Wenn der Kindsvater fordert und fordert....

    • (1) 18.07.18 - 19:06

      Hallo zusammen,

      ein gutes Jahr sind der Vater meines Sohnes, gerade zwei Jahre alt, und ich getrennt.
      Nachdem die Anfangszeit mit Umgang.... echt schwierig war, lief es im letzten halben Jahr eigentlich gut.

      Der Kleine ist unter der Woche an zwei Nachmittagen für etwa vier Stunden und am Wochenende je nach Zeit des Vaters einen halben Tag bei ihm.
      Diese Regelung haben wir für uns ohne Anwalt/Jugendamt getroffen.

      Jetzt ist es so, dass das dem Vater nicht mehr reicht. Er will ständig vorbeikommen, zusätzlich Zeit haben usw. Mit ständig meine ich, dass nahezu jeden Tag eine Anfrage kommt. Wenn ich arbeite und unser Kind in der Zeit bei meinen Eltern ist, steht er oft auch einfach vor der Tür.

      Ich kann seinen Wunsch nach Kontakt mit dem Kleinen ja nachvollziehen.
      Aber ist es mir zuzumuten, nahezu jeden Tag den Ex sehen zu müssen? Meinen Tagesablauf nach seinem zu timen?
      Ist es für ein Kleinkind nicht auch wichtig, Regelmäßigkeit zu haben - zu wissen, heute ist Papatag?

      Er sieht das leider nicht so und den Vorschlag, ein gemeinsames Gespräch bei Jugendamt oder Beratungsstelle zu machen, lehnt er ab. Er meint, dass ich selbst entscheiden soll, ob ich einem liebenden Vater den Kontakt zu seinem Kind vorenthalten will (Zitat).

      Ich fühle mich durch seine ständige Präsenz, ob nun real oder per Telefon, eingeschränkt und beobachtet und habe auch das Gefühl, dass er unseren Sohn instrumentalisiert, um mich zu kontrollieren (Trennung erfolgte aufgrund psychischer Gewalt in der Beziehung, für ihn ist diese Trennung auch nur eine Spinnerei von mir).

      Hat wer einen Rat für mich, wie ich mit der Situation umgehen kann?
      Bisher schaffe ich es, standzuhalten. Aber seine permanenten subtilen Anschuldigungen lassen in mir echt Zweifel aufkommen, ob die bisherige Regelung tatsächlich gut für den Sohn ist ...

      Liebe Grüße von
      Lilly

      • (2) 18.07.18 - 19:10

        Die zwei Tage unter der Woche finde ich super, anbieten würde ich jedes Wochenende mit einer Nacht oder jedes zweite Wochenende Freitag nach der Kita bis Sonntagabend.

        Für alle anderen Tage: Klingel aus. Oder nein sagen, konsequent.

        Wenn das nicht hilft, suchst du Hilfe beim Jugendamt, erst mal alleine.

        Er muss schon kapieren, dass du nicht täglich parat stehen musst, da hilft dann nur konsequentes Aussitzen.

        LG

        • Ich danke dir für deine Meinung.
          Das mit über Nacht am Wochenende habe ich schon überlegt. Unser Sohn schläft nicht durch und der Kindsvater möchte das aus diesem Grund nicht.

          Ich habe mir eben überlegt, dass er dann am Wochenende wenigstens einen ganzen Tag von vor dem Frühstück bis nach dem Abendessen haben soll und werde ihm das wohl anbieten als Kompromiss.

          Ansonsten versuche ich weiter, konsequent zu bleiben.

          Schönen Abend dir noch :-)

      Hallo,

      ich finde es auch absolut frech und Wiedersprüchlich das er einerseits sagt das du entscheiden sollst bezüglich des Umgangs, andererseits er aber behauptet die Trennung wäre eine Spinnerei. Wie bitte? Er weis also besser was du denkst und fühlst?
      Da würde ich sowas von durch die Decke gehen. Lass dich nicht manipulieren.

      Wenn du für dich weist was du möchtest ist das die Ausgangssituation unter der Verhandelt wird.
      Wenn er sich weigert das Thema vernünftig und erwachsen zu klären zieh dir Hilfe von den entsprechenden Stellen dazu. Da hat er dann keine Chance mehr.

      Wenn der Trennungsgrund Psychische Gewalt war, treibt er das Spielchen jetzt nach der Trennung weiter.

      Lass dir nicht einreden das die bisherige Entscheidung falsch wäre.

      Ich wünsch dir alles gute.

      • Lieben Dank für deine Antwort.

        Ich werde ihm jetzt als Kompromiss wohl einen kompletten Tag von vor dem Frühstück bis nach dem Abendessen am Wochenende anbieten und ansonsten weiter konsequent bleiben.

        Leider wirst du mit der Vermutung, dass er sein Spielchen treibt, richtig liegen - auch wenn ich mir wünschte, es wäre anders :-(

        irgendwie nimmt der Alptraum kein Ende und konsequent sein kostet so viel Kraft, die ich gerne in meinen Sohn investieren möchte.... Aber anders wird nie Ruhe sein

        Schönen Abend dir noch :-)

    Oh, ein scheinbar engagierter Vater. Er kann Dir ggf. auch einiges abnehmen, z.B. Arzttermine oder Friseur mit dem Kind oder auf Veranstaltungen in der KiTa gehen. Will er nicht? Dann geht es ihm nicht um das Kind, sondern um Kontrolle über dessen Mutter, also Dich. Lässt sich also leicht herausfinden, wenn Du ihn bei dem schönen Wetter jetzt immer täglich mit Kind losschickst (Spielplatz, Schwimmbad). Nur so eine Idee. ;-)

    Dem würde ich ja helfen. Deine Eltern müssen sich da übrigens auch abgrenzen.

