Frisch Alleinerziehend. Ich brauche mal euren Rat.

    • (1) 26.06.17 - 11:14

      Hallo ihr Lieben.

      Falls diese Art von Frage schon öfters kam bitte ich sie zu entschuldigen.

      Mein Mann und ich haben uns getrennt, unsere Tochter ist 22 Monate alt. Wir Eltern haben untereinander ein gutes Verhältnis, es gibt keinen Streit. Und unsere kleine liebt ihren Vater sehr. Er kann alles machen, was ich auch mache. Also Baden, ins Bett bringen, sie bleibt problemlos alleine mit ihm.

      Nun zum Kern. Er wird ja demnächst ausziehen und richtet auch ein Kinderzimmer für sie ein, da er auch möchte das sie dort die Wochenenden verbringt.

      Ist sie da zu klein zu?! Was sind da eure Erfahrungen?

      Bis auf 2 Urlaube hat sie nachts noch nie woanders geschlafen. Tagsüber kennt sie das von der Tagesmutter.

      Wie war das alles für euch? Auch wenn wir uns sehr friedlich und freundschaftlich getrennt haben, ist das doch alles sehr schwer für mich und ich könnte heulen. Mache mir Vorwürfe das unser Kind in einer kaputten Familie aufwachsen muss...:-(

      Danke fürs Lesen!!

      • Hallo, Trennung ohne Streit friedlich und freundschaftlich ist doch schon mal ne gute Basis.

        Ich denke, so wie Du seinen Umgang mit ihr beschreibst, ist Deine Tochter bei ihrem Vater genauso gut aufgehoben, wie bei Dir. Gut wären im Moment kurze Abstände, sie ist ja doch noch sehr klein. Wenn das möglich ist. Meine ist von Donnerstag bis Sonntag beim Papa und Sonntag bis Donnerstag bei uns. Ich hätte auch einer 50/50 Regelung zugestimmt, aber der Papa kann sie in der Woche nicht betreuen und war damit einverstanden, dass sie jetzt noch nicht in die Krippe soll.

        Da ich zu Hause bin, betreue ich sie also in der Woche. Am Freitag ist sie bei der Mutter des Vaters betreut.

        Bis jetzt läuft das gut so.

        Wichtig ist bei unserer Tochter immer, dass sie im Voraus Bescheid weiss, was passieren wird. Am Abend vorher sage ich ihr immer, dass morgen der Papa kommt und sie abholt und sie dann ein paar Tage bei ihm ist. Und dass wir sie dann wieder abholen.

        LG und Ihr schafft das!

        Hallo,

        Ich bin seit Februar allein erziehend und das Verhältnis zwischen meinem Mann und mir ist in dieser Zeit zunehmend schlechter geworden, nichtsdestotrotz ist er ein toller Vater für unsere Tochter (21 Monate) und die beiden lieben sich abgöttisch. Kommendes Wochenende wird sie zum ersten Mal 3 tage am Stück bei ihm verbringen (hatten bisher auf Grund komplizierter Umstände eine Umgangsregelung ohne Übernachtung). Ehrlich gesagt bin ich etwas nervös, wenn ich daran denke aber das sind nur meine persönlichen, irrationalen Bedenken. Ich denke auch, ihr habt sehr gute Voraussetzungen, um die Trennung für eure Tochter so unkompliziert wie möglich zu gestalten und beide eine tolle Bindung zu ihr aufrecht zu erhalten. Ich bin ja der Überzeugung, dass die Kleinen das viel besser verarbeiten, als wir uns das vorstellen ;)

        • Achso, noch was zu den Vorwürfen, die du dir machst: ich kann das völlig verstehen, hatte ich anfänglich auch, man will schließlich das beste für sein Kind und in meinen Augen war das beste eben immer eine "heile Familie". Jetzt, nachdem eine gewisse Zeit vergangen ist, merke ich, dass meine Tochter sich sehr positiv entwickelt hat, sie wirkt viel ausgeglichener und ruhiger, vor der Trennung war sie oft laut und aggressiv. Und auch wenn wir nie offen vor ihr gestritten haben, bin ich sicher, dass sie viel mehr von der Stimmung zwischen uns mitbekommen hat, als wir uns vorstellen konnten.

          Also, mach dir keine Vorwürfe, wenn eine Trennung sauber und verantwortungsbewusst vollzogen wird, kann sie für die Kinder besser und gesünder sein als eine Beziehung, die nur wegen der Kinder fortgesetzt wird und in der die Eltern unglücklich sind.

          Liebe Grüße

      Sohnemann war bei der räumlichen Trennung so 21 Monate... Wir haben sofort im Wechselmodell betreut und alle 2-3 Tage gewechselt.
      Hat problemlos geklappt, aber ich weiß nicht ob es daran lag, dass er seinen Vater weiterhin regelmäßig gesehen hat.

      Die Vorwürfe die man sich macht, hören wohl nie auf, aber ich verspreche dir, sie sind nicht immer präsent ;-)
      Besser so als eine Beziehung zu führen, die keine Partnerschaft ist.

      Meine Vorrednerinnen hab ja schon einiges gesagt. Und ich möchte dir noch was anderes ans Herz legen.

      Als ich mit meinem Sohn schwanger wurde, führte ich mit dem Papa keine Beziehung. Wir waren gute Freunde, die gelegentlich... und dann gab's ne Panne und der kleine Mann war auf dem Weg. Er ist jetzt 6 und seit seiner Geburt leben wir das Wechselmodell. Auch wenn wir nie zusammen waren, leben wir unser Leben als gleichberechtige Eltern vom gleichen Kind. Das macht uns zur Familie. Sicherlich keine die im Lehrbuch steht, aber es ist Familie. Daran ist nichts kaputt oder verkehrt.

      Das Leben ändert sich ständig und es ist in Ordnung, sich zu trennen. Es kann neue Möglichkeiten eröffnen. Aber bitte verwehre dir diese Möglichkeiten nicht, indem du das neue Leben, was ihr jetzt angeht, als "kaputt" ansiehst. Es ist neu und anders. Das kann Angst einflößen. Aber wenn ihr euch weiterhin als Eltern versteht, dann ist zu meistern.

      Ich wünsche dir viel Glück :)

      • " Er ist jetzt 6 und seit seiner Geburt leben wir das Wechselmodell. Auch wenn wir nie zusammen waren, leben wir unser Leben als gleichberechtige Eltern vom gleichen Kind"

        Sehr schön. Wieviel einfacher wären diese ganzen Trennungen wenn die meisten so eine Einstellung hätten. Gleichberechtigte Eltern....

Top Diskussionen anzeigen