Es geht auch anders ... (länger)

    • (1) 02.09.16 - 08:12

      Hallo Ihr Lieben,

      ich lese nun schon still hier im ganzen Forum mit.

      Ich bin mittlerweile 40 und habe einen wunderbaren fünfjährigen Sohn, der zur Zeit im Urlaub mit Papa und dessen Freundin ist.

      Leider lese ich hier immer nur Negatives, ... natürlich, wenn alles läuft, dann braucht man auch keinen Rat #schein

      Dennoch möchte ich gern etwas los werden.

      Der Vater meines Sohnes hat sich getrennt, da war der junge Mann gerade mal zwei Jahre alt. Die Trennung war unschön und die erste Zeit alleine mit Kind nicht einfach.
      Ich zog in meine Heimatstadt zurück (obwohl ich anbot, dort bleiben zu wollen, damit er und sein Sohn sich häufiger sehen könnten. Ich habe mir gemeinsame Abendbrotzeiten oder sowas vorgestellt, damit der Kleine merkt, dass wir zwar nicht mehr zusammen sind, aber zusammen für ihn da sind ... das lehnte der Vater damals ab).
      Uns trennten damit nun auch knapp 70 km, doch ich war wieder bei meiner Familie, die mir wirklich sehr half und es auch immer noch tut #verliebt

      Auch, wenn es zwischen dem KV und mir immer mal wieder Reibereien gab (hauptsächlich aus finanziellen Gründen), so versuchten wir stets, im Sinne des Kindes zu handeln und entscheiden.

      Als der KV dann letztes Jahr im Februar sagte, er habe eine neue Freundin und diese würde auch sofort bei ihm (in unsere alte gemeinsame Wohnung) einziehen, da brach vorerst alles unter mir ein.
      "Nun nehmen sie mir mein Kind weg, weil sie ja eine heile Familie sind!" waren meine Gedanken.
      Für meinen Sohn habe ich versucht, damit klar zu kommen.

      Und es gelang.
      Ich habe damals nur eine einzige Aussage dem KV gegenüber gemacht "für mich keine Gefahr und für unseren Sohn eine Bereicherung, dann kann alles gut werden" ...

      Gut, als Freundschaft würde ich es nun nicht bezeichnen, aber wir können super miteinander umgehen, es steht nichts zwischen uns.

      Die Umgangszeiten sind grundsätzlich geregelt, aber wir können auch gut mal wechseln, es kommt immer auf Absprache an.
      Kleingkeiten wird es immer geben, die einen nerven (Unpünktlichkeit) aber was ist das schon im Vergleich zu einem annähernd glücklichen Kind das merkt, wir zoffen uns nicht ständig nur und wir sind beide (oder alle drei oder alle vier, wenn ich einen Partner habe) für ihn uneingeschränkt da?!

      Die Entscheidung "für das Kind" fällt bei Weitem nicht immer leicht, wenn man an seine eigenen Belange denkt. Ich vermisse meinen Sohn schrecklich, er ist nun zwei Wochen weg, das gab es noch nie! Aber für IHN ist es richtig und wir haben die Vereinbarung, dass der Kleine IMMER anrufen kann und zu JEDER ZEIT nach Hause kann oder auch mal zum Papa.

      Eben ALLES FÜR DAS KIND!

      Nichts ist schlimmer, als das Kind zu einem Prellball für verletzte Gefühle oder verletzten Stolz zu nehmen!
      Ein Kind hat es sich nicht ausgesucht, auf die Welt zu kommen ... doch die Eltern haben das Ihre dazu getan, ob nun gewollt oder nicht. Aber ein jedes Handeln hat Konsequenzen #sex

      Ich halte nichts von Frauen, die das Kind dem KV entziehen, um ihn zu verletzen oder ihre Macht auszuspielen. Rechnung trägt das Kind ...
      Ich halte auch nichts von Männern, die keinen Arsch in der Hose haben und nicht dazu stehen, was sie getan haben (bei ungewollten Schwangerschaften z.B.) - auch hier ist das Kind Leidtragender.

      Ein jeder kann in seiner Position und Situation das Beste machen -für das Kind! Die eigenen Belange sind mal sowas von hintenan zu stellen!

      Ich bin nicht glücklich, alleine zu sein. Aber ich wäre auch nicht mehr glücklich gewesen, in der Beziehung zu verbleiben. Ebenso wie der KV.

      Tut mir leid, dass es lang geworden ist.
      Vielleicht musste ich es auch einfach nur mal loswerden ...

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        schön, dass es auch anders laufen kann :)

        Es ist schlimm, was man teilweise so hört und liest.

