Unterhaltsvorschuss vs. nachehelicher Unterhalt

    • (1) 22.08.18 - 09:42

      Guten Morgen!

      Seit Monaten überlege ich hin und her... Vielleicht könnt ihr mir helfen.

      Vor drei Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt. Es ging einfach nicht mehr. Er war unserem Sohn gegenüber unmöglich, es gab jeden Tag Streit und alles blieb an mir hängen, weil er trotz seiner Arbeitslosigkeit absolut nichts für's Familienleben getan hat. Ich war Vollzeit berufstätig und habe mich um alles gekümmert.

      Mittlerweile sind wir geschieden. Ich habe seit Februar 2016 keinen Unterhalt mehr gezahlt, da er für 3 Monate irgendwo gejobbt hat. Dann flog er wieder raus. Er ist sich zu schade für viele Arbeiten und ist meiner Meinung nach außerdem depressiv.

      Er hat noch nie Unterhalt gezahlt, behauptet mittellos zu sein und stellt immer nur Ansprüche. Ich bin froh, keinen nachehelichen Unterhalt zahlen zu müssen. Angeblich hat er ja nichts, aber ich bin mir sicher, dass er sein Erbe und seine Mieteinnahmen zum Überleben nutzt. Wie könnte er sonst vor Gericht behaupten, kein Hartz-IV zu beziehen, obwohl er sich eine Wohnung und ein Auto leisten kann.

      Nun zu meiner Frage: Mein Sohn lebt bei mir. Er bekommt keinen Unterhalt von seinem Vater. Eigentlich bin ich froh, nach der Scheidung endlich Ruhe zu haben. Aber irgendwie finde ich es traurig, dass mein Sohn keinen Unterhalt bekommt. Den könnte ich zwar beim Jugendamt anfordern, laufe damit aber Gefahr, dass mein Ex doch noch nachehelichen Unterhalt fordert...

      Soll ich auf das Geld verzichten (ich bin nicht wirklich drauf angewiesen) oder für meinen Sohn das Geld einfordern? Das könnte ich prima für ihn sparen....

      Ich bin echt ratlos. Füße still halten oder doch zum JA?

      Vielen Dank für eure Meinungen. Es gibt keine richtige Lösung. Ich weiß. Aber vielleicht habt ihr ja nen klugen Rat!

      Liebe Grüße

      Heidi

      • Moin!

        Die Unterhaltskette für nacheheliche Unterhalt ist gerissen. Ohne dass du zahlst, kann er sich versorgen und hat offenbar in der Zeit nach dem Job keinen Anspruch geltend gemacht. Es mag mich wer korrigieren, aber wer mehr als 2 Jahre lang auch ohne nachehelichen Unterhalt auskommt, kann dann nicht einfach ankommen und wieder fordern. Außerdem muss er nachweisen, dass er nicht im Stande ist, seinen Lebensbedarf selbst zu erwirtschaften.

        Also ab geht's! Lass die Beistandschaft ihr Ding machen ;)

        Wie lange ist man denn verpflichtet einem alleinstehenden Menschen Unterhalt zu zahlen?

        Wenn er für sich entscheidet, dass die Mittellosigkeit für ihn reicht, entbindet ihn das doch nicht von seinen Pflichten als Elternteil.

        Kann ja auch nicht sein, dass er sich den Rest seines Lebens von Dir durchfüttern lässt. Lass Dich doch mal von Fachseite dazu beraten.

        Vielleicht hält er ja die Füße still, weil er keinen Unterhalt für sein Kind zahlen will, aber weiß das er da keine so guten Karten hat.

        Ich kenne mich da juristisch zugegebenermaßen nicht besonders gut aus, habe mich aber gefragt, ob denn überhaupt geklärt ist, ob Dein Ex Anspruch auf nachehelichen Unterhalt hat. Es liest sich ja nicht gerade, als sei er wirklich außerstande, einer Arbeit nachzugehen und für sich selbst zu sorgen - warum also solltest Du zahlen? Wenn das noch nicht passiert ist, würde ich das prüfen (lassen). Warum wurden diese Fragen denn im Rahmen der Scheidung nicht geklärt?

        Ich würde nur ungern auf den Unterhalt fürs Kind verzichten wollen, es steht Deinem Kind zu, und wie Du ja sagst, wenn Du es jetzt nicht brauchst, kann Dein Kind es vielleicht später gut für sich nutzen, im Studium o.ä. Zumal es ja scheint, als würde er nur aus Bequemlichkeit nicht arbeiten. Da würde ich Dampf machen wollen, zur Not durch das Jugendamt. Die haben meinen Ex, der sich lange Zeit genauso angestellt hat, auch dazu bekommen, mal endlich aus dem Quark zu kommen.

      • (5) 23.08.18 - 21:14

        Was steht denn im Scheidungsurteil zum Thema nachehelicher Unterhalt?

        Vielen Dank für eure Antworten!

        Im Scheidungsurteil steht nichts zum nachehelichen Unterhalt. Er könnte ihn noch geltend machen. Ich glaube zwar nicht, dass ein Richter den bewilligen würde, aber wer weiß...

        Ich glaube, ich werde es mal probieren. Wer nicht wagt...

        Viele liebe Grüße! Und danke nochmal!

        Heidi

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