Unterhalt bei getrenntlebenen Geschwistern

    • (1) 31.12.17 - 09:01

      Hallo zusammen,

      Ich bin von meinem Ex-Mann getrennt bzw geschieden und seit etwas über einen Jahr neu verheiratet. Ich habe mit meinem Exmann zwei Söhne und mit meinem neuen Mann eine Tochter von 16monate. Bis Oktober war ich in Elternzeit und habe da nur 650€ Elterngeld bekommen, jetzt arbeite ich wieder und verdiene netto 850€ bei 50% arbeiten. Für den Kindergarten zahle ich aktuell 260€ im Monat.

      Ich habe seit der Trennung keinen Unterhalt bezahlt bzw habe mich nur an größeren Ausgaben Wie Klamotten Schuhe etc beteiligt. Die Kinder waren zu 80% bei meinem Exmann und zu 20% bei mir. Ich habe bei der Scheidung auf Zahlungen von unserem gemeinsamem Haus etc verzichtet.
      In der Ehe mit meinem Exmann war ich eher weniger arbeiten und habe mich mehr um Haus und die Kinder gekümmert. Mein Exmann ist Beamter und verdient netto inklusive Kindergeld um die 3300-3600 €. Mein neuer Mann und ich haben zusammen in etwa knapp 2800€ zuzüglich Kindergeld. Damit kommen wir nach Abzug der Fixkosten ganz gut hin. Uns bleiben in etwa 1000€ für Sprit, Lebensmittel, Kleidung etc.

      Jetzt zum Problem:

      Mein großer Sohn (12 Jahre) wohnt jetzt fest bei uns (es war ein langer Kampf, er wollte unbedingt schon länger zu mir aber mein Exmann wollte das nicht) und seitdem reicht das Geld vorne und hinten nicht. Wir kommen einfach nicht mehr hin mit unserem Buget. Unterhalt zahlt mein Exmann keinen , ich habe jetzt das Kindergeld beantragt aber noch keine Antwort bekommen. Mein Exmann bekommt aktuell noch das Kindergeld und sogar einen ordentlichen Kinderzuschlag von Land als Beamter. Er ist aber nicht bereit etwas davon zu teilen.
      Er ist der Meinung der Unterhalt hebt sich auf da ja ein Kind (10 Jahre) bei ihm lebt.

      Ist das wirklich so?

      Hat jemand eine ähnliche Situation?

      • Also der einzige Unterschied ist doch, dass er einen guten Job hat und du nicht. Die Kinder, die ihr zusammen habt rechtfertigen ja keine Teilzeitarbeit von dir, das andere Kind geht ihn nichts an ( rein rechtlich). Dir steht also das Kindergeld für deinen Sohn zu, der bei dir wohnt und ggf. der Unterschied im Unterhalt, der sich aus der verschiedenen Eingruppierung ergibt. Dabei wird dir aber fiktiv wahrscheinlich ein Vollzeitjob angerechnet. So oder so dürfte der Unterschied nicht riesig ausfallen. Du hast ja auch objektiv betrachtet nicht mehr Ausgaben als er.

        Hallo Steffi,


        Das Kindergeld für euren Sohn steht dir ab den Tag an dem euer Sohn bei euch gemeldet ist zu.

        Der Unterhalt hebt sich auch nicht gegenseitig auf. Es müsste berechnet werden wie viel Unterhalt dein Mann für euren Sohn zahlen muss und wie viel Unterhalt du für das andere Kind zahlen musst. Ich denke der Unterhalt den du eventuelle zahlen musst weicht erheblich von der Höhe ab die dein Mann für euren Sohn zahlen muss ab. Du hast weniger Einkommen und bist für drei Kinder unterhaltspflichtig und dein Mann ist wie es aussieht nur für zwei Kinder unterhaltspflichtig . Das Beste ist in meinen Augen wenn du einen Anwalt um Rat fragst.

        Freundliche Grüße

        blaue-Rose

        Hallo

        Ersteinmal finde ich es frech, das du verlangst er soll zahlen und du ziehsz dich raus. Ob ihr mit eurem Geld hinkommt oder nicht, ist euer Problem.
        Und so hoch sind die Zuschläge bei Beamten für kinder nicht.
        Von seinem Netto musst du 2 mal Kindergeld schonmal abziehen, da interessiert bei der Unterhaltsberechnung nicht, Auch die private KK wird erseinmal abgezoge, ebenso die KM HIN UNd ZURÜCK zur Arbeit kann er geltend machen( o,30 cent je KM und Arbeitstage), ebenso die private Altersvorsorge. Somit dürfte er dann bei ca 2600 Euro liegen. Danach würde dann der Unterhalt berechnet.
        Du bist aber auch Unterhaltspflichtig. Du kannst dich nicht auf deiner Teilzeitstelle ausruhen. Dann musst du mehr arbeiten gehen um DEINEN Verpflichtungen nachzukommen. Was ihr an Kindergarten zahlt, ist egal, das wird bei der Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt.
        Dein neuer Mann ist dir auch zu Unterhalt verpflichtet, das kommt dann zu deinem Gehalt noch dazu.
        Wenn dein Ex-Mann es clever anstellt, kann er vor Gericht eine Senkung deines Selbstbehalts erwirken, da du ja nichtmal den Mindestunterhalt zahlen"kannst" und neu verheiraet bist. Dann kommt dein neuer Mann mit ins Boot.

      • Du bist verpflichtet Vollzeit zu arbeiten, um Unterhalt für das bei ihm lebende Kind zu zahlen.

        Er muss Unterhalt für das bei die lebende Kind zahlen.

        Eure Verpflichtung unterscheidet sich nicht. Wenn du nicht in der Lage bist, Vollzeit zu arbeiten, muss dein Mann Dir Unterhalt zahlen und du diesen verwenden. Du könntest in Vollzeit ja ungefähr 1700 Euro zahlen, so dass du wohl in der Lage wärst, den Mindest-KU zu zahlen.

        Du würdest wohl etwas mehr bekommen, als Du selbst zahlen müsstest. Aber dass Du ein weiteres Kind bekommen hast, darf nicht dazu führen, dass du deiner gesteigerten Erwerbsobliegenheit nicht nach kommst.

        LG

    Frage noch, ihr habt nach Fixkosten 1000 Euro über, wenn jetzt 1 Person mehr kommt, reißt es auch so derart runter???
    Dann bekommt bitte kein 2 Kind zusammen.!!!

    Hallo,

    ich würde die Füße ganz gewaltig still halten, denn die Forderung nach Unterhalt wird wahrscheinlich gewaltig nach hinten los gehen.

    Wie viele Jahre schuldest du denn deinen Kindern Unterhalt, wenn du diesen nach der Trennung nicht geleistet hast?

    Die Jugendämter und Gerichte sehen bei Unterhaltsberechnungen inzwischen sehr genau hin. Die Exfrau meines Mannes und ihr Partner haben wohl den größten finanziellen Verlust ihrer Lebens dadurch erlebt. Wir reden hier von einem Betrag im fünfstelligen Bereich zu einer Unterhaltserhöhung von 20,- Euro.

    Nur so als Gedankenanstoß.

    LG Reina

(15) 31.12.17 - 16:02

Ich kenne einen ähnlichen Fall und der Unterhalt hebt sich nicht automatisch auf. Das ist alles sehr viel komplizierter und in jedem Einzelfall unterschiedlich.

Ich würde Dir raten, einen Anwalt zu kontaktieren. Bei Deinem Einkommen könntest Du evtl. Prozesskostenhilfe beantragen.

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