Das schlechte Gewissen frisst mich auf!

    • (1) 14.04.17 - 01:21

      Guten Abend zusammen,

      lange war ich stille Mitleserin und heute benötige ich euren Rat!

      Mein Mann und ich werden uns trennen (er ist vor 3Wochen ausgezogen) und ich halte das mega schlechte Gewissen gegenüber meinem 3jährigen Sohn nicht aus :(
      Die Geburt vor 3 Jahren war schlimm - mit Notkaiserschnitt wg Sauerstoffmangel und anschließender Intensivstation. Ich habe damals soo sehr gelitten, dass ich ihm keinen guten Start ins Leben ermöglichen konnte.
      Und jetzt kommt ein ähnliches Gefühl wieder hoch!
      Weil ich es nicht geschafft habe wird er leiden, das halte ich kaum aus.

      Wenn die Trennung durch ist, werde ich mindestens 100km vom KV wegziehen, mich hält hier nichts mehr (ich bin wg meinem Mann hierher gezogen, er wird dem Umzug auch zustimmen). Ich bin immer wieder im Zwiespalt, ob ich meinem Sohn zuliebe hier bleibe.
      Er ist in einem super Kiga und fühlt sich dort sehr wohl, er hat hier die ersten 3 Jahre seines Lebens gelebt! Aber was wird aus mir?
      Meine Familie/engere Freunde wohnen weiter weg und ich bin hin und her gerissen, weil bei jeder Entscheidung jemand leiden wird. Bleib ich hier, werde ich leiden; zieh ich in meine Heimat, wird mein Sohn seinen Papa nicht mehr so häufig sehen können.

      Mein Mann und ich gehen zu einer Paartherapeutin um die Trennung auf Elternebene gut zu gestalten, trotzdem zergehe ich fast, wenn ich daran denke, dass mein Sohn darunter leiden könnte, was wohl nicht ausbleiben wird!

      Könnt ihr mir bitte eure Erfahrungen mitteilen?
      Was kann ich tun um meinen Sohn gut durch diesen Lebensabschnitt zu begleiten?
      Wie seid ihr mit solchen/ähnlichen Gefühlen umgegangen?

      Ich wünsche euch schöne Ostertage,
      traurige Grüße #blume

      • Mein schlechtes Gewissen blieb mir erspart, weil ich Vater und Sohn jeglichen von ihnen gewünschten Umgang ermöglicht habe. Das hiess am Anfang sogar, dass er seinen Sohn wie gewohnt jeden Abend ins Bett gebracht hat, obwohl er inzwischen bei einem Freund gewohnt hat.

        Nach dem Umzug in unsere neue Wohnung gab es feste wöchentliche Umgänge, jeden Mittwoch Nachmittag und eine Übernachtung am Wochenende. Das Kind war damals 3,5 Jahre alt, jetzt ist er 10 und der Umgang wurde auf Wunsch des Vaters nach und nach auf 3 Wochenenden im Monat reduziert. Mein Sohn hat nie nach seinem Vater geweint oder unter der Trennung gelitten.

        Vielleicht könnt ihr ein ähnliches Konzept finden oder Du verzögerst Deinen Umzug noch ein paar Monate, bis sich Euer Sohn an den neuen Umstand gewöhnt hat. Dazu würde ich schon deswegen raten, weil die elterliche Trennung plus ein kompletter Lebensmittelpunktwechsel wirklich etwas viel für so ein kleines Kind sein können. Er muss ja gleichzeitig verdauen, dass Papa nicht mehr "bei ihm wohnt", dass er in eine neue Wohnung ziehen muss und dadurch die KiTa wechselt und alle Freunde verliert. Deswegen würde ich das schrittweise machen und immer im Auge haben, wie das Kind überhaupt klar kommt. Wenn er seinen Vater nämlich sehr vermisst, wird das kaum besser, wenn der dann 100 km weit weg wohnt und nicht mehr spontan vorbei kommen kann.