        Euch weiterhin alles Gute :)

        vg
        novemberhorror

        hallo!

        ich stimme dir in vollem umfang zu. ich bin sehr dankbar, das mein exmann und ich in der lage waren und sind, persönliche belange und eitelkeiten hinten an zu stellen und nicht aus egoismus und verletzten gefühlen das elternverhältnis zu gefährden.

        wir haben es geschafft. mit viel arbeit, mit viel zurückstecken und schlucken, immer wieder auf einander zu gehen, ein vernünftiges, ja sogar freundschaftliches verhältnis auf zu bauen und so weiter gemeinsam eltern sein zu können.

        woir wohnen inzwischen (nach der trennung 3 jahre lang "nur" in der nachbarschaft) wieder in einem haus, ich oben er unten, die kleine kann jederzeit den anderen elternteil sehen. mit den neuen partnern versteht das kind sich gut, mein freund und mein exmann zocken auch schonmal zusammen und seine freundin und ich sitzen zum kaffee zusammen und quatschen.
        und am geburtstag wird gemeinsam gefeiert...

        schön zu lesen, das es auch anderswo so läuft, manchmal knnte man denken, das das nicht so ist, wenn man hier so liest. obwohl ich auch immer wieder mal beiträge lese, wo es doch klappt :) so wie deiner hier.

        lg bb

        • Toll dass ihr das so hinbekommen habt.

          Das hängt aber auch viel am neuen Partner und wie er mit der situation umgeht.

          Vielen fällt es schwer mit dem Ex-Partner umzugehen und dem/der Ex fällt es schwer mit dem neuen umzugehen.

          Ich finde es toll wie ihr es gelöst habt.

          • danke :)

            ja, das hängt letztlich an allen beteiligten.

            wenn einer quer schießt oder eifersüchtig ist, funktioniert das ganze schnell nicht mehr. ich bin sehr dankbar, das das bei uns klappt und bin mir durchaus bewusst, das das nicht selbstverständlich ist, leider.

            sehe auf meiner arbeit und bei meiner tochter in der klasse/schule genügend beispiele, wie es nicht laufen sollte...

            lg

      Ich stimme dir da zu.

      Was verstehst du aber unter "Väter die keinen Arsch in der Hose haben" bei ungewollten Schwangerschaften?

      Wenn sie sich der Zahlungspflicht entziehen ( was bei Solvenz gar nicht geht). Oder auch wenn sie mit dem ungewollten Kind nichts zu tun haben wollen (was ich persönlich nicht für richtig halte).

      Sollten diese sich zum kümmern zwingen, auch wenn sie gar keine Gefühle für das ungewollte Kind haben, damit sie nicht "verurteilt" werden?

      • Hey Du :-)

        Männer haben meiner Meinung nach keinen Arsch in der Hose, wenn sie nicht dazu stehen, wenn eine SS passiert ist. Zu einer Schwangerschaft gehören immer zwei ... und wenn ER keinesfalls Kinder möchte, dann hat ER auch in meinen Augen (zumindest mit) dafür zu sorgen, dass es nicht passiert. Unfälle kann es immer geben.
        Wenn die Frau hormonell verhütet, dann kann man immer noch ein Kondom nutzen.
        Trägt er nicht dazu bei, dass eine SS nicht passiert, hat er gefälligst (klingt vllt ein bisschen hart) dafür gerade zu stehen.

        Ein Kind kann NIE estwas dafür, ob nun gewollt oder nicht. Dessen sollten sich Mann und Frau immer bewusst sein. Also darf es auch KEINESFALLS darunter leiden müssen, oder?
        Gefühle kann man nicht lenken, aber wenigstens genau dieses Bewusstsein hierzu sich immer wieder in den Kopf rufen.

        LG #winke

        • Sehe ich auch so. Meinem Mann wurde das 1. Kind auch "untergeschoben". Sie hat einfach die Pille nicht genommen. Oder wie sie sagt sie hatte wohl Magen/Darm an dem Tag.

          Nun ja, aber mein Mann und sie waren so gut wie getrennt. Also er wollte sich trennen, sie aber nicht. Er ist aber weiterhin mit ihr in die Pofe #klatsch, sowas kann ich ja eh nicht verstehen. Selbst schuld. Wenn ich mich trenne, trenn ich mich! Auch im Bett. Dann muss ich auch mit den Konsequenzen leben. Sagt er auch. Er ist selbst Schuld, hätte ja mit rechnen müssen. Wenigstens ist was gutes bei rum gekommen sagt er immer.

          Und unser jetziges Kind ist ein "Unfall". Ich wollte keine Pille mehr nehmen, hab sie nicht mehr vertragen und hab ihm das auch gesagt. Er hat mich da voll unterstützt, obwohl er keine Kinder mehr wollte.
          Ja und dann hat es uns übermannt und er hat nicht an die Verhütung gedacht. Und zack da war es passiert.

