Unterhaltspflicht und Elternzeit

    • (1) 09.05.17 - 13:48

      Hallo, hat jemand Erfahrung mit folgendem Sachverhalt: Mein Ex ist unseren 2 Kindern unterhaltspflichtig und wird jetzt, und nächstes Jahr jeweils 1 Monat gleichzeitig mit der Mutter des Babys in Elternzeit gehen.
      Welchen Einfluss hat dies ggf. auf die Unterhaltshöhe?

      • (2) 09.05.17 - 14:06

        Er muss den bisherigen Unterhalt weiter zahlen.

        Es kann nur sein, dass er den Unterhalt neu berechnen lässt, da er jetzt (oder bald) ein 2. Kind hat.

        (3) 09.05.17 - 14:13

        Keinen. Dein Ex darf den Kindesunterhalt nicht verringern, weil er in Elternzeit geht.

        Der Unterhalt kann je nach finanzieller Situation jedoch sinken, weil er ein weiteres Kind bekommt.

        • (5) 09.05.17 - 15:37

          "Der Unterhalt kann je nach finanzieller Situation jedoch sinken, weil er ein weiteres Kind bekommt."

          Nunja, ich würde eher sagen "Wird sehr sicher sinken" - zumindest wenn der aktuelle KU korrekt berechnet ist. Durch das zusätzliche Kind kommt er ja mindestens eine Tabellenstufe niedriger.

          • (7) 09.05.17 - 17:09

            Stimmt, ich hatte irgendwie in Kopf, dass das neue Kind das zweite Kind ist, nicht das dritte. Vermutlich persönliche Situation.

            • (8) 09.05.17 - 18:25

              Kein Problem. Hätte sich dennoch was geändert, da er dann vorher 1 Stufe mehr bezahlen hätte müssen. Ich bekomme keinen Unterhalt.

          Da täuscht du dich gewaltig. Der Zahlbetrag sinkt beim 3. Kind nur minimal (um 3 Euro pro Kind), es kommt halt ein weiterer Unterhalt für das neue Kind dazu. Nur wenn es zu einer Mangelfallberechnung kommt, wird der zur Verfügung stehende Betrag auf die Kinder (nach Altersgruppe) aufgeteilt.

          • (10) 09.05.17 - 19:08

            Stimmt so nicht.

            Mal angenommen, der KV hat bisher nach Gehaltsstufe 4 gezahlt. Jetzt hat er nicht 2 sondern 4 unterhaltsberechtigte Personen (3 Kinder plus Mutter des Babys). Dann sinkt der Unterhalt um 2 Gehaltsstufen auf Stufe 2. Somit zahlt er pro Kind aus erster Beziehung ca. 50 Euro weniger.

            LG Küstenkönigin

            • (11) 11.05.17 - 16:18

              Hallo,

              nein, die Vorposterin hat Recht, zumindest bei dem 3. Kind.

              Fallbeispiel:

              KV zahlt für Kind 1 und 2 jeweils 246 € Unterhalt. Das 3. Kind bekommt nur noch 243 €. Das liegt aber daran, dass das Kindergeld ab dem dritten Kind um 6 Euro höher ist.

              • (12) 11.05.17 - 17:25

                Nein, weil es zwar sein 3. Kind, aber das 1. Kind seiner Freundin ist.

                (13) 11.05.17 - 21:55

                Es geht dabei nicht primär um die paar Euro Unterschied für das 3. (Zähl-)Kind, sondern darum, dass die Eingruppierung in die Gehaltsstufen lt. DDT sich deutlich ändert. Wenn ein Kind geboren wird um 2 Stufen nach unten, weil ZWEI Personen, die unterhaltsberechtigt sind, dazu kommen.

                Und das macht eben für die bisher Unterhaltsberechtigten ca. 50-60 Euro pro Person aus. Das heißt, die "alte Familie" bekommt ca. 100-120 Euro weniger als bisher an KU.

                LG

                • (14) 12.05.17 - 07:15

                  Hallo,

                  Das ist so nicht ganz richtig und muss nicht zwingend sein. Warum denn 2 Stufen? In den meisten Fällen die ich kenne, war es immer nur eine Stufe. Die Mutter erhält ja Elterngeld, wenn das über dem Selbstbehalt ist, bleibt es bei einer Stufe.
                  Es handelt sich dann um 20-25€ pro Kind weniger an Unterhalt.

                  LG

                  • (15) 12.05.17 - 08:57

                    Erstens das und dann ist es auch noch so, dass die Mutter nur UH-berechtigt ist, wenn sie sich trennen würden. Das hat mir meine Anwältin gesagt.

                    • (16) 12.05.17 - 12:55

                      Dann irrt deine Anwältin, oder ihr habt euch falsch verstanden.
                      Selbst unsere Gerichte müssen einsehen, das eine Mutter die mit dem KV zusammen ist nicht nur von Luft und Liebe leben kann, sondern genau die selben Bedürfnisse hat wie eine getrennte KM.
                      Ergo wird sie natürlich auch ganz normal in der UH-Berechnung berücksichtigt.

                      (17) 12.05.17 - 13:25

                      Da liegt deine Anwältin falsch. Die Mutter ist ab sechs Wochen vor der Geburt unterhaltsberechtigt, egal ob getrennt oder nicht.

                      Und als Unterhaltsberechtigte und somit für die Eingruppierung in die DDT zählt sie mit. Deshalb kommen bei der Geburt eben auch ZWEI Unterhaltsberechtigte dazu und nicht eine.

                      Sie ist allerdings im Rang hinter den drei Kindern, das heißt, nur wenn alle Kinder wenigstens den Mindest-KU bekommen, bekommt sie auch tatsächlich Geld.

                      LG

                      • (18) 12.05.17 - 13:29

                        Ergänzung: Elterngeld ist weniger als voriges Gehalt. Deshalb muss ein solventer Vater des Kindes die Differenz zum vorigen Netto ausgleichen. Daher ist die unverheiratete KM in den ersten drei Jahren immer unterhaltsberechtigt.

                        • (19) 12.05.17 - 16:36

                          Dazu sagt das JA, ab Selbstbehalt fällt dieser Abzug weg. Darüber hinaus gibt es auch noch Wohnvorzeil, etc. einzuberechnen.

                          • (20) 12.05.17 - 20:33

                            Richtig. Es geht nicht tiefer als Stufe 1. Wenn bei Stufe 1 das Gehalt nicht für alle Kinder ausreicht, muss eine Mangelfallberechnung gemacht werden. Dann geht die Mutter leer aus, weil sie nur im zweiten Rang steht.

                            Aber angenommen, der Vater von bisher 2 Kindern zahlt nach Stufe 5 und bekommt ein Kind mit neuer LG, muss dann für alle Kinder nach Stufe 3 zahlen, weil eben 2 neue Unterhaltsberechtigte dazu kommen.

                            LG

          Ich weis ja nicht von welcher Tabelle DU ausgehst, aber in der DDT dich ich habe gibt sehe ich auf die Schnelle keinen Stufen-Unterschied unter 20€. Das kann ja schon deshalb nicht sein da der Zahlbetrag sich in Stufen von mind. 5% des Mindestunterhalts erhöht. Bei 3€ müsste der Mindestunterhalt demnach 60€ Betragen ....

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