Wo fange ich an?

    • (1) 07.10.17 - 09:18

      Seit Donnerstag bin ich von meinem Mann getrennt,er möchte nicht mehr.
      Ich brauche mal ein wenig Rat,wo ich jetzt anfange und wie es läuft,für mich und die Kinder (3,fast 8 und fast 13)
      Wir sind vor 2jahren wegen seiner Arbeit hierher gezogen,400km trennen uns zur Familie.Wir bewohnen hier ein Haus zur Miete,was ich natürlich nicht behalten kann.
      Bezahlbare Wohnungen gibt es hier nur sehr schwer.
      Nächste Woche würde ich also erstmal zum Jobcenter gehen,war mein Plan und mir da soweit alle Infos holen.Denn ich weiss nicht,ob wir hier bleiben wollen oder besser können oder zurück gehen zur Familie.Da legt er mir schon mal keine Steine in den Weg,aber das ist nur möglich,wenn ich den Umzug auch finanziell schaffe.Wir haben keine Rücklagen.
      Hier bleiben ist generell erstmal schwer wegen der hohen Mietkosten,ich habe keinen Führerschein und hier braucht man das schon ,wenn man überall weiter weg zum Arzt zb muss oder eben wenn man dann weiter weg eine Arbeitsstelle suchen muss.Zudem bin ich hier völlig alleine.Ich habe in den 2jahren noch nicht wirklich Kontakte knüpfen können.
      Meine Kinder sind endlich soweit hier angekommen,eigentlich spricht vieles fürs hier bleiben.Gut,meine Tochter würde schon zur Familie zurück wollen,sie ist bald 13j.Aber das ist auch wegen der Wut,die sie derzeit auf ihren Vater hat.
      In der alten Wohngegend haben wir derzeit noch eine ETW,die seit 1 jahr zum Verkauf steht.Vor einigen Jahren war mein Mann schon mal arbeitslos und da wurde die Miete übernommen.
      Jetzt ist es aber so,das wir normalerweise umschulden müssten,weil die erste Finanzierung schon durch ist.Ist es möglich,das ich mit den Kindern dort wieder einziehe,unter den Umständen? Das ist vielleicht eine freche Frage,aber die Rate wäre nicht höher als eine andere Wohnung zur Miete.Nur halt,das ich vorerst keine Rücklagen bilden kann.
      Beruflich muss ich absolut von vorne anfangen.Ich war immer zuhause,ich habe nach der Ausbildung nicht gearbeitet.Das war natürlich ein großer Fehler.Aber ist jetzt nicht mehr zu ändern und ich muss sehen,wie wir unser Leben zukünftig auf die Reihe bekommen.
      Ich weiß wohl,das ich Unterhalt für die Kinder und Kindergeld bekomme und dann evtl. Den Regelbedarf für mich und den Mehrbedarf.Evtl. anstelle dessen Wohngeld beantragen,ist das richtig?
      In der Ehe wurden einige Kredite abgeschlossen,das wird dann wohl bei ihm vom Einkommen abgezogen für die Berechnung des Unterhaltes?

      Ich würde halt gerne so schnell es geht umziehen,da es hier einfach so nicht zumutbar ist.Die Kinder leiden extrem darunter und ich natürlich auch.
      Wie läuft das jetzt ab,wann muss ich zum Anwalt (wird das irgendwie übernommen?) und was muss ich noch beachten?
      Ich hoffe,das war jetzt nicht so wirr und wenigstens die wichtigsten Infos.
      Ich wäre sehr dankbar über Tipps und Infos,wie es jetzt laufen muss.
      lg Julia

      • Hallo,

        die Schritte wären:
        1. Unterlagen zusammensuchen, Unterhalt berechnen lassen bzw.
        2. damit bewaffnet ALG2 beantragen, dort wird dann auch berechnet, was dein Mann zahlen müsste. Achtung, er hat nur noch bis Dezember Steuerklasse 3, danach die 1.
        3. Suche dir irgendeinen Job, wenigstens für ein paar Stunden, um wieder Fuß zu fassen.
        4. Wie sieht die Betreuung an dem Ort aus, in den ihr zurück ziehen wollt.
        5. Die Eigentumswohnung dürfte vorübergehend kein Problem sein. M. E. kann statt Wohngeld ein Lastenzuschuss beantragt werden. Dann würdest du in erster Linie Unterhalt für die Kinder, ggf. Unterhalt für dich, Kindergeld und den Lastenzuschuss bekommen.
        http://www.wohngeld.org/lastenzuschuss.html

        Wichtig: Unterhalt durch deinen Mann hat Vorrang vor Sozialleistungen.

