Kind 1,5J. sagt zu neuem Partner Papa, was tun?

Hallo!
Ich hab eine Frage und weiß nicht, wie ich das "Problem" lösen soll. Mein Kind ist1,5Jahre alt. Vom leiblichen Vater habe ich mich getrennt, als sie 6 Monate alt war. Gründe waren unter anderem sein Alkoholkonsum, Kaufsucht, psychische häusliche Gewalt bis hin zu Morddrohungen (vor dem. Kind), schwere Depressionen seinerseits, wobei er sich jahrelang weigerte in Therapie zu gehen und einiges mehr.
Nach der Trennung bin ich (wie vorher bereits gemeinsam geplant) wegen der Arbeit zurück in die Stadt gegangen, in der wir früher (als wir beide da gearbeitet haben) auch mal gewohnt haben. Diese ist von seinem aktuellen Arbeits- und Wohnort 400km entfernt. Er hat dem in einem notarvertrag auch noch einmal zugestimmt und große Teile des Sorgerechtes freiwillig an mich abgegeben bzw mir Vollmachten für alles ausgestellt. Wir sehen uns alle 3-5 Wochen, da er nicht öfter möchte bzw kann, wobei die Besuche, wenn er hierher kommt, immer kürzer werden. Das letzte mal war er für 5h da und hat uns, wie sonst auch immer, nur begutachtet. Mit seinem Kind beschäftigt er sich gar nicht. Sie kennt ihn zwar, hat aber keine besondere Bindung zu ihm, obwohl ich versuche beide dazu zu animieren. Zudem möchte er ab Januar ein zweijähriges Berufsbegleitendes Studium machen, so dass er jeden Donnerstag und Freitag Abend sowie jeden Samstag zur Uni muss. Wie er sein Kind da sehen will, weiß ich auch nicht. Ich rede von ihm immer als dem Papa und zeige ihr auch Fotos von ihm usw. Er ruft so gut wie nie an (2x seit dem Auszug ) oder fragt nach ihr (1x im Monat). Kontakt geht also fast nur von mir aus. Mit ihr telefonieren will er nicht. Alle Angebote, sich mehr in unseren Alltag zu integrieren (2x pro Woche mit ihr telefonieren oder Skypen z.b.) lehnt er ab (sie spricht schon gut für ihr Alter!)
Seit das Kind 11Monate alt ist, habe ich nun einen neuen Partner. Diesen sieht die kleine jeden Tag und die zwei sind ein Herz und eine Seele. Ich rede ihn ausschließlich mit Vornamen an. Noch nie ist mir das Wort Papa im Bezug auf ihn über die Lippen gekommen und auch unser gesamtes Umfeld handhabt es auf unsere ausdrückliche Bitte hin so. Jetzt ist es allerdings so,dass meine Tochter ihn Papa ruft seit 2-3 Wochen. Ich habe keine Ahnung, woher sie das hat. Wenn ich ihr versuche zu erklären, dass jemand anderes ihr Papa ist, erscheint sie nur verwirrt und insistiert, dass "Vorname xy" Papa ist. Ich weiß echt nicht, was ich machen soll!
Soll ich ihr erklären, dass sie zwei Papas hat? Einen von dem sie abstammt und der sie besucht und eben ihren sozialen Papa sozusagen als Papa fürs Herz?

Ich finde es immer leicht gesagt: das Kind hat nur einen Papa und nur der soll so genannt werden. Das kann man vielleicht nem drei- oder fünfjährigen erklären, die solche Aussagen schon verstehen und evt sogar mit dem leiblichen Vater aktiv inkl vaterrolle zusammengelebt haben. Mein Kind hat seinen Vater zu keiner Zeit in der vaterrolle erlebt! Er hat noch nie sie gefüttert, gebadet und vielleicht zwei mal in ihrem Leben gewickelt. Nach ihrer Geburt hat er wohl festgestellt, dass er es sich anders vorgestellt hat, ein Kind zu haben. Mein neuer Partner ist ein Vater für sie, wie man sich das nur wünschen kann. Wie soll ich das nun am besten lösen?

