ex-Frau ist psychisch krank

    • (1) 28.01.18 - 00:57

      Guten Tag,
      meine ex-Frau und ich haben eigentlich ein Wechselmodell bzgl. der Betreuung unserer Tochter. Wir wohnen in benachbarten Stadtteilen in der Nähe zur Schule unserer Tochter. Sie ist 14 Jahre alt und besucht das Gymnasium und hat zwei Zuhause, also sowohl bei meiner ex-Frau als auch bei mir ihr "Kinderzimmer". Es gibt eigentlich feste Zeiten, wann die Tochter bei wem ist, aber uneigentlich bestimmt die Tochter schon selbst, wann sie wo ist. In den Ferien bspw. durchbricht sie den ursprünglich verabredeten Plan und ist doch bei mir bei gelegentlichen Besuchen der Mutter.

      Meine ex-Frau ist leider psychisch schwer krank. In der Trennung/Scheidung vor ein paar Jahren ist ein beauftragter, psychiatrischer Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass die Krankheit "remittiert", also zurück gedrängt sei.
      Im Herbst 2016 ging es meiner ex-Frau so schlecht, dass sie darum bat, die Tochter möge erstmal bei mir bleiben. Ein zwischenzeitlicher Besuch der Tochter bei ihr eskalierte so, dass nachts um 2 ein Krankenhaus bei mir anrief, ich möge doch bitte die Tochter abholen und die nächsten Wochen war die Tochter dann wieder bei mir. Im Frühjahr 2017 sind wir dann wieder zum gewohnten Wechselmodell übergegangen, wenngleich die Tochter eigentlich mehr bei mir war, vor allem in den Ferien.

      Seit ein paar Tagen befindet sich meine ex-Frau nun wieder in der Psychiatrie, in der geschlossenen Abteilung. Die Tochter hat erstmal nix mitbekommen, weil sie auf Klassenfahrt war. Seit gestern ist die Tochter zurück. Ich habe heute länger mit meiner ex-Frau telefoniert und die Tochter auch und meine Tochter und ich haben lange geredet. Wir sind uns alle einig, dass Mutter und Tochter sich die nächsten ein bis zwei Wochen erstmal nicht sehen.

      Nach meiner Erfahrung wird es viele Wochen bis Monate dauern, bis meine ex-Frau wieder halbwegs in ein normales Leben zurückfindet.

      Das Problem: Meine Tochter erzählte, sie hat während der Klassenfahrt mit der Mama telefoniert, und sie hatte ein komisches Gefühl, das etwas nicht stimmt. Das war das erste, was sie zum Thema erzählt hat.
      Als wir dann heute abend auch über die Vergangenheit gesprochen haben, erzählte sie, dass Ende 2016, an dem Tag wo sie die Mama besucht hat und der so dramatisch geendet hat, die Mama sie gefragt habe, ob sie irgendwie komisch sei. Und sie habe sich nicht getraut "ja" zu sagen, obwohl sie eigentlich dachte, dass die Mama komisch ist. Als Grund gab sie an, dass die Mama so sensibel sei und man aufpassen müsse, dass man die Mama nicht verletzt.
      Meine Tochter hatte jede Menge Fragen. Am wichtigsten war ihr die Frage, wie sie erkennt, ob es der Mama schlecht geht.

      Meine Frage: Wäre es nicht eigentlich besser, der Lebensmittelpunkt der Tochter wäre bei mir? Also auch nachdem in vielleicht drei Monaten die ex-Frau aus der Psychatrie in den Alltag zurückkehrt.

      Wo gibt es noch Beratung und Hilfe? Entscheidend ist für mich, dass ich keinen Bock habe, dass meine Tochter überlegen muss, wie sie mit ihrer Mutter umgeht bzw. ob sie sagen darf, dass ihr etwas "komisch" vorkommt.

      Danke fürs Lesen und evtl.Tipps.

      • Lass Dich beim Jugendamt und/oder beim Kinderschutzbund beraten und findet gemeinsam heraus, was das Beste für Eure Tochter ist. Deiner Tochter würde ich psychologische Betreuung empfehlen, falls sie nicht sowieso schon in Therapie ist. Kranke Eltern machen nicht selten Kinder auch krank bzw. beeinträchtigen das Seelenheil. Das ist kein Vorwurf, liegt aber auf der Hand.

        Und selbst wenn der Lebensmittelpunkt verlagert wird, können Mutter und Tochter viel Kontakt haben und sich häufig sehen. Bis dahin kann Deine Tochter auch lernen, wie sie insgesamt mit der Krankheit ihrer Mutter umgehen kann.

        Ich finde es bei eurem derzeitigen Modell gar nicht so wichtig den Lebensmittelpunkt festlegen zu lassen.

        1. Ist Deine Tochter mit ihren 14 Jahren alt genug und sie hat bisher auch schon entschieden.
        2. Sollte das Augenmerk eher auf darauf liegen, ihr professionelle Unterstützung und Betreuung im Umgang mit der Krankheit zu suchen.
        3. Vermutlich wird ihre Mutter das Umgangsrecht dadurch nicht verlieren und Deine Tochter wird immer wieder mal in Situationen kommen die, auf die Krankheit bezogen, speziell sind.

        Last, but not least: Deine Böcke sind in der Situation nicht von Interesse!

        Die Mutter Deiner Tochter hat nun mal diese Krankheit. Davor kannst auch Du Dich nicht verstecken. Sei ein guter Vater und unterstütze Deine Tochter, anstatt einen Krieg ums Kind aufzumachen.

        Hallo!

        Kann dir als Tochter eines psychisch kranken Vaters sagen, das es alles andere als schön ist und sehr belastend fürs Kind.
        Bin heute 29 Jahre alt und gerate immer noch an meine Grenzen mit ihm. Er ist schwer depressiv und man kann ihn nie einschätzen wie er auf bestimmte Dinge reagiert.

        Finde dem sollte man als 14 Jährige nicht zwanghaft ausgesetzt sein. Deine Tochter sollte selbst entscheiden ob und wieviel Zeit sie bei ihrer Mutter verbringen möchte.

        LG

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