    Aber generell ist es eine super Idee, dass jeder von euch einen Tag am Wochenende komplett bekommt. Also, aus Sicht des Kindes schon.

    • Ja, leider scheinst du Recht zu haben, dass es ihm nicht um den Kleinen geht. Traurig, das einsehen zu müssen. Für unseren Sohn hätte ich mir etwas anderes gewünscht.

      Wenn ich ihm in der Vergangenheit zusätzlich Zeit gewährt habe mit der Bitte verbunden, er möge doch mal dies und das machen, hat das nie geklappt.
      Er saß dann mit unserem Sohn bei mir in der Wohnung und hat da zugesehen, wie der Kleine spielt.

      Ich schlage ihm jetzt noch einmal die Möglichkeit vor, dass er einen ganzen Tag am Wochenende haben kann, plus die beiden Nachmittage und im Falle einer Diskussion werde ich doch ans Jugendamt herantreten.

      Danke für deine Antwort!

      • Ach, er nimmt das Kind gar nicht mit, sondern hockt bei Dir in der Wohnung herum und spielt Zuschauer bei euch? Isst und trinkt dann möglicherweise noch kostenlos und daddelt am Handy herum? Oder wie muss man sich das vorstellen.. #kratz

        (9) 19.07.18 - 18:38

        Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Lass ihn ruhig ein bisschen Zeit mit seinem Sohn verbringen. Definitiv auch mal über Nacht in seiner Wohnung. Er kann sich nicht nur die Rosinen rauspicken! Alternativ geht auch das Wechselmodell, also z. B. eine Woche bei ihm und eine bei dir. Zählt er eigentlich auch Unterhalt? Was meinst du, würde er machen, wenn du andeuten würdest einen Partner zu haben?

(10) 20.07.18 - 06:52

Hallo.

<<<Aber seine permanenten subtilen Anschuldigungen lassen in mir echt Zweifel aufkommen, >>>

Was sind das für Anschuldigungen. Geht es gegen dich und vielleicht um noch eine Chance.

Mach ihm klar, dass er für dich nur noch der Vater des Kindes ist. Die Partnerebene ist vorbei und tabu. Macht die Besuchstermine fest und besteh darauf, dass er nur diese wahrnimmt. Wie hier schon geschrieben wurde, vielleicht auch ein ganzes Wochenende von Freitag nachmittag bis Sonntag. Und das dann nicht jedes Wochenende. Sag ihm, du hast auch Pläne am Wochenende.

Alles Gute.

LG

Ganz ehrlich, ich würde zum Jugendamt gehen und mich dort schlau machen. Für mich ist psychische Gewalt genauso schlimm wie körperliche. Ich würde ihm das Kind nur unter Aufsicht anvertrauen, da ich Angst hätte das er irgendwann mal durchdreht. Wenn er so eine Einstellung hat, will ich gar nicht wissen wie er reagiert falls du mal einen neuen Partner hast. Allein schon die Tatsache, das er ein Gespräch in einer Beratungsstelle ablehnt, würde mir genügen um ihm das Kind gar nicht mehr zu geben. Davon abgesehen , was ist er für ein Vater? Spielen ist ok, aber bei ihm Schlafen das geht nicht , weil der kleine nicht durch schläft? Blödsinn, ich glaube , dass er dich lediglich am We zu Hause wissen will.
Ich kenne deinen Ex nicht, aber ich kenne änliche Männer und die sind nicht ohne.

  • (12) 28.07.18 - 17:08

    Ein schlechter Partner ist nicht gleichzeitig ein schlechter Vater

    • (13) 28.07.18 - 20:01

      Das heisst also, wenn mein Mann mir Gewalt antut, kann ich ihm meine Kinder trotzdem anvertrauen??
      Du hast schon gelesen, das er psychische Gewalt ausgeübt hat?
      Bei sowas hört der Spass auf, das hat nicht mit schlechtem Partner zu tun.
      Ich kenn auch ein Schlechten Partner, er ist ein toller Vater , aber er hat niemals Gewalt angewendet .

Was mir jetzt gerade erst aufgefallen ist, psychische Gewalt wird recht gut hingenommen. Hättest du geschrieben das er dich grün und blau geschlagen hätte, würden sich alle beschweren das er überhaupt Kontakt zum Vater hat. 🤦‍♀️

Also im ersten Moment fand ich es etwas komisch wie du es geschrieben hast ob es dir zuzumuten ist deinen Ex so oft zu sehen. Er ist der Vater er hat, finde ich, genau so viel Recht auf Zeit mit dem kleinen wie du.
Wenn ich dann aber von psychischer Gewalt lese, soll er froh sein das du diese Absprache mit ihm bisher ohne Jugendamt etc. mit ihm getroffen hast.
Er möchte den kleinen nicht über nacht weil er noch nicht durchschläft??? Also bitte liebender Vater sein wollen aber nur wenn der kleine brav ausgeschlafen ist und er sich danach fühlt den Jungen bespaßen zu können? nö mehr Zeit nur wenn er ihn auch über Nacht nimmt. Punkt.
Du warst stark genug für die Trennung, du bist auch stark genug ihm mal zu zeigen wo der Hammer hängt und das du mit dem auch umgehen kannst. Entweder er hält sich an deine Regeln oder die Abrede wird geändert und irgendwie fallen alle Termine des Jungen genau in die Besuchszeit die dann leider leider ausfallen muss.

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