Bin ICH auf dem falschen Dampfer?

    • (1) 04.01.17 - 16:20

      Hallo ihr Lieben,

      ich weiß jetzt nicht genau... fühle mich hin und her gerissen und weiß nicht ob ich mich vielleicht einfach in etwas verrenne, deshalb bitte ich um neutrale Meinungen von euch.

      Ich habe mich vor ziemlich genau einem Jahr von meinem Mann getrennt. Demnächst steht die Scheidung an. Es gab natürlich Anfangs viel Hick-Hack, er musste wegen Selbstmorddrohung eine Nacht im BKH verbringen, hat mir und den Kindern sehr zugesetzt etc.

      Seit August etwa konnten wir uns vernünftig bzgl. des Umgangs einigen und auch halbwegs bezüglich des Unterhalts, wobei ich von vorne herein klar gemacht habe dass ich damit nicht dauerhaft einverstanden bin.

      Die Rahmenbedingungen, wir haben drei gemeinsame Kinder 10, 10 und 2 Jahre, ich verdiene trotz Teilzeit mehr als er, er hat 6 Monate im gemeinsamen Haus gelebt aus dem er mich mit den Kindern geworfen hat, jetzt hat er eine 3 Zimmer Wohung, etwa 20 km entfernt. Für die Kinder zahlt er insgesamt 250 Euro unterhalt, ab diesem Monat 450. Der Umgang findet jedes dritte WE von Freitag Mittag (nach der Schule der Großen) bis Sonntag ca. 15 Uhr statt. Und sporadisch an den WEs dazwischen von Samstag abend bis Sonntag mittag, aber das wie gesagt eher sehr sporadisch (alle 8-10 Wochen mal).

      Jetzt weigert er sich seinen gesamten Urlaub für die Kinder zu "verbraten", er will schließlich auch etwas vom Leben haben. Dazu gesagt, in dieser Woche hat er die Kinder (wegen Ferien und ich muss arbeiten) eigentlich von Sonntag abend bis Donnerstag abend. Faktisch ist es so, dass ich die Kinder am Sonntag zu meiner Schwester bringen musste, weil er keine Zeit hatte, und von Mittwoch Nachmittag bis Donnerstag abend hat er sie zu meiner Mutter gebracht, weil er auch da keine Zeit hat.

      Mich stört das, er wälzt alle Verantwortung auf mich und meine Familie ab. Ich soll mich dann immer darum kümmern wenn er keine Zeit hat und jetzt will er den Urlaub nicht planen weil er die kids nicht hälftig im Urlaub nehmen will.

      Auch beim regulären Umgang fühle ich mich irgendwie benachteiligt, bzw habe ich das Gefühl er will sich wieder aus der Verantwortung ziehen. Dazu muss ich sagen dass wir auch vor August eine phase hatten wo er die Kinder 12 Wochen lang GAR nicht sehen wollte.

      Und das mit dem Unterhalt ist auch nicht korrekt. die 450 Euro decken ja gerade mal die Versicherungen und das Essensgeld in der Schule ab, dann bleibt ja schon kaum noch was über.

      Wenn ich darüber aber mit ihm reden will kommt immer ich würde ihn nur ausnehmen wollen und es sei unverschämt von mir, und wenn ich mehr Unterhalt für die Kinder verlange dann muss er eine kleinere Wohnung nehmen weil er sich das alles nicht leisten kann, dann kann er die kinder nicht mehr zu sich nehmen. Aber er trägt immer Markenklamotten, kauft teure Sachen, geht Feiern und wirft mit Geld um sich (das war schon während der Ehe so, dass er MEIN Geld aus dem Fenster geworfen hat)
      Ich verstehe das als Drohung dass er die kinder dann hängen lassen will, nur um mir eines reinzuwürgen. Und weil ich das nicht möchte spiele ich das ganze spiel jetzt mit. Alles geht hier nur nach seinen Regeln. Er bestimmt die Wochenenden (gut, fairerweise gesagt er hat schichtdienst und muss an Samstagen teilweise Frühschicht arbeiten), er bestimmt die Ferien, wenn er im Nebenjob arbeitet bestimmt er wann er die kinder bringt, er bestimmt wann sie wo geholt oder gebracht werden... Ich meine, natürlich weiß ich dass es darum gehen soll dass es den Kindern gut geht, aber darf ich selbst überhaupt keine Bedürfnisse haben, muss ich mich deswegen immer komplett nach ihm richten?

      Was würdet Ihr machen?

      Reagiere ich über?

      • Hallo,

        der Unterhalt ist für drei, bemessen an der Düsseldorfer Tabelle, zu wenig. Man müsste aber wissen, was er verdient.

