Was ist eigentlich, wenn...

    • (1) 26.02.18 - 17:46

      ...man ein Kind bekommt, der Kindsvater aber nie in der Bildfläche ist und auch keine Anerkennung unterschrieben hat aufgrund Verweigerung seinerseits...und er dann nach Jahren mitbekommt, dass die Kindesmutter einen neuen Partner hat, verheiratet ist und der neue Partner das Kind adoptiert hat und so etwas wie ein Papa ist?

      Kann er dann einfach trotzdem vor Gericht gehen, die Vaterschaft anfechten (was heißt anfechten, er wurde ja nie verleugnet, sondern mehr oder weniger ersetzt, da er sich ja aus dem Staub gemacht hatte) und das Sorgerecht verlangen? Und das obwohl er jahrelang nie anwesend war und das Kind weder sein Gesicht kennt, noch einen Bezug zu ihm hat, sondern nur zum neuen Partner der Mutter? Das kann niemals dem Kindeswohl zu Gute kommen.

      Ich bin in keiner solchen Situation, stelle mir aber die Frage was in so einer Lage passieren würde.

      Lg

      • Hallo,


        in der Konstellation ist in meinen Augen ein Fehler. Du schreibst "der Kindsvater aber nie in der Bildfläche ist und auch keine Anerkennung unterschrieben hat aufgrund Verweigerung seinerseits " , daher gehe ich davon aus das der KV nicht unbekannt ist. Ansonsten hätte es keine Verweigerung von seinen Seiten geben können.

        Wurde trotzdem angegeben " Vater unbekannt" dürfte es sich um eine bewusste Personenstandfälschung handeln.

        Die nächste Frage ist für mich ob ohne Zustimmung des KV überhaupt ein Kind zur Adoption freigegeben werden darf.

        https://dejure.org/gesetze/StGB/169.html

        Das Verschweigen des KV kann auch eine Kindeswohlgefährdung sein da man dem Kind den Umgang mit seinem leiblichen Vater verhindert hat.

        FG blaue-Rose

        Der leibliche Vater muss gefragt werden. Existiert der aber nicht rechtlich als Vater, zB weil die Mutter ihn als unbekannt angibt, kann man ihn nicht fragen.

        Vermutlich würde in der Konstellation keiner den unbequemen Weg Adoption gehen, sondern den "Adoptivvater" einfach eintragen. Das ist zwar eine Personenstandsfälschungs und als solche strafbar, aber es wird für die Anerkennung einer Vaterschaft ja kein genetisches Abstammungsgutachten eingefordert.

        Wer Vater ist, legt § 1592 BGB fest:

        Vater eines Kindes ist der Mann,

        1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
        2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
        3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 640h Abs. 2 der Zivilprozessordnung gerichtlich festgestellt ist.

        Die Anfechtungsmöglichkeiten sind dann für einen Dritten, auch einen biologischen Vater, quasi nicht vorhanden.

        LG

        Hallo,

        ich würde meinen, dass in dieser Konstellation von Erzeugerseite her "nichts zu wollen" ist.

        Er war nicht als Vater eingetragen (was per se ja keinen interessiert, solange man kein Geld vom Staat möchte), hat er keine Rechte. Wenn das Kind inzwischen adoptiert ist wird er wohl keine Chance auf irgendwas haben.

Top Diskussionen anzeigen