frisch alleinerziehen und überfordert

    • (1) 10.10.16 - 16:49

      Hallo zusammen,

      Seit einigen Tagen bin ich nun auch eine getrennte Ehefrau und bin mit der Situation etwas überfordert.

      Wir haben zwei Kinder (8 und 4 Jahre), leben in einer Mietwohnung und ich arbeite 22h/Woche ( 2-3 Tage) in einer Klinik d.h. Schichtdienst und oft erst um 19.30h zu Hause. Betreut werden die Kinder in dieser Zeit nachmittags von meiner (noch) Schwiegermutter und meinem (noch) Ehemann.

      Momentan lebt mein Mann noch bei uns, aber das ist ja nicht die Zukunft. Er ist auf Wohnungssuche.
      Aber nun all meine Fragen an die mit Erfahrung:
      - welche Anträge kann ich wo stellen? Wie lange dauert da ein Entscheid?
      - Ab wann zahlt er Unterhalt und wer rechnet diesen aus? Wie lange dauert das?
      - Wie habt ihr die Betreuungsmöglichkeiten geregelt, wenn ihr arbeitet?
      - Wie läuft das mit all den Versicherungen ab?
      - Möbel- und Haushaltsaufteilung?
      - Mit was fange ich wann an?
      -Welche Betreuungskosten übernimmt evtl. ein Amt? Tagesmutter? Babysitter?Kindergarten? Kernzeit?
      - Ab wann einen Anwalt? wer zahlt diesen?

      Ich weiß zur Zeit nicht wirklich wo mir der Kopf steht...Ich habe niemand anderen der mir die Kinder nehmen kann, wenn ich arbeite. Anderer Job muss ja auch erstmal gefunden werden und dann muss der Verdienst ja auch passend sein (In einer Kinik verdiene ich nun mal besser als in einer Praxis). Andere Arbeitszeiten sind leider nicht möglich.

      Wie lief das alles bei euch ab?
      Zur Zeit ist mein Exmann noch recht kooperativ und wir können gut, sofern das in der Situation möglich ist, miteinander umgehen. Aber da die Trennung von mir aus kam, weiß ich nun auch nicht wie lange das anhält.

      Ohne meinen Mann schlecht reden zu wolllen, ist er immer ein ziemlicher Geizkragen gewesen und hat lediglich Miete, Versicherung und 200 € Haushaltsgeld übernommen, der Rest war seine freie Verfügung. Während ich alle anderen Fixkosten zu tragen habe : Nebenkosten, Teefon, Kindergarten, Autos, div. Sonstiges,.... was ich damit sagen möchte ist, dass ich auch kein Erspartes auf der Seite habe um irgendwelche Zeiten zu überbrücken oder teure Möbel anzuschaffen. Mir reichen secondhand Möbel,..

      Ich würde mich über jede hilfreie Möglichkeit und Erfahrung freuen, denn aus jeder nehme ich bestimmt etwas mit, so dass die richtige Lösung gefunden werden kann.

      Danke euch im vorrauas

      • Hallo, nutze die Zeit, in der er noch kooperativ ist und teilt den Hausrat, Autos usw. auf.

        Unterhalt für die Kinder berechnet das Jugendamt (Beistandschaft) kostenlos aus. Wenn du Unterhalt möchtest und das nicht selber berechnen kannst, solltet ihr gemeinsam zum Anwalt. Bei uns wurde ab Trennung Unterhalt bezahlt, aber ich habe meinen Ex auch rausgeworfen.

        Sonst brauchst du erst ca. 3 Monate vor Ablauf des Trennungsjahres einen Anwalt, um die Scheidung einzureichen.

        Auf wen laufen die Versicherungen? Der Versicherungsnehmer muss sie ändern lassen und der andere halt neue abschließen.

        Betreuungskosten sind bei uns vom Einkommen abhängig. Ansonsten kann man bei der Wirtschaftlichen Jugendhilfe (Jugendamt) einen Antrag auf anteilige Übernahme stellen.

