Bin ich auch bald alleinerziehend?

    • (1) 02.07.18 - 15:25

      Hallo zusammen,

      mich würden unabhängige Meinungen oder vielleicht auch Änderungsvorschläge interessieren, deshalb schreibe ich mal bei euch. Damit man alles besser nachvollziehen kann, werde ich wahrscheinlich recht ausführlich schreiben und mein Text wird daher wohl etwas länger werden.

      Also, mein Partner und ich sind beide Ende 20 und haben zwei gemeinsame Kinder. In unsere Beziehung verlief alles recht schnell, wir haben uns vor 4 Jahren kennengelernt, berufsbedingt hat es mich zufälligerweise in seine Gegend gezogen, nach einem halben Jahr Beziehung bin ich ungeplant schwanger geworden. Zu der Zeit habe ich in einer Wohnung seiner Familie zur Miete gewohnt und er hat weiterhin 20km entfernt in seinem Elternhaus gewohnt, hatte jedoch sein Büro mit bei uns in der Wohnung und hat öfter bei uns geschlafen. Nach der Geburt unseres ersten Kindes hat er ein Jahr Elternzeit genommen, da ich berufsbedingt noch einige Prüfungen ablegen musste. Es hat sich dann so gestaltet, dass er vormittags (meist gemeinsam mit seinem Vater) unser Kind betreut hat und ich habe dann ab mittags übernommen. die ersten Monate hatte er sie auch noch 1-2x nachmittags. Während er in der Elternzeit war, hat er übrigens sein Fernstudium weiterführen können, welches er bereits begonnen hatte, noch bevor wir uns kennengelernt hatten.
      Als unser erstes Kind 8 Monate alt war, bin ich erneut schwanger geworden. Wir haben es einfach darauf angelegt. Also haben nicht verhütet, aber auch nicht bewusst auf die fruchtbaren Tage geachtet. Leider endete diese Schwangerschaft in einer MA in der 11.SSW.
      Ab da hatte ich einen großen Kinderwunsch, da ich mir ein Geschwisterchen für unser erstes Kind gewünscht hatte. Sein Kinderwunsch war glaube ich nicht ganz so groß wie meiner, aber er war von einem Geschwisterkind auch sehr angetan. An dieser Stelle muss ich sagen, dass mein Partner Einzelkind ist und ich eine Schwester habe mit der ich mich sehr gut verstehe.
      Vier Zyklen später hat es wieder geklappt und ich war erneut schwanger. Mittlerweile war er nicht mehr in Elternzeit und ich habe berufsbedingt den Arbeitsplatz gewechselt. Leider hat es mir an meiner neuen Arbeitsstelle nicht so gut gefallen, daher war ich auch nicht unglücklich als ich dann aufgrund schwerer Schwangerschaftsübelkeit öfter krankgeschrieben war (ich war täglich bei meinem FA und hing am Tropf, sogar am Wochenende) und letztendlich im 4.Monat dann ein Beschäftigungsverbot bekam (es kamen noch andere Beschwerden hinzu und mein Arbeitgeber wollte, dass ich ein Beschäftigungsverbot erhalte). Aus organisatorischen Gründen war uns das allerdings recht, denn so konnte ich unser erstes Kind betreuen und mein Partner sein Studium beenden. Leider lebt meine Familie nicht in unserer Nähe und Freunde hatte ich in dem Wohnort leider auch nicht so wirklich.
      Dann war es endlich soweit und unser zweites Kind kam (per KS) auf die Welt. Wie auch schon beim ersten Kind, war mein Partner bei der Geburt dabei und meine Schwester kam ca. 800km weit angereist um die Tage, die wir im KH waren, unser erstes Kind zu betreuen. Wir hatten uns wie beim ersten Kind ein Familienzimmer gewünscht, doch leider klappte dies nicht und so waren wir ab dem zweiten Tag in einem Einzelzimmer. Mein Partner war zwar die ganze Zeit bei uns, jedoch interessierte er sich nicht so richtig für uns hatte ich das Gefühl. Direkt nach der Geburt, auf der Aufwachstation, holte er ein Buch raus und fing an zu lesen. Die ganze Zeit las er oder arbeitete am Laptop.
      Mir kam das sehr komisch vor, jedoch dachte ich, dass er vielleicht einfach Zeit brauch sich daran zu gewöhnen, dass wir nun zwei Kinder haben. Wobei ich mich in der Zeit vor der Geburt auch schon wunderte, da er kaum noch Zeit mit uns verbrachte und vielleicht nur noch einmal die Woche bei uns übernachtete.
      Als wir aus dem Krankenhaus draußen waren, stand ich erstmal alleine da mit zwei kleinen Kindern. Er hat sich sehr selten bei uns Blicken lassen und war die meiste Zeit damit beschäftigt sich um seine berufliche Selbstständigkeit zu kümmern. Ich bin dann auch erst einmal für zwei Wochen zu meiner Mutter, die 1,5h Autostunden von uns entfernt wohnt.
      Während all der Zeit hat sein Vater angefangen sein Haus, also das Elternhaus von meinem Freund, wo mein Freund und sein Vater die ganze Zeit über wohnten, für uns umzubauen, sodass wir eine Wohnung darin haben konnten.