        • Danke für deine Erfahrungen,ihr wart da als Eltern sehr auf das Wohl eures Kindes bedacht!
          Und auch mir ist das mein größtes Bestreben.
          Die Motivation meines Mannes ist da nicht so groß. Er holt den Kleinen alle 2-3Tage und ist dann mit ihm bei seinen Eltern,die dort die Hauptbelustigung übernehmen (er wohnt dort,weil ich noch im Haus bin). Selbstverwirklichung und freie Zeiteinteilung hat bei ihm grad Vorrang!
          Überstürzen kann ich grad eh nichts,da Whg finden eine Zeit dauern wird. Bin am überlegen,ob ich zu meiner Mutter ziehe,dass ist nicht ganz so ungewohnt für meinen Sohn. Leider wird das auch nur eine Übergangslösung sein können.
          Ach,ich weiß nicht wo hin mit mir und meinem Kleinen,
          manchmal hab ich das Gefühl,das ewige Grübeln macht es nicht leichter!

          • Aufgrund seiner Selbstverwirklichungsallüren wäre mein Vorschlag: Falls er wieder damit ankommt, mehr Zeit mit dem Kind verbringen zu wollen, schlag ihm vor, dass ihr zu dritt einmal die Woche auf Spielplatz o.ä. geht, wenn das Wetter halt passt. Da kann er dann für seinen Sohn sehr viel Präsenz zeigen, Du hältst Dich im Hintergrund und er hat Exclusivzeit ohne seine Eltern.

            Wenn der Wunsch nicht von ihm kommt, wird er das wohl ablehnen, aber Du hast es im Sinne des Kindes vorgeschlagen. Und das meine ich auch so, Eurem Kind wird das gut tun, wenn nicht die Großeltern sich zwischen Vater und Sohn schieben.

      Hallo,

      wie sieht denn deine berufliche Zukunft aus? Arbeitest du gar nicht? Hast du keinen Betuf, keine Freunde, kein Privatleben neben deinem Ehemann?

      Du schreibst, Du weißt bereits wohin du umziehen wirst (Hotel Mama). Hast Du denn dort schon einen Vollzeit/Teilzeitjob? Hast Du die Kinderbezreuung gesichert? Vielleicht bleibt das Kind besser beim Vater, in bekannter Umgebung und den liebenden väterlichen Großeltern. Dann kannst Du Vollzrit arbeiten und am Wochenende die selbstgewählte Entfernung überbrücken um dein Kind zu sehen.
      Nur mal als Gedankenanstoß
      Liebe Grüße Andrea

      • Hallo Andrea,

        seit ich vor 4Jahren hier hergezogen bin habe ich mir ein soziales Umfeld aufgebaut.
        Viele Freundschaften haben sich durch unseren Sohn ergeben (andere Mamas) und ich bin in das Stadtleben gut integriert (wahrscheinlich kenne ich mittlerweile mehr Leute hier, als mein Mann). Trotzdem bin ich hier vom Gefühl her nie wirklich angekommen und die Trennung begünstigt das nicht gerade.
        Ich war 3Jahre in Elternzeit (von mir und meinem Mann so bewusst entschieden) und arbeite seit einigen Monaten wieder Teilzeit. Ich habe einen Beruf, der mir grad sogar Auswahlmöglichkeiten bei der Stellensuche lässt und mir deswegen das Thema bei einem Umzug keine Sorgen bereitet.
        Der Kigawechsel wird da wohl die größere Herausforderung werden.
        "Hotel Mama" klingt recht einfach, ist aber eigentlich die letzte Option für mich. Wobei es wohl die Gegend wieder werden wird.

        Seit der Kleine auf der Welt ist liegt die Haupterziehungsaufgabe bei mir, deswegen ist es keine Option meinen Sohn hier zu lassen und ich denke, dass der Großteil aller Mütter das nachvollziehen kann. Und da mein Mann grad ehr Selbstverwirklichung und freie Zeiteinteilung seiner Freizeit vorzieht, war für ihn nie Thema, den Kleinen zu sich zu holen.

        Aber genau das ist ja gerade mein Dilemma!!

        Wie kann ich eine Entscheidung treffen, mit der alle Beteiligten zufrieden sind!?
        Wie kann ich unseren Sohn gut durch die Trennungszeit begleiten?

        Hast du auch eine Trennung erlebt? Hast du ein Kind/Kinder?
        Wie konntet ihr einen guten Umgang auf Elternebene findet, trotz der Trennungsgefühle?

