Umgang zum Vater trotz Widerwillen Kinds ermöglichen. Sorry sehr viel Lesestoff

    • (1) 21.12.16 - 23:24

      Hallo ihr Lieben,

      ich bräuchte mal einen neuen Ansatz.

      Ich bin vom Vater unseres Sohnes seit Oktober 2014 getrennt.

      Unser Sohn 3.5 Jahre mochte und möchte nie zu den Besuchswochenenden gehen. Mittlerweile ist es so schlimm, dass er weinend aufwacht und fragt ob er zu Papa müsse. Gern möchte ich dem Vater den Kontakt ermöglichen, befürchte aber dass ich unserem Sohn damit schaden könnte.

      Einige sicherlich aufkommende Fragen kann ich schon mal beantworten.
      Gernerell habe ich zum Vater ein OK-Verhältnis. Wir sind oft verschiedener Meinung, aber streiten nie vor unserem Kind.- Wirklich nie!

      Der Vater ist nicht gewalttätig, dass weiß ich deshalb weil in der Regel seine Tochter aus vorheriger Beziehung mit von der Partie ist. Sie ist 10 und ein ganz anderer Charakter als unser Sohn.

      Nach der Trennung waren Treffen aller 2 Wochen für ein paar Stunden möglich. Dies wollte ich ab Februar 2016 auf ein ganzes Wochenende ausweiten. Gründe: die nicht vorhandene Bindung sollte aufgebaut werden und dann verstärkt werden. Unsere Wochenenden wurden immer "zerissen". Bei der ersten Übernachtung bin ich geblieben bis er schlief.

      Trotzdem ist die Sache völlig aus dem Ruder gelaufen und ich weiß nicht warum?! Übernachtungen gab es vielleicht insgesamt 10 bis dato. Keine lief gut.
      Zum einen liegt es daran, dass unser Sohn beim Vater nicht durchschläft. Der Vater braucht aber wochenends viel Schlaf, da er unter der Woche extrem viel arbeitet (eigene Firma)

      Konsequenz war, dass er unseren Sohn aus dem Schlafzimmer in ein anderes Zimmer zum Schlafen gelegt hat, damit wenigstens die Tochter schlafen kann. Als ich das hörte, gab ich den Hinweis, dass es nicht fördernd ist, dass die Tochter beim Papa schläft, unser Sohn aber nicht. Argument: für alle ist im Schlafzmmer kein Platz.

      Ich habe meinen Sohn auch mit offenen Fragen angesprochen. Sprich keine Vorgaben gemacht. Er konnte also nicht mit ja oder nein antworten: ALA: warum willst du nicht zum Papa gehen: Ich will nicht. Warum willst du nicht: ich möchte nicht. Warum nicht: weil ich bei Mama bleiben möchte. Ich: aber du gehst doch auch gern zu Oma. Er: Papa schimpft wenn ich weine. (Er weint viel weil er zu mir zurück will, allerdings nur beim Papa)->nicht weiter in die Richtung gefragt
      Wie ist es beim Papa? Schön. Aber Papa spielt nicht mit mir nur (die Schwester). Was macht Papa sonst: Kochen..... Wäsche waschen...im Garten arbeiten

      Alles Sachen was ich auch mache (zwar unter der Woche, da unser Sohn am We (mit Vorgaben) bestimmen darf was er machen möchte) - bis auf Schimpfen wenn er weint. Da ich nicht weiß, ob das stimmt (ich kann es mir nur bedingt vorstellen), weiß ich nicht mehr weiter.

      Die Übernachtungen gibt es seit Ende Oktober nicht mehr. Durch Krankheit von unserer Seite auch nur kurze Treffen seitdem. Auch eine Absage meinerseits (persönlich)

      Nun bin ich dabei, wieder von vorn zu beginnen. Treffen in meinem Beisein. Dachte, dann seh ich vielleicht woran es liegt. Den Vorschlag habe ich dem Vater heute unterbreitet, Antwort noch ausstehend. Telefonate sind nicht zielführend: scheinbar habe ich ein sehr schlechtes Gedächtnis :-) wenns um Erinnern an Abmachungen geht.

      Hat jemand einen anderen Vorschlag als betreute Treffen? Wollte so wenig Zeit wiemöglich mit dem Vater verbringen. Und nein, meine Ablehung zum Vater zeige ich nicht offen. Ich weiß jedoch, dass Kinder ein feines Gespür haben. Kann dieses Gefühl aber nicht abschalten.

      Sollte jemand soweit gekommen sein, danke ich fürs Lesen und bin für jeden Tipp dankbar.

      Schönen Abend und natürlich eine stressfreie Zeit.

      • Hallo #winke,

        puh schwierige Situation. Erstmal finde ich es toll, dass du den Kontakt zum Vater für das Kind behälst.

        So wie es sich anhört, bekommt er beim papa nicht die gewünschte Aufmerksamkeit. Schau mal, du machst alles in der Woche, da ist am Woen Zeit für ihn alleine, aber der Papa macht es am Woen, da er unter der Woche keine Zeit hat. Ist er bei dir, gibt es nur euch beide, aber beim Papa ist dann eben noch die Halbschwester. Kann es sein, dass er Papa lieber für sich hätte? Vielleicht kann man es probeweise machen, dass er mal ein Woen alleine bei Papa ist, also ohne die Halbschwester?

        Wenn er partout nicht will, bringt es natürlich nichts. Der Kontakt sollte sich dann evtl. erstmal auf den Umgang ohne Übernachtung beschränken, sofern der Papa damit einverstanden ist?