      Ich war davon auch sehr angetan, denn das Haus liegt in einem sehr kleinen Dorf, in dem die Kinder sehr behütet aufwachsen können. Außerdem gibt es dort einen Kindergarten, der Kinder bereits ab 2 Jahre aufnimmt. Ich wollte, dass unser erstes Kind bereits mit 2 Jahren dort zweimal die Woche in den Kindergarten geht, damit sie Kontakt mit anderen Kindern hat und ihre Sozialkompetenz stärken kann. In unserem Freundes- und Bekanntenkreis waren wir die einzigen mit Kindern. Dazu muss ich sagen, dass ja auch all meine Freunde mindestens eine Autostunde von uns entfernt wohnen.
      Die Zeit, in der die Große im Kindergarten ist, wollte ich nutzen, um in Ruhe einkaufen zu gehen oder Zeit mit der Kleinen zu bringen.
      Leider verzögerte sich der Umzugstermin immer wieder und das Kind war bereits im Kindergarten und in der Musikschule angemeldet, sodass ich dreimal in der Woche für 30 min in den neuen Ort fahren musste. Es war also eine recht anstrengende Zeit. Quasi alleinerziehend mit einem 2jährigen Kleinkind und einem Säugling ohne große Unterstützung.
      Ich hatte dann die Vorstellung, dass alles einfacher werden würde, sobald wir in dem Heimatort meines Freundes ziehen würden.
      Der Umzug gestaltete sich dann so, dass ich in der alten Wohnung alle Kartons (etwa 60) alleine gepackt habe und zum Großteil auch selbst in den Lieferwagen getragen habe. Die größeren Möbelstücke haben er und sein Vater übernommen. In der neuen Wohnung habe ich alle Möbel (bis auf das Sofa) alleine aufgebaut und auch alle Kartons alleine ausgepackt. Gleichzeitig habe ich die Kinder bespaßt, bekocht und die restlichen Aufgaben rund um die Kinder übernommen. In der alten Wohnung entstand gleichzeitig das neue Büro meines Freundes und er hat sich dort verwirklicht.
      Naja, soooo viel einfacher wurde es dann leider auch nicht. Die Wohnung war noch nicht richtig fertig (ist sie immer noch nicht) als wir einzogen und mein Freund schläft meist immer noch in seinem alten Kinderzimmer, da er nachts von den Kindern nicht gestört werden möchte, da er am nächsten Tag fit sein muss, damit er arbeiten kann.
      Zum frühstücken kommt er dann meist rüber und zum Abendessen erscheint er auch (jedoch immer zu unterschiedlichsten Zeiten).
      Wir haben zwar getrennte Wohnungen, also keinerlei direkte Verbindung, aber trotzdem erscheint sein Vater ständig bei uns. Er frühstückt fast immer bei uns und sitzt abends auch oft bei uns.
      Anfangs fand ich seinen Vater auch sehr nett, um unser erstes Kind kümmert er sich gerne, nimmt sie mit raus, wenn er z.B. seine Pferde versorgt (Der Stall ist direkt bei uns am Haus), auch die Wohnung, die er für uns gebaut hat (die allerdings noch nicht richtig fertig und auch nicht besonders kindersicher ist), hat er komplett alleine gezahlt und mich bei allen Entscheidungen, wie beispielsweise die Wahl des Bodens und der Fliesen, miteinbezogen. Jedoch ist er ein wahnsinnig lauter Mensch, wenn er erscheint, herrscht sofort Unruhe und die Kinder sind überdreht. Oftmals erscheint er auch zu unmöglichen Zeiten, platzt zum Beispiel rein, wenn ich gerade dabei bin die Kinder ins Bett zu bringen. Erlaubt ihnen dann noch Eis zu Essen, obwohl die Zähne schon geputzt sind oder will mit ihnen fernsehen, obwohl ich es verboten habe. Meine Entscheidungen und Aussagen, werden oft ignoriert oder nicht ernst genommen. Mein Freund stellt mich dann als spießig hin, dabei bin ich wirklich keine besonders strenge Mutter (behaupte ich zumindest). An Tagen, an denen die beiden nicht reinplatzen, läuft alles reibungslos und spätestens um 20 Uhr liegen beide Kinder im Bett. Tauchen die anderen zwei auf, wird es locker 22 Uhr und ich habe gar keine Zeit mehr für mich.
      Außerdem flucht er ständig und zwar auf wirklich übelste Art und Weise. Wenn ich sage, dass er vor den Kindern nicht so reden soll, kam auch schon mal die Aussage "Das ist mir scheißegal". Mittlerweile ist es aber auch so, dass mich die kleinsten Dinge stören über die ich früher vielleicht hätte hinweg sehen können.
      Mir ist es wichtig, dass meine Kinder sich soweit es ihr Alter und ihre Reife erlaubt, am Tisch benehmen können, jedoch ist es mit meinem QuasiSchwiegervater und meinem Freund fast unmöglich den Kindern Manieren bei zu bringen. Dann sitzt der Vater meines Freunde z.B. oberkörperfrei am Tisch (und er ist stark übergewichtig) und wenn ich dann mit meinem Freund rede, dass ich das nicht gut finde, dann macht er sich über mich noch lustig und sagt, dass das ja jetzt wohl nicht schlimm sei. Es wurden schon Teller abgelegt oder im Mund rumgepopelt und am Ende bin ich noch der Depp und werde als Sittenpolizei oder Hausekel bezeichnet. Manchmal frage ich mich, ob ich einfach zu streng bin. Wie hättet ihr in folgender Situation gehandelt:

