Allein ein Kind adopiteren/bekommen?

    • (1) 28.03.16 - 21:24

      Hallo zusammen,

      ich richte mich an das Forum mit einer Frage, mit der ich mein Umfeld erstmal nicht belasten möchte. Ich habe einen großen Kinderwunsch, habe aber lange, zu lange Zeit dem Zögern meines Ex-Partners nachgegeben und auf ihn gewartet und mich nun, u.a. aus diesem Grund von ihm getrennt. Mittlerweile bin ich schon 37, die Chance, eine neue stabile Beziehung aufzubauen und schwanger zu werden scheint mir sehr gering.

      Ich spiele mit dem Gedanken, allein eine Auslandsadoption anzugehen (ja, das ist möglich, wenn auch nicht einfach, ich hab sehr gründlich recherchiert) oder aber sogar den Schritt zu Co-Elternschaft bzw. Samenspende zu gehen-wobei ich bei Letzterem noch große ethisch bedingte Bauchschmerzen habe.

      Ich könnte einem Kind, bis auf den fehlenden Vater, ein stabiles familiäres Umfeld bieten, bin beruflich fest im Sattel und als Lehrerin auch mit einem kinderfreundlichen Beruf gesegnet. Eine KITA mit halbwegs machbaren Öffnungszeiten wäre direkt neben der Schule, eine Grundschule ebenfalls ganz in der Nähe. Finanziell bin ich abgesichert, mit Kindererziehung setze ich mich natürlich schon von Berufswegen permanent auseinander, auch mit dn Kleinkindern in der Familie und von Freunden komme ich prima klar. Nun die Frage an die Alleinerziehenden hier im Forum: stelle ich mir das zu einfach vor? Ist das finanziell mit einem Nettogehalt von ca. 3400 Eu (bei Vollzeitjob) gut machbar?Bin ich naiv? Oder gar egoistisch (wobei ja letzten Endes der Kinderwunsch immer egoistisch ist)? Ich habe einen Hund, der die Situation sicher erschwert und sollte das KInd zB sehr häufig krank sein, wäre das sicherlich problematisch. Zudem: wie sehr fehlt einem Kind der 2. Elternteil? Insbesondere einem Jungen der Vater? Ich komme seit Monaten nicht aus dem Grübeln....Bitte um ehrliche Meinungen von Mitgliedern, die den Alltag von Alleinerziehenden kennen! Vielen Dank :-)

      • Mist, in der Überschrift hat sich ein Fehler eingeschlichen, ich meinte natürlich "adoptieren"

        • Puh schwierig die richtigen Worte zu finden ohne das man was falsches sagt, aber ich versuche es mal.

          Grundsätzlich finde ich deinen Gedanken zu adoptieren mutig. Weil, wenn man ein eigenes Kind bekommt dann baut man eine andere Bindung auf als zu einem Kind das man adoptiert. Ich schreibe bewusst eine andere, weil das wert frei ist, denn auch zu einem adoptierten Kind kann man eine unglaubliche innige Bindung aufbauen. Ich denke man muss sich aber beim Thema Adoption auch im klaren darüber sein, dass man eines Tages die Wahrheit erzählen muss/sollte, dass bei jedem jungen Menschen eines Tages die Frage nach den eigenen Wurzeln aufkommt und man dann auch offen sein muss, dem Kind die Chance zu lassen etwas über sich selbst und seine Eltern zu erfahren (sofern das möglich ist, weiss nämlich nicht wie das gehandhabt wird). Ich kann mir nur vorstellen, dass da auch verschiedene Emotionen mit spielen wie Angst und Unsicherheit. Dies sollte man sich vorher bewusst machen. Ebenso das man das Kind mit seinen Charakter Zügen so nimmt wie es ist, sicher das muss man beim eigenen Kind auch und Gene sind sicher nicht alles, aber man erkennt seine eigenen Charakter Züge schon im eigenen Kind wieder. Das wäre bei dir dann anders. Aber jeder Mensch geht anders mit solchen Dingen um und vielleicht spielt genau das eben dann keine große Rolle. Finanziell kann man so pauschal wohl kaum sagen, weil jeder Mensch einen anderen Lebensstil pflegt und auch einen andern Umgang mit Geld lebt. Ob der Hund ein Problem darstellt weiss ich nicht. (hab auch einen) das würdest du ja im Rahmen der Adoption bzw in den Gesprächen erfahren. Ob ein Kind häufig krank wird oder nicht, dass wissen auch wir als Eltern nie, da steckt man einfach nicht drinnen. Problematisch kommt dann immer darauf an was das Kind hat.. Krankenhaus Aufenthalt oder eine Erkrankung die ein Leben lang bleibt usw. Aber dann wird man eine passende Lösung finden.