Danke für Tipps!

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Papa ist der , der sich um dein Kind kümmert und diese Vaterfigur auch ist.

Die Kleine hat sich ihren Vater ausgesucht. Und zwar sagt sie das, weil sie es von anderen Kindern hört. Es ist der Mann den sie am meisten sieht und diese Rolle auch übernimmt. FERTIG!

Ich würde ihr nicht eintrichtern das sie das nicht darf, denn sie macht nix falsches. Wäre der richtige Vater ständig in Kontakt würde sie den Unterschied vielleicht merken. Kinder in diesem Alter leben weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, sondern im hier und jetzt. Wenn du mit ihr redest, dann sag ihr, Papa Peter kommt uns ab und an besuchen und Papa Uwe geht mit dir zum Spielplatz. So lernt sie zu unterscheiden.

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Sehr schlicht gedacht. ..

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Und wenn dann noch der nette Nachbar hinzu kommt, dann heißt es. Und Papa Thomas wohnt nebenan...meine Güte. ..frag mal Kinderpsychologen oder Pädagogen was das für ein Kind bedeutet. Du gibst gruselige Ratschläge.

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Dein Kind und dein neuer kennen sich doch erst 7 Monate. Und ich setze jetzt mal voraus, dass er nicht am ersten Tag bei dir einzog dann eher noch kürzer. Nach der dramatischen Beziehung würde ich alles etwas langsamer angehen lassen. Für dich aber in erster Linie für deine Tochter. Und natürlich soll sie ihn nicht Papa nennen. Ich würde ihr immer wieder sagen. Das ist nicht Papa sondern. ..ein normal kluges Kind wird es kapieren. ..

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Danke für deine Meinung. Das Kind und mein neuer Partner kennen sich von Geburt an. Er ist nur eben erst seit einigen Monaten mein Partner. Ich selbst kennen ihn seit 10Jahren. Daher sind wir wie gesagt auch jeden Tag zusammen.entweder bei mir oder bei ihm.

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Okay. Ich möchte deinem neuen Partner den Platz an deiner Seite auch nicht streitig machen. Er soll ja eine tragende Rolle für dich und deine Tochter spielen. Aber er ist nicht der Vater.

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Hallo,

ich hätte die Variante mit den zwei Papas versucht. Vielleicht Papa xy und Papa ab. Ihr Erzeuger wird rechtlich gesehen ihr vater bleiben und hat rechtlich gesehen normalerweise auch einen Umgangsanspruch. Somit ist es möglich das über lange Zeit Kontakt mit ihm hat.

Ich würde auch nicht versuchen ihr einzureden das dein Partner ihr Papa ist. Da sie ihn aber selbst als Papa ansieht wäre es für mich okay und warum soll man dem Kind etwas ausreden. Im Grunde übernimmt dein neuer Partner die Vaterrolle.

Wichtig ist aber in meinen Augen das sie weiß das sie weiß das sie sozusagen zwei Papas hat. Es wird am Anfang etwas verwirrend sein spielt sich mit der Zeit aber ein.

Freuliche Grüße blaue-rose

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Hallo,
ich würde dem Kind immer wieder den Namen des Freundes nahe legen.
Stell Dir mal vor, in ein paar Jahren trennt Ihr Euch und es gibt dann wirklich Kontakt zum wirklichen Vater.
Das ist dann wohl etwas viel an Papa.
Die Mutter meiner Freundin tat es ähnlich wie Ihr. Heute sind wir Mitte 30 und mit ihrem Nenn- Papa hat sie keine Verbindung mehr. Über die Jahre hat sich aber eine recht solide Bindung zum wahren Papa aufgebaut.
Sicher hat man erstmal ein bissl das Gefühl von alles ist gut, ich denke, das macht irgendwann Probleme.

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Ich würde das erstmal nicht überbewerten. Dein Kind ist noch sehr klein und wenn du weiterhin deinen Partner mit Vornamen ansprichst und auch nie als Papa bezeichnest, wird dein Kind irgendwann ebenfalls zum Vornamen wechseln.