      Wir saßen im Urlaub am Tisch und wollten zu Abend essen. Meine Große, die sowieso ein sehr schlechter Esser ist, da sie kaum Interesse an Essen zeigt, steht auf noch bevor sie etwas gegessen hat. Wir saßen seit nicht einmal Minuten am Tisch. Sie sagte dann, dass sie jetzt fernsehen möchte. Ich habe ihr dann erklärt, dass wir jetzt gerade zu Abend essen und wir nicht fernsehen und sie sich bitte nochmal zu uns setzen soll. Mein Freund mischte sich dann ein, dass ich sie doch fernsehen lassen kann, wenn sie doch jetzt nicht essen möchte. Ich fand es nicht in Ordnung, dass er mir dann in den Rücken fällt und sagte, dass ich den Fernseher nicht anmache, was er macht sei seine Entscheidung, schließlich ist er ja auch sorgeberechtigt. Ich sagte aber auch, dass wenn das Kind nachts hunger bekommt er dafür verantwortlich sei und er ihr dann was zubereiten müsse, da ich mich dann nicht darum kümmern werde. Tja, dazu hatte er auch keine Lust, also stand er nicht auf. Dafür mischte sich sein Vater ein und schlug vor (worauf auch mein Freund einging), dass das Kind ja am Handy am Tisch Youtube Videos gucken kann.
      Von dem Verhalten war ich sehr enttäuscht, dass mein Freund sich nicht mit mir richtig abspricht und dass sein Vater sich da auch noch einmischt. Gesagt habe ich nicht viel, weil wir im Urlaub waren und ich keinen großen Streit wollte. Wie hättet ihr reagiert? Sehe ich das vielleicht auch einfach zu eng?

