Beziehungsdramen der besten Freundin kosten zu viel Kraft

Mein beste Freundin und ich kennen uns seit 2002 und haben uns damals auf der Arbeit kennengelernt. Wir haben dann beide jeweils zwei Kinder bekommen und uns in der Elternzeit intensiver kennenlernt. Die Ehen liefen dann eher suboptimal und aus verschiedenen Gründen haben wir uns dann beide so 2012/2013 getrennt, mit mehreren Anläufen. Seit 2013 sind wir also beide ganz alleinerziehend. Es gab viel Streit um Unterhalt und auf beiden Seiten relativ schnell eine neue Freundin beim Vater und die Väter haben sich eher mäßig bis gar nicht um die Kinder gekümmert. Finanziell gab es bei ihr vorher schon den großen Crash mit Firmeninsolvenz, bei mir war dann nach der Trennung das große finanzielle Disaster.

Bei mir gibt es noch die Besonderheit, dass meine beiden Kinder Diagnosen haben, aber damals waren sie beide erstmal nur auffällig mit vielen Problemen in Kindergarten und Schule. Bei der Großen weiß ich inzwischen, dass sie Asperger-Autistin ist, bei der Kleinen bin ich jetzt zum zweiten Mal mit ihr in der KJP zur Diagnostik. Die erste war vor der Einschulung, hat aber kein klares Bild ergeben.

Außerdem kam bei mir noch noch direkt nach der Trennung der Hausnotverkauf dazu mit dem Umzug in die kleine Wohnung, was einen großen Einschnitt für uns bedeutet hat. Das hatte meine Freundin alles nicht. Sie ist in dem gemieteten Haus bis heute geblieben.

Ich war nach der Trennung erstmal sehr stark mit Existenzsicherung beschäftigt, und natürlich auch mit den Kindern. Jedenfalls war ich die ersten zwei Jahre allein. Danach war ich mal für ein halbes Jahr in einer Beziehung, sehr verliebt, aber es hat dann auf Grund der Umstände leider nicht geklappt (Patchwork usw, parall dazu das Gerichtsverfahren, das war wohl alles zuviel). Ohne das alles wäre es vielleicht gut gegangen. Aber danach hatte ich auch erstmal die Schnauze voll. Danach hatte ich noch einmal 4 Tage mit jemandem zusammen, aber dann hing der noch so an seiner Ex-Beziehung und ist wieder zu ihr zurück gegangen. Wir haben das aber aber sauber aufgelöst und sind bis heute noch befreundet.

Ansonsten nix. Ich lerne zwar Männer kennen, aber irgendwie funkt es dann nie so richtig oder ich habe zu wenig Zeit oder wir haben unterschiedliche Vorstellungen.

Außerdem habe ich ja auch noch viel mit dem Vater meiner Kinder zu tun, der sich zwar mittlerweile regelmäßig um die Kinder kümmert, aber eben auch mehr oder weniger launisch ist. Dessen Beziehung ist mittlerweile auch wieder vorbei und inzwischen denke ich, er hat wieder viel zu viel Zeit, mich zu nerven. Aber ich muss ja nun mal irgendwie mit ihm auskommen, denn er ist ja nun mal der Vater und er muss ja auch bei den ganzen Entscheidungen mit einbezogen werden (gemeinsames Sorgerecht). Behandlung, Therapie, Schule, Jugendamt.

Und meine Freundin hatte erst eine lange Beziehung mit einem Familienvater, der in offener Beziehung lebte, und nun seit 3 Jahren eine Affäre mit einem verheirateten Mann, alles heimlich, auch er hat Kinder, die mit ihren Kindern befreundet sind. Ich bin da Mitwisser und Komplizin und muss da leider auch ihre Kinder anlügen und sie ständig decken.

Und zwischendurch taucht da immer wieder der Exmann auf und die fixe Idee, dass da wieder was gehen könnte, trotz allem, was vorgefallen ist. Ich habe das Gefühl, dass es aber inzwischen auch darum geht, ihn der verhassten Next wieder abspenstig zu machen.