          Also naiv kommst du mir nicht rüber und auch nicht egoistisch, du hast für dich klar entschieden das du ein Kind möchtest und das ist doch vollkommen ok.

          Was den Alltag angeht kann ich dir nur sagen, gibt immer mal höhen und tiefen. Ich bin vollzeit arbeitende alleinerziehende Mami einer 3 jährigen Tochter. Ich habe mir ein gutes soziales Netz aufgebaut was ich als alleinerziehende wichtig finde. Denn auch ich muss mal Verschnaufen. Sicherlich denke ich manchmal wer es schön noch ein bisschen mehr Zeit mit meiner Tochter zu verbringen als die Stunden nach Feierabend, aber ich weiss ja wofür ich arbeiten gehe... Für uns. Und auch bei mir gibt es unter der Woche manchmal Tage wo der Haushalt liegen bleibt und nur das nötigste gemacht wird (der Rest fällt aufs Wochenende) ... Aber man sollte ja auch mal 5 gerade sein lassen. Es gibt Phasen da geht mir alles spielend leicht von der Hand und es gibt Phasen wo ich denke, mein Gott wie willst du das denn schaffen? Aber geht immer irgendwie :-)

          Die Frage ob das Kind einen Elternteil vermisst kann ich dir nicht beantworten weil ich den Kindesvater noch habe, zwar nicht als Partner aber eben als Papa und die kleine sieht ihn eben regelmäßig, so habe ich auch meine Zeit und erneut Kraft zu tanken. Ich denke das kommt auch sehr darauf an ob das Kind das du adoptieren würdest, seine Eltern kannte oder ob es eine Bindung zu Ihnen hatte.

          Ich wünsche dir dennoch das du noch eine neue stabile Beziehung mit einem lieben Mann aufbauen kannst. Und nur so am Rande ich kenne ganz tolle Mamis die allerdings mit 40 ihr erstes Kind bekamen... Und wie ich die beneide um ihre Gelassenheit :-)

          Alles Gute dir und viel Erfolg für deine weiteren Vorhaben.

          • Danke Dir vielmals für die ausführliche Antwort :-)

            Zur Identitätsproblematik (hab ich vorhin vergessen): in Lateinamerika kenne ich mich gut aus, Spanisch ist auch meine 2. Muttersprache...die Verbindung zum Ursprungsland wäre hier gut aufzubauen....

      Hallo,

      ich kann dir nur zum Thema "Komplett fehlender Vater beim Jungen" etwas sagen.

      Mein Sohn ist gerade 7 geworden und fragt immer häufiger nach ihm. Sein Vater wohnt 500km weit weg und die beiden haben sich noch nie gesehen. Das macht meinem Sohn inzwischen echt zu schaffen. Sein Vater hat Null Interesse. Auch auf die Weihnachtskarte die mein Sohn ihm geschrieben hat kam keinerlei Reaktion.

      Zwar kümmert sich mein Stiefvater um ihn, aber er ist nicht so der Tobe- und Fussballmensch. Meinen Schwager sieht er nur sehr selten weil auch da 200km zwischen liegen.

