Ein Elternteil im Ausland?

    • (1) 22.02.16 - 22:21

      Hallo
      Ich dachte eigentlich nie das ich jemals in dieser Kategorie schreiben würde aber manchmal kommt es doch anders als gedacht.. :-(
      Es steht noch nichts zu 100% fest und ich will nicht zuviel darüber schreiben aber die Tendenz geht immer mehr in eine Richtung..
      Ich versuche meine Situation mit so wenig Infos wie möglich darzustellen, die ganze Geschichte gehört hier wohl nicht hin.
      Mein Mann ist US Amerikaner und wir sind vor gut 13 Jahren zusammen nach Deutschland gekommen. Vor etwa 3 Jahren hat es stark gekriselt, wir waren daraufhin in Eheberatung, haben ans uns gearbeitet, viel geredet und und und.

      Danach waren wir wieder glücklicher und wir dachten wir haben es geschafft.
      Letzten Herbst wurden wir nochmal Eltern. Ebenfalls letztes Jahr hat mein Mann angefangen davon zu reden das er wieder in die USA will, aber nie konkrete Sachen sondern einfach das er die Heimat vermisst,und er hat auch erfahren das er für circa 1,5 Jahre ab Anfang dieses Jahres nach Neuseeland darf um dort ein Projekt zu leiten.
      Es hat sich vor ein paar Monaten etwas ähnliches wie vor 3 Jahren eingeschlichen aber wir haben es verdrängt und versucht eine gute Beziehung zu haben.
      Als er dann weg war habe ich erfahren das ich schwanger bin und das war dann auch der Anfang vom Ende. Wir haben uns zwar dafür entschieden aber gleichzeitig haben wir uns auch eingestanden das wir unsere Beziehung so nicht weiterführen können.
      Er sagt mittlerweile auch ganz klar das er auf jeden Fall zurück in die USA will, und zwar ohne uns. Dafür gibt es ein paar Gründe, unter anderem hat sich letzten Sommer ein teil seiner großen (und sehr sehr religiösen Familie) gegen unsere große Tochter verschworen weil sie "unchristlich" lebt... Er hat auch noch ein paar Dinge angedeutet die mich etwas vermuten lassen aber das spielt keine Rolle bis es geklärt ist.
      Wie schon gesagt, die Tendenz ist klar und er kommt nächsten Monat nach Deutschland und dann wollen wir endgültig klären wie es weitergeht (wollen wir nicht über Facetime/das Telefon).
      Wie würde es aber laufen wenn er in die USA zieht? Die Entfernung würde keine Wochenendbesuche erlauben. Mir ist es sehr sehr wichtig das die Kinder mit ihrem Vater in ihrem Leben aufwachsen aber klappt das mit Ferienbesuchen, Skype & Co ?
      Auf der anderen Seite mache ich mir jetzt schon Vorwürfe das ich selber Schuld bin weil ich nicht in die USA will/kann..
      Total blöd alles :-(
      Wäre schön von anderen zu hören bei denen ein Elternteil im Ausland lebt, hat das Kind/die Kinder eine richtige Beziehung zu diesem Elternteil?

      LG

      • Hallo,

        erfahrungen habe ich selbst nicht, aber ob und wie es funktioniert hat auch ganz viel damit zu tun wie engagiert beide Elternteile sind. Und auch wie die Kinder dazu stehen.

        Für deine Größte wird es wahrscheinlich am einfachsten sein, sie ist ja inzwischen alt genug um auch selst in ihrem Urlaub hin zu fliegen. Aber die kleinen wirds schwierig. Grad die kleinsten, die werden ihn ja nie wirklich kennen gelernt haben, da eine Beziehung aufzubauen ist schwer. Auch für ihn wirds wohl nciht ganz einfach.

        Kann er denn regelmäßig her kommen? Vielleicht so alle 2 Monate? Das wär bestimmt hilfreich. Das du hinfliegst wird wohl die nächste Zeit erst mal nix mit 3 Kleinkindern #schwitz

        Der Vater von meinem Sohn wohnt 500km weit weg (es könnten auch 5000 sein, macht keinen Unterschied ;-) ). Für beide ist der jeweilige andere einfach nur ein Blatt Papier. Insofern sehe ich wie schwer es ist für ein Kind eine Beziehung zu einem "Bild" aufzubauen. Wenn aber der Vater wirklich will kann es klappen, es muss nur regelmäßiger Besuch gegeben sein.

        Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft für die kommende Zeit.

