Unterhaltsangelegenheit Kind - Vermögen verbrauchen

    • (1) 09.12.16 - 09:40

      Kurz zur Situation.

      Der Unterhaltszahlende (Kindesunterhalt für mindj. Kind) zahlt "nur" ca. 100 Euro Unterhalt. Lt. Selbstbehalt müsste er nicht "so viel" zahlen.

      Folgende Situation aber. Der Unterhaltszahlende hat eine 5stellige Summe aus dem Verkauf einer Immobilie erhalten. Weiterhin arbeitet er nur zu 75 %.

      Es würde doch in Betracht kommen, dass er die 5stellige Summe zur Unterhaltsdeckung aufbrauchen müsste sowie die Arbeitsstunden auf Vollzeit aufstocken?

      Ich habe nirgendwo gefunden ob der Unterhaltszahlende einen "Notgroschen" lagern darf, welcher nicht mit angerechnet wird. Im Geggenteil, wenn ich § 1603 BGB richtig verstanden habe wird alles aufgerbaucht werden müssen?

      Kann/Muss ich dies gleich beim Antrag an das Familiengericht mit angeben? Und wie stehen die Chancen das es das Gericht genehmigt? #danke

      • Google mal "gesteigerte Erwerbsobliegenheit", das sollte zumindest die Frage nach den Arbeitsstunden beantworten. Und was Unterhaltsschulden betrifft, die können sofern bspw. ein Unterhaltstitel besteht, selbstverständlich geltend gemacht und eingetrieben werden.

        Hast Du Hilfe beim Antrag bei Gericht? Würde ich persönlich ja in so einem Fall nur zusammen mit oder nach einem Gespräch beim Anwalt machen. Gerade weil der Unterhaltszahlende möglicherweise schlau genug ist, den Immobilienverkauf so abzuwickeln, dass ihm keiner was wegnehmen kann. Z.B. über Dritte.

                • Es kann ja auch so weg sein. Fakt ist es lässt sich nachweisen das es da war. ;-):-p Und das müsste doch schon ausreichen für einen Titel?

                  • Das weiss ich echt nicht, also ob Du da dann noch erfolgreich was vollstrecken lassen kannst. Aber alles was Du erzählst untermauert meine Meinung, das nicht alleine zu versuchen, sondern nur mit juristischer Rückendeckung.

                    • Vollstreckbar sind nur titulierte Ansprüche. D. h. erst mal müsste jemand titulieren/ausurteilen, dass es ein Vermögen in Höhe X gibt, das für die Zahlung von Unterhalt in Höhe von Y pro Monat genutzt werden muss. Dann muss derjenige dieses Urteil/ den Titel nicht bedienen und dann kann vollstreckt werden.

                      Oder aber es bestehen Unterhaltsschulden aus einem bestehenden Titel, dann kann man diese Rückstände natürlich pfänden, wenn Bargeld aufdem Konto ist.

                      LG Küstenkönigin

                      • Ja, das ist schon klar. Da sie aber etwas vom Selbstbehalt schreibt, kann es gut sein, dass das Ganze sowieso schon übers Jugendamt (Beistandschaft) läuft und ggf. darüber noch offene Forderungen bestehen. War bei meiner Tochter auch so, völlig ohne Titel liefen da ca. 9000 Euro Schulden auf, die sie hätte nachträglich mit 18 noch einfordern können. Haben wir damals schriftlich bekommen.

                        Ich mag mir halt aufgrund der unklaren Sachlage keine Prognose über den Ausgang ihres Vorhabens anmaßen, vor Allem eben zu ihrer Frage, wie gut ihre Chancen stehen. Das kann ihr aber eben ein Jurist sagen, zu einem besseren Tipp kann ich mich nicht durchringen. :-p

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