Kindsunterhalt und Baby?

    • (1) 17.01.11 - 16:21

      Hallo!


      Hab ne Frage:

      mein Exmann zahlt ganz regulär den Kindsunterhalt. Nun wird er im August nochmal Vater. Ändert sich dadurch was am Unterhalt oder bleibt das wie gehabt, denn immerhin lebt er ja mit der Frau zusammen, die das Kind von ihm erwartet und ist daher nicht unterhaltspflichtig....

      Ist es denn so, dass ihm der Selbsterhalt von 950 Euro bleibt und er dann den Kindsunterhalt zahlen muss? Trotz Baby? Eigentlich müsste doch alles so bleiben, oder? #kratz

      LG und danke,

      Steffi

      • Ob er mit Frau und Kind zusammenlebt oder nicht ,interessiert nicht.
        Er ist dann für zwei Kinder unterhaltspflichtig.
        Das heißt sein Einkommen,was für den Unterhalt verwertet werden kann ,wird auf beide Kinder gleichmäßig und der Altersgruppe entsprechend aufgeteilt.

        • Gehn wir mal von aus, ihm müssen diese 950 Euro bleiben! Der Rest wird aufgeteilt???? Aber ist er nicht voll unterhaltspflichtig für sein 1.Kind? Ich weiß es nicht, daher frag ich! Denn die Mutter des Babys gibts ja auch noch.....

          • Hallo.

            Die Kinder sind gleichgestellt.
            Er hat einen Selbstbehalt von 950,- und die Kinder bekommen nach Düsseldorfer Tabelle, je nach Alter und Einkommensstufe, ihren Unterhalt. Kann der KV den Unterhalt für 2 Kinder nicht voll zahlen, kann er eine Mangelfallberechnung anstreben und den Unterhalt für Dein Kind wird dementsprechend angepasst.

            In der weiteren Unterhaltsabfolge kommst dann Du (allerdings wäre es eine gerichtliche Einzelfallentscheidung, dass Du auch Unterhalt bekommst) und dann die im Haushalt lebende Frau.

            Bevor die Mütter beim Unterhalt berücksichtigt werden, muss der Kindesunterhalt voll bezahlt werden.

            Gruß von der Hedda.

                • Alles klaro - DANKE! Hab grade mal gerechnet und theoreitsch müsste er weiterhin den vollen Unterhalt an unsern Sohn zahlen! Das passt! :-)

                  Hallo.

                  >>> Übrigens sind meines Wissens nach die Frauen auch gleichgestellt beim Unterhalt. <<<

                  Nein, sind sie nicht.


                  >>> Mangelfall und Rangfolge

                  Treffen mehrere Unterhaltsberechtigte aufeinander und reicht das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten nicht aus, den vollen Unterhalt für alle zu leisten, spricht man von einem Mangelfall. Der verteilbare Betrag wird unter allen Berechtigten anteilsmäßig verteilt. Möglicherweise sind jedoch vorrangig Berechtigte zu beachten, die zunächst vollständig versorgt werden müssen. Die Unterhaltsberechtigten stehen dann auf verschiedenen "Stufen".

                  Nach der Unterhaltsrechtsreform gilt dazu Folgendes:

                  Auf der 1. Stufe stehen minderjährige und diesen gleichgestellte Kinder.

                  Auf der 2. Stufe stehen nun die Ehegatten, die Kinder betreuen sowie geschiedene Ehegatten aus einer langen Ehe.

                  Auf den weiteren Stufen dann, die übrigen Ehegatten, volljährige Kinder, Enkelkinder und Eltern. <<<

                  http://www.finanztip.de/recht/familie/familienrecht-ehegattenunterhalt.htm

                  Gruß von der Hedda.

              Hallo.

              Er zahlt zwar für das Baby keinen Barunterhalt, muss das Baby aber auch unterhalten ... und natürlich wird es deswegen so gerechnet.
              Von was sollte das Kind denn sonst versorgt werden, wenn es nicht so gerechnet würde?

              Gruß von der Hedda.

              P.S.
              Er kann übrigens den Unterhalt für Dein Kind nicht so einfach herabsetzen. Dazu muss er eine Abänderungsklage einreichen und hat bis dahin dasselbe zu zahlen wie im Moment.
              Als Unterhaltspflichtiger hat er übrigens eine erhöhte Obliegenheitspflicht, das heißt er muss alles tun, damit er den vollen Unterhalt zahlen kann, zu Not durch einen Nebenjob.
              Wenn seine Frau nach der Elternzeit wieder berufstätig ist, kann sein Selbstbehalt auf bis zu 750,- reduziert werden. Ich würde das an Deiner Stelle regelmäßig überprüfen lassen, vor allem wenn es jetzt erst einmal auf eine Mangefallberechnung, weil er nicht genug für beide Kinder hat, hinausläuft.

              • Wow, du kennst dich ja super aus!!! Respekt!!!


                Ich dachte, das Baby sei durch Mutter, Kindergeld und Restgeld des Vaters "abgedeckt".....#schein
                Und unser Sohn bekommt ganz normal den vollen Unterhalt?!?!

                Wo reicht man denn eine Abänderungsklage ein? Ich hab doch auch diesen Unterhalts-Titel, wo alles genau festgehalten ist.
                Wenn er aber einfach so den Unterhalt kürzt, müsste ich zum Anwalt/Jugendamt und klagen?????

                Gruß, Steffi

                PS: Ganz schön komplizert alles.....:-(

                • Hallo.

                  Ne, da hast Du falsche gedacht ...;-)
                  Wie gesagt, die Kinder sind gleichgestellt.

                  Wenn es zu einer Mangelfallberechnung kommt, da er nicht genug für den vollen Unterhalt beider Kinder hat, muss ER die Abänderungsklage einreichen.
                  Bis das entschieden ist, kann er NICHT den Unterhalt nach Gutdünken einfach kürzen.

                  Und sollte er das dennoch tun, ist es ganz wunderbar, dass Du einen Titel hast ... ab zum Anwalt (vergiß die Schnarchnasen vom Jugendamt) und leite eine Lohnpfändung ein. Da Du einen Titel hast, musst Du nicht klagen oder ähnliches, sondern kannst gleich pfänden.

                  Bei Männern, die auf Kosten der früheren Kinder, meinen sich weiter vermehren zu müssen, immer volles Programm;-)

                  Gruß von der Hedda.

                  • Super! Danke für die Info! :-)

                    wer trägt dann die Anwaltskosten???

                    • Hallo.

                      Das kann ich Dir leider nicht sagen, ich glaube, dass man die Kosten für eine Pfändung auslegen muss und die werden dann dem Schuldner wieder draufgeschlagen.
                      Müsste mit den Anwaltskosten ähnlich sein ... Du solltest Dich mal erkundigen, ob man eine Lohnpfändung auch direkt bei einem Gerichtsvollzieher einleiten kann, müsste gehen.

                      Gruß von der Hedda.

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