Umzug mit Kind bei gemeinsamen Sorgerecht...

    • (1) 08.01.11 - 18:26

      Hallo ihr Lieben,

      habe mich jetzt mal durch das Netz geforstet und bereits herausgefunden, dass ICH als Mutter, wenn ich mit meinem jetzigen Ehemann umziehen möchte, das Einverständnis des für meinen in die Ehe mitgebrachten Sohn von dessen ebenfalls sorgeberechtigten Vater einholen müsste. Soweit habe ich das Gesetz verstanden... Alles zum Wohle des Kindes... Vollkommen verständlich und auch in Ordnung...

      WAS ist aber, wenn jetzt der ebenfalls sorgeberechtigte Vater ohne Kind wegziehen will. Muss er dann auch mein Einverständnis einholen, sich von seinem Kind zu entfernen??? Denn das widerspräche ja auch dem Kindswohl, oder???

      Oder ist das Gesetz diesbezüglich wirklich so einseitig gedacht? Denn dann würde ja mal wieder nur der Ex-Partner mit Kind - um es mal drastisch auszudrücken - auf die Launen des anderen angewiesen sein und sein Leben nach seinen Belangen ausrichten, während der andere tun und lassen kann, was er möchte, ohne Rücksicht auf sein Kind nehmen zu müssen.

      Versteht mich nicht falsch, ich will hier keine Grundsatzdisskussion anfangen. Das Thema an sich ist schon traurig genug, aber irgendwie bin ich gerade bei meinen Recherchen auf dieses Thema gestoßen.

      Vielleicht kann mich ja mal jemand aufklären.

      LG

      einfachich77

      Wieso einseitig?

      Es findet doch gar keine unterschiedliche Behandlung statt.

      Du kannst doch ohne Kind genauso ohne Einverständnis weit wegziehen wie der andere Elternteil.

      Und das es ein Unterschied ist, ob jemand alleine umzieht oder mit dem gemeinsamen Kind müsste sich eigentlich aufdrängen.

      Wenn Euer Kind beim Vater leben würde und Du zu Deinem neuen Partner ziehen möchtest soll Dir das Dein Ex verbieten können?

      Gruß
      parzifal

      P.S.
      Bei sehr guten Gründen für einen Umzug kann dieser im Einzelfall trotzdem gestattet sein.



      • So betrachtet ist das richtig.
        Wie ist es mit dem Kind?
        Das betreuende Elternteil darf keine Distanz zwischen Kind und umgangsberechtigten Et schaffen.
        Das umgangsberechtigte Et darf Distanz zwischen sich und dem Kind schaffen, womit dem Kind der umgang mit ihm erschwert wird.
        Wo bleibt da die Fairness für das Kind?

        • Nun in Frankreich darf keines der Elternteile mehr als 300 km wegziehen.
          Nicht wegen Job, nicht wegen neuer Beziehung aus keinem Grund. Bis zur Volljährigkeit der Kinder dürfen die Elternteile höchsten 300 km auseinanderwohnen.

          Wollen wir hier in D solche Gesetzte wirklich?

          Ute

          • Darum ging es bei meinem Beitrag nicht.
            Hier geht es doch immer wieder unter dem Deckmantel der inanspruchnahme eines Rechtes um Machtspiele der Expartner.
            Schön gerechtfertigt mit dem Wort Kindesrecht.
            Komischerweise fällt das Wort nicht wenn sich der umgangsberechtigte vom Kind entfernt.
            Recht wird es wohl nie geregelt werden können, denn dann müßte man die Kinder teilen ;-)
            Auch haben die Falle verschiedene Hintergrundgeschichten.
            Die besten Eltern in diesem Bezug sind immer noch die, die solche Dinge ohne Gesetze usw unter sich regeln können.

            (8) 08.01.11 - 23:09

            Ich kenne die Gesetze in Frankreich nicht.

            Wenn sich aber beide Elternteile wirklich um das Kind kümmern möchten sehe ich nicht was daran letztlich falsch sein sollte.

            Gilt die von Dir genannte Vorschrift auch dann, wenn der nichtbetreuende Elternteil wegziehen will?

            Oder wenn sich sogar beide einig sind, dass einer weiter wegziehen darf?



            • (9) 09.01.11 - 11:28

              Das Gesetz gilt in Frankreich für jeden Elternteil. Keiner darf sich mehr als 300 km vom Kind entfernen, gleichgültig ob es der betreuende Elternteil ist oder der andere. Vollkommen egal ob die Eltern sich einig sind ( um die gehts gar nicht. ) Wer ein Kind hat, lebt höchstens 300 km von diesem entfernt.

              Dieses Gesetz soll dem Kindeswohl dienen, das es immer ( räumlich gesehen) die Möglichkeit des Kontaktes zu beiden Elternteilen hat.

              Ute

              • (10) 10.01.11 - 08:53

                Ich kann gar nicht glauben, dass dies so strikt gehandelt wird (z.B. kein getrennt lebender Elternteil kann einen Job annehmen der 300 km weit vom Wohnort des Kindes liegt).

                Ich nehme es aber als so gegeben hin, da ich es nicht besser weiß.

                Weißt Du denn was für Konsequenzen bei einem Verstoß drohen? Wie das in der Praxis durchgesetzt wird?

                Gruß
                parzifal


                • (11) 10.01.11 - 09:55

                  Ich hab mal in F gelebt. Wenn Du Dich dort auf der Gendarmerie anmeldest, mußt Du deinen gesammten Familienstamm nachweisen: Also Ehemann, Kinder etc. Wenn Du Dich zu weit von den Kindern anmeldest, ist diese Anmeldung nicht möglich. Dann kannst Du keine reguläre Arbeit annehmen und keine Steuererklärung abgeben und lebst dann dort illegal

                  Nein, ich weiß nicht wie es sanktioniert wird. Wir sind relativ schnell wieder nach Deutschland gezogen. Interessant zu wissen ist es schon, weil Brüssel darüber nachdenkt diese Regelung EU weit einzusetzten.

                  Und das finde ich dann gar nicht mehr lustig, weil es in meinen Augen nur wieder eine weitere Beschneidung von Bürgerrechten ist. Denn schließlich werde ich mit der Geburt eines Kindes nur Elternteil, nicht Leibeigener.

                  Ute

                  • (12) 10.01.11 - 11:00

                    Auf jeden Fall ist Deine Auskunft sehr interessant. Von so einer Regelung wußte ich nichts.

                    Wenn beide Elterteile sich um das Kind kümmern wollen und deshalb gegen eine große Entfernung sind halte ich diese Prinzip als Regel für nicht verkehrt (Ausnahmen sollte es m.E. immer geben müssen).

                    parzifal

        Du plädierst also zu einem zwangsweisen Kontakt des Kindes zu den Eltern auch wenn diese den gar nicht wünschen?

        Ansonsten macht ein Verbot des Wegzugs ja keinen Sinn oder?

        Glaubst Du das dies wirklich im Sinne des Kindes ist? Ein Elternteil das zum Besuch gezwungen wird?

        Wer freiwillig den Kontakt zum Kind einschränken will (durch Nichtbesuch, Wegzug oder was weiß immer), den kann man nicht durch Zwang dazu bringen. Zumindest nicht so, dass es im Sinne des Kindes wäre.

        Schützenswert sind für mich aber die Eltern die Umgang zum Kind wünschen.

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