Alleinerziehend und konfliktreiche Elternschaft

    • (1) 10.06.17 - 20:14

      Hallo an alle!

      Ich habe mich neu hier angemeldet in der Hoffnung, dass die Erfahrung anderer mir etwas auf meinem Weg helfen können.

      Ich bin seit 4 Monaten Mama eines Mädchens und seit Beginn der Schwangerschaft vom Papa getrennt. Er forderte von mir die Abtreibung und als ich klar gemacht habe, dass ich das nicht will, kam die Trennung und er begann mit Stalkingverhalten. Nach 5 Monaten wurde es für mich so schlimm, dass ich ein richterliches Kontaktverbot beantragt und auch bewilligt bekommen habe.

      Soweit hält er sich dran. Er hat sogar mittlerweile die Vaterschaft anerkannt und gegenüber dritten geäußert, dass er sie auch kennenlernen will. So weit so gut...

      Mein Problem ist, dass mir der Mann große Angst macht. Ich möchte ihn nicht in meine Wohnung lassen. Er hat u.a. versucht in mein Wohnhaus einzubrechen und bei dem Gedanken, ihn hereinzulassen, fühlt es sich für mich an als würde ich dieses Verhalten von ihm auch noch belohnen. Mord- Und Selbstmorddrohungen sind immer noch in meinem Hinterkopf und die massiven Beleidigungen tun ihr übriges.

      Ich habe mittlerweile ein Beratungsangebot der Diakonie wahrgenommen, Aber wirklich weiter hat mich das auch nicht gebracht. Ich kann für mich selber nicht vorhersehen, wie ich reagieren werden, wenn ich wieder auf ihn treffe. Da sind so viele Ängste, die seine Aktionen nach der Trennung ausgelöst haben. Und da sind diese Vorwürfe in mir, warum ich mich in diesem Menschen so geirrt habe und nur durch unsere Tochter auf ewig mit ihm verbunden sein muss.

      Noch ist das Näherungsverbot wirksam, aber er möchte sie danach kennen lernen.

      Kann mir hier jemand, der die gleiche oder ähnliche Situation durchgemacht hat, Tipps geben? Wie habt ihr das bewältigt? Wie seid ihr mit dem Mann umgegangen?

      Ich danke euch, auch wenn's vielleicht nur fürs Lesen ist

      Stellerella

      • Ich merk gerade, dass ich noch viel mehr schreiben wollte, aber das sprengt wohl den Rahmen und ich hebe es mir für die nächsten Woche auf ;)

        Ich an Deiner Stelle würde mich an eine Opferschutzorganisation mit erfahrenen Fachkräften wenden. Beispielsweise der Weiße Ring. Dort wirst Du erstens unterstützt und kannst zweitens darum bitten, dass man Dich bei den Treffen, die in der Öffentlichkeit stattfinden sollten, begleitet.
        Falls das nicht klappt wende Dich an den Kinderschutzbund. Die machen auf jeden Fall begleitete Umgänge.

        Du solltest auf keinen Fall alleine und direkt mit ihm interagieren, weder persönlich noch schriftlich.

        Hallo stellerella,

        für mich ist es verständlich das du mit diesem Menschen keinerlei Kontakt mehr möchtest.

        Ich denke aber das er leider einen Kontakt mit deiner Tochter durchsetzen kann. Ich würde dir raten auf einen betreuten Umgang zu bestehen. Ihn nicht in deine Wohnung zulassen und wenn möglich den Kontakt über eine dritte Person regeln lassen.

        Mach dir keine Vorwürfe weil du dich bei ihm so geirrt hast. Du konntest nicht ihn hinein sehen. Anfänglich zeigt sich jeder von seiner besten Seiten.

        Versuch ihn so weit es geht aus deinem Leben heraus zulassen.

        Versuch jemand zu finden mit dem du sich über das Erlebte austauschen kannst und friss es nicht in dich hinein.

        Freundliche Grüße

        blaue-rose

        • Lieben Dank für eure Antworten

          Ich hatte mich in der Schwangerschaft schon an den weißen Ring gewandt, die Dame hatte mir auch einen Anwalt wegen der Verfügung vermittelt, aber sie kann bei Umgängen leider nicht helfen, weil sie das Ortsbüro alleine betreibt.