      Wie eben bereits erwähnt waren wir nun im Urlaub. Meine Mutter, meine Schwester, der Vater meines Freundes + Lebensgefährtin, mein Freund, die Kinder und ich.
      Die ganze Reise stand schon von Anfang an unter keinem guten Stern.
      Zum einen war ich schlecht gelaunt, da ich bereits seit 2 Wochen erkältet war und alle Reisevorkehrungen alleine treffen musste. Wir haben ein Ferienhaus gemietet und somit gab es eine Menge zu packen. Einige Tage zuvor, ich war wirklich gebeutelt von der Erkältung, die ich, wie erwähnt bereits seit 2 Wochen hatte, fragte mein Schwiegervater was eigentlich los sei. Als ich ihm erklärte, dass ich immer noch erkältet bin, sagte er nur "Hoffentlich steckst du uns nicht an" (die gleiche Aussage kam auch von meinem Freund). Als ich sagte, dass ich die Aussage ziemlich dreist finde und doch mal wenigstens einer fragen könnte, ob man mir etwas helfen könnte oder etwas besorgen könnte, wurde das als Scherz aufgefasst und gelacht.

      Naja, soweit so gut, oder eben auch nicht...Tag der Abreise in den Urlaub. Mein Freund musste oder wollte an dem Tag noch arbeiten, also habe ich seine Wäsche gewaschen und seine Sachen größtenteils gerichtet und ihm rausgelegt. Nur in die Reisetasche musste er es schließlich selber packen, damit er sieht, ob er alles hat was er braucht.
      Abends, vor der Abfahrt noch, hatte ich gekocht, damit wir gestärkt sind für die Fahrt. Wir wollten nachts fahren und morgends ankommen. Aus irgendeinem Grund hat er nicht mitgegessen und hat auch nochmal geschlafen.
      Ich hatte vorher das ganze Auto alleine vollgepackt und wie immer die Kinder alleine betreut und noch den Haushalt gemacht.
      Als es dann endlich losging und wir die ersten 10 Minuten gefahren waren, beschwerte sich mein Freund, dass ich ihm keinen Kaffee gerichtet habe, schließlich müsste er ja jetzt fahren und auch kein richtiges Essen hätte ich gerichtet. Ich hatte nur ein paar Sacks (Kekse, Äpfel,Bananen, Salamisticks, Quetschbeutel, Chips, Wasser) eingepackt, schließlich gab es ja Abendessen und wir kamen ja zur Frühstückszeit an.
      Da kam es also schon zur ersten Auseinandersetzung und ich war furchtbar genervt und enttäuscht. Alles hatte ich alleine gerichtet, war von morgends bis abends auf den Beinen und dann macht man mir noch Vorwürfe.

      Was bis jetzt noch untergegangen ist, sind die zusätzlichen Aufgaben, die mir seit dem Umzug angehängt wurden. Mein Freund hat einen großen Hund, der eigentlich mehrmals am Tag rausmüsste. Jetzt lasse ich den Hund (obwohl ich kein Hundefan und allergisch auf den Hund reagiere) mehrfach täglich raus, weil er nur in einem Zimmer sonst eingesperrt ist. Der Nachbar (=angeheirateter Onkel meines Schwiegervaters) kann sich nicht mehr alleine versorgen. Mein Schwiegervater hat versprochen sich um ihn zu kümmern, dafür hat er sehr günstig das Haus kaufen können bzw erbt es und muss den restlichen Betrag nicht zahlen, falls der Nachbar vorher verstirbt. Jetzt ist es so, dass ich 3x täglich dem alten Mann Essen richte und für ihn einkaufen gehe.
      Ich weigere mich aber es weiterhin zu tun, was wahrscheinlich noch für großen Ärger hier sorgen wird.