Im Bekanntenkreis habe ich Kinder, die in dem Alter zu allen Männern Papa und zu allen Frauen Mama gesagt haben. Ebenfalls ist ein Kind dabei, dass statt Papa immer den Vornamen verwendet hat - machte Mama doch auch so ;-). Das hat sich von selbst gegeben.

LG
Sassi

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Hallo,

Finde das Thema auch irgendwie schwierig, und offensichtlich teilen sich die Meinungen da.

Wenn Ihr beide Tag täglich zusammen seid, vielleicht auch zusammen wohnt, und dein Freund sich viel um das Kind kümmert, dann ist es ja normal das die kleine in ihm den Papa sieht.

Ich würde es meinem Kind glaube ich nicht "verbieten" Papa zu sagen. Das verwirrt sie nur noch mehr. Und sie ist ja erst 1,5 Jahre alt.

Ansich kann sie damit aufwachsen 2 Papas zu haben! Glaub das ist in vielen Fällen so, und ansich weis sie dann schon von klein an das sie einen "richtigen" Papa hat und einen "sozialen" Papa!

Den Kontakt zum leiblichen Vater würde ich auch versuchen weiter zu fördern. Aber wenn dieser nun auch noch studieren will und so mit eventuell noch weniger Zeit hat für sein Kind, wieso sollt man ihr dann aufzwängen nur in ihm einen Vater zu sehen...

Liebe Grüße

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Also ich muss mal ein dickes Lob aussprechen. Ich finde es gut das du es unterbinden möchtest. Ich selbst stehe dem auch absolut gegnerisch entgegen. Jedes Kind hat nunmal nur einen Vater ob es den nun will oder nicht. Jede Frau hat sich den Partner fürs Kinderzeugen selbst ausgesucht. Ob er ein super Vater ist oder eine Voll-Null tut nichts zur Sache ein Kind hat in meinen Augen zu keinem anderen Papa zu sagen denn man hat nur einen. Ich bin selbst ohne Vater aufgewachsen und nenne selbst meinen Stiefvater beim Namen. Auch wenn Bekannte von mir von meinen Eltern sprechen korrigiere ich sie sofort. Ich würde das bei meinem Kind nie dulden altersunabhängig.

Ich würde dein Kind immer sofort korrigieren und sagen " Nein das ist nicht Papa, dass ist xy dein paps ist doch xz " und ihr ein Bild zeigen.

Weil wie gesagt man hat nunmal nur einen Papa und im schlimmsten fall trennt man sich und so sammeln sich etliche Listen an"papas" an.
Und diese müssten dann der neuen Partnerin erklären wieso ein Fremdes Kind sie im Supermarkt mit Papa anredet .mega peinlich für alle

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Hallo reigenofpain,

ganz sicher ist es eine Ansichtssache wie man zu diesem Thema steht.

Ich stimme dir auch zu das jeder Mensch nur einen biologischen Vater hat. Ein Vater hat aber in meinen Augen nicht nur die Funktion eines Erzeugers. Ein Vater sollte auch für sein Kind da sein, es beschützen, versorgen usw. Nach deiner Ansicht scheint das Vatersein nur auf die Zeugung beschränkt zu sein. Alle anderen Aufgaben die ein Vater normalerweise übernehmen sollte scheinen in deinen Augen zweitrangig zu sein. Mir kommt es nach einer überholten Weltanschauung vor.

Ich denke ein Kind inressiert es am letzten wer es gezeugt hat. Für ein Kind zählen in meinen Augen Liebe, Zuwendung, Sicherheit, Geborgenheit uws.. mehr wie die reine Zeugung. Aus welchem Grund sollte man einem Kind das von allein die Persohn die ihm das alles gibt das Recht absprechen diese Persohn als Vater anzusehen und diese Persohn auch als Vater/ Papa anzsprechen?

Trotzdem sollte aber auch das Kind wissen das es einen biologischen Vater hat.