        Definitv würde ich mir einen anderen Job suchen, der sich mit den Kindern vereinbaren lässt. Das wird sonst mit der Betreuung einfach zu teuer und lohnt sich dann auch wieder nicht. Es gibt die Betreuungsmöglichkeiten bis Abends nicht ausreichend und eine Rundumbezahlung des Jugendamtes gibt es auch nicht.

        LG

        Warum teilt ihr euch die Betreuung nicht so, dass die Kinder an Deinen Arbeitstagen bei deinem Ex sind? Dass ihr euch trennt heisst ja nicht, dass er nichtbmehr betreuen kann. Und du bräuchtest deinen Job nicht wechseln.

        Grüße Küstenkönigin

        • Hallo, ich finde das zuviel hin- und her, zumindest bei Schulkindern. Es ist für Kinder immer eine Umstellung von vater zu Mutter und wieder zurück und das mehrmals die Woche halte ich nicht für sinnvoll.

          Wir haben deshalb die Tage nur noch im Block, das hat sich auch unser Sohn gewünscht, z. B. Do-So statt Mi und Fr-So wie bisher. LG

      Hallo

      du kannst Wohngeld beantragen, sobald dein Mann nicht mehr in der Wohnung gemeldet ist.
      - du kannst Beihilfe beim ´Jugendamt beantragen für den Elternbeitrag den die Kita ggf ein Tagesmutter verlangt ggf sogar die komplette Übernahme.
      Beim Jugendamt kannst du ja nachfragen welche Möglichkeiten du hast um die Betreuung deiner Kinder sicherzustellen.
      -ggf kannst du Kindergeldzuschuss bei der Kindergeldkasse beantragen

      Unterhaltspflichtig ist dein Mann ab Zeitpunkt der Trennung.
      Die Unterhaltshöhe kannst du vom Jugendamt oder einem Anwalt errechnen lassen.

      Bei der Teilung der Wohnungseinrichtung haben wir uns damals wie folgt geeinigt:
      Alles was im Kinderzimmer war, blieb da auch.
      Für das Kind sollte sich in dem Bezug nichts ändern. Außerdem ist es ja das "Eigentum" des Kindes und gehörte aus unserer Sicht nicht in die "Aufteilungsmasse".
      Die Küche blieb in der Wohnung, ich hatte schließlich die Kleine zu versorgen und da wäre eine Zeit ohne Küche echt doof gewesen und dem Kind zuliebe blieb sie drin.
      Bei Wohnzimmer und Schlafzimmer kamen wir überein, dass wir aufteilen, wenn er eine neue Wohnung hat. (Schließlich paßt nicht alles überall.
      Letztlich hat er die Wohnzimmereinrichtung mitgenommen und dem Himmel sei Dank die häßliche Couch auch#schwitz.

      Gebrauchte Möbel (und meist gute und auch schöne Möbel) kann man recht gut in einem Sozialkaufhaus/ einer Möbelscheune , über die Fundgrube in Zeitungen, über Haushaltsauflösungen ect bekommen.
      Bei Versicherungen würde ich die Trennung als Anlass nehmen nochmal zu schauen, was davon brauchst du und kannst du mittlerweile ggf für das gleiche /oder ggf weniger Geld eine optimiertere Abdeckung habenund welche Versicherungen werden nicht unbedingt gebraucht.
      Genauso würde ich mit den Themen Auto, Versicherung usw verfahren.
      Ich würde schnell mit den Versicherungen reden und die Versicherungen entsprechend der neuen Familiensituation ändern (kündigen, den Mann rausnehmen oder oder oder)

      Desweiteren solltest du schauen , ob du die Wohnung allein halten kannst, oder ob du günstigeren Wohnraum benötigst.

      Wie lang all die Bearbeitungen der Anträge dauern ist überall unterschiedlich.
      Ich würde die Anträge einfach so schnell wie möglich stellen um den Bezugsbeginn zu sichern.