      Auch das Thema Finanzen ist momentan recht schwierig.
      Bisher habe ich von meinem Freund nie Geld erhalten, nur am MaxiCosi der Großen und am Kinderwagen hat er sich beteiligt. Alles andere, also Lebensmittel, Kindergartengebühren, Krankenversicherung der Kinder und von mir (privat), Kinderkleidung, Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke usw. habe ich alleine gezahlt.
      Mein Vater hatte mir Geld für die neue Wohnungseinrichtung geschenkt, wobei ich einiges davon auch für die täglichen Kosten verwendet habe.
      Seitdem wir in der neuen Wohnung wohnen, zahle ich nichts mehr für die Miete, Strom usw. Das übernimmt mein Schwiegervater. Ich hätte es mir auch nur mit dem Elterngeld nicht leisten können.
      Jetzt ist die Elternzeit vorbei und mein Freund muss uns finanzieren, wir hatten besprochen, dass ich zu hause bleibe bis die Kleine 2 Jahre alt ist und hier im Ort in den Kindergarten kann. Jedoch fühle ich mich eigentlich gar nicht wohl finanziell jetzt plötzlich so abhängig zu sein. Ich habe gar kein Erspartes und muss jetzt dauernd wegen dem Geld fragen und meinen Freund daran erinnern mir Geld zu überweisen, damit meine laufenden Kosten abgebucht werden können.

      Also so viel zur Ausgangssituation.
      Wie bereits mehrfach erwähnt, waren wir jetzt alle im Urlaub und ich finde das hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Die schrecklichen Tischmanieren, mein Schwiegervater, der sich mit seinem Ausdrucksweise und seinem Verhalten wie ein Prolet benommen hat, dann das unrücksichtsvolle Benehmen mir gegenüber (mein Freund ließ u.a. den Hund plötzlich mit im Bett schlafen, obwohl ich allergisch reagiere), mein Freund zog ständig ein Gesicht wie 7 Tage Regenwetter und dann die Höhepunkte, nämlich der Geburtstag meiner Mutter und der unseres 2. Kindes:

      Meine Mutter hat in unseren Alltag nicht so viel Einblick, obwohl wir ein sehr gutes Verhältnis haben und sie uns öfter besuchen kommt. Sie wusste zwar, dass mein Freund gerne mal sich wie ein Macho verhält, aber in welchem Ausmaß war ihr bis dato nicht bekannt. Sie akzeptiert eigentlich meinen Freund wie einen Sohn. Kam am Wochenende nach seinem Geburtstag und hat Kuchen gebracht, extra Geburtstagskerzen gekauft und sich Gedanken um ein Geschenk gemacht. Alles sehr liebevoll.
      An ihrem Geburtstag hat er sich gerade so ein "Alles Gute" herausgequält und das war's. Von Geburtstagsstimmung war an dem Tag keine Spur und abends beim Essen sagte er dann noch, als meine Schwester und ich, mit Sekt anstoßen wollten "Ach stimmt ja, du hattest ja heute Geburtstag". Die Aussage hat meine Mutter sehr gekränkt, weil zum Vorschein kam wie gleichgültig ihm doch alles ist.

      Zwei Tage später war der erste Geburtstag unserer Kleinen und an den Geschenken hatte er sich nicht beteiligt. Bei der Großen hatte er noch selbst zusätzliche Geschenke besorgt. Sein Vater hat der Kleinen (der Geburtstag war vor 3 Tagen) gar nichts geschenkt. Auch an dem Tag war alles so lieblos. Ich bin da irgendwie anders groß geworden. Ich habe mir Gedanken wegen der Geschenke gemacht und alles schön dekoriert. Letztendlich hab ich das Gefühl das Kind hatte noch nicht einmal Geburtstag und so ginig es auch meiner Mutter und Schwester. In ein paar Tagen fahre ich mit den Kindern in meine Heimatstadt, da meine Oma ihrer Urenkelin auch persönlich gratulieren möchte und da werden wir dann den ersten Geburtstag nochmal richtig feiern.

