Beistandsschaft bei Unterhaltsvorschusszahlungen Verfahrensweise

Hallo

Ich habe eine Frage. Ich bin schon seit fast 6 Jahren alleinerziehend. Mein Sohn ist 7. Unterhaltszahlungen habe ich gleich mit der Scheidung eingeklagt bzw. er hat sich mit einem Vergleich einverstanden erklärt, 105 % Unterhal zu zahlen.

Naja, die Regel kennt ihr ja bestimmt alle. Zahlungen kamen nicht regelmäßig, mal mehr mal weniger. Seit Oktober 2017 nun gar nicht mehr. Ich arbeite in teilzeit, aber es reicht ja vorn und hinten nicht aus.

Habe jetzt einen Antrag auf Unterhalsvorschuss gestellt, man hat mich nun auf die Beistandsschaft hingewiesen. Was haltet ihr davon? Soll ich das mit beantragen? Wie verläuft das mit den Zahlungen? Wenn er nicht zahlt, bekomme ich dann Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt und wenn er doch zahlt, bekomme ich dann seine Zahlung weitergeleitet? Habe es nicht so wirklich verstanden, wie der Ablauf des Ganzen sein soll? Bekomme ich alles überwiesen, ober behält die Beistandsschaft Gebühren für die Eintreibung des Geldes?

Bin etwas ratlos. Villeicht kann mir jmd. aus Erfahrung meine Fragen beantworten.

Danke / LG Nully

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Hallo,

eine Beistandschaft (auf die ein Anspruch besteht), kümmert sich u.A. um die Durchsetzung der Ansprüche des Kindes.
Im Prinzip läuft das, wie von Dir beschrieben - das JA teilt ihm mit, das UV beantragt wurde und dass er an das JA zu zahlen hat. Du bekommst dann den UV, oder (falls höher) den von ihm gezahlten Betrag. Gebühren etc. fallen hierfür keine an.

Da es offensichtlich einen -gerichtlichen- Vergleich gibt, könntest Du allerdings auch direkt eine Pfändung bei ihm / seinem Arbeitgeber / seiner Bank etc. veranlassen - das solltest Du auch schnellstens machen, weil titulierte KU-Ansprüche bereits nach einem Jahr ab Fälligkeit verwirkt (also weg) sein "können"

Im Rahmen der Beistandschaft kann die Pfändung auch durch das JA veranlasst werden.

LG

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Nimm die Beistandschaft ruhig als Unterstützung an. Oft reicht es nämlich, dass der Vater merkt, nun ist es nicht mehr so einfach, sich vor den Zahlungen zu drücken. Sobald eine offizielle Stelle eingeschaltet wird, ist das nämlich nicht mehr so lustig.

Bei mir hat die Drohung mit der Beistandschaft schon gereicht. Ich habe einfach zu meinem Ex gesagt, wenn er nicht endlich von sich aus dafür sorgt, dass die aktuellen Beträge pünktlich auf meinem Konto eingehen, dann wird er sie zukünftig an das Jugendamt überweisen dürfen. Ich hätte nämlich keine Lust, mich immer wieder bei ihm darüber zu beschweren, immerhin sei es ja nicht mein Geld, sondern das SEINES Sohnes. Zack, seitdem läuft es.

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Beistandschaft heißt im Prinzip nur, dass du erlaubst, dass das JA dir den Schriftkram zum Thema Unterhalt abnimmt und in deinem Auftrag die finanziellen Ansprüche deines Kindes seinem Erzeuger gegenüber durchsetzt. Du sparst dir also Ärger und Arbeit und eine offizielle Stelle wie das JA hat ganz andere Hebel die in Bewegung gesetzt werden können, als du als Privatperson.

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Spricht grundsätzlich nichts dagegen.
Aber behalte trotzdem im Auge, was da so abläuft.
Ich habe mit der Beistandschaft für meinen Sohn wahnsinnig negative Erfahrungen gemacht. Was aber an der betreffenden Mitarbeiterin liegt, nicht an der Beistandschaft generell.
Wegen der Tante hätte ich beinahe gar kein Unterhalt mehr bekommen.
Die hat dem KV alles geglaubt und egal was ich ihr gesagt habe, wurde in Frage gestellt.
Habe die Beistandschaft dann "gekündigt" und das alles einem Anwalt übergeben.
Damit hat der KV sich selbst ins Knie geschossen, da er über die Beistandschaft eigentlich erwirken wollte nicht mehr zahlen zu müssen. Wie gesagt, hätte fast geklappt.
Nun muss er mehr als vorher zahlen. :-D