      Ich habe damals von meinem Mann eine Erklärung unterschreiben lassen, dass wir uns am Tag x getrennt haben und seither keine Lebensgemeinschaft bilden.
      Es war einfach wichtig um bei der Scheidung nachzuweisen, dass wir ein Jahr getrennt waren. Denn so manches Mal wollte der Gute die Scheidung verschleppen. Obwohl es für uns klar war, dass am Ende nur die Scheidung steht.
      Ist man sich einig reicht eigentlich die Erklärung beider Partner vor dem Scheidungsgericht.
      Bei Einigkeit kann man gemeinsam einen Anwalt nehmen, ansonsten brauchst du zur Einreichung des Scheidungsantrages einen Anwalt, dein Mann braucht auch einen im Falle ihr wollt euch nicht einen Anwalt teilen.
      Ich habe damals Prozesskostenhilfe bekommen unser Kind war noch klein und ich war noch in Elternzeit.

      Viel zu tun, aber ich denk je schneller du alles geklärt hast umso ruhiger kannst du schlafen und ihr alle könnt euch besser in die neue Situation einleben.

      LG

    • Wir waren nicht verheiratet und haben alles gut regeln können.

      Zur Betreuung: wir betreuen 50/50. Mit meinem AG habe ich regeln können, dass ich meine Arbeitszeit so aufteilen kann, dass ich in Summe auf meine Wochenarbeitszeit komme.

      Es gibt bei uns auch weil ich so Vollzeit arbeiten kann kein Betreuungsthema.

      Tu dir und deinem (Ex)Mann den Gefallen und gehe nicht per se von dem 14 tägen Papabesuchen aus, sondern versucht ein Modell zu finden, das für alle gut laufen kann, dann hast du auch kein Betreuungsproblem.

      Ihr könnt euch - wenn ihr noch gut miteinander reden könnt - gemeinsam einen Anwalt nehmen und in ein Mediationsverfahren gehen, wenn die Scheidung und räumliche Trennung unausweichlich ist. Das ist die günstigste Variante für alle Beteiligten.

      Die Betreuung ist lokal sehr unterschiedlich. Spätbetreuung wird es selten geben und da würde ich weiter darauf setzen, dass sich der Papa oder die Oma mit engagieren. Solange ihr miteinander im Guten reden könnt, die beste Basis auch für Dich.

      Dein zukünftiger EX wird nicht schlecht staunen, wie viel mehr er u.U. nach der Trennung wird zahlen müssen. Solange die Ehe nicht geschieden ist, könnt ihr auch weiterhin eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und er behält seine ggfs. günstigere Steuerklasse 3. Aber danach wird er schon sehen, wie einschneidend die Konsequenzen sind.

      Falls sein Unterhalt und Dein Einkommen nicht ausreichen, gibt es Wohngeld von der Gemeinde / Stadt. Hartz4 würde ich vermeiden, da es Dich zu noch mehr Behördengängen und anderen Nachweisen verpflichtet. Dann lieber die Stunden aufstocken und so viel verdienen, dass Du mit Unterhalt, Kindergeld und eigenem Einkommen über H4 liegst. Wohngeld ist weniger problematisch.

      Hilfreich wäre es, wenn Dein bald EX nicht so weit weg ziehen würde, damit ihr euch ggfs. die Betreuung der Kinder aufteilen könntet, wenn du z.B. Spätschicht hast.

      Ich empfehle in jedem Fall die Mediation, wenn nicht gerade "Krieg" zwischen den Parteien herrscht. Dort lassen sich all diese Dinge klären und vielleicht gehst Du zum Diakonischen Werk, die bieten kostenlos Lebenshilfe an und strukturieren mit dir, wie Du das Ganze auseinanderdividieren kannst.

      Gruß
      marjatta

      • Dein zukünftiger EX wird nicht schlecht staunen, wie viel mehr er u.U. nach der Trennung wird zahlen müssen. Solange die Ehe nicht geschieden ist, könnt ihr auch weiterhin eine gemeinsame Steuererklärung abgeben und er behält seine ggfs. günstigere Steuerklasse 3. Aber danach wird er schon sehen, wie einschneidend die Konsequenzen sind.

        Das stimmt so nicht, in dem Jahr der Trennung können sie noch ne gemeinsame Steuererklärung abgeben, aber ab dem nächsten Jahr müssen sie auf 1 1 bzw. 1 und 2 ändern lassen. Die Voraussetzungen für 3/5 oder 4/4 sind ab dem folge Jahr NICHT mehr erfüllt.

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