        Schöne Grüße
        Caro

        • Hallo,

          nein, ich habe persönlich keine Trennumgserfahrungen (außer Trennungen in den ersten 29 Lebensjahren ????, aber das waren eben nur "Beziehungen" und keine Ehe.
          Wir sind seit 16,5 Jahren zusammen, seit 12,5 Jahren verheiratet und haben drei Kinder und sind beide berufstätig.

          Trotz Elternzeiten meinerseits (2x zwei Jahre) wäre auch mein Mann durchaus fähig die Kinder zu erziehen. Sollte ich z.B. versterben hätte ich da keinen Zweifel, dass er das schaffen würde. Zudem haben wir beide Jobs, mir denn wir alleine die Familie ernähren können.

          Du willst wegziehen, dein Ex stimmt dem zu - was willst Du da noch machen. Das Kind wird sich nach wenigen Jahren nicht mehr an seinen Vater erinnern können.

          Interesse am Kind sprichst Du dem Vater gänzlich ab.

          Liebe Grüße Andrea

          • Hallo Andrea,

            schade, dass das so hart rüber gekommen ist.
            Wie bereits erwähnt, verbringt mein Mann gern Zeit mit unserem Sohn und ich weiß, dass er ihn liebt. Es geht mir auf keinen Fall darum, meinem Mann unser Kind "wegzunehmen" und ihm (und dem Kleinen) damit zu schaden. Deswegen frisst mich mein schlechtes Gewissen auch auf, weil ich es uns allen recht machen will!
            Wahrscheinlich muss ich einsehen, dass es eine perfekte Lösung bei einer Trennung nicht geben wird. Ich hoffe, dass uns die Paartherapie/Trennungsbegleitung dabei helfen kann weiterhin gemeinsam gute Eltern zu sein.

            Ich danke dir für deinen Gedankenanstoß und freue mich gleichzeitig über einen Erfahrungsaustausch mit Frauen, die eine ähnliche Situation erlebt haben und meine Gefühle nachvollziehen können!

            Schöne Grüße #blume

    Ehrlich gesagt, mir würde es im Traum nicht einfallen, dem Kind erst die Trennung zuzumuten und anschließend 100km weit umzuziehen,
    Du nimmst ihm den regelmäßigen Kontakt zum Vater und zu den Großeltern.

    • Mir ist das nicht plötzlich im Traum eingefallen!
      Meine Familie und Freunde wohnen weit weg und da ich mir auch Gedanken mache,wie es mit mir weiter geht,bleibt die Überlegung nicht aus.

      Es ist keine leichte Entscheidung!
      Aber will ich tatsächlich in Zukunft auf die Hilfe meiner

      Ex-Schwiegereltern angewiesen sein?

      Mein großes Problem ist grad,wie ich mit dem schlechten Gewissen meines Sohnes gegenüber umgehen kann!
      Wie konnten andere Mamas das nach einer Trennung gut verkraften!?
      (mit Umzug und auch ohne)

Hallo!

Tut mir leid dass es Dich auch getroffen hat.

Ich bin in der gleichen Situation. Wir sind seit September getrennt, wohnen aber noch in einer Wohnung, weil ich noch keine gefunden habe. Unsere Tochter ist fast 4. Sie hat ein ganzes Jahr gebraucht bis sie sich im Kindergarten eingelebt hat, jetzt fühlt sie sich sehr wohl und knüpft endlich auch Freundschaften.

Ich bin wegen ihm hier her gezogen, meine Familie wohnt 80 km weit weg. Ich würde aber nicht wieder dort hin ziehen, ich würde niemals die kleine hier raus reißen. Ich werde hier im Dorf oder im Nachbardorf eine Wohnung mieten, mein Ex hat keinen Führerschein und ich möchte unbedingt dass die beiden Kontakt haben wann immer sie wollen. Ich hätte keine Lust sie jedes 2. Weekend zu ihm zu kutschieren. Außerdem kann er sich so kümmern wenn ich mal nicht kann, krank bin oder so.

Ich bin selbst Trennungskind und meine Mutter ist damals mit mir 100 km weit weg gezogen, so konnte ich meinen Vater gar nicht mehr sehen. Ich habe sehr darunter gelitten, das will ich meinem Kind ersparen.

