Wie den Umgang regeln?

    • (1) 13.04.17 - 20:02

      Hallo,

      Ich schreibe hier zum ersten Mal und irgendwie fühlt es sich so surreal an...

      Folgende Situation: Sohnemann ist ein Jahr alt (ganz frisch). Ich habe das alleinige Sorgerecht. Der Vater zahlt aktuell noch keinen Unterhalt.
      Die Großeltern väterlicherseits stellen ständig Forderungen, wie oft sie das Kind sehen wollen usw. Der Vater des Kindes und ich sind recht frisch getrennt.

      Mündlich ist ausgemacht, dass er das Kind einen Tag unter der Woche für vier Stunden (15.30 - 18.30) und einen Tag am Wochenende von acht bis eins haben darf und in dieser Zeit auch den Umgang mit dem Großeltern regeln soll.

      Laut Beratung von der Anwältin ist das in dem Alter ein ausreichender Umgang und da der kleine Mann nach jedem Besuch völlig durch den Wind ist, sehe ich das auch so.
      Jetzt ist es so, dass er ihn natürlich öfter haben will. Bzw von seinen Eltern Druck bekommt, dass sie den Kleinen öfter wollen.
      Ich möchte das nicht (siehe oben) im Moment. Versteht mich nicht falsch, das Kind soll seinen Vater sehen und auch die Großeltern! Aber doch nicht zu dem Preis, dass er an Besuchstagen den Rest des Tages weint und total schlecht schläft?!

      Wie gehe ich weiter vor? Anwalt? Jugendamt? Schlichtungsstelle? Oder selbst weiter probieren? Finde die Vorstellung traurig, echt streiten zu müssen! Eigentlich wollte ich meinem Sohn zu Liebe einen guten Ton gegenüber der väterlichen Seite wahren :-( nur scheinen die ausschließlich ihre eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen.

      Ich finde es schlimm, dass alle ihre Rechte einfordern aber ich anscheinend die Einzige mit Pflichten zu sein scheint... Und das auf Kosten des Kindes.

      Wie habt ihr das geregelt?

      Liebe Grüße von Lilly

      • IdR sagt man, umso kleiner das Kind, desto öfter und dafür kürzer sollte der Umgang sein. Also 2-4x pro Woche 2-3h.

        Das Kind braucht häufige Kontakte, um sichere Bindungen aufzubauen. Umso länger die Pausen sind, desto schwieriger fällt es den meisten Kindern.

        LG

        • Danke für deine Antwort!

          Das war auch die Aussage der Anwältin. Sie fand 2x die Woche mit einem Jahr super... und auch die Stunden ausreichend.
          Nur wie mach ich denen das begreiflich? Ohne Anwaltsbrief und Jugendamt? Denn wenn diese Keulen ausgepackt sind, wird das Verhältnis vermutlich zum Teufel sein.

          Kürzere Besuche wollen sie nicht, sonst haben sie ja nichts von ihm. Bin ich verpflichtet, ihnen entgegen zu kommen (sage bewusst ihnen, denn der Vater hat den Kleinen nie alleine, er ist immer bei seinen Eltern)?

          • Der Umgang ist eine Sache zwischen euch. Aber ich finde die 2x auch etwas zu knapp.

            Mal angenommen, das geht vor Gericht, kannst du das auch verlieren. Du klingst so sicher "richtig" zu liegen. Du liegst aber eher an der Untergrenze der Empfehlung.

            LG

            • Ich kenn mich mit sowas gar nicht aus. Hab ja nur die Aussage der Anwältin, die das als passend befunden hat, darauf stütze ich das... erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit meiner Meinung.
              Auf das Befinden des Kindes wird im Zweifel nicht weiter eingegangen, oder?
              Mh, das gibt eine weitere schlaflose Nacht

              Drei Mal die Woche wären mit zwei bis drei Stunden für mich auch okay. Allerdings haben sie schon sehr deutlich gemacht, dass das zu wenig lange ist. Sehr schwierig. Sie stellen sich halt vor, dass sie ihn drei oder vier Mal die Woche für jeweils einen halben Tag haben.

      Ich bin gerade etwas baff, was du hier für Antworten bekommst. Ich habe selbst eine Trennunh hinter mir im letzten September. Mein Sohn war da 15 Monate alt. Gerichtstermin im Dezember, weil sein Vater nicht zufrieden war mit der Umgangsregelung. Er hatte ihn 1x in der Woche am Nachmittag und 1 Tag am Woe. Um es kurz zu machen, das Gericht hat das so bestätigt und und wenn ich nicht zugestimmt hätte, dann wäre es bei dem 1 Tag Woe geblieben. Ich zitiere mal ein Urtei: Das Gangsrecht dient dem Vater dazu, sich von der Entwicklung des Kindes ein Bild zu machen, nicht dazu gleichberechtigt am Alltag teilzunehmen WEIL... und das ist doch der Zentrale Punkt.... das Kind ein RECHT auf einen festen räumlichen Lebensmittelpunkt hat. Klar ist der Kleine durch den Wind... Vater hin oder her... er braucht auch Stabilität. Die Großeltern haben übrigens nur ganz beschränkte Rechte, die ganz schwer einzuklagen sind.
      Soviel zum Rechtlichen. Was du jetzt daraus machst liegt bei dir, aber ich glaube, du wirst deine Bedürfnisse so vielleicht besser vertreten können.

    Wer war denn da der Richter? Alice Schwarzer?

    Dann habt ihr das Modell, dass wir aktuell haben uns dann das meine Anwältin für gut und ausreichend befindet.

    Es beruhigt mich etwas, dass es (zumindest bei dir) das Gericht ähnlich sieht wie ich - nämlich, dass ein so kleines Kind Stabilität und Regelmäßigkeit benötigt.

    Mir geht es nicht darum, dem Vater oder den Großeltern den Kleinen vorzuenthalten, im Gegenteil! Aber so läuft es halt auch nicht, dass sie fordern und fordern und einfach keine Regeln einhalten wollen...!
    Ich warte jetzt mal ab, bis sich die Wogen glätten. Bzw, ob sie sich glätten und im Zweifel lass ich es vom Jugendamt oder mit Anwalt regeln. Dann gibt es wenigstens eine für alle bindende, feste Regelung.
    Danke für deine Antwort!

    (15) 18.04.17 - 11:15

    Darf ich fragen, ob ihr geteiltes Sorgerecht habt?

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