        Lg wirbelwinds.mama

        • Hallo
          Ja das ist so die Sache, er arbeitet bei einem deutschen Konzern der weltweit vertreten ist von daher wäre vlt. eine Art wechselmodell möglich, wäre zumindest für die Kinder natürlich total klasse.
          Wenn der Vater will.. da hast du wohl recht. Bei meinem bin ich mir da ehrlich gesagt auch nicht mehr so sicher, man kann sich wohl ziemlich in einem Menschen täuschen :-(

          Vielen Dank und liebe Grüße

      Es tut mir leid, dass du in dieser Situation steckst. Nachdem dein Partner nun aber schon seit längerer Zeit abwesend ist, wird es für die Kinder keine große Umstellung sein. Ob er nun in Neuseeland oder den USA vor dem Laptop sitzt, während ihr skyped, spielt für sie ja nicht wirklich eine Rolle. Insbesondere dein jüngstes Kind kennt es dann ja gar nicht anders. Ob und wie er da in eine Vaterrolle schlüpfen kann (und will!), ist für mich fraglich. So hart es sich anhört....eigentlich bist du doch spätestens seit seiner Neuseeland-Nummer Alleinerziehende #liebdrueck

      Einfacher wäre es sicher, wenn er im europäischen Ausland wäre, wo man z.b. Auch mal eben für ein verlängertes Wochenende mit einem günstigen Ticket hinreisen kann. Ein Trip in die USA ist da nur im Urlaub und mit dem entsprechenden Kleingeld realisierbar. Und deine Kinder müssen auch gerne (Langstrecke) fliegen bzw den Jetlag wegstecken, sonst geht da nix. Ich seh es halt bei uns...Familie wohnt zum guten Teil in Australien. Ich würde sie gerne öfters besuchen, aber wenn ich mir die Ticketpreise für 3, demnächst dann 4 , Personen anschaue, wird's einem ja schwindelig. Das ist leider nur alle paar Jahre drin. Wir kriegen es aber gut hin, dass wir uns abwechseln und somit zumindest ein Mal in 1-1,5Jahren sehen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Amis ja auch nur vier Wochen Urlaub normalerweise pro Jahr haben. Da wird es mit einem Besuch alle zwei Monate, wie es vorgeschlagen wurde, eher eng. Für 4-5 Tage für 800€ Fliegen mit x Stunden Zeitverschiebung macht sicher keiner auf Dauer.

      Ich habe irgendwo mal gelesen, dass es übrigens auch kritisch sein kann, wenn man mit den Kindern aus den USA nach Deutschland reisen will, wenn sich der Vater dagegen stellt. Ich kann dir aber nicht sagen, ob das nur für den Fall der Trennung gilt (also Familie wohnt in den USA und Frau will mit Kindern nach Deutschland ziehen) oder auch, wenn man nur zu Besuch dort war. Es ging eine Zeit lang mal durch die Presse, dass den Frauen dann Kindesentführung oder Entfremdung vorgeworfen wurde und die Kinder bis zur Gerichtsentscheidung beim Vater blieben. Informiere dich da unbedingt mal. Nicht, dass ihr im guten Glauben in die USA den Papa besuchen Fahrt und der sagt dann, du darfst gern gehen, aber die Kinder bleiben da! Es gab hier im Forum vielleicht vor nem halben Jahr da auch mal ne längere Diskussion drüber (er US-Ami, sie deutsche und sie sollte mit ihm und Kind in die USA die Familie besuchen). Da gab es auch viele warnende Stimmen.

      • Hallo
        Danke für die Antwort, da hast du wohl recht aber manchmal ist man echt blauäugig bzw. merkt es erst wenn es zu spät ist.
        Das würde ich ihm alleine niemals zu trauen, er ist wenn man ehrlich sagt schon immer weniger alsTeilzeit Vater und ich weiß (insbesondere mittlerweile) nicht mal ob ich es ihm zutrauen würde ein Kind groß zu ziehen. Aber in Hinsicht auf den oben genannten Teil der Familie würde ich auch da keinen Hand ins Feuer legen..
        LG

    Also persönlich kenne ich nur den Fall von meinem Schwager.

    Seine Ex hat einen Amerikaner geheiratet und sie ist mit ihr, als sie zwei war nach Amerika zu ihrem Mann gezogen.

    Am Anfang hat er noch geskypt mit ihr, was aber nicht wirklich etwas gebracht hat in ihrem Alter. Vorher war sie alle zwei Wochenenden bei ihrem Vater und meiner Schwester.

    Hinfliegen ging finanziell nie.

    Inzwischen ist sie 5 und der Kontakt ist ganz abgebrochen.
    Er kommt inzwischen damit zurecht, das seine Tochter ihn halt nicht wirklich kennt.
    Wenn sie später mal Interesse hat wird er für Sie da sein so gut er kann und sie haben drüben alle Kontaktdaten.

    Ich denke auf die Entfernung wird es kaum gehen das die Kinder noch mit einem Vater aufwachsen.
    Die kleine kennt ihn ja eh nicht wirklich und wird ihn nie wirklich als Papa einordnen können denke ich.

    Bei der großen ist die Frage ob sie überhaupt Interesse hat wenn die Familie so gegen sie ist.

    Ich würde eher damit rechnen das die Kinder sozusagen ganz ohne Papa aufwachsen, weil eine wirklich innige Bindung kann man meiner Meinung nach nicht mit Telefonaten und Skype schaffen.