Was ist denn so schrecklich da wo Du jetzt wohnst? Hast Du dort keine Freunde gefunden?

Ich habe mich mit anderen Muttis die ich aus dem Krabbelkreis kenne zusammen getan und wir gehen nun 1-2 mal im Monat auf die Piste oder mal Wellness machen. Wenn wir dann getrennt wohnen habe ich ja jedes 2. Weekend kindfrei, da passt das ganz gut. Meine Familie besuche ich 1-2 mal im Monat, ist ja nur eine Autostunde. Wir würden uns auch nicht viel öfter sehen wenn ich dort wohnen würde, es arbeiten ja alle.

Das muß natürlich jeder selbst wissen und kommt sicher auch auf die Situation an. Mein Vater wollte meine Mutter damals umbringen, da ist ja klar dass sie möglichst weit weg wollte. Aber wenn man sich ohne großen Streit trennt muß man nicht 100 km dazwischen haben. Du mußt für jede Unterschrift zu ihm fahren, mußt wenn er sich querstellt Dein Kind immer zu ihm bringen, das wäre mir zu viel.

Jetzt ist alles noch ganz frisch, warte erst mal ab wie es sich entwickelt. Ich glaube auch nicht dass ein Vater freiwillig zustimmt dass sein Kind so weit weg zieht. Macht die Therapie, dort werdet ihr lernen in Ruhe über alles zu reden. Bei uns war das Thema in 10 Minuten besprochen, ich habe gesagt ich gehe, er hatte nix dagegen, fertig. Ich war sehr geschockt weil ich ihn eigentlich nur aufrütteln wollte, aber nu weiß ich sicher dass er mich nicht mehr liebt und ich aufhören kann zu kämpfen.

Ich wünsche Dir und Deinem Kleinen alles Gute und viel Kraft.

LG
Sunny

  • Hallo Sunny,
    Danke für deine Antwort!
    Das beschäftigt mich auch sehr,dass ich meinen Sohn bei einem Wegzug aus seinem gewohnten Umfeld reisen würde.
    Gleichzeitig denke ich,dass er sich jetzt leichter umgewöhnen kann,als in ein paar Jahren. Also,wenn ich jetzt den Schritt nicht wage,dann muss ich hier auf ewig bleiben!
    Ich habe hier mittlerweile Freunde und bin im Verein aktiv,gleichzeitig ist meine Heimat weit weg und auch die Menschen,die mir nahe stehen!
    Grobe Planung ist,dass wir hier getrennte Wohnungen suchen (mein Mann wohnt grad bei seinen Eltern) und ich erstmal bleibe!
    Zum einen ist es für mich im Alltag einfacher mit Kinderbetreuung usw. anderseits bricht es mir ein bisschen das Herz.
    Ich muss mich wohl in Geduld üben und lass mir es grad offen,dass ich in Zukunft immernoch weggehen kann!
    Schöne Grüße ????

Hallooo....

Lass' Dich hier nicht noch mehr verunsichern. Bei Trennungsfragen hast Du immer eine Menge Kritiker, die Dich für alles verurteilen, was Du tust. Das ist nur zusätzlich belastend in der Situation (in der ich mich übrigens auch vor 10 Jahren befunden habe).

Es ist doch toll, dass Du und Dein Mann noch miteinander reden könnt und sogar eine Beratung in Anspruch nehmt, um eine gute Lösung zu finden. So etwas findet man nicht allzu häufig. Und es ist nur gut für euer Kind, wenn es sieht, Mama und Papa hassen sich nicht, sie wollen nur nicht mehr zusammen wohnen.

Mir ging es damals ähnlich - ich war wegen meinem Mann umgezogen, sogar mehr als 100 km, und dort irgendwie auch nie richtig angekommen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dort ganz alleine mit Kind zu leben, eine Scheidung durchzustehen und evtl. sogar von allen gemeinsamen Bekannten und Verwandten väterlicherseits gemieden zu werden.

Das habe ich aber erst gemerkt, als ich angefangen habe, mir Wohnungen anzusehen. Ich habe mich total beklommen gefühlt bei dem Gedanken, dort einzuziehen.

