Begleiteter Umgang (Kind 19 Monate) - wie oft ?

    • (1) 25.10.17 - 10:14

      Hallo,

      mein Sohn hat seinen Vater seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Wir hatten bis Ende April eine Regelung, dass er ihn jedes 2. Wochenende für 2-3 Stunden sehen kann.

      Das ging aber nur weil ich mit dem Kleinen in den nächsten Ort mit Zuganbindung gefahren bin - der KV hat keinen Führerschein mehr.

      Nun war es so dass der KV den letzten Umgangstermin ohne Angabe von Gründen nicht wahrgenommen hat und sich auch gar nicht bei mir gemeldet hat.

      Stattdessen bekam ich ein Schreiben von seinem Anwalt. Er wollte seinen Sohn jedes Wochenende sehen und bald solle er auch bei ihm übernachten. Falls das so nicht ginge würde er mich beim Familiengericht verklagen.

      Meine Anwältin setzte sich daraufhin schriftlich mit seinem Anwalt in Verbindung und machte folgenden Vorschlag (genau wie auch das Jugendamt) : Er kann seinen Sohn 1 Mal pro Woche nachmittags aus der Kita abholen und jedes 2. WE (Samstag oder Sonntag) von 10-17 Uhr.

      Weder von dem KV noch von seinem Anwalt kam (trotz mehrmaliger Nachfrage) eine Reaktion. Er fragt lediglich alle 2 Wochen per Mail wie es seinem Kind geht.

      Jetzt hat er angeblich einen Antrag auf begleiteten Umgang beim Jugendamt gestellt (vor 4 Wochen). Da der Kleine im Moment stark fremdelt habe ich ziemlich Angst vor diesem Umgangstermin. Er kennt doch seinen Vater gar nicht mehr und die Mitarbeiterin des Jugendamts schon gar nicht !

      Wisst ihr wie solche Termine ablaufen ? Auch wenn ich aufgrund der Vorgeschichte nur sehr ungern Kontakt zum KV habe müsste ich ja dann mit im Raum bleiben - ich kann doch nicht einfach ein völlig überfordertes Kind mit 2 ihm fremden Menschen allein lassen !

      Auf was muss ich mich denn da einstellen ? Kann es sein dass das Jugendamt wegen seiner Unzuverlässigkeit seinen Antrag auf begleiteten Umgang ablehnt ?

      Danke und liebe Grüße

      sg.

      • Warte erstmal ab, ob da wirklich Post kommt. Und falls ja, wird zuallererst ein Gespräch mit dem Jugendamt und Dir stattfinden, da kannst Du dann ja auch nochmal belegen, dass Du ein Umgangsangebot abgegeben hast, weil der Vater sich seit Monaten nur noch schriftlich meldet.

        Begleiteter Umgang heisst natürlich nicht, dass man Kind traumatisiert, indem die Mutter weggeschickt wird und fremde Personen um das Kind herumschwirren. Zuerst muss das Kind zur Umgangsbegleitung selbst Vertrauen fassen und die Mitarbeiterin muss natürlich das Kind auch kennenlernen. Dann erst kann der begleitete Umgang ohne Beisein der Mutter auch stattfinden. Es bringt ja nichts, wenn das Kind die ganze Zeit weint.

        Du kannst hier http://www.dksb-stade.de/begleiteter-umgang.html mehr darüber erfahren, wie das genau abläuft.

        • Hallo, vielen Dank für deine Antwort und den hilfreichen Link 👍🏻

          Ich warte jetzt, wie du sagst, erstmal ab ob da wirklich Post vom Jugendamt kommt. Vielleicht mache ich mir ja umsonst Gedanken.

          Liebe Grüße

          sg.