Mein Problem ist, dass ich hier vor Ort alle Kämpfe alleine durchstehen musste. Ich habe hier an so vielen Fronten gekämpft, mit den Behörden, mit den Schulen und habe jetzt einen Förderschulplatz an einer sehr kleinen aber teuren Förderschule für Asperger-Autisten erkämpft. Meine Tochter hat zum Schluss die Schule verweigert und ist seit Sommer 2017 nur noch zuhause. Und meine Freundin guckt sich das natürlich aus der Entfernung an, aber sie wird ja nur über die Ergebnisse informiert. Was das emotional alles bedeutet, kann sie natürlich überhaupt nicht nachvollziehen.

Ihr Thema sind die Männer, und zwar die ganze Zeit. Sie ist seit Jahren immerzu auf der Mission, diese Familienväter aus ihrer Struktur rauszueisen, mit dem Ziel ihre eigene kleine Patchwork-Familie zu gründen. Und die Männer sind leider nach bisherigem Stand nicht mal ansatzweise bereit dazu gewesen. Trotzdem hofft sie immer weiter und erzählt mir beständig, dass da Gefühle im Spiel sind und die beiden sich lieben.

Vor zwei Jahren ist ihr Vater noch gestorben und sie behauptet noch immer, sie wäre überhaupt nicht traurig. Sie hätte ja schon vor Jahren mit ihm abgeschlossen. Nichtsdestotrotz muss man dazu sagen, dass sie die 300 km nach Hause schon noch so 5 Mal im Jahr gefahren ist.

Und ich hangele mich gerade von Therapie zur Beratung, von einem Gutachten bis ins nächste. Meine Familienstruktur bis hin zu meiner Ursprungsfamilie ist bis ins kleinste Detail durchleuchtet worden, alles nur zum Wohle der Kinder. Da gab es kein Entkommen und ich denke, in den letzen 5 Jahren ist jedes noch so verdrängte Problem einmal wieder hochgeholt worden. Jetzt kehrt langsam wieder Ruhe ein. Das kostet alles sehr viel Energie und ich muss das neben dem ganz normalen Alltag auch immer mal wieder für mich ordnen. Ich bin auch gerne alleine, wenn ich denn schon mal die Möglichkeit dazu habe.

Meine Freundin ist immer auf der Flucht. Packt sich ihren Alltag pickepacke voll mit irgendwelchen Projekten, holt sich ständig die Kinder des besagten Mannes nach Hause, damit sie ihn beim Bringen und Abholen mal für eine halbe Stunde für sich hat. Seine Frau möchte ihre Kinder nicht so oft haben, weil sie auch mal ihre Ruhe braucht.

Die ganze Wochenendplanung richtet sich danach, ob er sich Zeit für sie freischaufeln kann. Oft erfahre ich das sehr kurzfristig und dann erfahre ich, ob sie Liebeswochenende hat oder ob sie mich braucht, weil ich sie emotional auffangen muss, weil er mal wieder keine Zeit für sie hat. Anstrengend wird es auch an allen Geburtstagen, Feiertagen, Weihnachten, Ostern, die Urlaubszeit usw. Silvester haben wir die letzten Jahre immer zusammen gefeiert. Die Kinder haben sich jedes Jahr gefreut und es endete immer damit, dass sie nach 2 Gläsern Sekt zum Mitternacht die große Heulerei angefangen hat, dass er nun wieder in schöner Harmonie mit seiner Familie feiert. Mittlerweile merkt man die Anspannung schon, wenn der Raclette-Grill nicht mal angeschmissen ist. Was du auch sagst, es ist alles falsch. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich es ätzend finde, als Freundin immer die zweite Wahl zu sein, damit sie nicht allein ist. Der Vater meiner Kinder hätte die Kinder dieses Jahr zum ersten Mal seit der Trennung genommen. Ich hätte in die Stadt gehen und die Sau rauslassen können. Habe ich aber nicht gemacht. Wieder schön Kindersilvester wie immer. Und alles für ein Gesicht wie sieben Tag Regenwetter.