        Was den Umgang betrifft, hast du schlechte Karten. Es wird schwer bis unmöglich, ihn zu mehr Umgang zu zwingen, wenn er nicht will. Der Umgang ist auch nicht dazu da, dich zu entlasten sondern zum Recht und Wohl der Kinder. Wenn du ihn zu mehr Umgang motivieren willst, sollte sich die Argumentation also in Richtung Kinder bewegen und vollkommen weg von dir.

        Du bist der Betreuungselternteil. Es wird Deine Aufgabe sein, die Betreuung sicher zu stellen. In die Pflicht nehmen wirst du ihn nicht können, wenn er nicht selbst bereit ist.

        Den Unterhalt würde ich korrekt berechnen lassen, ebenso wie die anteilig von ihm zu tragenden Betreuungskosten für das kleine Kind.

        Solltest du später mal Vollzeit arbeiten und tatsächlich wesentlich mehr verdienen als er, kann es tatsächlich passieren, dass du selbst für den KU sorgen musst. Regelungen dafür enthalten die Leitlinien des zuständigen OLG. Aber bis dahin würde ich nicht mehr lange fackeln und es dem JA oder Anwalt übergeben.

        LG Küstenkönigin

        • Er hat Netto um die 1600 Euro.

          Naja, mich zu entlasten wäre das eine, aber ich bin mir auch nicht besonders sicher dass es für ein zwei Jahre altes Kind sinnvoll ist alle drei Wochen übers WE zu ihm zu kommen, die vergisst ja in der Zwischenzeit wieder wer er ist. Das merkt man auch wenn er sie holt, da ist sie extrem zurückhaltend und versteckt sich. Er bleibt dann meistens solange bei uns bis sie etwas zutraulicher geworden ist.

          Es ist ja auch nicht so dass ich jetzt zwei Tage die Woche arbeite, sondern ich arbeite 80% und ab Oktober muss ich wieder voll arbeiten... Er hat wegen dem Schichtdients oft unter der Woche zwei bis drei Tage frei.

          Und ich möchte halt vorbeugen dagegen dass er die Kinder wieder über wochen hinweg gar nicht holt und dann wieder schon und dann wieder nicht... und wenn er mir wie aktuell im November zusichert dass er die Kinder die Woche nimmt, dass ich mich darauf verlassen kann, weil es ja nicht angehen kann dass ich mich dann am 28.12. selber darum kümmern muss wo ich die Kids an 3 von 5 vereinbarten Tagen unterbringe. Muss man sich das gefallen lassen? Oder muss ich einfach als Konsequenz daraus grundsätzlich sagen er bekommt sie in den Ferien nicht, weil ich mich da dann um betreuung kümmern muss und ihn zur Kasse bitten deshalb?

          Wie gehe ich richtig vor? Was kann man tun? Wenn ich mit ihm rede entschuldigt er sich x-mal, es kommt nicht mehr vor, blabla, nur damit es dann beim nächsten mal das selbe drama gibt.

          Und ich glaube eigentlich schon dass es auch im Interesse der Kinder ist, in den Ferien auch vom Papa betreut zu werden und nicht auch noch da dann in Fremdbetreuung gesteckt zu werden. Weil meine Familie auch nicht alle Ferienbereiche abdecken kann in denen ich arbeiten muss.

          • "Oder muss ich einfach als Konsequenz daraus grundsätzlich sagen er bekommt sie in den Ferien nicht, weil ich mich da dann um betreuung kümmern muss und ihn zur Kasse bitten deshalb?"

            Ja und nein. Wenn er die Kinder nicht (zuverlässig) nimmt, musst du als Betreuungselternteil kümmern.
            Und NEIN, er muss natürlich nicht extra dafür zahlen das du als Betreuungselternteil deine Aufgabe der Betreuung outsourced.

            • Natürlich muss er sich an den Betreuungskosten beteiligen, zumindest wenn er es finanziell kann.

              Wie soll eine Alleinerziehende denn arbeiten gehen und 14 Wochen Ferien abdecken? Arbeiten muss sie, um sich selbst zu versorgen und zu 100 % Kinder betreuen ist unmöglich!

          Bei 1600 netto ist er, sofern das schon bereinigt ist, gerade mal in Höhe von 520 Euro leistungsfähig. Wenn da noch keine Fahrtkosten (Arbeit) berücksichtigt sind, eher weniger.

          Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen: Ja. Plane die Betreuung von ihm unabhägig. Oder sprich mit einer zuverlässigen Person einen Plan B ab, falls er ausfällt. Alles Andere hat keinen Sinn. Wenn es ein Umgangsurteil mit Ordnungsgeldandrohungen gäbe, könntest du ihn vielleicht zwingen. Aber m. W. verdonnern Gerichte keine umgangsunwilligen Elternteile zu Umgang sondern nur umgangsverweigernde Betreuungselternteile, diesen zuzulassen.

          LG

    Hallo!

    Um deine Frage zu beantworten: JA, du bist - zumindest teilweise - auf dem "falschen Dampfer".
    Bei getrennten Eltern hat die Rechtsprechung da ein sehr simples Konzept definiert:
    Einer Betreut, einer bezahlt. Das jeweils zu 100%.
    Ergo: Du bist zu 100% für die Betreuung der Kinder zuständig. Alles was der KV am Umgang wahrnimmt dient nicht DEINER Entlastung, sondern dem Wohl der Kinder.
    Somit hat er in der Tat recht: Er muss nicht seinen kompletten Urlaub so verplanen das du die Kinderbetreuung hin bekommst. Wie ist es umgekehrt: Verzichtest du auf den UH für die Zeit die der KV die Kinder betreut? Alleine die Ferien sind ja schonmal ein kompletter Monat.

    Die 450€ die er dir aktuell zahlt sind zwar nicht der Mindestunterhalt, allerdings verdient er ja auch nicht übermäßig.
    Ich nehme mal an besagte 1600€ sind noch nicht bereinigt. Von diesem Wert auf 1530€ zu kommen ist aber plausibel (er hat 1080€ Selbstbehalt).

    Hallo,

    wir haben damals bei der Scheidung den Umgang mit regeln lassen. Das Verfahren wurde da mit angehängt.

    Er muss sie nun zumindest 3-4 Wochen in den Ferien nehmen. Nicht viel, aber besser als nichts. An den Kindergartenkosten und Kosten für die Kernzeit beteiligt er sich auch. Den Mittleren habe ich nun auch für vier Wochen in der Ferienbetreuung angemeldet. Die Kosten wird er voll übernehmen, da er sie so wenig in den Ferien zu sich nehmen "kann".

    Ich sehe das wie du. Man kann schlichtweg alleine nicht alles schaffen und die Kinder haben auch noch einen Vater. Ich kann auch nicht einfach sagen, ich mag jetzt aber nicht. Man hat Verantwortung und zwar beide Elternteile! Die Kinder haben zudem auch noch etwas davon, wenn die Mutter wieder etwas erholt und entspannter ist.

    Gruß
    Knödel

Mit etwas Abstand zu dem ganzen Thema, ja, ich habe überreagiert.

Dennoch würde ich mir WÜNSCHEN, dass für ihn, nach dem er der absolute Gewinner in der Situation ist, zumindest etwas mehr für seine Kinder da wäre.

Ich komme mir halt einfach auf der vollen Linie verarscht vor... vielleicht muss ich weiter ausholen...

Zum Unterhalt. Ja, nur das ist sein Nettoeinkommen. Werbungskosten hat er annähernd null. Mein Anwalt hat auch gesagt dass er da nix anrechnen kann. Ausserdem arbeitet er seit November auch auf Stundenbasis als Bedienung nebenher und verdient da um die 500 Euro im Monat dazu (das sit allerdings eine Schätzung von mir). Allerdings möchte ich wegen dem Unterhalt keinen Streit vom Zaun brechen, weil ich genau weiß dass er dann die Kinder komplett fallen lässt. Damit hat er oft genug gedroht. Er möchte auch dass ich irgendwo unterschreibe dass ich nie mehr unterhalt fordern werde. Was ja rein praktisch nicht möglich ist. Ich komme für alle Kosten der 3 Kinder auf, abgesehen von 450 Euro pro monat, und wie lächerlich hier der Betrag als unterstützung ist, brauche ich niemandem erklären der drei Kinder hat.

Er hat mich zusammem mit den Kindern aus dem gemeinsamen Haus geworfen, dort ein halbes Jahr gewohnt wobei ich noch die Hälft der Raten und Nebenkosten bezahlt habe (wir reden hier von ca 1700 Euro) Wir mussten deshalb bei meinen Eltern in einer noch nicht ausgebauten Einliegerwohnung mit 2 Zimmern und 50qm. Weil das aber noch nicht genug war dass ich die kinder und mich hinter seine bedürfnisse gestellt habe wollte er auch noch dass ICH IHM Taschengeld gebe, sollte beim Hausverkauf schulden bleiben soll ich dies bezahlen, und und und. Er hat sämtliche sparer aufgelöst, und das Geld verprasst, deswegen darf (!) ich die scheidung nicht einreichen, weil er ja pleite ist, und erst warten muss bis da eine Sache mit der Bank geklärt ist. AHA.