      (4) 25.10.17 - 21:00

      Hallo surfergirl.,

      bitte habe keine Angst.
      Begleiteter Umgang ist der sicherste Weg um erstmal geschützt eine Beziehung zum Kind aufzubauen, Die Frage ist, warum wünscht er begleiteten Umgang? Das ist seltsam, denn meist wird das angeordnet. Aber seine Entscheidung ;)

      Mache dir keine Sorgen. Zuerst findet ein Gespräch mit dir statt. Dann wird ein Termin festgesetzt, meist beim ersten Mal maximal eine Stunde. Du bleibst bei deinem Kind, eine Mitarbeiterin des JA ist anwesend und eben der KV. Dies wird eine Weile so gemacht, am besten einmal in der Woche. Ihr seid dabei in einem Spielzimmer, zumindest sollte es so sein. Die Mitarbeiterin vom JA beobachtet genau wie das Kind auf den KV reagiert und wie er mit dem Kind umgeht, ob eine Bindung da ist oder eher nicht usw. Erst wenn alles gesichert ist, kann der KV den begleiteten Umgang ohne dich bekommen, du wartest dann vor der Türe oder in der Cafeteria. Bist aber immer sofort da wenn dein Kind dich braucht.
      Mit 19 Monaten braucht dein Kleiner übrigens nicht beim Vater übernachten, das ist nur möglich wenn beide eine feste Bindung haben und der KV gut mit dem Kleinen umgehen kann.

      Ich kenne das alles selbst. Bei uns wurde das richterlich angeordnet, dass ich begleiteten Umgang bekam, da unser Schatz bei mir aufwachsen sollte. Wir hatten immer eine Mitarbeiterin vom JA, die damalige Pflegemutter und teilweise auch eine Gutachterin dabei. Laaange Geschichte :-D

      Habe keine Furcht. Wenn er so unzuverlässig ist, dann kann das Jugendamt sogar eine Umgangsaussetzung befürworten. Das kann ebenso passieren wenn er keinen Bezug zu deinem Kleinen zeigt.

      Begleiteter Umgang geht übrigens auch in deiner Wohnung, wenn das für euch stressfreier ist, dann kommt jemand vom JA, der Caritas oder vom Kinderschutzbund zu euch und beobachtet den Kontakt zwischen KV und Kind.

      Ich weiß das ist jetzt eine doofe Situation, aber dir und dem Kleinen geschieht nichts dabei.

      Warte in Ruhe erstmal ab und schaue was passiert oder oft dann auch nicht.

      Liebe Grüße

      omamufu

      • Hallo und vielen Dank für deine ausführliche Antwort und deine beruhigenden Worte. #blume

        Ich warte jetzt wirklich erstmal ab ob überhaupt etwas kommt vom Jugendamt.

        Alles Gute und liebe Grüße

        sg.

    Ich finde es gut, begleiteten Umgang anzustreben. Da kann der Vater vielleicht eine Beziehung zu seinem Kind aufbauen.

    Ich finde die vorige Umgangsvereinbarung total schlecht und so konnten Kund und Vater nie eine vernünftige Beziehuaufbauen.

    Wer hat sich diesen Schwachsinn einfallen lassen? Für so ein kleines Kind sind 2 x im Monat für 2-3 Stunden viel zu wenig!!! Sehr schade für Kind und Vater

    Warum musstest du immer mit dem Zug da hin fahren?

    • Hallo,

      der Vater musste mit dem Zug fahren weil er keinen Führerschein hat. Ich bin mit dem Auto zum vereinbarten "Treffpunkt" gefahren und ihm somit entgegen gekommen.

      Eigentlich hätte der KV seinen Sohn ja auch noch zusätzlich einmal pro Woche nachmittags abholen/sehen können. Das wollte er aber nicht weil ihm die Kosten zu hoch und die Fahrt zu weit/zu zeitaufwändig ist.

      Ausserdem wollte er den Kleinen nicht abholen weil er der Meinung war, dass dieser nachmittags (nach der Kita um 14 Uhr) zu müde und zu quengelig sei.

      Liebe Grüße

      sg.

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