Unterhalt - Konsumschulden und Luxusmiete des KV relevant?

    • (1) 16.08.18 - 12:53

      Hallo Ihr Lieben,

      jetzt muss ich mal nachfragen. Der KV hat seit der Scheidung hohe Konsumschulden angehäuft und lebt in einer teuren Wohnung (gemeinsam mit seiner Freundin). Er verdient sehr viel Geld (Oberarzt und diverse Zusatztätigkeiten), ich weiß aber, dass er diese zumindest in der Steuererklärung sicher nicht angibt, das hat er schon nicht getan, als wir noch zusammen waren.

      Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen, seit der Unterhalt festgelegt wäre, es wäre also möglich, das Einkommen neu feststellen und den Unterhalt neu berechnen zu lassen. Bisher habe ich das nicht getan aus Sorge, dass vielleicht weniger rauskommt als bisher bezahlt wird.

      Hat jemand von Euch Erfahrung, ob ein Gericht private Konsumschulden und eine hohe Miete abzugsfähig berücksichtigt? Meine Anwältin ist da sehr vorsichtig.

      LG und vielen Dank

      • Hallo,

        Unterhalt geht vor. Eigentlich.
        Wenn der KV Summe X verdient, so ist nach Düsseldorfer Tabelle Betrag Y zur Unterhaltszahlung fällig. Egal ob Schulden, eine hohe Wohnungsmiete etc. besteht.
        Allerdings ist die Düsseldorfer Tabelle nicht verpflichtend. Sie dient eher zur Findung der Unterhaltshöhe.
        Unter Umständen können solche Verpflichtungen anerkannt werden, dies entscheidet aber im Rechtsstreit das Gericht.
        Meist wird bei Gericht, wenn Mindestunterhalt bereits gezahlt wird, ein "mehr" an Unterhalt verhandelt. Dies kann zu mehr an Unterhalt führen, muß es aber zwangsläufig nicht. Der Oberarzt hat ja auch gewisse Kosten, die er für die Berufsausübung inkl. Nebenerwerbe benötigt.

        Hast du den KV denn mal angesprochen bezügl. des Unterhalts? Vielleicht zahlt er ja freiwillig mehr, wenn du ihn auf die Nebeneinkünfte mal ansprichst.
        Allerdings darfst du ihn damit nicht erpressen. Sonst machst du dich strafbar.
        Ein unverbindliches Gespräch bewirkt vielleicht etwas. Schließlich geht es ja um euer Kind (er?)

        Und dann:
        Wenn der Ex Zusatzeinkommen hat und dieses Einkommen nicht angibt, verkürzt er Einkommenssteuer. Dies ist strafbar und sicherlich nicht förderlich in so einer Position.
        Wenn es denn so ist....

        • Na ja, ich weiß ja auch nur, wie er das vor der Trennung gehandhabt hat mit den Nebeneinkünften.

          Mit ihm sprechen bringt nix, er versucht auch, die Nebentätigkeiten zu verheimlichen, lügt dafür die Kinder an etc. ich weiß nur über gemeinsame Bekannte, dass er nach wie vor Notarzt fährt, Rückholflüge aus Dubai begleitet usw.

          Er zahlt ja Unterhalt und andere Alleinerziehende stehen sicher schlechter da. Aber mein Leben wäre natürlich ein bißchen leichter, wenn ich nicht immer schauen müsste, ob das und jenes Extra für die Kinder geht. Die hatten vor der Trennung Ballett, Reiten, Englisch usw. Sowas geht jetzt nicht mehr. Das ist nicht schlimm, reiten geh ich mit ihnen und der Rest ist sicher nicht zwingend notwendig. Aber ihr Status hat sich natürlich schon geändert. Er zahlt pro Kind knapp 400 Euro + einen pauschalen Sonderbedarf von 90 Euro. Das ist natürlich schön, aber im Verhältnis zu seinem Gehalt (weit über 7.000 netto) ein Witz, wenn ich sehe, was Geringverdiener an Unterhalt zahlen.

          Ach, wenn ich in die Zukunft sehen könnte... Ich hab auch null Lust auf Streitigkeiten, davon hatten wir echt genug.

          • Hmh, wenn der Status sich verändert hat, was ja nichts ungewöhliches ist in dieser Situation, und ihr trotzdem einigermaßen zurecht kommt, würde ich es dabei belassen.

            Die Aussicht auf mehr an Unterhalt sieht wohl nicht so rosig aus.
            Du kannst ja zwischendurch immer mal anfragen wie es mit ein wenig mehr Unterhalt aussieht.

            Die 7000.-€ oder weit darüber sind jetzt auch nicht so relevant, wenn davon schon monatlich ein Batzen drauf geht, um Wohnung und Konsum zu finanzieren.
            Tja, manchmal ist der Schein ein anderer als Sein.