    Und ich würde vielleicht auch gucken das er eher hier hin kommt die Kinder besuchen. Er möchte ja wieder weg und lässt dich mit den Kindern zurück. Und den Punkt das es da anscheinend zu Problemen kommen kann mit der Ausreise und so finde ich auch wichtig, weis persönlich aber auch nicht ob und wie das genau ist.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles gute und da du es ja eigentlich eh schon lange ohne Mann schaffst und die Kinder es auch nur so kennen schon länger wirst du das bestimmt gut schaffen :-)

  • Hallo,
    meine ganze Familie/Schwiegerfamilie lebt über alle Kontinente (bisher noch außer Australien) verstreut. Mein Ex kommt natürlich auch nicht aus Deutschland und will auch wieder in sein Heimatland zurück.
    Wie funktioniert das...
    Naja, heute gibt es Internet. In WhatsApp haben wir eine Familiengruppe. Da schreibt jeder, schickt Fotos und Videos. Immer das Alltägliche eben: ein Video vom ersten Tanz des allerjüngsten Familienmitglieds, die Renovierung der Küchentür, .... nix wichtiges, einfach nur um auf dem Laufenden zu bleiben.
    Einmal wöchentlich gibt es Skype.

    Bei Bedarf wird halt zusätzlich noch telefoniert.

    Einmal im Jahr fliegen wir zu (einem Teil der) Schwiegerfamilie, zu meiner Familie fahren wir öfter. Ist eben einfach auch eine Kostenfrage.

    Was meinst du mit "richtiger Beziehung"?
    Deine Kinder werden wissen, wer ihr Vater ist. Aber weitestgehend ist das eben eine Figur im Internet/Telefon. Von dir werden sie lernen, auf dich werden sie hören. Der Vater existiert halt. Und ob du dein jüngstes Kind je so weit bekommst, dass es allein zum unbekannten Vater fliegt, bezweifle ich irgendwie. Das Große Kind, ja - das mittlere, auch irgendwie noch, aber das Jüngste?

    Hä, er kümmert sich kaum um die Kinder und ist so gut wie nicht in deren Leben präsent, seine merkwürdige "religiöse" (ich lass das jetzt mal so stehen) Familie hat sich allen Ernstes gegen ein kleines unschuldiges Kind "verschworen" (wie stellt sich das denn dar?), er will zurück und Entfernung sowie Fakten schaffen und DU bist diejnige, die sich sorgt um die Beziehung der Kinder zu ihrem Vater? Das ist doch seine Baustelle?!? Das muss ich jetzt nicht verstehen #kratz

    Dazu würde ich NIE IM LEBEN auch nur ansatzweise darüber nachdenken, dieser "Familie" meine Kinder anzuvertrauen, und sei es nur für einen Urlaub. Was glaubst du, was die da drüben mit diesem "unchristlichen" Kind alles veranstalten werden? Wir krass ist das denn bitte?? Du musst dein Kind schützen und nicht einem Familienidyll nachhecheln.

    Du bleibst mal schön hier im sicheren, sozialen Gesundheitsystem Deutschland, und das tun auch deine Kinder. Zu einem religiös-verwirrten Familienclan in einem fremden Land würden mich keine zehn Pferde bringen. Bist du sicher, dass du deinen Mann wirklich kennst? Wie konnte er sich von der Familie distanzieren und dich heiraten? Wie konnte er in seine religiöses Denke den Gedanken an Abtreibung einbauen? Immerhin schreibst du, ihr hättet euch letzten Endes für das Kind entschieden. Dann gab es ja wohl auch mal die andere Option.
    Bereut er inzwischen vielleicht euch zu haben und folgt nun endlich den dringlicher werdenden Rufen in den Schoß seines Clans? Immerhin verlässt er Frau und Kinder für sie, da ist doch eigentlich klar, wem seine Loyalität und Priorität gilt und welchen Status du bzw. ihr bei ihm habt. Das wäre mit zu blöd, echt jetzt.

    Wenn er seine Kinder sehen will, kann er Skype und das Flugzeug nutzen. Sei deinen Kindern eine gute Mama, man kann seine Kinder nämlich auch prima alleine groß ziehen. Am Anfang werden sie ihn vielleicht noch vermissen, aber Kinder arrangieren sich mit den erstaunlichsten Zuständen.

    • Hallo
      Es ist ja nicht seine ganze Familie streng religiös, ich verstand mich bisher mit allen gut da auch andere Ansichten akzeptiert wurden abbbber nachdem sie erfuhren das unsere große Tochter anstatt eines Freundes eine Freundin hat war es für sie vorbei.
      Mein Mann selbst ist anders als viele Amerikaner (und eben auch ein Teil seiner Familie) nicht religiös, wir waren zusammen seitdem wir 14 sind und ja ich dachte ich kenne ihn aber Menschen ändern sich wohl.
      Was genau passiert ist, ja das ist eine gute Frage :-( LG

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