Wo soll das hinführen - Umgangseinschränkung

    • (1) 14.09.18 - 20:27

      Hallo.

      Ich weiß gar nicht genau, was ich mir erhoffe... vielleicht eine Rat, wie ich weiter vorgehen könnte??

      Kurz beschrieben, bin ich seit einigen Monaten alleine mit zwei Mädels im Alter von 5 und 2.5 Jahren. Mit dem Vater war ich 12 Jahre zusammen  und nun 7 Jahre verheiratet.

      Vor etwa einem Jahr musste ich wirklich radikal die Trennung durchsetzen. Es kam immer wieder zu überwiegend verbaler Gewalt. Da wir beide selber keine gesunde Kindheit hatten, war mir zu spät wirklich bewusst, wie sehr ungesund unsere Beziehung ist.

      Wie dem auch sei. Hat er gute Laune ist er stets ein sehr guter Vater. Beide Mädchen lieben ihn sehr und auch ich würde ihm verzeihen, würde er sich professionell helfen lassen, um aus diesem schädigenden Verhalten rauszukommen. Es gab im vergangenen Jahr einmal große Hoffnung, als er nach einer Kur mit therapeutischer Hilfe wirklich Fortschritte machte und motiviert war, wirklich etwas zu ändern. Leider näherten wir uns zu früh wieder an und er verfiel ohne fortgesetzte Therapie in seine gewohnten Muster und ist bis heute nicht bereit, sich weiter helfen zu lassen. Es folgte die erneute Trennung, Auszug, Hausverkauf.

      Nun wohne ich mittlerweile im neuen Heim mit unseren Töchtern. Wir fühlen uns sehr wohl. Mein Mann wohnt fußläufig entfernt. Seine Launen sind nach wie vor extrem und krankhaft. Er ist nicht in der Lage, eine gesunde Selbsteinschätzung geschweige denn Selbstbeherrschung zu üben. Konkret heißt es, ich kann beide Kinder nie lange allein bei ihm lassen. Wirklich, es geht nicht, weil ich befürchten muss, dass er bei Überforderung oder kippender Laune seinerseits gewalttätig wird. Er aber behauptet, ich könnte mir ruhig eine Kur beantragen oder anderweitige Auszeit nehmen.

      Nun war es neulich so, dass er die Kinder Freitags und Samstags hüten sollte, da ich eine Veranstaltung besuchen wollte. Ich schwächte es schon ab, dass er Freitags nur die Kleine hütete, Samstags sollten es beide sein, Sonntags würde ich beide zum letzten Veranstaltungstag mitnehmen, was sehr anstrengend sein würde für mich.

      Er kam Freitags morgens um 7.30 die Kleine holen. Im Laufe des Tages entschied er, am nächsten Morgen wolle er nicht so früh aus dem Haus, beide Kinder sollen bei ihm schlafen, was bis dahin nie der Fall war. Bislang schlief nur die Große bei ihm. Ich schilderte meine Bedenken. Er felsenfest überzeugt, er kriegt das hin. Es kam wie es kommen musste: am nächsten Morgen klingelt um 6.30 mein Telefon, er hochaggressiv, ich solle SOFORT die Kinder abholen wegen des scheiss Terrors seit 4.45, im Hintergrund schreien beide Kinder und er legt auf. Eine Whatsapp folgte von ihm mit dem Hinweis "das war das letzte Mal".

      Aha, dachte ich nur, es war ja sogar auch gerade Mal das erste Mal...

      Das ist nur ein Beispiel von so vielen. Aber nach dieser Aktion ist mit der Kragen geplatzt. Ich bin immer zu 100 Prozent für die Kinder da. Ich bräuchte in den letzten Monaten so dringend eine Auszeit, aber er nimmt sich einfach immer seine Zeit und ich kann einfach die Kinder nicht bei ihm lassen, wie er selbst zeigt. Auch aktuell bei Umgang tagsüber kam es mehr als einmal vor, dass er plötzlich mittendrin mit heulenden Kindern vor meiner Tür steht, sie kommentarlos abliefert und verschwindet. Wenn ich dann sauer hinterhertelefoniere oder schreibe, kommt nur "muss einkaufen, das geht mit den beiden ja nicht, ich hole sie später wieder". Hat er sich nach seinen Launen abgeregt, fragt er nach zahlreichen Dingen, die wir ja zusammen machen könnten oder plant andere Aktionen mit den Kindern.