Dann kommen die Trotzreaktionen. Das ständige Runterhungern mit Jojo-Effekt, die ganzen neuen Klamotten, in die sie dann irgendwann nicht mehr reinpasst, weil die große Euphorie vorbei ist. Eine zeitlang sind wir zusammen ausgegangen, waren viel auf Verantstaltungen und auf Konzerten. Ich konnte dann kräftemäßig und finanziell nicht mehr so mithalten und dann hat sie angefangen, diese Dinge alleine wahrzunehmen. Und alles wird immer in den sozialen Netzwerken und auf whatsapp dokumentiert. Alles schreit: Guck mal, wie ich auch alleine Spaß haben kann. Was ich dann wiederum sehr bedenklich finde, ist, dass sie ihre Kinder dann auch alleine zuhause lässt, ohne Babysitter. Die sind zwar nicht mehr so klein, aber gerade ihre kleine Tochter hat immer noch krasse Verlustängste, da der Vater ja so abgetaucht war und sich nicht mehr bei den Kindern gemeldet hat. und durch den Tod ihres Vaters. Die große Tochter muss das dann zuhause auffangen, was aber auch mal darin mündet, dass die Kleine sich vor lauter Stress mal übergeben muss.

Und seit einem Jahr ist meine Freundin ständig krank, immer mal wieder mit verschiedenen Symptomen, und nach meiner bescheidenen Einschätzung alles psychosomatisch. Jedenfalls haben die Ärzte bisher keine körperlichen Ursachen gefunden. Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Rücken, Taubheit in den Händen, Nasenbluten, Vorstufe Krebs.

Aber bei ihr läuft alles, sie hat alles im Griff. Und alles, was ansatzweise Sorge um ihre Kinder ausdrückt, wird sofort abgeschmettert mit den Worten: "Du, ich kümmere mich schon. Mach ich ja sonst auch immer." Neulich hat mir die Große noch erzählt, dass oft der Alltag komplett brach liegt, weil die Mutter wieder Schmerzen hat und nicht ansprechbar ist. Oder stundenlang mit mir telefonieren muss, um mir en Detail zu erzählen, was ihr Typ und dessen Frau und dessen Familie und seine Kinder wieder gemacht haben.

Ich kann dieses Auf und Ab, diesen Wechsel zwischen ihrem totalen Liebesglück mit bescheuerten Visionen von gemeinsamem Urlaub und den Abstürzen ins Tal der Tränen nicht mehr aushalten. Wenn ich was sage, kommt sofort der Gegenangriff und wenn ich nichts sage, werde diese Gespräche für mich immer mehr zu frustrierenden sinnlosen Zeitfressern. Ihr ständige Missgunst, ihre Kommentare über mich und meine Lebensführung...machmal habe ich das Gefühl, sie verachtet mich geradezu, obwohl ich eigentlich immer noch nur versuche, irgendwie über den Tag zu kommen.

Ich habe es mal gewagt, das zu kritisieren. Da habe ich sofort die Keule bekommen, dass ich ja nur neidisch bin, dass ich das nicht so machen kann mit meinem behinderten Kind. Und sie hätte eben keine Lust zuhause zu versauern.

Mitunter hat man das Gefühl, die Ereignisse werden immer wahlloser. Über Ostern hat sie Urlaub gebucht, Städtereise mit den Kindern, weil sie wusste, dass der Mann auch mit seiner Familie in den Urlaub fährt. Sie hat ein Monatsgehalt auf den Kopf gehauen, schön Fotos geschossen und gepostet, mir geschrieben:"Du verpasst was!" und an Tag 3 hatte die Mutter wieder Schmerzen und alle drei lagen in ihren Hotelbetten und hatten das Handy am Anschlag, weil nichts anderes mehr ging.

Heute haben wir uns gestritten. Es ging um den Muttertag. Meiner fiel irgendwie aus, da ich krank mit Fieber im Bett lag und die Kinder dann kurzfristig zum Vater mussten. Ich habe sie nur ganz kurz gesehen an dem Tag. Und mein Wehklagen darüber hat meine Freundin ziemlich barsch abgeschmettert, dass der Muttertag jawohl total unwichtig wäre und nicht bedeutet. Es wäre ein Tag wie jeder andere auch! Erfindung von der Blumenindustrie blabla.

Am Samstag habe ich Geburtstag. Meine Kinder fahren über Pfingsten mit Oma in den Urlaub und ich habe kinderfrei. Und dazu sagte meine Freundin zu mir:"Also ICH würde ja meine Kinder an meinem Geburtstag nicht hergeben. Deine Mutter hätte sich ja auch jedes andere Wochenende im Jahr aussuchen können, aber wenn deine Mutter pfeift, dann tanzt du nach ihrer Pfeife."