Und vor allem eben die permanente unterschwellige Drohung, dass wenn ich ihn finanziell "überstrapazieren" würde, dass er es sich dann nicht mehr leisten kann den Umgang mit den Kindern zu pflegen.

Er rechnet mir aus, wie viele Tage im Monat er die Kinder hat (Auch wenn er sie mittag erst geholt hat, ist das ein tag auf seinem Konto) und dies würde dann in seinen augen rechtfertigen dass er weniger unterhalt zahlt. Wieder AHA.

Nebenbei, er hat auch alle möbel aus dem Haus mit in die Wohnung genommen die ich gekauft habe (habe schon immer wesentlich besser verdient als er), ein bett von den kindern hat er dann tatsächlich auch noch einfach verschenkt. Obwohl ich ihm klar und deutlich gesagt habe dass ich es holen werde sobal ich irgendwie kann. Letztendlich hat er mir ein Babybett und zwei sideboards, einen badhochschrank und ein regal überlassen. Großzügigerweise, ach ja, und den wäschetrockner, aber die waschmaschine behält er. Ich bin jetzt bei meinen Eltern ausgezogen, nachdem das Haus verkauft ist, und musste mir auch noch sämtliche Möbel kaufen. Von der küche bis zum kinderbett. alles. Und er jammert weil er von der bank nur 8000 Euro kredit bekommt für die Wohnungseinrichtung, weil unsere alte couch war ja nicht mehr schön, deswegen hat er sie zum sperrmüll gebracht.

Tut mir leid. Aber mir fehlt da schon irgendwie die Tatsache dass er mal an seine Kinder denkt. Er nimmt ja nicht mir allein das Geld weg, bzw bereichert sich auf meine Kosten, sondern all das geld dass ich ja irgendwie aufbrinen muss und auftreiben, dass haben ja auch die Kinder nicht zur verfügung...

Ja, das ganz verbittert mich sehr, weil ich nicht weiß wie ich dran bin bei ihm, denn die mit diesen ganzen Umständen verbunde Frage ist... interessiert er sich wirklich für die Kinder? Oder hat er nur angst dass ich dann den vollen unterhalt einklage? Will er mir seine Macht demonstrieren wenn er mich saufen lässt, oder ist er einfach schusselig?

Und er erwartet tatsächlich auch noch verständnis von mir, dass er sich ja schließlich auch eine schöne Wohnung leisten können will. Und mal weggehen, und mal schöne kleidung, schöne möbel, ... bla bla. Ja, ich kann das schon verstehen, nur hat das ja alles nichts damit zu tun ob man seine kinder sehen kann oder eben nicht. Jetzt hat er eine drei zimmer wohnung (die kinder sind jedes 3. WE bei ihm) und er erklärt mir schon seit wochen dass er eine größere Wohnung braucht, weil an den Besuchs-WEs die großen beiden so viel streiten weil sie ein zimmer teilen müssen, er wird bald noch weniger unterhalt zahlen können, oder die kinder werden ihn bald nicht mehr besuchen wollen.

Wie soll man damit umgehen? Soll ich drauf pfeifen ob er die kinder nimmt oder nicht und das was uns zusteht einfordern, oder soll ich (wie all die Jahre) nachgeben und so den Umgang für die Kinder mit ihrem !Vater! "sicherstellen"

Ja, ich komme mir einfach nur ausgenutzt und verarscht vor, wenn er es nachdem ich ihm den, Sorry für meine Ausdrucksweise, Hintern auslecke, es noch nicht mal fertig bringt ein paar tage in seinem Urlaub auf SEINE Kinder aufzupassen.

Und Ja, das macht mich wütend.

Und dabei geht es noch nicht mal darum dass ich mir irgendetwas schönes kaufen möchte, sondern darum dass die kinder ordentlich versorgt sind und ich mir endlich eine Waschmaschine kaufen kann und die noch offenen Rechnungen bezahlen... und er redet davon dass er es SCHÖN haben will. Ich möchte ja nur IRGENDWIE überleben können ohne auf die Almosen anderer angewiesen zu sein. Und ja, ich weiß dass ich auch wieder 35 Stunden arbeiten könnte, aber als AE mit drei kindern, eines davon noch nicht mal 3, ist das auch eher graue theroie.

So, ich bin ja mal gespannt ob das überhaupt noch wer liest ;-) ist ja doch schon älter, und nochdazu extrem lang geworden...

Sorry.

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