Priviligiertes Kind und Mangelfall

    • (1) 05.11.16 - 16:13

      Kurz zur Situation:
      Ein Vater hat 3 Kinder mit 2 Frauen.
      K1 gehört zu Mutter 1, ist grad 18 geworden, hat ein Studium begonnen und lebt beim Vater mit dessen neuen Partnerin (keine gemeinsamen Kinder)
      K2 (8Jahre) und K3 (4Jahre) leben bei ihrer Mutter (M2).

      Bislang wurde der Unterhalt als Mangelfall (Gehalt ca.1800€) gekürzt bezahlt, entspricht etwa dem Unterhaltsvorschuss.

      Frage 1: Ist K1 ein priviligiertes Kind oder nicht? Irgendwie sind die Aussagen, die ich im Netz gefunden habe nicht eindeutig. Falls "ja", hat sich Frage 2 eigentlich schon erledigt. Wenn nicht, hier

      Frage 2: Wenn K1 nicht priviligiert ist, bekommen K2 und K3 dann mehr Unterhalt, weil K1 in der Rangfolge zurückfällt?

      Frage 3: Wer kommt dann für den Unterhalt von K1 auf? Muss dann Mutter1 mehr zahlen, weil beim Zusammenrechnen der Elterngehälter der Vater den Unterhalt für K2 und K3 abziehen kann?

      Vielen Dank

      gslehrerin

      Nein, ein Student ist nicht privilegiert und steht im 4. Rang. Die minderjährigen Kinder bekommen vorrangig Unterhalt. Außerdem hat der Vater gegenüber dem Studenten einen Selbstbehalt von 1300 Euro, so dass er gar nicht mehr leistungsfähig ist bei einem Gehalt von 1800. (1800-240-289, 1800-529= 1271)

      Der Student muss sowieso vorrangig Bafög beantragen. Sein Unterhalt setzt sich zusammen aus KG, Bafög und Barunterhalt der Mutter, sofern leistungsfähig. Die Mutter muss aber nicht mehr zahlen, als die Berechnung anhand des eigenen Gehalts ergibt.

      Grüße Küstenkönigin

      • Danke dir!

        • Das ist nicht ganz 100%ig korrekt (nur zu 99,5%)...

          Jeder Student ist erst einmal vorrangig BaföG berechtigt (und damit antragspflichtig). Dort werden die Einkommen der Eltern und damit auch die "Zahlungsfähigkeit" beziehungsweise Zahlungspflicht berechnet.

          Das bedeutet, jeder Student bekommt den aktuellen BaföG-Satz (auf dem Papier). Es wird "nur" berechnet, welchen Anteil davon Vater und/oder Mutter zu zahlen haben. Bei getrennt lebenden Eltern stehen da eben zwei Summen, eine für die Mutter, eine für den Vater. Diese Summe kann natürlich auch 0,00 € sein. Dann bekommt das Kind das BaföG aber vollständig vom Staat.

          Hilfreich wäre es wahrscheinlich, wenn ihr diesen Bescheid zur Hand hättet (Kind MUSS den erbringen, wenn er für andere Stellen entscheidend ist, hier eben das Jugendamt zwecks Unterhalt für die anderen Kinder=.

          • Hallo

            Nein, auf dem Bafög Bescheid steht nicht, was ein Elternteil zu zahlen hat.Das kann dieses "Amt" gar nicht sagen. Unterhalt richtet sich nach BGB. Da steht lediglich das anzurechende Einkommen.

            Beim Unterhaltsrecht gibt es ganz andere Freibeträge. Das ist das, was zählt.

            Lg Gitte

            • Siehst du falsch... Hab das aktuell durch. Da steht, was ein Elternteil zu zahlen hat! Das kann das "Amt" sehr wohl festlegen, jedes Jahr aufs Neue für 100.000e Studenten.

              Das BGB kommt bei einem Studenten erst zum Tragen, wenn er gegen den BaföG-Bescheid klagt (oder gegen die Nichtzahlung eines Elternteils nach Bescheid). Vorher gilt ausschließlich und primär der BaföG-Bescheid.

              Wie kommst du denn darauf, dass das da nicht drauf steht?! Oder nicht "bestimmt" werden kann?? Das ist der einzige und ganze Sinn der Sache.

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