt und hat diese davon unterrichtet, dass wir nun bald umziehen wollen (das hatte ich ihr am Telefon schon erzählt um die Dringlichkeit der Sache nochmal zu unterstreichen) also hat diese die letzten Monate UV noch eingestellt und ich bin der dann noch hinterhergerannt um die zwei Monate noch zu kriegen.

Jetzt hat mir die Dame von der Beistandschaft einen Brief geschickt indem steht, dass mein Ex nicht zahlungsfähig ist.

Und nun? Unser Umzug steht nun an. Wir ziehen nach Berlin. Also sehr weit weg von meinem Ex. Lass ich die Sache nun ruhen? Ich hab keinen Nerv mehr. Andererseits ist es auch das Geld meines Kindes und meinem Partner gegenüber auch irgendwie nicht gerecht, da mein Sohn nunmal nicht sein Kind ist. Am liebsten würde ich wirklich einfach Nichts mehr von meinem Ex hören müssen. Aber er hat sich rotzfrech sogar noch den Steuerfreibetrag beim Finanzamt eintragen lassen wie ich gehört habe weil er das wohl vorher vergessen hatte.

Per Mail hatte ich nochmal versucht Kontakt zu ihm aufzunehmen um die Sache zu klären. Er will sein Kind nicht sehen, dass ich ihm entrissen habe und zahlt auch weiterhin nicht - er könne sich das nicht aus den Rippen schneiden.

Was würdet ihr tun?

Sorry für soviel Text, aber das musste mal raus.

liebe Grüsse

Glasregen

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Hallo,

ich würde in Ruhe umziehen nach Berlin, dann wenn der Umzugsstress rum ist würde ich mir einen KOMPETENTEN Fachanwalt für Familienrecht suchen und den Unterhalt gereichtlich einklagen.
Wenn nichts zu holen ist, erwirkst Du zumindest einen Titel.

Gruß Krüml

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Anzeige bei der Polizei wegen Unterhaltspflichtverletzung kostet nichts, da brauchst Du auch keinen Anwalt für.

Jugendamt würde ich in den A... treten! Teil ihnen schriftlich mit, dass Du Dich wunderst, dass nichts unternommen wird und sie sollen Dir bis zum: xy (datum 14 Tage nach Erhalt) schriftlich Bescheid geben, was sie zu tun gedenken! Weise darauf hin, dass Dein Kind was essen muss.

Gruß

Manavgat

3

Hallo Glasregen,

ich kann Manavgat nur zustimmen.
Geh direkt zur Polizei und erstatte da Anzeige, wegen Verletzung der Unterhalspflicht.
Kostet nichts und ist effektiv ;o)
So haben wir das auch gemacht.
Viel Glück und einen stressfreien Umzug.
Tina

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Ich lese immer Miete und neue Partnerin.

Was hat seine Wohnsituation und seine Partnerschaft mit seiner Unterhaltspflicht gegenüber seinem Kind zu tun? Dafür ist einzig sein Nettoeinkommen relevant.

Die Gesetzgebung ist für Selbständigen leider sehr gut geeignet, sich ihr eigenes Gehalt schönzurechnen.
Ich gehe mal mit Unwissenheit davon aus, dass er wahrscheinlich wirklich nicht das große Geld macht, aber zudem ist es für Selbständige ein Leichtes, nebenher "schwarz" noch etwas zu verdienen und Anschaffungen über die Firma abzurechnen. Das eigene Grundgehalt kann dann sehr einfach auf ein Minimum reduziert werden, so dass er offiziell nicht leistungsfähig ist.

6

Hallo!

Es hat insoweit damit zu tun, dass sein Selbstbehalt gekürzt werden kann.
Er hat "Vorteile aus dem Zusammenleben" - so nennt sich das

Gruß

9

Aber die Partnerin ist nicht dazu verpflichtet ihr Einkommen usw. offenzulegen. Auch interessiert die Miete überhaupt nicht bei der Berechnung des KU.

Ich spreche aus Erfahrung, da wir sowas schon durchhaben und es wurde der reine Selbstbehalt von 900 € meines Partners genommen!

LG

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Ich nehme mal an das Dein Partner Deine Sohn wie sein eigenes Kind aufzieht und liebt?

Dir nicht vorhält das er für ihn bezahle muß und Ihr somit streitet?

Falls es so ist, zieh nach Berlin um und laß den Blödman in Ruhe. Er hat ein tolles Kind und will ja nichts von ihm wissen.

Was sagt meine Stieftochter: Papa ist der der einen erzieht und liebt #verliebt

Viel Glück

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Ich würde mich schriftlich beim JA wegen mehrfacher Untätigkeit beschweren. Ich würde den U durch einen RA und alles andere auch, klären lassen.
Bei uns ist das JA da sehr hinterher.
Bei euch gibt es doch sicher auch mehrere Sachbearbeiter, die für dich zuständig sind?

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Wenn sie eh wegzieht gibt es ein neues Jugendamt und nen neuen Sacharbeiter :-)

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Hallo Glasregen,

ich versteh das mit dem Jugendamt auch nicht :-( Mein Ex wohnt 700 km weit weg, zahlt auch seit fast 3 Jahren keinen Pfennig. Laut seines Steuerberaters hat er nicht genug Einkommen (er ist selbständig).
Problem ist, er arbeitet in Österreich und länderübergreifend bekommen die das nicht gebacken.

Ich habe wochenlang im Internet recherchiert, habe Zeugen, die besagen, dass er jeden Tag zur Arbeit fährt.
Er arbeitet mit seinem ehemaligen Chef zusammen (Millionär), fährt ein dickes Auto, läuft immer nur im besten Zwirn rum, macht Urlaube mit seiner Freundin und deren Sohn, hatte mehrere Auslandsaufenthalte beruflich (Südafrika, Ungarn, Rumänien), ist im Fernsehen als 2. Mann im Unternehmen zu sehen, aber er ist ja "nur" externer Konsulent (Rechtsberater), obwohl man in den Berichten sieht, dass er auch Anpassungen im Laden macht usw. (er ist Hörgeräteakustiker)
All das habe ich Internet gefunden, ausgedruckt und dem Jugendamt zur Verfügung gestellt.

Und?

Nix, überhaupt nix. Die Dame vom Jugendamt meinte, sie kenne sich da mit dem EU-Recht nicht aus und hat es an die Rechtsabteilung weitergeleitet, aber seit Monaten bekomme ich keinerlei Infos.

Mittlerweile habe ich in Salzburg mit dem Finanzamt gesprochen, die haben einen Außendienst für Schwarzarbeit und ähnliches, der Herr will sich das nun mal anschauen, aber da weiß ich auch noch nichts.

Mehr kann ich aber auf die Entfernung nicht machen und so versuche ich weiterhin mit Job und UHV durchzukommen.

Liebe Grüße
Andrea