Wir haben einen gerichtlich festgelegten Umgangsplan! #aerger Meine Mutter kann sich die Wochenenden nicht aussuchen. Meine Mutter hat Zeit und Lust und Geld, um mit den Kindern in den Urlaub zu fahren, denn ich alleine könnte das nicht leisten. Natürlich werde ich meine Kinder vermissen, aber deswegen verhindere ich doch nicht nicht ihren Urlaub. Und selbst wenn - das ist doch wohl ganz allein meine Entscheidung.

Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Diese Frau kostet mich den letzten Nerv. Ich habe das Gefühl, wenn noch ein so ein Spruch von ihr kommt, dann springe ich ihr an den Hals.

Tut mir leid, dass es wieder so viel Text geworden ist, aber ich weiß auch langsam echt nicht mehr, wohin mit meiner Wut. #sorry

Frage: Was kann/soll ich jetzt tun? #gruebel

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Man kann Freundschaften beenden.

Du hast drei Möglichkeiten:
1. Weitermachen und aushalten.
2. Auf den Tisch hauen und Tacheles reden und mal schauen was passiert
3. Die Freundschaft beenden.

Aber dir die Energie rausziehen lassen, kann auf Dauer nicht gut gehen. Was tut diese Frau für Dich?

LG

2

Beantworte Dir doch erst einmal diese Frage: Ist das wirklich noch Deine beste Freundin oder bist Du nur noch ihre?

3

Hallo!

Ich habe mich jetzt tatsächlich durch diesen Roman gekämpft. Was ich daraus entnehmen kann:

1. Du bist mit der Lebensführung der "Freundin" nicht einverstanden und hast das Gefühl, sie verachtet dich für deine.

2. Ihr streitet euch oft.

3. Es ist dir unangenehm, ihre sexuellen Eskapaden decken zu müssen und so zur Komplizin zu werden.

4. Du hast einen Haufen Baustellen, die genug Kraft kosten.

Es wirkt auf mich so, als würdest du an dieser Person nur hängen, weil ihr zu Beginn ähnliche Ausgangsbedingungen hattet. Von Freundschaft spüre ich da nicht mehr viel. Offenbar seid ihr ja auch mehr voneinander genervt als etwas andere. Aber offenbar bist zumindest du auch noch sehr auf sie fixiert, wenn du in derartiger Breite sämtliche ihrer Fehler auflistest.

Ganz ehrlich: Mach Schluss. Ich hatte eine ähnliche Situation mit einer Freundin, die ich schon aus der Grundschule kannte. Ich konnte mit ihrem Lebenswandel nichts mehr anfangen, sie hat ihren langjährigen Freund, den ich sehr mochte, abserviert und mir dann wirklich die absurdesten Gründe dafür aufgetischt. Generell hat sie immer viel gelogen, sodass ich ihr nichts mehr glauben konnte. Gemeldet hat sie sich entweder, weil sie erzählen wollte, wie supertoll oder wie megakacke es ihr gerade geht. Für mich hat sie sich nicht interessiert. Als ich dann selbst genügend Baustellen hatte, hab ich den Kontakt eingestellt. Und nicht nur zu ihr, sondern auch zu anderen älteren Kontakten, zu denen ich mich eigentlich nur noch verpflichtet gefühlt habe. Und ich muss sagen, es war wirklich befreiend.

Ich hab mir damals die Frage gestellt: Was würde mir fehlen, wenn du dich einfach nicht mehr meldest? Die Antwort war: rein gar nichts. Stell dir diese Frage doch auch mal.

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Jetzt, wo du es sagst: Ich habe nicht das Gefühl, dass sie nur mich persönlich verachtet. Ich habe irgendwie den Eindruck, sie verachtet JEDEN. Nur auf den besagten Mann lässt sie nichts kommen. Dieses typische "er ist anders als die anderen" und ich frage mich bis heute, an welcher Stelle er anders ist. Ich kann an dem wirklich tatsächlich wenig besonderes finden. Auf mich wirkt er ziemlich normal. Deswegen finde ich die Geschichten über sein Leben und seine Familie auch jetzt nicht so spannend.