          Ich hab ihn noch drauf hingewiesen, er ja ja passiert schon nichts. Ja so war das. Und nun kommt sie im November. Der Unterschied ist halt dass wir uns nicht trennen wollten ;-) War aber trotzdem erst mal ein Schock, auch wenn man damit rechnen muss.

          Ich hab zu meinem Mann dann gesagt da er ja scheinbar so seine Probleme mit der Verhütung hat, sich aber nicht schnippeln lassen will werde ich das in die Hand nehmen. Entweder gibt es danach eine Steri für mich oder ich lass mir die Kupferkette oder Goldspirale einsetzen!

          Ich halte ein solches Verhalten vom Vater ja auch nicht für richtig. Und bin mit deinben Ansichten konform.

          Ein Punkt möchte ich aber differezierter betrachtet wissen (ich bin immer sehr für Gerechtigkeit und Gleichheit).

          ir geht es darum, das Männer die zu einer Schwangerschaft nicht stehen (die sie nie wollten) grundsätzlich "verachtenswerte Menschen" sind.

          Dagegen habe ich letztlich auch nichts, ich frage mich dann aber,, wie Frauen gesehen und tituliert werden, die nicht zu der Schwangerschaft stehen und zum Beispiel abtreiben (der Mann hat ja nicht die Möglichkeit sich auf dieser Weise den Folgen einer Schwangerschaft zu entziehen)

          Sind das dann Frauen die "kein Arsch in der Hose haben"? Sind diese genauso verurteilungswürdig wie die Männer die nicht zu ihren Kindern stehen?

          Oder ist es dann korrekt zu sagen:

          Frauen können abtreiben (auch gegen den Willen des Mannes der sich das Kind wünscht) und das ist zu repektieren und nicht zu verurteilen; wenn ein Kind dann aber da ist, dann muss der Vater dazu stehen (auch wenn er es nie wollte und lieber eine Abtreibung gesehen hätte) ansonsten ist er ein "schlechter Mensch"?

          • Hey ...

            ich habe nie gesagt, dass Männer "verachtenswert" sind, wenn sie nicht zu ihrem Kind stehen. Ich bin aber der Meinung, dass ein jeder Erwachsene (egal ob Mann oder Frau) sich der "Gefahr" bewusst sein sollte, dass bei Sex eine Schangerschaft "passieren" kann ... und mal ganz ehrlich ... man HAT einfach zu seinen Taten zu stehen. Die dabei entstandenen Kinder können am wenigsten dafür!

            Frauen haben auch oft genug keinen Arsch in der Hose :-(

            Wie oft habe ich hier schon gelesen, dass SIE schwanger ist, aber nicht weiss von wem #gruebel ... oder sich ihrer fruchtbaren Tage nicht bewusst war und es hat drauf ankommen lassen. Gummi geplatzt - ach, wird schon nichts passiert sein.
            Manch eine macht es sich dann mit einem Abbruch zu leicht.

            Wenn ich als Frau patout keine Schwangerschaft will, dann sorge ich vor! Eben mittels mehrfacher Verhütung!

            Ich halte nicht viel von SS-Abbrüchen, will aber auch niemanden verturteilen, denn letztlich ist es einer jeden Frau selbst getroffene Entscheidung!
            Bei Erkarnkungen des Kindes sehe ich das Ganze auch noch einmal spezieller.

            Es gibt letztlich NIE den richtigen Zeitpunkt und niemand weiss, ob er mit dem derzeitigen Partner zusammen bleibt auf ewig oder nicht. Leider leben wir heutzutage in dieser Wegwerfgesellschaft.

            Ich denke, die Hauptverantwortung zu einer Schwangerschaft trägt die Frau. Mag altbacken sein. Aber sie ist es, die das Kind auszutragen hat (oder eben nicht) und für dieses Kind zu sorgen hat ...

            Kurz:
            Alle haben meiner Meinung nach zu ihrer Verantwortung zu stehen!

            Und jetzt bitte keine Steine werfen ... wir reden hier nicht von Vergewaltigungsopfern. Ich rede über Menschen, die im Einvernehmen miteinander Sex haben.

            #winke

    Toll das es noch Frauen gibt die so denken. Wenn meine Mutter damals so gedacht hätte, wäre vieles anders. Dein Junge wird es dir Danken:)

    Wirklich schön geschrieben und schön das es bei euch so gut klappt, aber so wie eben zwei dazu gehören dass ein Kind entstanden ist, so gehören auch beide dazu, dass man auf der Eltern Ebene funktioniert. Dabei ist es egal ob Mutter oder Vater, wenn sich einer bemüht und der andere nur egoistisch denkt wird das nix. Auch wenn man es sich so sehr für sein geliebtes kind wünscht.

    Wunderschön, den auch so geht es. Behaltet es bei! Ich selbst kenne zwei ähnlich sehr gute Beispiele die zeigen , dass es sofern man es möchte auch positive umsetzen kann.

    Topp!

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