Ich bin letztendlich in meine Heimat zurückgezogen. Das hat mir ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gegeben und auch sicherlich die schwelenden Streitereien mit meinem Mann beruhigt. So konnte ich auch eine bessere Mutter sein. Im Nachhinein denke ich, dass es für das Kind gar nicht so furchtbar war. Mein Mann hatte sich sowieso nur sporadisch um es gekümmert, war die meiste Zeit wegen Job oder Freizeitgestaltung außer Haus. Daher war es gar nicht eine so große Umstellung. Mein Kind war aber auch erst knapp 2 bei der Trennung.

Mein Kind und mein Ex-Mann haben regelmäßigen Besuchs-Kontakt (natürlich nicht so oft wie wenn man im gleichen Ort wohnt, aber das hätte bei meinem Mann wegen des Zeitmangels und seinen vielseitigen anderen Interessen sowieso nicht geklappt), telefonieren oder senden auch mal was per Post. Ich habe nicht das Gefühl, dass es meinem Kind schlecht geht damit.

An die Zeit vor der Trennung erinnert sich mein Kind gar nicht mehr. Als ich ihm mal davon erzählte, fragte es ganz erstaunt: "Echt, Mama, hast Du mal beim Papa gewohnt???"

Ich will das Ganze nicht verharmlosen (bin selber ein Trennungs-Kind, war 15 bei der Trennung und fand das Ganze überhaupt nicht toll), aber man muss sich auch nicht von anderen Usern dafür verurteilen lassen, nur weil man erwägt, nach der Trennung zurück in die Gegend zu ziehen, in der man sich wohl und heimisch fühlt. Wenn man selbst unglücklich ist, überträgt sich das auch auf das Kind. Vielleicht würde ich Dir anders raten, wenn Dein Kind schon im Schulalter oder gar Teenager wäre und einen festen Freundeskreis sowie eine starke Bindung an Vater, Heim und Gegend hätte.

Du machst Dir ja voll viele Gedanken und Gewissensbisse. Wenn Ihr als Paar euch einig seid, Dein Mann nichts dagegen hat - dann tu's einfach! Dein Sohn merkt viel eher Deine unglückliche und grübelige Stimmung und ist dadurch verunsichert. Veränderungen passieren in allen Familien, meist passen sich Kleinkinder dem sehr schnell und kritiklos an. Sie müssen sich nur sicher, geliebt und geborgen fühlen und das Gefühl haben, es ist alles in Ordnung.

Denke mal an die Familien, bei denen der Vater oft wochenlang/monatelang im Ausland arbeiten muss. Oder bei denen der Vater ständig in eine andere Stadt versetzt wird und die ganze Familie mitziehen muss. Oder der Vater sich trennt und selber sehr weit wegzieht, zu seiner Neuen. Oder gar verstirbt...

Veränderungen gehören zum Leben. Ich denke, bei ca. 100 km Abstand und friedlichem Auseinandergehen sollte ein regelmäßiger Besuchskontakt möglich sein. Es ist vielleicht sogar angenehmer für das Kind, wenn es regelmäßige schöne Papa-Besuche gibt, der Alltag aber strukturiert und gleichmäßig ist (--> Geborgenheit durch Rhythmus). Ich kenne getrennte Eltern, die die Kinder ständig und völlig unregelmäßig hin- und herschieben, oder das sogenannte "Wechsel-Modell" haben, und erlebe die Kinder als eher unausgeglichen, nervös, aggressiv oder weinerlich. Andere Familien haben das "jedes 2. Wochenende und Ferien-Modell" und die Kinder machen auf mich einen selbstbewußten und gesunden Eindruck. Sie erzählen meist stolz ihren Freunden "Nee, Du, am Wochenende kann ich nicht, da bin ich schon mit meinem Papa verabredet". Oder: "Weißt Du, was ich in den Ferien mit meinem Papa gemacht habe?"

Lange Rede, kurzer Sinn: Einigt euch als Erwachsene, schließt innerlich Frieden damit und zeigt eurem Kind, dass ihr es liebt und dass alles in Ordnung und sicher ist. Das ist meine Erfahrung... Denn aufhalten lassen sich die Ereignisse ja nicht, auch nicht durch Grübeln oder schlechtes Gewissen.

Viel Mut und viel Kraft wünsche ich euch!

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