          Das Jugendamt hat mich an die Diakonie vermittelt. Die würden auch beim Umgang helfen, aber halt nur, wenn beide Eltern mitmachen und dann auch nicht ewig.

          Es ist ja nicht das Problem jemanden zum Reden zu haben. Sondern dass mein Vertrauen in diesen Mann als räsonabel handelnden Menschen zerstört wurde. Wie kann man sowas wieder kitten? Ich kann doch mein Kind nicht jemandem anvertrauen, dem ich nicht vertraue, der keine Berechenbarkeit an den Tag legt. Das ist alles sehr schwer.

          • Er bekommt ja das Baby auch nicht einfach alleine ausgehändigt, dafür dient ja der begleitete Umgang. Er kennt das Kind nicht und das Kind kennt ihn nicht, da musst Du noch gar nicht daran denken, dass Du ihm vertrauen müsstest. Vielleicht verliert er auch nach wenigen Treffen das Interesse wieder?

            Jetzt ruf mal noch den Kinderschutzbund an und mach einen Termin aus, die sollen sich die Geschichte mal anhören. Die haben sicherlich mit zerstörtem Vertrauensverhältnis auch Erfahrung, die vermitteln ja auch Umgänge nach gewalttätigen Ehen.
            Außerdem wird dann sicherlich auch genauestens darauf geachtet, ob der Vater überhaupt geeignet ist, mit dem Kind Umgang zu haben. Bei denen geht es ja immer zuerst um das Kindeswohl, aber dazu braucht es eben auch eine gewisse Basis zwischen den Eltern.

            • Das ist wohl mein Hauptproblem. Ich denke zu viel und zu weit voraus. Hat mir ne Freundin letztens auch schon vorgehalten.

              Ich lass dann die Dinge auf mich zu kommen. Der KSB möchte erst mit einbezogen werden, wenn der Papa sich gemeldet hat. Da hat die Sozialarbeiterin ähnliches gesagt à la vielleicht will ja gar keinen Umgang, wenn er mich nicht bekommt.

              Naja, kommt Zeit kommt Rat.

              • Naja in dem Fall wie bei Dir ist es eben wichtig, ein wenig vorauszudenken und einen Plan zu haben, für den Fall, er meldet sich tatsächlich. Das kann man Dir nicht übel nehmen. Und wenn der DKSB wirklich dann tätig wird, rate ich Dir, dort auch den Umgang begleiten zu lassen.

                Und in der Zwischenzeit hast Du selbst hoffentlich auch (professionelle) Unterstützung, um das Geschehene weiter zu verarbeiten.

                • Ich muss sagen, dass die bisherige "Professionelle Unterstützung" eher mau war. Bei der Diakonie könnte ich zwar meine Sorgen und Ängste erläutern. Aber irgendwie wurde das alles an die Anwesenheit des Kindsvaters geknüpft, deswegen war ich damit nicht so glücklich und hab mich an dieses Forum gewandt.

                  Heute beim KSB ähnlich...

                  Manchmal möchte ich den Leuten mein Stalkingtagebuch um die Ohren klatschen, das wollt ich schon, als ich wegen ihm ständig die Polizei rufen musste. Oder dass diese Leute das einfach mal selbst durchleben, bevor sie Beratungen anbieten.

                  • Ich meinte gezielt eine Therapie für Dich, die Dir hilft das Geschehene zu verarbeiten.
                    Das Problem ist, jeder, auch die Justiz wird eine klare Trennung zwischen dem Verhalten des Vaters Dir gegenüber und dem Verhalten als Vater seines Kindes machen. Es gibt eine Paarebene und eine Elternebene.

                    Was Du brauchst ist Opferhilfe für Dich durch eine Fachperson, mit der Du Dich regelmäßig triffst. Und wenn sich der Vater meldet und Umgang will, brauchst Du zusätzlich noch Personen, die Dir dabei helfen.

      Hi,

      ich würde versuchen soweit so weit wie möglich wegziehen.
      Bevor ich ständg in Angst leben würde, informiere dich darüber, woanders neu anzufangen.
      Weisser Ring, etc. kann dich hier beraten oder geh zu einem Familienanwalt.

      Ist schwer die Umgebung zu verlassen aber diesen Stress würde ich meinem Kind und mir nicht antun wollen.

      lg
      lisa

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