        Das sind meine ersten Ideen, auf dem sozialrechtlichen Gebiet sind hier Andere bewanderter.

        LG

        • Vielen Dank schon mal.
          Das mit dem Lastenzuschuss kannte ich noch gar nicht,das wäre natürlich sehr hilfreich.
          Wie es mit dem Kindergarten im Heimatort aussieht,weiß ich leider noch nicht.Ich weiß von früher,daß Plätze schwer zu bekommen sind.Wie es für Zugezogene aussieht,weiß ich nicht,aber das kann ich dann auch telefonisch vorab erfragen.Ansonsten hätte ich notfalls familiäre Unterstützung,wenn ich zB einen Minijob für vorerst finden würde.Bis er dann in den Kindergarten könnte und ich dann nach etwas besserem suchen kann,oder möglicherweise eben eine neue Ausbildung starten kann.
          Im Heimatort lebt auch mein großer Sohn,er ist damals beim Umzug bei seinem Vater geblieben.
          Ich bin halt sehr unentschlossen,was jetzt das richtige ist.Ich möchte meinen Kindern zwar den Vater nicht vorenthalten,aber ohne jegliche Unterstützung hier,wird es nicht leicht.Dennoch fühle ich mich hier mittlerweile einfach wohl,ich finde es ist das deutlich bessere Umfeld zum aufwachsen für die Kinder.Mein fast 8j Sohn ist recht sensibel und hat lange gebraucht,um hier anzukommen.Und jetzt müsste ich alle wieder raus reißen.Wobei meine Tochter ganz klar sagt,das sie wieder zur Familie möchte.Was ich auch verstehen kann.Wir sind hier eben sehr alleine.Mein Mann arbeitet ja soviel,das er sowieso meist nur am WE Zeit mit den Kindern verbracht hat.
          lg Julia

      Hallo Julia,

      anschließend an meine Vorschreiberin:

      Unterlagen nicht nur zusammen suchen, sondern alles was wichtig werden könnte auch kopieren/scannen (Gehaltsabrechnungen, Konto-Auszüge, Verträge etc.)

      ich sehe in der ETW jedoch ein potentiell großes Problem - Finanzierung, Grundbuch etc.

      richtig ist, es gibt auch für ETW Leistungen von staatlicher Seite, aber nur !!!, wenn die ETW auch selbst bewohnt wird, insofern könntest Du dort auch wieder einziehen ....

      jetzige Mietwohnung - wenn beide den Mietvertrag unterschrieben haben, kann auch nur gemeinsam gekündigt werden - das JC muss die Miete zunächst für 6 Monate übernehmen, auch wenn diese nicht angemessen ist.

      der Mindestunterhalt für die Kinder = 246,-- + 297,-- + 364,-- €, ggf. auch Trennungsunterhalt für Dich, das hängt aber alles von seinem Einkommen ab, ehebedingte Schulden sind i.d.R. zu berücksichtigen, zumindest dann, wenn der MKU für die Kinder gesichert ist.

      Anwalt - Du musst noch keinen haben, ist in der Situation aber sicher angebracht, mangels Einkommen gibt es Beratungsscheine, nicht jedoch für alles was mit dem Unterhalt für die Kinder zu tun hat, denn dort hast Du einen Anspruch auf kostenlose Beratung durch das Jugendamt

      soweit für den Anfang

      LG

      • Ich könnte auch nicht hier raus,wenn er weiterhin die Miete zahlt? Ich weiß gerade gar nicht mehr,ob wir gemeinsam unterschrieben haben.Das schaue ich gleich mal direkt nach.Ich war ja damals 400km weit weg,daher kann es sein,das er alleine unterschrieben hat.
        Notfalls kann er aber ausziehen und ich kann erstmal hier bleiben bis ich eine andere Wohnung gefunden habe?
        Er verdient soweit nicht schlecht,der Unterhalt für die Kinder wird also vermutlich kein Problem.
        Was mir noch unschlüssig ist,wie das alles weiter zu tragen ist.Die Kredite könnte ich anteilig ja gar nicht bedienen,zwei davon sind fürs Auto.Ich vermute das wird er schnell wieder verkaufen,da es erst im sommer angeschafft wurde und er diese Größe ja dann nicht mehr benötigen wird,wenn wir nicht mehr da sind oder er eben nur die Kinder abholt.