          • Tja, dann klinke ich mich hier mal ein.
            Mal abgesehen davon, dass die DDT ohnehin keine Gesetzeskraft hat, kommt sie bei deinem Ex und dir sowieso nicht zur Anwendung. Dein Ex verdient nämlich schlichtweg zu viel.
            Also entweder ihr einigt euch, oder du gehst vor Gericht und musst für jedes Kind exakt darlegen, was du für Ausgaben hast. Ich kann dir sagen, das ist deutlich schwieriger, als es den Anschein hat. Denn mit knapp 500€ kann man Ballett, Reiten und Englisch machen. Es kommt eben darauf an, wo und wie. Alle 3 Dinge werden bei uns an der Schule angeboten. Reiten kostet 75€, Englisch (von Muttersprachlern) ist kostenlos, Ballett 25€ pro Monat. Das der Status sich nach einer Scheidung ändert, ist vollkommen normal. Der hat sich übrigens auch bei deinem Ex geändert. Der merkt monatlich ganz genau, was ihm im Geldbeutel fehlt, keine Angst.
            Das Problem kenne ich ziemlich genau. War bei mir auch so.

            Dein Ex zahlt Unterhalt und zwar deutlich mehr als den Mindestunterhalt. Für mehr musst du kämpfen.

            • Du hast vermutlich recht. Na ja, die Aktivitäten sind hier schon deutlich teuer, aber wie gesagt, sie vermissen ja nichts, ich kann das gut kompensieren. Die Mieten sind natürlich schweineteuer hier, aber da muss er ja genauso durch. Ich werds lassen, wie es ist.

              • Naja, mit 10€/qm ist hier auch nichts zu haben. Kommt halt drauf an, wo man wohnt. Irgendwann haben wir uns entschieden zu kaufen.
                Nach der Scheidung haben wir uns zusammengesetzt und geschaut, wie wir im Sinne der Kinder Geld sparen können und trotzdem das gewohnte Leben der Kinder weitestgehend erhalten können. Das erste, was gestrichen wurde war die PKV der Kinder. Die Kids kamen in meine GKV. Das war kostenlos und sparte schon mal monatlich 400€, von den unregelmäßigen Kosten ganz zu schweigen. Die durfte der Papa also einbehalten, aber im Gegenzug zahlte er dafür meine GKV, in der auch die Kids waren - eine Win-Win-Situation. Meine GKV war deutlich preiswerter.
                Meine Jungs sind behindert. Gesetzlich steht uns nach der Scheidung natürlich jedem der halbe Behindertenpauschbetrag zu. Nur brauche ich den doch gar nicht. Ergo, übertrage ich den an den Papa und dafür ist er so nett und zahlt mehr Unterhalt oder beteiligt sich bei der Klassenfahrt,...
                So gibt es einige Dinge, wo man halt schauen muss. Man muss den Ex nicht immer das Wasser abgraben. Ich finde es furchtbar, dass ein Vielverdiener, wie mein Ex oder dein Ex, wegen Kindern plötzlich am Existenzminimum herumkrebsen und dafür der Nachwuchs dann von einem Event zum anderen gekutscht werden soll.

            Unerlaubte Rechtsberatung. Unglaublich, dass so etwas hier geduldet wird.

          https://www.stroemer.de/index.php/aktuelles/aktuelle-urteile/1373-lg-berlin-unerlaubte-rechtsberatung-in-internet-foren

      Hallo,
      die Notarzteinsätze werden doch durch die KV vergütet oder fährt er von der Klinik aus? wie soll er das denn an der Steuer vorbei bekommen?

      • Da ist der recht schmerzfrei, er gibt sie einfach nicht an. Er fährt sowohl von der Klinik aus als auch an einem anderen Standort, wo das Geld dann von der KV kommt. Bisher war wohl nie ne Kontenprüfung.

        • Also meine Dienste in der Notfallpraxis werden direkt mit der KV verrechnet. Die KV weiß sogar bei jedem Dienst, welche Patienten ich behandelt habe. Der kann man da nichts verheimlichen. Aber ich bin dort selbständig, also nicht mit Steuerkarte...ich gebe das immer an, da ich dann mehr Steuern raus bekomme (5 Kinder, wenige Dienste). Wenn er das aber nicht macht...Dann kann das schnell sehr viel Geld sein! Ein 24h-Wochenend-Notdienst sind bei mir ca 1300€ brutto.

    Wie alt sind denn deine Kinder? Und die 90 Euro zahlt er pro Kind? 490 wären ja schon Stufe 8 der DDT. Und Kreditraten können schon das Einkommen mindern, besonders wenn es hier nicht um den Mindest-KU geht.

    Ich glaube zwar nicht, dass er den Unterhalt runter bekäme, aber wenn er mit dem normalen Netto schon über Stufe 10 ist, braucht man über Nebeneinkünfte nicht nachdenken. Wie Kati schon schrieb müsstest du einen Bedarf über Stufe 10 belegen.

    Und 1200 Euro plus (3x?) 90 Euro + 3x 194 Euro KG macht was zwischen 1800 und 2050 Euro pro Monat für drei Kinder. Das ist ja nicht schlecht versorgt, solange du selbst für deinen Unterhalt sorgst und davon nicht mit lebst.

    LG

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