Vermittlungsgespräch beim Jugendamt

Hallo zusammen,

ich hatte gestern einen Termin beim Jugendamt zum Vermittlungsgespräch.

Der Termin kam auf Wunsch meines Ex zustande. Er wollte den Umgang mit den Kindern (9 und 16) ausweiten.

Kurz zur Vorgeschichte: 2015 haben wir beim Jugendamt einen Umgang festgelegt, dass er die Kinder samstags alle 14 Tage von 11 -18 Uhr hat und sollte es später werden, gibt er frühzeitig Bescheid. (Ich ließ mich zum damaligen Zeitpunkt anwaltlich beraten und deswegen auch diese Umgangszeiten). Das Holen stellte so gut wie nie ein Problem dar. Das Zurückbringen war schon eher problematisch. Die Kinder wurden die ersten beiden Male pünktlich zurückgebracht. Danach konnte ich mich darauf einstellen, dass er sie nie, wie vereinbart, zurückbringt. Er rief auch nie an, wie vereinbart. Inzwischen wird es fast immer fast 21 Uhr.

Ich hatte ein Gespräch mit den Kindern, ob sie bei meinem Ex das Wochenende verbringen wollten. Dabei kam dann raus, ein Wochenende bei ihm sei ok, jedoch die Hälfte der Ferien würden sie nicht bei ihm verbringen wollen.

Gestern war dann also der Termin beim Jugendamt. Ich ging also hin, um mir die Vorstellungen meines Ex anzuhören. Für mich war klar, dass ich an diesem Tag keine Entscheidung treffen werde, wie die weitere Regelung im Umgang mit den Kindern aussieht, da ich auch nicht das „volle Ausmaß“ seiner Forderungen kannte. Mein Ex und auch die Jungendamtsmitarbeiterin wollten mich dazu nötigen, noch am gleichen Tag zu einer Vereinbarung zu kommen. Ich steh einem kompletten Wochenende (Sa+So bis 17 Uhr) nicht im Weg, da ich weiß, dass die Kinder es wollen. Mit den Ferien hab ich so mein Problem, mein Ex redet seit seiner neuen Freundin 2014 nicht mehr mit mir, er macht mir das Leben schwer, versucht die Kinder gegen mich aufzuhetzen und entscheidet und macht alles alleine bzw. mit meinem Großen. Da es ja fast nur seine Samstage betraf, war mir das egal. Allerdings bin ich seit 23 Jahren der Mops, was Vereinbarungen mit ihm angeht. Ich halte meinen Teil ein, er seinen nie und das interessiert die Dame des JA auch nicht. Während des Gesprächs tischte er ihr mehrere Lügen auf. Ich habe nicht korrigiert, da ich nicht das Gegenteil beweisen kann.
Die Mitarbeiterin brachte ihn sogar noch auf die Idee die Wochenendbesuche noch um den Freitag zu erweitern. Sollte sie nicht eher darum bemüht sein, eine Regelung zu finden, womit beide Parteien leben können? Sie wollte sogar schon am gleichen Tag die Besuchswochenenden und Ferien fürs nächste Jahr festlegen.

Da ich bei ihr nichts erklären konnte, weil sie mich schon im Satz unterbricht und sie meine Sicht im Endeffekt auch nicht interessierte, hab ich irgendwann nichts mehr gesagt. Für meinen Ex und sie war klar, wie die Vereinbarung auszusehen hat.

Ich fühle mich so hilfos und machtlos. Mein Ex stellt mich als Lügnerin dar, als Böse, die die Kinder vom ihm fernhält, dabei lügt er dreist die Dame vom JA an um im beseren Licht zu erscheinen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Was ist hier die richtige Verhaltensweise? Gibt es die überhaupt eine, angesichtsdessen, dass mir eh keiner glaubt?

Sorry, recht lang geworden.

Vielen Dank und ein wunderschönes Wochenende#

Sarahlie

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Hi :-)

Meine Meinung: Deine Kinder sind alt genug, um selbst mitzureden. Ich würde ihm die Übernahme der Wochenenden Freitag bis Sonntag anbieten und darum bitten, dass auf Wunsch der Kinder diese Umgangszeiten auch durch die Ferien so bleiben. Das wäre doch ein guter Kompromiss. Ich nehme an, dass Du den Kindern eh gestattest, wenn sie "außertourlich" zum Papa wollen?

Ich kann Dich sehr gut verstehen, das klingt wie mein Ex. Aber irgendwann musst Du Dich von diesen Machtspielchen lösen. Es geht nicht darum, ob Dir das gefällt oder ob Du genervt bist. Es geht ausschließlich darum, wie es den Kindern geht. Und die können irgendwann sehr gut unterscheiden, wem sie vertrauen können und von wem gelogen wird.

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Hey,

Ich kann dich gut verstehen, vor so einer Institution wie dem Jugendamt kommt man sich oft klein vor, als müsste man alles sofort entscheiden und keiner hat ein Hintergrundwissen bzw machen es lügen nicht besser.

Es ist aber ihr Job schnell Entscheidungen zu treffen, meist kommen die Eltern einmalig zu diesem Berater und er kann das Ausmaß der “Katastrophe“ gar nicht einschätzen.

Ich würde dir eine Mediation empfehlen, die Caritas z.b. bietet das an, da geht es darum, den Konflikt zwischen den Eltern auseinander zu nehmen und Spannungen abzubauen.
Denn egal wie positiv sich einer darstellt, nach einer gewissen Zeit bröckelt die Fassade.