Freundliche Grüße

blaue-rose

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Hallo Blaue-rose

gut, gehen wir mal jetzt nicht vom reinen Erzeuger aus Unlust aus, es können ja auch andere Faktoren dazu führen, dass ein Vater an der Ausübung an seiner Vater-Rolle gehindert ist.
Schau nur mal im Finanzen-Forum da ist ein junger Familienvater urplötzlich zum Pflegefall geworden. Das kann jederzeit passieren, Stichwort Schlaganfall.
Nehmen wir an er befindet sich die nächsten 50Jahre im Dämmerzustand, nicht in der Lage jemals wieder einen klaren Gedanken zu Fassen. Und im fiktiven Fall findet die Frau einen neuen Partner, das Kind ist bei dem Zeitpunkt unter 5Jahren.

Wie würdest du es da werten?

Wäre es da okay? Oder nicht?

Oder nehmen wir mich, ich bin Mitte 20, habe einen Partner der 40ist. Der ist jedoch krank seit vielen Jahren und Frührenter. Er darf weder lang stehen noch sitzen, nicht mehr als 5kg heben. Vor 5Jahren war es sehr akkut, durch seine Krankheit drohte er zu sterben. Er erbrach mehrere Liter Blut und die Ärzte gaben ihm keine halbe Stunde mehr. Doch er überlebte. Und niemand der ihn heute sieht würde denken das er Rentner ist. Stark und kraftvoll, äusserlich top gesund. Übergewicht aber im Rahmen.Er kann den ganzen Tag an Autos schaffen, trägt die gesamte Achse allein in den Keller und hebt Dinge die ich nichtmals angehoben bekomme. Daher wird er hier als Schmarotze.r betitelt der arbeiten soll. Das sieht der Amtsarzt aber anders er schreibt ihn nicht gesund und arbeitsfähig und ohne das stellt ihn niemand ein. Warum?

Weil es jederzeit wieder passieren kann dass die Speiseröhre platzt. Sei es durch Schluckauf, erbrechen, sogar an nem Scharfkantigen Chipskrümmel kann er sich die Krampfadern in der Speiseröhre aufschlitzen.
Du glaubst nicht was ich für Ängste habe wenn er Magen-Darm hat bzw ich, dass ich ihn nicht anstecke damit er bloss nicht erbricht denn das könnte das letzte Mal gewesen sein.

Jedenfalls worauf ich hinaus möchte, natürlich haben wir uns schon unterhalten wie es dann weitergeht. Unsere Maus ist fast 3, ich Mitte 20 ich würde auch nicht 60 Jahre alleinerziehende Witwe sein wollen.
Aber ich würde niemals zulassen das unsere Tochter einen anderen Mann Papa nennt. Sie wurde in Liebe gezeugt von dem Mann den ich Liebe und er ist ihr ein liebevoller Vater der sie unterstützt und gross zieht. Sie hat nur einen Vater daher würde ich es niemals dulden dass sie ihren Vater all das abspricht indem sie jemand anderen Papa nennt.
Daher reagiere ich sehr gallig auf dieses Thema.

Liebe Grüße

Reign

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Bei uns hat sich auch ab ca eineinhalb ein neues wort eingeschlichen für meinen neuen Partner. Damian nennt seinen Papa zwat Papa aber er ist nunmal selten da, macht keine papa sachen usw.
meinen neuen partner nannte er immer beim Vornamen, aufeinmal sagte er "apa"

Also er hat sich selbst einen kosenamen für ihn ausgedacht. Das lassen wir auch so, momentan verniedlicht er alles. Also mami und api :-) sehr süß

Biete ihr doch einfach einen anderen namen als papa an. Er ist mehr wert als das es ein vorname wett machen kann für dein kind. Verstehst du? Vorsagen braucht das niemand, die meisten haben wohl einen papa und eine mama. Zwei sehr wichtigr Menschen im leben eines kindes. Das zeigt sie eben so.

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Sag ihr immer wieder, dass das der "Uwe" ist und nicht der Papa. Auch Dein Partner sollte ihr das sagen.