      Wie ich schrieb, er kann sich nicht einschätzen und auch nicht regulieren, wenn seine Laune kippt. Und sie kippt fast immer. Dann muss plötzlich alles anders sein. Nach Hause aus dem Schwimmbad, Kinder weg und alles am liebsten ganz sofort. So springt er dann auch mit den Kindern um, die in den Situationen natürlich auch extrem leiden/verstört sind.

      Wie gesagt, nach der Aktion, als er mich morgens um 6.30 antanzen ließ um die Kinder abzuholen, ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe ihm eröffnet, dass die Kinder überhaupt nicht mehr bei ihm schlafen werden, und ich bei extremen Launen zukünftig auch den Umgang entsprechend zurück fahren werde. Ich sagte auch, dass ich mich darüber notfalls auch gerichtlich streiten werde. Die Kinder würden erst wieder gemeinsam und auch über Nacht zu ihm dürfen, wenn er sich konsequent therapiert und ich entsprechende Verhaltensänderungen beobachten kann.

      Inwieweit meine Chancen gerichtlich stünden, ist ja kaum einzuschätzen. Allerdings ist an offiziellen Stellen bekannt, dass es zu häuslicher Gewalt kam und ich habe durch seine Therapieberichte ebenfalls schriftlich, dass er mit häuslicher Gewalt aufwuchs. Also komplett aussichtslos wäre ein Rechtsstreit nicht. Zum Glück hat er meine Ansage aber zumindest dahingehend angenommen, dass er sich nicht gerichtlich streiten möchte und er nimmt meine Einschränkungen auch so hin. Er sagt, er würde sich um eine Therapie kümmern.

      Soweit scheinbar alles gut. Nur ehrlich gesagt bezweifele ich, dass er sich wirklich ernsthaft therapieren wird. In der Übernachtungssache bin ich seit zwei Monaten konsequent und habe vor, absolut konsequent zu bleiben. Nur muss ich gestehen, dass ich ohne jegliche familiäre Unterstützung echt ziemlich am Ende bin und auch gerne mal kinderfrei hätte, was ich ja faktisch niemals habe. Andererseits frage ich mich, wie lange er mein Spiel so mitspielt und ob im Falle seiner Therapieverweigerung wirklich nie mehr ein Kind bei ihm schläft...oder erst im Teenageralter...

      Ach Mensch. Ich wünsche mir doch nur, dass die Kinder mehr zur Ruhe kommen und auch positive Zeiten mit ihrem Vater verbringen können ohne eine vollkommen uneinschätzbare Zeitbombe um sich zu haben die häufiger detoniert, als es nicht zu tun.

      Danke fürs Lesen

      • (2) 14.09.18 - 22:29

        Hallo,

        ich denke, du wirst auf andere Personen ausweichen müssen. Gibt es keine Großeltern? Geschwister?

        Wenn du kurbedürftig bist, solltest du versuchen eine Mutter-Kind-Kur zu bekommen.

        Wenn er psychisch krank ist, wird es vermutlich schwer, einen geregelten Umgang zu erreichen. Ich würde dir raten die Vorkommnisse zu protokollieren. Vielleicht wäre es ratsam mit dem Jugendamt Kontakt aufzunehmen und vorzufühlen, zB ob die begleitete Umgänge unterstützen würden.

        LG

        • (3) 15.09.18 - 09:01

          Guten Morgen.

          Nein, leider steht keinerlei Familie zur Verfügung. Es leben zwar noch einige Familienmitglieder, aber die sind gänzlich ungeeignet und es besteht auch größtenteils kein Kontakt mehr. Ich sagte ja, wir kommen selbst aus kaputten Familien, mit Depressionen, Alkoholismus usw usf. Manchmal fühle ich mich im Hinblick auf die Familie wie der Falschfahrer auf der Autobahn, der aber als einziger in die richtige Richtung steuert. Manchmal frage ich mich, wieso ich solches Glück hatte, dass ich ein geregeltes Leben aufbauen konnte, obwohl der Rest der Familie das nicht konnte.

          Wenn man meinen Mann und mich von aussen betrachtet, sieht alles ziemlich in Ordnung aus. Beide verbeamtet, er sehr motiviert und geachtet im Job. Unsere Kinder sind sehr gut drauf, motorisch und sprachlich fit, im Kindergarten selbstsicher und präsent. Finanziell ist alles immernoch ok für beide.

