Als was / wo arbeitet ihr Alleinerziehenden?

    • (1) 14.09.16 - 09:59

      Und noch interessant zu wissen; Wie seid ihr zu der Stelle gekommen? Hattet ihr sie bereits vor der Schwangerschaft und seid nach der Elternzeit (und alleinerziehend) wieder zurückgegangen, oder habt ihr sie erst nach dem Baby gefunden?

      Ich arbeite seit 2 Jahren freiberuflich, da ich bislang die Erfahrung gemacht habe, dass mich niemand als Alleinerziehende einstellen möchte. Die erste Frage, nach dem ich dem Arbeitgeber mitteilen, dass ich Kinder habe lautet: Sind Sie alleinerziehend? Und warum will er das wissen? Ja natürlich um sich im Falle, dass das Kind erkrankt, sich auch noch jemand anderes darum kümmern kann und nicht nur ich ständig wegfalle. Das Beste war, wie ich mich, mich bereits als alleinerziehende Mutter beschreibend für eine Stelle bewarb und ich sogar ein Bewerbungsgespräch erhielt, ich bei diesen Gespräch dann gebeten wurde nur spät nachmittags und abends aber auch an den Wochenenden zu arbeiten#augen

      In diesem Sinne... Wie habt ihr eure Arbeit gefunden? Und für mich interessant zu wissen, als Denkanstoss... Als was und wo arbeitet ihr? Was ist möglich, was geht und seid ihr glücklich damit oder denkt ihr jetzt schon an Umschulungen etc.?

      (5) 14.09.16 - 11:57

      Bin zwar mittlerweile nicht mehr alleinerziehend, antworte aber trotzdem: Ich war die ersten Jahre im Kindergarten beschäftigt, hatte extra dahin gewechselt, weils in meinem bisherigen Job (bin Sozialpädagogin) nicht möglich war, die Arbeitszeiten den KiTa-Zeiten meines Kindes anzupassen, also dacht ich: Wennst in der Kita arbeitest, dann klappts auch mit den Betreuungszeiten. Weit gefehlt: War ein Drama, was aber auch daran lag, das unser Team fast nur aus Kinderlosen bestand, die einzige andere Mama hatte pausiert, bis ihre Kinder in der Pupertät waren und erst danach wieder unbeschwert das arbeiten angefangen - kein Vergleich zu einer Alleinerziehenden mit 1 jährigem Kind. Das Ergebnis war null verständnis, dass ich nunmal nicht beliebig länger bleiben konnte etc - ich mein: Klar übernimmt die Oma mal, sonst hätt das ja gar nicht geklappt. Aber auch die hat andere Termine/Arbeit und muss sich darauf verlassen können, dass ich mich an vereinbarte Zeiten halte. Wenn mein damals Kleiner krank war, dann ging sowieso nur Mama, alles andere ging gar nicht (ist aber meiner Erfahrung nach bei den meisten Kindern so ;-)).
      Nach ein paar Jahren hab ich aufgegeben, bin seitdem selbstständig tätig und lebe damit ganz gut. Seit ein paar Jahren wieder sehr glücklich mit Partner und wachsender Familie.

      Ich glaub, es kommt immer auf verschiedene Faktoren an:

      - Welcher Typ Mutter bist du? (Glucke, Freigeist, etc - nicht wertend gemeint)
      - Welcher Typ ist dein Kind? (anhänglich oder eher explorativ)
      - Gibt es Unterstützung im sozialen Umfeld (Omas, Nachbarn, Freunde, etc)
      - In welchem Berufsfeld arbeitest du? (Bürojobs z.B. haben überwiegend feste Arbeitszeiten, Überstunden sind meist eher die Ausnahme, bei mir sozialen Bereich war es leider genau andersrum: Arbeitszeiten waren eher Schätzwerte, (unbezahlte) Überstunden die Regel - natürlich kanns auch anders laufen, aber ich denke schon, dass die Art des jeweils angestrebten Jobs bei der Vereinbarkeit von Alleineinerziehender Elternrolle und Berufstätigkeit eine sehr große Rolle spielt)

      Kein Anspruch auf Vollständigkeit - nur mein persönliches Erleben ;-)

      • (6) 14.09.16 - 12:47

        Hört sich gut an.

        Zu deinen Fragen... Meine Kinder sind schon älter und gut betreut tagsüber. Trotzdem reicht das nicht. Ich bin seit der Elternzeit selbstständig und freiberuflich und lebe sehr gut davon. Allerdings wollte ich einfach mal nachfragen, wie andere Alleinerziehende das so hingekommen wenn sie eine Festanstellung suchen, da ich mir das überlegt habe und eben nur diese abweisende Erfahrung gemacht habe.

    Hallo.

    Ich habe schon während der Elternzeit Jobangebote bekommen (war während der Schwangerschaft in Weiterbildung und freiberuflich unterwegs), so dass ich mich direkt um eine Kinderbetreuung und verschiedenen berufliche Optionen gekümmert habe.

    Als meine Tochter 15 Monate alt war, habe ich mich nochmals fortgebildet und an ein ehemaliges berufliches Umfeld angeknüpft, was besser zu meiner Lebenssituation als Alleinerziehende passte (wobei ich nicht unter den Tisch fallen lasse, was ich während der Schwangerschaft gemacht habe, das macht mein berufliches Profil nur rund und interessanter, da noch vielseitiger).