Ich höre mir gerne Geschichten über andere Leute an, wenn es interessante Geschichten sind wie von ihrer Freundin, die Zwillinge mit ADHS hat, oder von der anderen Freundin, die alleinerziehend ist und sich gerade beruflich neu orientiert mit 45 Jahren. Selbst von ihrer Schwester, die nach der Trennung des Vaters ihrer erwachsenen Kinder nun ganz alleine in dem Haus ist und auf unglaublich bewundernswerte Weise alleine ihren ganzen Garten umgestaltet. Ich sehe die nur ganz selten mal. Und dann sitzen wir zum Kaffee, ich frage die Schwester nach ihrem Garten und zack... Überleitung von meiner Freundin... der besagte Mann hat auch einen Garten und der hat seinen Fahrradschuppen ja selbst gebaut. Und schon sind wir wieder beim Thema, wie oft er am Tag online war und dass er ihr ja nur einen normalen Kussemoji ohne Herz als Gutenachtkuss geschickt hat und was das wohl zu bedeuten hat.

Ich möchte meine Freundin ja gerne mal fragen, wie es eigentlich so mit ihrem Garten aussieht. Aber dann kommt wieder "Ach, mir hilft ja keiner und für SOWAS habe ich ja auch keine Zeit. Ich habe so viel Wichtigeres zu tun."

Also, sie schafft das wirklich, mit einem Satz drei Leute an einem Tisch zu beleidigen. Da hat sie eine Gabe, das muss man ihr lassen. Ich habe auch einen Garten und der ist, naja, funktional. Ich schneide meine Hecke und mähe meinen Rasen. Wenn ich richtig eskaliere, pflanze ich mal eine neue Staude ein. Ich plane immer noch, mir endlich mal einen eigenen Grill anzuschaffen, aber bisher war es halt noch nicht so wichtig.

Und ich höre jetzt schon wieder vor meinem inneren Ohr die Stimme meiner Freundin "Grillen ist ja nun wirklich nicht so schwer. Das kann ja jeder Idiot!" Wahrscheinlich nicht so gut wie der besagte Mann, aber ich merke immer wieder: Sie versteht nicht, worum es mir geht.

Wir hatten einen tollen Grill und der ist meiner Hausratsteilung zum Opfer gefallen. Den hat sich, irgendwie aber verständlich, mein Exmann unter den Nagel gerissen. Ich vermisse den Grill und weiß gleichzeitig, dass ich mir so einen erstmal nicht mehr leisten können werde. Ich bin einfach nur ein bisschen traurig. Das ist aber wirklich kein großes Problem.

Und früher war sie nicht so. Da hätte sie gesagt: "Los, wir fahren jetzt in den Baumarkt und lassen uns von dem netten Fachverkäufer über den teuersten Grill im Laden beraten und sagen dem, wir holen erstmal nur Angebote ein." Da konnte man noch Spaß mit ihr haben.

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Bis zur Mitte dieses lellenlangen Textes habe ich noch alles gelesen, danach nur noch überflogen.
Was Du tun kannst?
Entweder weiterhin mit ihr befreundet sein und im Stillen über sie herziehen oder eure "Freundschaft" beenden.
Ich finde, ihr schenkt euch beide nichts.
Sie scheint eine sehr egoistische, emphatielose Frau zu sein.
Du scheinst all ihre Eskapaden still zu dulden und dann Dich wo anders über sie auszukotzen.
Sorry, aber lies Dir bitte mal Deinen riesen Text durch. Du läßt kein einziges gutes Haar an ihr! Das ist ja für sich alles nachvollziehbar, aber warum bist Du denn mit ihr befreundet? Der Text liest sich wie eine Aufrechnung, wer von euch beiden ein schwereres Leben hat und wer mehr Recht zum jammern hat.
Man ist ja in der Regel mit jemandem befreundet, den man als Person schätzt, mit dem man ähnliche Hobbys und Lebenseinstellungen teilt. Wo sind denn eure Gemeinsamkeiten? Wo schätzt und respektiert ihr euch gegenseitig?

PS: dass Du ihre komische Tour mit der Affäre deckst, indem Du andere belügst, finde ich ebenfalls ziemlich traurig. Warum läßt Du Dich in so eine Sache von ihr einspannen? Du hast als erwachsener Mensch das Recht, "Nein" zu sagen, wenn Dir etwas nicht paßt. #aha