        Hallo!

        Ohje, das kenn ich aus eigener Erfahrung... Nur dass bei unserem Fall der Vater leider sehr wohl gewalttätig war... Naja, das einzige, was ich dir wirklich empfehlen kann: Hol dir so schnell wie möglich Fachleute mit ins Boot, sonst kann das ganze übel ausarten - sowohl für deinen Sohn, für dich, aber auch für das Eltern-Verhältnis. Da entstehen schnell Missverständnisse, dass z.B. der Vater denkt, du willst ihm das Kind entziehen oder der SOhn deine Genervtheit von der Situation als Genervtheit gegenüber des Vaters interpretiert oder du anfängst zu glauben, dass der Umgang tatsächlich schädlich sein könnte, oder oder oder... ist man erstmal in der Spirale drin, ists schwer, wieder raus zu kommen.

        Nimm Kontakt zum Jugendamt auf, mach ein Beratungsgespräch (auch wenns nicht zielführen ist, geht darum, dass die Bescheid wissen, falls der Vater irgendwann aufläuft und sagt "Frau XY entzieht mir mein Kind!"), versuch Beratungsstellen wie Erziehungsberatung/Familienberatung (was es halt bei euch vor Ort gibt) mit einzubeziehen, im Idealfall in Form von moderierter Elterngespräche, um Abmachungen fest zu halten und eventuell mit Anleitung neue Wege zu finden, die dem VAter einen Zugang zu seinem Kind ermöglichen. Damit habt ihr 1. eine bessere Chance irgendwann wirklich einen ordentlichen Umgang herzustellen und 2. falls das nicht gelingt zumindest einen deutlichen Beleg, dass du nicht versuchst das Kind vom Vater fernzuhalten (wird Mamis leider gern unterstellt), sondern tatsächlich bemüht bist.

        VIelleicht ist euer Sohn auch einfach noch nicht so weit und braucht noch etwas, bis er es schafft, sich von dem (für ihn trotz aller Mühe von deiner Seite spürbaren) Elternkonflikt unabhängig zu machen und unbeschwert zu seinem Vater zu gehen. Vielleicht solltet ihr ihm diese Zeit auch einfach gönnen - aber wie gesagt: Am besten nach Absprache mit entsprechenden Fachleuten, damit dir später kein Strick drausgedreht werden kann...

        Ich wünsch dir, deinem Sohn und deinem Ex viel Glück, dass ihr es schafft, hier eine guten, für alle gangbaren Weg zu finden!

        Hat der Papa denn mal das Gespräch mit seinem Sohn gesucht?

        Manchmal wirkt das anders als wenn Mama fragt was los ist. Meine ist 4 Jahre alt und generell versuche ich mein Kind zu ermutigen dem Papa zu sagen wenn was nicht stimmt. Zum einen bin ich ja nicht dabei und kann so auch schlecht sagen was stimmt und was nicht. Vielleicht möchte Sohnemann auch mal den Papa für sich alleine. Wäre jedenfalls denkbar wenn sonst die Tochter dabei ist, die ja auch mit ihren 10 Jahren andere Interessen hat als der kleine. Vielleicht lässt man einfach mal die Übernachtungen weg und macht normale Tages treffen daraus, auch ohne das du dabei sein musst. So kommt er abends zu dir. Unsere Tochter hat mehrmals versucht bei Papa zu schlafen und es hat bisher noch nicht geklappt. Wenn Sie mich vermisst ruft Papa an und ich hole sie ab. Wir warten bis sie soweit ist. Sie scheint noch nicht bereit zu sein. Das kommt schon noch.

        Ansonsten wäre als letzter weg noch beratungsgespräch beim Jugendamt oder wenns nicht das Jugendamt sein soll eine Familien Beratungsstelle.

      Danke Euch,

      wir hatten das auch schon, dass er ohne Schwester da war. Ob es da besser lief, weiß ich nicht.

      Beschwerden gibt es immer. Er schläft nicht durch, hört nicht, macht Unsinn...
      Der Papa will und wollte nie eine Übernachtung, da dann keine Ruhe ist. Die Idee hatte ich, da die verbrachte Zeit dann mehr als nur 12 Stunden im Monat sind, die die beiden hätten verbingen können. Zum anderen war es auch eine Möglichkeit, meine eigene freie Zeit besser zu verteilen-> ich habe keinen neuen Partner und das auch nicht vor ;-)

      Der Papa möchte ihn sehen, so sagt er. Aber eben alle 2 Wochen sonntags von 11:30 Uhr bis 17:30 Uhr. Dann entstehen hin und wieder Änderungen, da ja die Firma auch wochenends Arbeit hat oder bestimmte Ausflüge, Geburtstage auch seitens der Tochter in den Rhytmus fallen. Dazwischen hören bzw sehen wir nichts von ihm obwohl wir keine 5 Minuten entfernt wohnen.

      Wenn der Papa abwechselnd seine Kinder nimmt, hat er kein eigenes Wochenende mehr.
      Ach Mensch..

      Er will auch nicht ohne Übernachtung zum Papa. Es ging einigermaßen gut, wenn die Schwester dabei war, aber optimal wars auch nicht.

      Beratungsgespräche: ich glaube, die würde der Vater ablehnen, da ich an der ganzen Sache Schuld bin (Zwang von Übernachtungen), aber ich kanns ansprechen.

      Der Vater wird mir nicht vorwerfen, ihm den Sohn zu enthalten, auf welcher Grundlage?

      Danke nochmal

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