    Nach Fortbildung direkt beruflich eingestiegen ... Kind gut betreut, Kind an sich war für Arbeitgeber irrelevant.

    Aus diesem Job bin ich über ein Business-Netzwerk abgeworben worden und stehe heute beruflich besser da, denn je ... obwohl ich alleinerziehend bin und immer war.

    Für mich war das zu keinem Zeitpunkt ein Hindernis.

    LG

    Ich bin Lehrerin und das lässt sich allein erziehend sowohl zeitlich als auch finanziell gut machen. Ich war bei beiden Kindern jeweils 1 Jahr in Elternzeit und mache jetzt 75%. Die Schulleitung berücksichtigt meine Stundenplanwünsche soweit es ihr möglich ist. Zusätzliche Betreuung durch die Oma vor bzw nach dem Kindergarten brauche ich an zwei Morgenden, wo ich früh los muss (30 min Fahrt) sowie an Elternabenden, Konferenzen, Klassenfahrten.

    Ich habe den Job schon vorher gehabt und habe ihn noch immer.
    Ich bin in einem Konzern, hier sind Mütter keine Seltenheit. Außerdem hat sich der Konzern auf die Fahne geschrieben, dass man seine Arbeitszeit flexibel gestalten kann, für eine bessere Vereinbarung von Familie und Beruf.

    Jetzt bewerbe ich mich gerade innerhalb des Konzerns neu. Mal gucken.... ob es da auch so easy läuft, wenn ich weiter komme.

    (10) 14.09.16 - 18:05

    hi,

    ich habe mich bei meiner Firma beworben, als mein 3. Kind 1 Jahr alt war.
    Ich war zu diesem Zeitpunkt 43 und alleinerziehend.
    Es war die 2. Bewerbung nach der EZ.

    Ich arbeite 30h/Woche in meinem Traumberuf (ich bin Biochemikerin und arbeite im Marketing für Laborgeräte). Ich bin Vertriebsleiterin DACH.
    Meist bin ich im Büro, fahre aber auch zu Messen und Gerätedemos. Selten, aber das mag ich ab und an auch gerne.

    Jetzt bin ich 45, meine Kinder sind 3, fast 7 und 17.

    In die Bewerbung habe ich nie reingeschrieben, dass ich AE bin.
    Beim Gespräch hab ich das selbstverständlich gesagt, aber auch gleich klargestellt, dass ich das wuppe.

    Wenn die Kita anruft kann der Betreffende früher gehen und das Kind abholen ohne Krankschreibung. Ab dem Folgetag wird natürlich eine verlangt.

    Ich bin sehr glücklich dort

    floe

    Ich bin gelernte Kinderkrankenschwester, alleinerziehend seit meine Motte 4 Monate ist. Ich bin nach einem Jahr wieder in Teilzeit eingestiegen. Mit Arbeitgeber ist sehr nett und ich arbeite feste Tage zumeist in festen Schichten, so kann die Betreuung komplett meine Mama übernehmen, wenn ich arbeite. Jetzt ist Mausi 16 Monate und wir haben mit der Kitaeingewöhnung gestartet, ich habe mich nämlich für ein berufsbegleitendes Studium entschieden. Möchte raus aus dem Schichtdienst, denn selbst, wenn ich irgendwann nicht mehr alleinerziehend sein sollte, möchte ich meine Wochenende lieber mit meiner Maus verbringen und geregelte Arbeitszeiten haben, wenn es später mal an Schule usw. geht. :)
    Lg

    (12) 14.09.16 - 19:19

    Das Problem haben mehr oder weniger alle Mütter, egal ob alleinerziehend oder nicht. Der Arbeitgeber weiß doch nicht wer alles für die Betreuung zur Verfügung steht oder nicht.

    • Naja, nix für ungut, aber da gibt es doch noch ein paar Unterschiede. Zum Beispiel können Alleinerziehende die Kind-Krank-Tage für sich allein beanspruchen, die bei zusammen lebenden Paaren aufgeteilt werden. Das schmeckt wahrscheinlich nicht jedem Arbeitgeber so gut.

      Auch sonst gibt es noch so ein paar kleinere Unterschiede zum Leben von glücklichen Paaren. Finde ich ein bisschen frech, so eine behauptung aufzustellen.

Ich bin Zahnmedizinische Fachangestellte. Ich wurde damals schwanger und war ab der Geburt alleinerziehend. Ich bin dann nach 1em Jahr zurück zu meinem alten Arbeitgeber. Er lebt nach dem Motto, alles für die Praxis, Privatleben gibt es nicht! So bekamen wir des öfteren Krach und ich fing an mich wo anders zu bewerben. Ich hab ein paar Bewerbungen geschrieben und für alle ein Vorstellungsgespräch bekommen. Wenn die Frage über kinderbetreung und Krankheit aufkam, war ich immer ehrlich und habe gesagt das ich niemanden habe und im Krankheitsfall meiner Tochter daheim bleiben muss, ebenso wenn die kita zu hatte. Es war für keinen ein Problem. Ich hab wirklich für alle eine Zusage bekommen.

Letzten Endes bin ich jetzt seit 6 Jahren bei meinem jetzigen Chef und zur Zeit in Elternzeit mit meiner kleinen Tochter. Mein Chef freut sich schon sehr wenn ich "endlich" wieder komme

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