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Ich rede ja eigentlich wirklich selten darüber, weil ja von dieser Affäre auch niemand etwas wissen darf. Dadurch habe ich kaum die Möglichkeit, mich mit anderen darüber auszutauschen. Ich hänge über whatsapp an einer ziemlich kurzen Leine. Sie zieht mich ran oder schließt mich aus, wie es ihr gerade passt. Bei ihr gibt es inzwischen nur noch Krise oder bei ihr läuft alles super. Unsere Freundschaft vorher oder gerade zu Anfang war ja noch sehr bestimmt durch ganz normale Alltagsprobleme: Arbeit, Kinder, Lebensträume, in welcher Farbe soll ich die Wand streichen, Musik, Ausflüge, was wir im Fernsehen gesehen und welche Bücher wir gelesen haben. Früher haben wir uns begleitet und heute entwickeln sich unsere Leben in unterschiedliche Richtungen und auf einmal ohne Anlass besteht auf einmal Konkurrenz an Stellen, wo sie eigentlich nicht gegeben wäre, weil wir nicht vergleichbar sind.

Und wenn ich an einer Stelle mal Nein sage, dann fordert sie meine unbedingte Loyalität ein. Und ich kann mir die Frage nicht mehr beantworten, wann sie das letzte Mal etwas für mich getan hat, ohne sofort eine Gegenleistung einzufordern oder sich damit gleich das Recht genommen hat, mir gleich ganze Entscheidungen aus der Hand zu reißen.

Sicher ist unser beider Leben nicht leicht, aber ihre "Hilfe" besteht oft in "guten" unbrauchbaren Ratschlägen. Und ich kann mit ihr nicht über Pflegeminuten diskutieren oder über die Aufgaben einer Schulbegleitung, weil das einfach alles sehr speziell ist. Sie erschöpft sich darin, mir zu erzählen, dass ihre Kinder gut laufen und dass sie bei ihren Kindern alles richtig gemacht hat.

Stattdessen darf ich mir dann aber auch wieder stundenlang anhören, was die Ehefrau ihrer Affäre bei ihren Kindern alles falsch gemacht hat. Mir ist da einmal der Kragen geplatzt und ich habe gesagt:"Das weißt du doch alles gar nicht. Du bist doch nie dabei, wenn sie ihren Job als Mutter macht." Und da motzte sie mich an fragt:"Auf wessen Seite stehst du eigentlich?"

Und das sind so die Moment, wo ich denke: Ich kann es nicht mehr!

Ich kann das mit meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren. Es ist zuviel.

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Zieh die Reißleine und beende das.
Eine Freundschaft sollte keine Einbahnstraße sein.

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Hallo,

für mich hört es sich schlicht und ergreifend danach an, dass ihr nicht (mehr) zusammen passt. Früher waren eure Lebensumstände noch ähnlich und ihr hattet, bedingt durch die jeweilige Trennung, wesentlich mehr "Stoff", der euch verbunden und über den ihr euch ausgetauscht habt.

Inzwischen sieht die Lage anders aus. Ihre Welt scheint sich derzeit nur noch um die Affäre zu drehen, während bei Dir komplett andere Dinge im Fokus stehen. Du bist jedoch noch immer gewillt, ihr zuzuhören und an ihrem Leben teilzuhaben. Sie dagegen, so liest es sich für mich, hat allein ihre eigenen Belange im Kopf.

Ihr habt euch offensichtlich auseinander gelebt.

Lass Dich nicht ausnutzen von ihr! Du fühlst Dich ja schon unwohl, wenn Du mal wieder für sie in die Bresche springst. Gib Dich nicht dafür her. Es wird vermutlich sowieso nichts zurück kommen von ihr.

Was Du brauchst ist eine Freundin, die Dich und Deine Situation versteht. Du schriebst von Therapie und Förderschule. Vielleicht lernst Du dort jemanden kennen, mit dem Du Dich austauschen kannst? Ich würde es Dir wirklich wünschen. Deine jetzige "Freundin" ist nämlich keine.

LG, b.m.

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Hallo,
ich denke, ich würde mich stückchenweise distanzieren und mir parallel neue Kontakte suchen. Du wirst dann merken, wie einseitig eure Beziehung ist und sie wird dir weniger wichtig, das wird dir gut tun.
Ich hatte auch mal eine Freundin, die Depressionen bekam. Eine seeeehr lange Zeit habe ich mir alles angehört, sie unterstützt, zugehört, Vorschläge gemacht, irgendwann war sie NUR noch negativ, egal was war, egal welches Thema, man konnte nichtmal mehr über einen schönen Ausflug am Wochenende sprechen. Ich musste mich da zurückziehen. Wir stehen immernoch in Kontakt, aber nicht mehr so eng.
VG