      Ansonsten hat er keinerlei Männliche Bezugspersonen und man merkt das ihm das fehlt. Er hängt sich sehr an Männer ran (Erzieher, Trainer uä)

      Vom Gehalt sollte es machbar sein ein Kind aufzuziehen, aber ich befürchte du stellst es dir einfacher vor als es ist. Meine Cousine ist alleinerziehende Lehrerin und ist schon sehr auf Fremdbetreuung angewiesen. Da muss man dann auch hinter stehen.

      Klar kann man es schaffen, aber ich weiß nicht ob es wirklich von Vorteil ist bewusst alleinerziehend zu werden. Die entscheidung kann dir niemand abnehmen.

      Lg wirbelwinds.mama

      Hallo,

      Adoptieren würde ich eher nicht. Da sind irgendwie meine Grenzen. Ich hätte weniger Probleme mit samenspende. Aber nur wenn ich den Vater kenne. Ich würde von ihm nix erwarten. Also finanziell sicher nicht. Müsste man vorher besprechen.

      Und einen Partner würdest du sicher in dem Alter besser mit Kind finden. Die Männer ü 40 wollen nicht mehr unbedingt eine Frau mit sofortigem Kinderwunsch. Und so würdest du einen Vaterersatz in den nächsten Jahren sicher finden.

      Geld wird super hinhauen. Bin auch Lehrerin. War auch AE. Es reicht. Habe aber eine sehr gute Freundin die in Rente ist, die mein Kind ab und zu abholt oder bei Krankheit betreut, dass ich nicht zu viel fehle. Dafür gebe ich ihr immer etwas Geld. Differenz zw Gehalt und kranktag. Etwa 30 Euro.

      Leg los! Ich wünsche dir vom ganzen Herzen viel Glück!

      Habe eine Freundin die das auch so machen wollte mit 38. hat sich nicht getraut. Sie ist nun 43 und ist somit zu spät dran und trauert nach dem nicht existierenden Kind nach.

    • Deine Gedankengänge kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich denke auch, dass in deinem Beruf und mit dem Einkommen es gut möglich ist, ein Kind allein groß zu ziehen.

      Allerdings hätte ich Bedenken wegen der Auslandsadoption. Da es bei uns zunächst auch nicht geklappt hat, haben wir uns auch mit diesem Gedanken intensiv auseinandergesetzt. Letzten Endes ist es in vielen Ländern schlichtweg Menschenhandel. Viele Eltern verkaufen sozusagen ein oder zwei Kinder, um die restlichen x Kinder durchzubringen (v.a. In Afrika, Asien, Südamerika). Die Tatsache, dass hellhäutigere Kinder deutlich teurer sind in der "Anschaffung" finde ich sehr makaber dabei. Hinzu kommt, dass die Adoption häufig erst im kleinkindalter erfolgen kann. Die meisten Kinder sind bei Adoption dann 1,5-3 Jahre mind. alt. Wie sie in dieser wichtigen Pärägephase gelebt haben oder behandelt wurden, weißt du nicht und kannst du auch nicht mehr unbedingt wieder gutmachen. Daraus können sich aufgrund traumatisierenden Erfahrungen auch bis zum Erwachsenenalter hin massive Probleme ergeben (Krieg, Gewalt, Hospitalismus, Krankheiten um nur einige zu nennen). Hinzu kommt, dass medizinische Unterlagen teilweise gefälscht werden, um die Kinder vermitteln zu können (z.b. Im Bekanntenkreis da hatte der kleine russische adoptivsohn dann Hepatitis C und HIV obwohl er angeblich negativ war)! Du kannst zudem nicht erfragen, ob bestimmte medizinische Probleme mit einer gewissen Häufung auftreten. Eine Cousine hat ein Kind anonym adoptiert, das schwere Epilepsie mit drei Jahren entwickelte. Man hätte dem Zwerg viele Untersuchungen ersparen können, wenn man Evt gewusst hätte, ob bzw welche Formen der Epilepsie familiär vorkommen. Im Jugendalter wird sich das Kind auf die Suche nach seinen Wurzeln machen, was je nach Ursprungsland sehr schwierig bis unmöglich sein kann. Zudem ist es möglich, dass es sich weder hier noch dort zugehörig fühlt.