        Wie das mit der ETW liefe,ist mir auch noch schleierhaft.es müsste eine Umschuldung stattfinden,das würde er auch mit machen,damit wir wieder da wohnen könnten,aber ich würde das dann quasi abtragen und wir stehen gemeinsam im Grundbuch.Ohne ihn würde ich das ja nicht können.Man weiß halt nicht,was die Zukunft bringt und wie sich das alles zwischen uns als getrennte Eltern entwickeln wird.Im Moment bin ich der Kinder wegen sehr neutral und vermeide jeglichen Konflikt.
        Wenn es doch dazu kommt,das es böse endet,kann das mit der ETW ein echtes Problem werden.
        lg Julia

        • Hallo Julia,

          ausziehen kannst Du, kann er - ändert aber nichts an der Verpflichtung die Miete weiter zu zahlen - soweit beide unterschrieben haben, haften auch beide - unabhängig davon, ob die Wohnung / das Haus tatsächlich auch bewohnt/genutzt wird.

          Kredite musst Du nur dann bedienen, wenn Du auch mit unterschrieben hast - eine Ehegatten-Haftung gibt es insoweit nicht (den Punkt "sittenwidrige Mit-Unterschrift" mal ganz außer acht gelassen)

          Bei der ETW müsstet ihr dann eben klären, ob da eine gemeinsame Lösung möglich ist, ob die Banken mitspielen usw. - vorzugsweise bevor Du da einziehst.

          LG

          • Ja das weiß ich,es gibt ja nunmal die Kündigungsfrist.
            Ich habe nicht mit unterschrieben.
            Das mit der ETW kläre ich natürlich vorher,dafür gehe ich ja zum jobcenter und wir klären es mit der Bank.
            Das hab ich soweit schon alles auf der Liste.
            Im Moment bin ich halt leider etwas überfordert,aber das wird schon.
            Lg Julia

    Hallo,

    Du hast selber kein eigenes Einkommen, keinen Job, keinen Führerschein und hast auch nie gearbeitet?

    Ihr besitzt eine ETW, die seit einem Jahr unbewohnt ist, nicht abbezahlt ist. Ihr habt mehrere Verbraucherkredite abgeschlossen und die nicht abbezahlte ETW, die Ihr seit einem Jahr nicht loswerdet? Was ist das für eine Wohnung, die man nicht verkauft bekommt.

    Dass Deine Planung (vom Vater der Kinder bis ans Lebensende durchfüttern lassen, ohne selber Geld verdienen zu müssen) nicht funktioniert, sollte eine Warnung an alle ein, die glauben, Kinder gebären sei eine tolle Leistung und würde auf ewig honoriert.

    Toll, dass wir jetzt für Dich zahlen sollen.

    Such Dir schnell eine Miniwohnung und einen Job und versuch Dein Leben selber zu bezahlen. Deine Kinder sind schon groß genug um in Kindergarten und Schule betreut zu werden. Der Vater wird hoffentlich ebenfalls weiter mitbetreuen.

    Wieso ist dir in den vergangenen zwei Jahren nicht aufgefallen, dass man einen Führerschein benötigt? Den kann man in drei Wochen erwerben.

    Hats Du Ersparnisse? Irgendwelche Ideen und Qualifikationen mit denen Du Deinen Unterhalt bestreiten könntest? Warum bleiben die Kinder nicht beim Vater, solange Du Dich nicht versorgen kannst? Nur weil Ihr Euch nicht mehr riechen könnt, muss man doch nicht sofort ALGII beantragen.

    Liebe Grüße Andrea

    • Es ist ja so leicht zu urteilen,wenn man keinerlei Hintergründe kennt.
      Aber gut,ich fühle mich nicht angegriffen.Urteilen kann man eben schnell.
      Ich bin ganz sicher niemand,der der Allgemeinheit auf der Tasche liegen möchte und wird.Und ich habe eine abgeschlossene Ausbildung,aber eben nie darin gearbeitet aus triftigen Gründen.
      Es werden nun mal nicht alle Immobilien in kurzer Zeit verkauft.Dafür können wir doch nichts und die Wohnung ist auch überhaupt kein Problem und nebensächlich derzeit.
      Wieso ich keinen Führerschein habe ist auch einfach erklärt,auch ich das nicht erklären müsste.Ich habe Angst vor dem fahren und solche Menschen gehören nicht hinters Steuer,finde ich.
      Ich habe mir den Umzug hierhin damals sicher nicht ausgesucht,man geht dahin,wo man Arbeit findet.
      Zum jetzigen Zeitpunkt muss ich aber irgendwas an Geld haben,um überhaupt hier weg zu kommen.Egal ob nun im Ort oder wieder zurück.Vielleicht muss ich kein ALGII beantragen,aber das weiß ich erst nach Klärung der anderen mir zustehenden Zahlungen.
      Und wieso die Kinder nicht beim Vater bleiben? Wie soll sich ein Vater um die Kinder kümmern,der rund um die Uhr arbeitet? Nette Idee,aber nicht umsetzbar.
      lg Julia