Ich habe bisher sehr gute Erfahrungen damit machen können, die Sitzungen gehen mindestens eine Stunde und man arbeitet kontinuierlich auf eine Lösung hin, mit der alle Leben können.

Grundsätzlich ist ja gegen ein komplettes Wochenende nichts einzuwenden, zumal deine kids ja schon älter sind, so haben sie auch die Gelegenheit den Alltag kennen zulernen, der auch seine Schwierigkeiten mit sich bringt und man nicht immer nur alleine die böse ist, die was entschieden hat.

Zwingen kann dich sowieso keiner, denn im Endeffekt werden es deine Kinder sein, die entscheiden, dafür muss man sie allerdings mit einbeziehen und ich denke, dass du das hinbekommen kannst.
Dafür hilft dir auch die Mediation, alles etwas abgegrenzter zu betrachten und gleichzeitig bieten sie auch eine erziehungsberatung an, die sich noch mehr mit den belangen der Kinder beschäftigt.

Ich wünsche dir kraft, Ausdauer und Geduld dabei!

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Zitat: Es ist aber ihr Job schnell Entscheidungen zu treffen, meist kommen die Eltern einmalig zu diesem Berater und er kann das Ausmaß der “Katastrophe“ gar nicht einschätzen.

Das stimmt so nicht! Es geht nicht um „schnell“... wenn aber keine Einwände kommen und aus Sicht des „Beraters“ (wie du die Mitarbeiter nennst) nichts gegen eine Erweiterung der Umgänge spricht, steht dem auch nichts im Wege...

Liebe TE,
dass du in deinen Sätzen unterbrochen wurdest, ist ein no go und das würde ich mir nicht bieten lassen (freundlich auf die normalen Umgangsformen hinweisen), zumal die getroffene Regelung ja auch fixiert wird...

Ich würde die Sachbearbeiterin bitten, zunächst mit den Kindern zu sprechen und deren Bedürfnisse abzufragen - die haben da schon ein Mitspracherecht, zumindest dein 16 jähriger...

Lg

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2015 ist ja nun eine Weile her, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus und er hat völlig Recht, nun neue Umgangszeiten einzufordern. Dazu hätte es kein Gespräch mit dem Jugendamt gebraucht.

Für den Großen würde ich sowieso vereinbaren, dass das Kind mit seinem Vater die Umgänge selbst abstimmt. Gerade weil hier eine hälftige Ferienvereinbarung manchmal schon keinen Sinn mehr macht, da die Jugendlichen lieber Zeit mit Freunden (jetzt beispielsweise im Schwimmbad) verbringen wollen. Da nehmen die ja weder Mama noch Papa mit. Allerdings steht dem Kind und seinem Vater die halben Wochenenden im Jahr und die hälftigen Ferien zu. Das mal vorausgesetzt.

Für das jüngere Kind ist eine feste 14 Tages Regelung oder wenigstens hälftig die Wochenenden nach Absprache sinnvoll. Dann weiss jeder, wo er steht und wann das Kind bei wem ist. Auch ab Freitag macht Sinn, da der Vater insgesamt ja sowieso weniger Zeit mit dem Kind hat. Du schreibst ja, dagegen hast Du nichts. Und er wird es ja kaum Sonntag Abend erst um 22 Uhr zurück bringen, wenn er das ganze Wochenende Zeit mit dem Kind verbracht hat.

Für mich ist nachvollziehbar dass das Gespräch schwierig war, da es sich ein wenig so liest, als wärst Du nicht an einer gerechten Einigung interessiert, sondern daran, Deine Wünsche durchzusetzen. Deine Aufgabe ist aber ganz offiziell, den Kindern zum Umgang gut zuzusprechen und dem Vater seine Umgangszeit zu ermöglichen. Ich kann aufgrund Deiner Haltung auch verstehen, dass er nicht diskutiert, sondern die Kinder lieber einfach später bringt. Umgangsrecht ist kein Ex-Männer Battleground.

Ich würde die Vereinbarung unterschreiben und auch dafür sorgen, dass sie eingehalten wird, denn er kann als nächsten Schritt versuchen, seinen Umgang gerichtlich einzuklagen. Das ist nicht nur sinnlos, sondern wird wohl auch ordentlich teuer.

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Also, ich kenne die Situation dass die Erziehungsberatung/Jugendamt immer der Meinung sind es muss mehr Umgang sein und ich dann die Kinder wieder gestresst und durcheinander wieder bekomme. Ich habe oft das Gefühl, dass sie automatisch schon mal auf der Seite der Väter stehen, weil wir Mütter ja immer nur unserere Kinder nicht hergeben wollen. Dabei gibt es eben viel Druck und Manipulation von seiner Seite auf die Kinder. Ansonsten hätte ich ja nichts dagegen und würde meine "freie" Zeit geniessen.

Es gibt übrigens keinen "gerechten" Umgang sondern nur einen, der dem Wohl der Kinder entspricht. Wenn er also den Umgang einklagt werden die Wünsche von deinen Kindern vor allem in dem Alter auch berücksichtigt.

Hör auf dein Gefühl und was du denkst was für die Kinder am besten ist!

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". Sollte sie nicht eher darum bemüht sein, eine Regelung zu finden, womit beide Parteien leben können? "

Nein. Das JA ist gehalten das Interesse der Kinder zu vertreten. Offensichtlich hat besagte JA MA keinen Grund erkannt warum eine Ausweitung des Umgangs nachteilig für DIE KINDER sein soll.
Die Befindlichkeiten der Eltern spielen da überhaupt keine Rolle ....