Unterhalt ohne den Kindsvater zu kennen..?

    • (1) 13.08.18 - 13:27

      Meine Freundin sitzt neben mir und heult sich die Augen aus. Sie ist schwanger und kennt ihren ONS Partner nicht mal gut, der sei schon weg ins Ausland, weil er hier Urlaub machte und naja, ich kann ihr keinen Rat geben, weil ich davon keine Ahnung habe..

      Sie möchte wissen, ob sie Unterhaltsvorschuss bekommt oder nicht??
      Ich tippe auf nein, da KV nicht auffindbar/greifbar.
      Dass sie sich in diese Situation brachte ohne auf korrekte Verhütung zu achten (ja, beide sind Schuld), habe ich ihr schon an den Kopf geworfen. Aber sie ist meine Freundin und ich versuche ihr zu helfen ihre Gedanken zu ordnen. Profamilia steht auch an demnächst.

      • Klar kann sie UVG bekommen, wieso auch nicht? Sie muss dem Jugendamt alle ihr bekannten Angaben über den Kindsvater geben, damit die versuchen können, ihn ausfindig zu machen. Welche das genau sind, erklärt dann der entsprechende Sachbearbeiter.

        Das Jugendamt zahlt ihr dann den Vorschuss, versucht aber auf der anderen Seite, diesen beim Kindsvater wieder einzutreiben. Wie sie das machen ist egal.

        Wichtig ist, dass sie jetzt noch versucht, möglichst an seinen vollen Namen und an seinen Wohnsitz zu kommen. Klappt das nicht sollte sie alle ihr bekannten Informationen über ihn notieren, bspw. wo er sich in Deutschland zuletzt aufgehalten hat. Hat sie vielleicht sogar seine Handynummer oder ein FB Profil?

          • Nix passiert dann. Sie hat dann ja alle Infos weiter gegeben, die sie hat. Es gibt ja auch Fälle, dass man sich in der Disco kennenlernt, einen ONS hat und dann nur noch den Vornamen weiss. Auch dann gibts UVG, weil die Frau ja nicht verpflichtet ist, sich bei jedem ONS die Daten zu notieren, falls sie schwanger wird. ;-)

            Es kann nur sein, dass der Vater des Kindes Deiner Freundin zahlungsfähig ist und man eventuell mehr Geld von ihm fordern kann, als nur den UVG, der ja wesentlich weniger ist, als der Mindestunterhalt für ein Kind. Also wärs natürlich in ihrem bzw. in des Kindes Sinne, mehr über ihn zu wissen. Abgesehen vom Recht des Kindes, möglichst viel über den Vater zu erfahren, aber das ist ja hier grad nicht Thema.

            Ich glaube dann wird es schwierig... bin aber keine Fachfrau.
            Mein Stand ist: ohne Kindsvater kein Vorschuss.
            Es heisst ja Vorschuss, nicht Ersatzleistung.
            Wie man das findet... steht auf einem anderen Blatt.

            Ich ließ mich schwanger diesbezüglich beraten. Da wurde mir auch von einem Fall erzählt, dass der Vater von einem im Karneval gezeugtes Kind ausfindig gemacht wurde, obwohl die Mutter nur den Vornamen, Stadt und Beruf wusste....
            Ob das allerdings stimmt - keine Ahnung.

            Jedenfalls glaube ich dass es ohne Anerkennung keinen UHV dauerhaft gibt.
            Es sei denn er wäre nicht greifbar, weil im Ausland lebend oder so.

            • Danke für die Antworten. Gebe ich weiter. Sie hat am Donnerstag Beratung bei Profamilia.

              Und was wäre, wenn sie einfach dem JA nichts sagt, wenn sie einfach nichts weiß? Das Kind einfach selbst aufzieht mit eigenem Geld, ohne KV? Und ohne den Steuerzahler hinzuziehen wegen Unterhaltsvorschuss?

              • Hallo,

                deine Freundin braucht dem Jugendamt gegenüber keine Auskunft geben. Warum auch?
                Natürlich kann sie das Kind selbst aufziehen. Was soll das Jugendamt damit zu tun haben?

                Die werden erst tätig, wenn sie von der Mutter beauftragt werden, oder wenn "Gefahr" für das Kind besteht.
                Von der Mutter wird das JA beauftragt, wenn sie finanzielle Leistungen wie z.B. Unterhaltsvorschuss beantragt.
                Dann muß deine Freundin "mitwirken", hat also alles anzugeben was sie weiß. Und wenn sie eben nichts weiß, dann ist das eben so.
                Macht euch keinen Kopf wegen der Leistung die sie vom Staat bekommt, sie hat rechtlich einen Anspruch darauf. Fertig. Moralische Einwendungen zählen da nicht.

                Warum benötigt sie denn den Unterhalt? Hat sie zu wenig Einkommen? Es gibt auch Kindergeld, Wohngeld könnte noch beantragt werden, aufstockende Hilfe wenn zu wenig verdient wird, ist auch eine Möglichkeit.
                Bekommt deine Freundin schon Leistungen vom "Amt" so wird der Unterhaltsvorschuß mit angerechnet. Sie hat unterm Strich fast das gleiche Geld. Die Töpfe von denen das Geld kommt ändern sich nur.
                Das kann deiner Freundin aber egal sein...
                Also, deine Freundin soll ruhig die Anträge stellen, schließlich hat sie ein Recht darauf, wenn sie darauf angewiesen ist.
                Wenn Anträge abgelehnt werden Widerspruch einlegen. Notfalls zum Sozialgericht. Das kostet ersteinmal nichts, außer Zeit.

                • (9) 14.08.18 - 11:46

                  Upps. Ein Fehler.
                  Nicht Sozialgericht, sondern zum Verwaltungsgericht muß es heißen.

                  (10) 14.08.18 - 11:50

                  Danke für deine Antwort. Gebe ich weiter.
                  Nein, Geld hat sich genug, einen guten festen Job und ist nicht auf irgendein Amt angewiesen. Daher kann ich nicht nachvollziehen, dass sie unüberlegt nicht verhütet hat, aber naja. Moral hin oder her, sie wird ihr Leben neu ordnen müssen.

                  • Menschen machen nun mal Fehler..:-)
                    So ist der Lauf der Dinge. Durch "sowas" ist aber nicht der Weltuntergang eingeleitet, sondern vielleicht eine Situation entstanden, an der ich wachsen kann.

                    Alles Gute für dich und deiner Freundin.

                (12) 14.08.18 - 12:32

                Hi

                Sobald sie Sozialleistungen beantragt, muss sie Angaben zum Vater machen.

                • Nichts anderes wurde hier geschrieben.
                  Natürlich hat sie eine Mitwirkungspflicht. Sie muß alles Angeben, was sie über den Erzeuger weiß.
                  Schließlich will der Staat seine Kohle zurück.
                  Und wenn sie nur ganz wenig über den Erzeuger weiß und das mitteilt, hat sie ihre Mitwirkungspflicht erfüllt und einen Anspruch auf UV.

              (15) 14.08.18 - 14:12

              Es stimmt leider nicht, dass sie (falls es so gemeint war) ein Recht auf den UVS hat.
              Den bekommt man nicht, wenn man keine Angaben macht.

              Ansonsten passiert natürlich gar nichts.
              Sie bist einfach alleinerziehend und in der Geburtsurkunde steht nur sie.

              Kindergeld bekommt sie natürlich auch.
              Wohngeld je nach dem...
              wobei die sicher auch nachfragen wegen, warum man keinen UHV bekommt.
              Klar ist als Grld vom Staat, aber eben unterschiedliche Töpfe....

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