      Meine Mutter ist nach dem ganzen Urlaub jedenfalls total durch den Wind. Kann dieses machohaftige Verhalten meines Freundes nicht verstehen, dabei war sie immer so stolz auf ihn. Sie meinte sie hat das Gefühl ich werde ausgebeutet und erträgt meinen "Schwiegervater" nicht mehr, da er sich wie ein Prolet benimmt (er sagt auch immer er möchte ein "Rednick" sein), obwohl er sich ja sonst großzügig uns gegenüber gezeigt hat.
      Meiner Mutter wäre es am liebsten ich würde zurück in meine Heimatstadt ziehen.

      Meine Gefühle decken sich in etwa mit denen meiner Mutter. Seit der Geburt unseres zweiten Kindes habe ich das Gefühl unsere Beziehung stimmt nicht mehr, habe aber nie mit jemandem darüber gesprochen.
      Wenn ich meinen Freund auf so manches hier beschriebene anspreche behauptet er nur meine Mutter würde mich beeinflussen. Dabei empfinde ich es nicht so, sondern eher so, dass ich jetzt plötzlich mit meinen Eindrücken nicht mehr so alleine da stehe.

      Mein Problem ist jetzt einfach, dass ich nicht weiß wie alles weiter geht.
      Es gibt schließlich so viele Alternativen und an erster Stelle sollte das Wohl der Kinder stehen. Die beiden Kinder lieben schließlich ihren Vater und Großvater.

      Betrachtet man alles unter dem Gesichtspunkt der Kinder, so ist ja eigentlich alles in Ordnung. Hier haben sie Mama und Papa vor Ort. Der Ort an dem wir leben ist sehr behütet. In den Kindergarten können wir laufen und man sieht ihn vom Kinderzimmer aus. Die Kinder wachsen hier mit Pferden, Ziegen, Hund und Katze auf. Das einzige was auf die Dauer Probleme machen könnte ist, dass wir nur ein sehr kleines Kinderzimmer haben. Wobei man theoretisch hier noch anbauen könnte.

      Wenn ich das hier vor Ort unter dem Aspekt betrachte wie glücklich ICH bin, so sieht das klar anders aus. Eine richtige Beziehung führen wir ja irgendwie nicht (quasi getrennte Schlafzimmer), wir machen nie etwas nur zu zweit, da wir keinen Babysitter haben und mein "Schwiegervater" nur die Große betreut, aber die Kleine ihm zu viel ist. Ich bin den ganzen Tag alleine mit beiden Kindern, außer ich gehe auf den Spielplatz und habe Glück und es noch die ein oder andere Mutter da. Wobei großartige Gespräche da ja auch nicht möglich sind, da die Kinder immer etwas wollen.
      Einmal in der Woche gehe ich mit den Kindern in die Krabbelgruppe, wobei sich da auch noch nicht so richtige Freundschaften gebildet haben. Freunde habe ich hier in der Gegend keine, nur die, die ich über meinen Freund kennengelernt habe und das sind dann immer nur so Pärchentreffen die da veranstaltet haben. Also sowas wie mit einer Freundin nachmittags Kaffee trinken gehen oder so, kenne ich hier gar nicht mehr. Hin und wieder kommen mal "alte Freunde" von mir zu Besuch her. Am Wochenende machen wir selten Ausflüge, da mein Freund gerne zu hause ist und hier sich ausruhen möchte.
      Abends weggehen geht auch nicht, da ich niemanden habe, der auf die Kinder aufpasst. Ich bin Mitglied beim Elternbeirat und wenn wir uns dann alle paar Wochen treffen ist es immer schwierig, dass zumindest mein Schwiegervater auf die Große aufpasst. Mein Freund arbeitet ja meist bis spät abends und hat auch noch ein Hobby welchem er einmal in der Woche abends nachgeht.