      Ich an deiner Stelle würde es mit einer Samenspende versuchen. Die Vorteile sind, dass du die Schwangerschaft erlebst, das Kind zumindest einen leiblichen Elternteil hat und du es von Anfang an begleiten und unterstützen kannst, so wie du es für richtig und optimal hältst. In Dänemark (Kopenhagen) gibt es mehrere kinderwunschkliniken, die dies für Alleinstehende Frauen anbieten. Es besteht die Möglichkeit einer offenen Samenspende, so dass das Kind später Kontakt zum Vater aufnehmen kann usw. Auch denke ich, dass die Chancen für eine erfolgreiche Schwangerschaft m.E.n. höher sind, als dass du schnell und zeitnah ein Kind adoptieren kannst. Theoretisch könnte man auch beides erstmal parallel laufen lassen und schauen was eher zum Erfolg führt.

      Viel Erfolg!

      Hallo,
      ich würde das anders angehen. Du hast beruflich mit Kindern zu tun. Warum versuchst du dein Glück nicht bei der Dauerpflege - ich kenne dort einige "AE", die nie einen Partner oder gar Ehemann hatten. Dafür musst du auch nicht ins Ausland. Kinder, die Hilfe benötigen, gibt es auch in Deutschland genug. Je nachdem kannst du das Kind dann auch adoptieren.
      Eine Auslandsadoption hatte meine Freundin und ihr Ehemann gemacht. Es war das Heimatland des Ehemannes - die Sprache war also kein Problem (dachten sie...). Beide voll berufstätig (sie als Angestellte bei der Stadtverwaltung, er als IT-Techniker), stabiles 6-stelliges Familieneinkommen, eigenes Haus,...
      Nun, heute haben sie ihren adoptierten Sohn. Aber in JEDEM Land ist es so, dass für ein Kind passende Eltern gesucht werden. Selbst im ärmsten Ausland werden Kinder nicht leichtfertig zur Adoption freigegeben - gerade dort nicht. Dort ist es so, dass Kinder die Zukunft und die "Rente" sind. Die Kinder, die freigegeben werden, haben also irgendeinen "Makel". Das kann einfach ein uneheliches Kind sein, es kann sein, dass die Mutter gestorben ist, am allermeisten ist es aber einfach so, dass diese Kinder behindert sind.
      Der Junge meiner Freundin jedenfalls ist schwer traumatisiert. Er spricht nicht die Landessprache, sondern nur irgendeine Stammessprache. Von ihm ist nur der Vorname bekannt gewesen. Weder der Name von Mutter, noch von Vater steht in den ursprünglichen Papieren.

      • Eine furchtbare Geschichte. Wir haben einmal offen adoptiert und sind einmal über die Dauerpflege gegangen. Beide Male haben wir Neugeborene angenommen. Uns war diese Transparenz wichtig. Und für die Kinder ist es so wertvoll.

    (10) 29.03.16 - 18:38

    Es gab letztens eine interessante Doku zum Thema Co-Parenting, private Samenspende etc.
    Das einzig wichtige ist: man muss den Kindern ehrlich gegenüber sein. Je nach Alter natürlich kindgerecht und nicht überfordernd, aber grundsätzlich offen. Es gibt auch private Samenspender die durchaus, wenn das Kind es mal
    möchte, bereit sind es kennenzulernen.
    Finde ich ethisch gesehen wirklich nicht schlimm, allerdings ist da natürlich ein Risiko, wenn man die Person nicht gut kennt. Auch gesundheitlich.
    Am schönsten wäre als Co-Parenting und das am besten mit einem Freund. Auch für das Kind ist es am besten, denn es hat seinen Papa.