      • Wenn Du Dir das Fahren nicht zutraust, dann ist das so und das hat auch niemand zu werten. Ich kenne auch zwei Frauen in der Situation. Aber, dann würde ich an Deiner Stelle schauen, wo Du und die Kinder mit den Öffis besser zurechtkommen, egal, ob hier oder wieder zuhause. Irgendeinem Kind wird es immer unpassend sein, wie Du Dich entscheidest,aber mit den entsprechenden Kontakten regelt sich das sicher auch wieder. Evtl. hättest Du bei Deiner Familie Unterstützung, wenn Du arbeiten gehst? Denn egal, wie es mit dem guten Zahlungswillen Deines Mannes derzeit aussieht, das kann sich schnell ändern, wenn z.B. eine neue Frau ins Spiel käme. Nur das, was Du selber verdienst, hast Du sicher. Alles andere sind unsichere Faktoren, die recht mühsam werden können, wenn Du jeden Cent beantragen musst, womöglich auch dem Unterhalt usw. Dein Mann wäre nicht der erste, der sich arm rechnet, um nicht zuviel zahlen zu müssen. LG Moni

        • Da hast du völlig recht.Ich bin seit dem aussprechen der Trennung am hin und her schauen,gerade wegen dem Arbeiten.Ich würde gerne,wenn möglich direkt nochmal eine Ausbildung hintendran hängen,evtl.in Teilzeit.Denn auf lange Sicht halten eine kleinere Nebenjobs nun nicht über Wasser und einen Job zu bekommen,wo man ungelernt genug verdient,dürfte ja auch nicht so leicht sein.Ich werde mich dahingehend beraten lassen.Ich habe nicht vor zuhause sitzen zu bleiben.Ich möchte das meine Kinder auch weiterhin gut versorgt sind.Gerade im Moment muss ich aber erstmal alles auf die Reihe bekommen.Das kam sehr unerwartet und sobald ich geklärt habe,wo wir bleiben,kann ich das nächste in Angriff nehmen.
          Hier ohne Familie wäre ich ziemlich aufgeschmissen,eigentlich bleibt nur nur der Umzug zurück.Allerdings sehen die Kinder ihren Vater dann nicht mehr sehr häufig.Das liegt mir schwer im Magen.
          lg Julia

          • Wenn der Vater Interesse an seinen Kindern hat, steht es ihm ja auch jederzeit frei, euch zu besuchen, zu skypen, whatsappen oder sonstwie Kontakt zu halten - heutzutage alles kein Problem mehr.
            Jetzt musst erst mal DU sehen, wo Du bleibst, organisatorisch wie auch finanziell.
            Stimmt, Aushilfsjobs sind Mist, auf Ungelernte wartet niemand - 450-EuroJobs sind rentenschädlich und auch nicht wirklich lukrativ.
            Leider habe ich es schon oft genug erlebt, dass das väterliche Interesse nach einer Trennung oft bald nachließ. Ob aus Zeitgründen oder wegen einer neuen Frau - die wenigsten Väter blieben regelmäßige "Kümmerer"...... Und das kann Dir auch passieren, wenn der Vater in der Nähe ist. Du schriebst, er arbeitet fast Tag und Nacht - da wird die Zeit für die Kinder ohnehin begrenzt sein.
            LG Moni

            • Er wird nur am WE mal rum kommen können,vermutlich höchstens einmal im Monat,wenn überhaupt.
              Ich habe ja schon mal eine Trennung mit Kind hinter mir und da hat sich der Vater zum Glück doch sehr gekümmert und tut es noch,da mein großer Sohn ja bei ihm lebt.Allerdings stand auch keine Entfernung oder das viele arbeiten im Weg.Ich hoffe einfach,das er das jetzt auch macht,sofern es ihm möglich ist.
              Ja er arbeitet wirklich sehr viel,die Kinder haben ihn unter der Woche nur kurz oder teils gar nicht gesehen.
              lg Julia

(14) 10.10.17 - 17:23

hallo meine Liebe....
wir kennen uns, du warst vor ziemlich genau 5 Jahren felsenfest davon überzeugt, dass mein SST negativ ist (im ungeplant schwanger), du kannst dich sicherlich nicht mehr erinnern.

Erstmal tut es mir sehr leid, dass deine Situation nun so ist, wie sie ist.
Andererseits birgt sie auch viele Chancen.
Wenn du magst, kannst du mir eine PN schreiben.
Ich bin seit Jahren AE und berufstätig, musste mich selbst sortieren und neu erfinden und vieles Lernen und durfte auch viele neue Erfahrungen machen.
.

Liebe Grüße

floe

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