      Würde ich zurück in meinen Heimatort gehen, müsste ich gleich wieder anfangen zu arbeiten und irgendwie meine Kleine (1 Jahr alt) betreuen lassen. Es ist auch nicht leicht dort eine Wohnung zu finden. Mein Auto läuft auch über meinen Freund und seinen Vater. Ich weiß nicht einmal, ob es so einfach ist in meinem Heimatort zu arbeiten, eigentlich bin ich die nächsten Jahre noch hier gebunden. Und ich kann ja meine Kinder nicht einfach räumlich von ihrem Papa entfernen. Wir sind zwar nicht verheiratet, haben aber das gemeinsame Sorgerecht. Ich glaube nicht, dass er wollen würde, dass sie mit mir umziehen. Die Große liebt er sehr.
      Andererseits hätte ich unterstützung dort durch meine Mutter und meine Oma ist auch vor Ort. Meine Schwester kommt öfter mal. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass sie auch wieder in die Nähe ziehen würde, wenn ihre Nichten dort sind. Ich habe noch einige Freunde und Bekannte von früher dort und die ersten haben jetzt auch Babys.
      Finanziell kann mich meine Mutter leider nicht unterstützen, aber wenn es hart auf hart kommt, könnte ich mich bestimmt an meinen Vater wenden, auch wenn das Verhältnis zu ihm nicht immer das beste war (meine Eltern sind geschieden).

      Naja, so genug geschrieben. Die Kinder und der Haushalt rufen. Der Text hätte sogar noch länger werden können. Mir fallen genug Sachen ein über die ich noch berichten könnte, z.B. dass unsere Waschmaschine bei meinem Schwiegervater in der Wohnung steht, da wir hier keinen Waschmaschinenanschluss haben. D.h. im Winter beide Kinder in Schneeanzüge packen (hier hat es viel Schnee) und einmal um das Haus laufen und dort wieder rein, Treppen rauf und dann zur Waschmaschine. Alleine in unserer Wohnung will ich die Kinder nicht lassen, da ich das zu gefährlich finde.

      Mich interessiert, wie läuft euer Alltag ab? Welche Aufgaben habt ihr, welche übernimmt euer Partner? Gibt es hier Paare bei denen auch einer von beiden Selbstständig ist? Wie läuft das? Mein Freund ist in einer Beziehung mit seiner Firma und will so viel Geld wie möglich machen, wie ist das bei euch?

      Danke für's Lesen, falls es einer bis hier hin geschafft hat ;)

      • Ich habe mir jetzt den ganzen Text durchgelesen und konnte nur denken,das ich so nicht leben möchte.Nicht mehr.
        Mir erging es ähnlich mit dem viel alleine sein.Jetzt,wo ich wirklich alleine bin,geht es mir deutlich besser damit.
        Ich kann nicht für andere,für dich sprechen,aber nach deinen Schilderungen würde ich wohl so nicht weiter machen wollen.Zumindest würde ich erstmal das Gespräch mit deinem Freund und seinem Vater suchen.
        Mein vater mischt sich jetzt auch gerne ein,früher auch schon,aber jetzt wo ich AE bin erst recht und ich habe ihm auch gesagt,das ich das nicht möchte.
        Ich hoffe für dich,das sich etwas ändert,wenn du es ansprichst.
        LG Julia

        Hallo :)
        Ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen aber es ist nicht der Weltuntergang alleinerziehend zu sein ;)
        Ich war vorher mit den Kindern viel alleine und habe mich auch als der kleine 3 Monate alt war getrennt. Ich bin zurück zu meinen Eltern gezogen und habe mehr Lebensqualität als früher. Meine Eltern unterstützen mich und ich habe einen Tag in der Woche abends frei. Das Verhältnis zur Großen ist entspannter und wir streiten kaum.

        Lg isa

        Ps: mein Vater mischt sich auch seit ich AE bin häufiger ein ;) muss man mal klar stellen, dass man alleine klar kommt. Wir sind die, die es alleine packen

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