    Ich bin streng genommen nicht allein erziehend, da ich mit meinem Ex 50/50 betreue. Ich habe also meine Ruhezeiten. In der Woche arbeite ich dann viel, aber ich habe eben auch ein GammelWE, wo ich dann auch mal richtig durch putzen kann.
    Mama sein ist toll, aber eben auch anstrengend.
    Finanziell ist es so, dass ich keinen Unterhalt bekomme. Ich habe so 1000€ weniger als du. Es reicht, aber es bleibt nicht viel hängen am Ende des Monats. Und ich kann mir eben Kosten wie Kita und so noch teilen.
    Denke aber, dass das alles machbar ist.
    Ich finde dich nicht egoistisch und auch du hast es verdient Mama zu werden!

    (11) 30.03.16 - 15:29

    Hallo!
    Ich kann deinen Kinderwunsch sehr gut nachvollziehen und möchte diese Erfahrung Mutter zu sein nicht missen.

    Alleine ein Kind zu adoptieren und zu erziehen finde ich sehr mutig, Hut ab! In dieser Hinsicht kann ich dich nicht beraten, war aber selbst 6 Jahre allein erziehend mit meinem großen Sohn, der dabei sehr guten Kontakt zu seinem Vater hatte und hat. Trotzdem vermisst er seinen Vater oft, obwohl wir nicht weit voneinander weg wohnen. Mein Neffe hat dagegen nie Kontakt zu seinem Vater gehabt, aber förmlich nach einer Vaterfigur gesucht. Er hat den Vater MEINES Sohnes und zeitweise auch seinen Opa Papa genannt, bis meine Schwester ihren jetzigen Partner kennengelernt hat, den er sofort als seinen Papa adoptiert hat ;-) Aufgrund dieser Erfahrungen glaube ich, dass für jeden Jungen (und sicher auch jedes Mädchen) eine Vaterfigur sehr wichtig ist, da Männer ganz andere Dinge vermitteln (Männlichkeit, handwerkliches Geschick, wild sein) und "Männer auch mal unter Männer sein wollen" ;-) Das ist zumindest mein Erfahrungswert.

    Alles Liebe für dich #klee

    Hallo,

    ich vermute, es wäre viiiiel schwerer, ein Kind großzuziehen, daß adoptiert ist als ein leibliches durch eine Samenspende zu bekommen...
    Da würde ich aber eher zu einer anonymen tendieren, denn sonst marschiert er auf einmal daher und will Sorgerecht ect....

    Nur, weil Du jetzt alleine bist, heißt das nicht, daß das so bleiben muß.
    Genauso, wie es nicht bedeutet, daß man ewig mit dem Kindesvater zusammen bleibt, bzw er für das Kind da sein wird!

    Lg Larina

    • Ein adoptiertes Kind ist nicht schwerer großzuziehen! Es ist schlichtweg manchmal anders. Nicht mehr und nicht weniger.

      • Hallo,

        ich bin selbst ein adoptiertes Kind, meine Brüder auch.

        Und wenn ich mir vorstelle, daß man dann auch noch aus dem Ausland kommt, schon älter ist und wahrscheinlich irgendeinen Makel hat, anders aussieht als die Eltern, stelle ich mir das auf keinen Fall leicht vor, daß Ganze als Einzelperson zu wuppen.

        Plus den ganzen Aufwand, den die Bürokratie mit sich bringt.

        LG Larina

        • In Punkto Bürokratie & Co gebe ich dir recht. Ansonsten sind in meiner Familie auch alle angenommen. Sogar mein Mann. Alle allerdings offen adoptiert und damit sehr glücklich. Wir wollten das auch als Eltern weitergeben und haben ebenfalls adoptiert. Vielleicht empfinden wir es auch deshalb als nicht schwerer. Adoption gehört einfach zu uns und unserer Familienkonstellation.

          • Hallo,

            das wird aber im Ausland nicht möglich sein und ist auch die Frage, ob es für das Kind wirklich gut wäre, von wahrscheinlich sehr schlimmen Verhältnissen zu erfahren...
            ich habe von solchen "kindern" eher gehört, daß sie große Probleme haben... und das als Mutter alleine zu stemmen?

            ich selbst habe mit 20 mit meiner leiblichen Mutter mal Kontakt aufgenommen, wieder abgebrochen und meinen Frieden geschlossen.

            Meine Brüder leiden beide (38 und 50), weil sie schlicht und ergreifend abgelehnt wurden.
            Beide sind beziehungsunfähig.

            Mit dem 38 haben unsere Eltern immer noch ganz schön viel zu tun... so haben sie sich das nicht vorgestellt.

            Ich finde, gerade Auslandsadoptionen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen...

            Mein Sohn hat eine Klassenkameradin, die 9 ist und aus Jordanien adoptiert. Ich unterhalte mich immer wieder mit der Mutter.
            Die kleine kann irgendwie kaum Luft holen, weil sie immer wieder drauf angesprochen wird, warum sie so anders aussieht als die Eltern (die wirklich toll sind und sich große Mühe geben!!) oder ob das vielleicht ihre Großeltern sind.

            Und dann ganz alleine? Sich nicht beraten können, wie man verfahren oder sich verhalten will?
            Das ist schon nicht ohne...

            • Adoption und Samenspende sind nie ohne, aber auch kein Hexenwerk. Die meisten Verhältnisse aus denen Kinder aus Auslandsadoptionen stammen sind meist gekennzeichnet von Armut und Krankheit (z. B. HIV der leibl. Mutter). Biografien von Inlands-Auslands-Adoptionen oder Pflegekindern sind so individuell, dass man die Geschichten gar nicht über einen Kamm scheren kann. Und gute Biografiearbeit kann man bei jeder Herkunftsgeschichte kindgerecht leisten. Sollte man auch.

              Ein Kind alleine zu bekommen heisst ja nicht zwangsläufig alleine zu erziehen oder sich nicht auszutauschen. Gerade für annehmende Eltern und angenommene Kinder gibt es so viel tolle Angebote.

              Meine Kinder erzählen ganz offen, dass sie adoptiert sind, sie kennen ihre ersten Mütter ubd ihre Geschichten. Auf Ablehnung ist noch keins gestossen. Mein Mann auch nicht. Ich ebenfalls nicht. Die meisten Biografien von angenommenen Kindern verlaufen ganz normal.

              Für mich würde sich eher die Frage stellen, ob man sich lange Auslandsaufenthalte, Anbahnungsphasen sowie drei Jahre Elternzeit erlauben kann und das auch von ganzem Herzen will. Dann macht der Weg Sinn und ist erfüllend.

              Man muss schon Lust haben, ein großer bunter Familienhaufen zu werden und ein Kind anzunehmen ohne Erwartungen und mit allem, was es mitbringt.

              Ich persönlich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

              moses-online ist eine tolle Infoseite zu Ado und Dauerpflege.

              Ich muss jetzt los, die Große abholen.

Eine Auslandsadoption bedeutet lange Aufenthalte im Ausland und drei Jahre Elternzeit. Kannst und willst du das leisten?

Eine Adoption ist für mich immer der sinnvollere Weg als eine Samenspende. Ich habe zwei angenommene Kinder und sie kennen ihre Geschichte. Das war mir/uns wichtig.

(22) 09.04.16 - 00:38

Ich war mit 39 in der gleichen Situation.
Meine Tochter ist jetzt 4 und mein Sonnenschein.
Habe die Entscheidung nie bereut.
Habe das aber auch mit meiner Familie besprochen.#winke

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