          Mein Mann ist also weit entfernt von einer offensichtlich gescheiterten "Existenz". Im engen Freundeskreis waren einige wie vom Blitz getroffen, als ich um Hilfe hat und von seinen massiven Problemen sprach, die das Familienleben vergiften.

          In der Kur wurde lediglich eine Anpassungs-
          oder Regulationsstörung "diagnostiziert" und als Grund der massive Stress durch Schichtdienst und zwei sehr lebhafte Kinder angeführt. Dass er schon lange vor unserer Beziehung cholerisch war und zu Gewaltausbrüchen neigte, das sieht er vernutlich selber nichtmal mehr so, das hat er also dort auch nicht erwähnt.

          Also dass er massive psychische Probleme hat, ist meine Aussage. Wenn ich jetzt mit begleitetem Umgang komme, zeigt er mir einen Vogel. Aber natürlich werde ich alle Hebel in Bewegung setzen, sollte es weiter zu Problemen für die Kinder kommen.

          Ja, eine Kur. Die Beantragung steht auf der To-Do-Liste. Im vergangenen Jahr ging es einfach nicht durch Hausverkauf, erneuten Hauskauf, Innenausbau, Umzug. Da ich ja aufgrund der Trennung das große Haus aus Kostengründen unbedingt verkaufen musste, war das alles zeitlich nicht machbar. Der Umzug war nicht aufschiebbar. Aber jetzt, wo langsam Ruhe einkehrt, muss ich das unbedingt angehen.

          Danke und liebe Grüße

          • (4) 15.09.18 - 15:04

            Hallo,

            das ist wirklich eine ungünstige Ausgangssituation. Mir fiele nur noch ein, vielleicht mit Hilfe kirchlicher Strukturen, eine Ersatzoma zu finden. Es gibt ja auch viele ältere Menschen, denen der Familienanschluss fehlt. Möglicherweise kann man da zu einer Win-Win-Situation finden.

            Oder vielleicht eine andere Alleinerziehende suchen, so dass man sich vielleicht stundenweise gegenseitig entlasten könnte.

            Wenn das alles nicht hilft, würde ich versuchen Finanzen und Pflichten so zu organisieren, dass Zeit und Geld übrig bleiben, dass dir etwas Luft verschafft wird. Ab und zu mal einen Babysitter besorgen, dann Dinge tun, die Dir gut tun.

            LG

      Lass dich in dieser Angelegenheit vom Jugendamt unterstützen.

      Und zum Thema Kinderfrei.
      Es gibt viele alleinerziehende die kein Kinderfrei haben. Mein Sohn ist knapp 2,5 Jahre und ich hatte in der ganzen Zeit zwei Abende wo ich was unternehmen konnte. Ich habe auch niemanden der mir hilft. Mein Sohn schläft selten vor 22 Uhr und steht morgens zwischen 6 und 7Uhr wieder an meinem Bett. So ist das eben.

      Deine Große wird doch wohl in die Kita gehen. Und ich denke dann bald ja auch die kleine. Da hast du dann etwas Zeit. So lange heißt es, durchhalten.

      • Ich hatte auch so gut wie nie kinderfrei und mein Großer ist geistigbehindert und verhaltensauffällig. Nicht mal Einrichtungen für Behinderte kamen damals mit ihm klar. Wir haben "überlebt", dank meiner besten Freundin, die hin und wieder einsprang und ich bin jahrelang auf dem Zahnfleisch gekrochen.

        Aber deine und meine Erfahrungen helfen der TE nicht weiter und ich kann mir auch vorstellen, dass ihre Gesamtsituation ziemlich am Nervenkostüm nagt, dazu kommen möglicherweise seelische Beeinträchtigungen aufgrund ihrer schwierigen familiären Situation als Kind und auch heute. Kenne ich auch.

        Das Thema Leihoma wurde ja schon angesprochen, Ferienfreizeiten sind in diesem Alter leider noch nicht so aktuell .. vielleicht gibt's in der Nähe einen Verein für AE, da könnten sich möglicherweise Freundschaften oder wenigstens Zweckgemeinschaften entwicklen, innerhalb derer man sich gegenseitig mal die Kinder abnimmt. Viel mehr fällt mir für dieses Alter leider auch erstmal nicht ein.

    (7) 17.09.18 - 08:30

    Es tut mir leid, dass Deine Situation so schwierig ist.

    Unter den gegebenen Umständen würde ich im Interesse der Kinder den Umgang einstellen. Da solltest Du Dich ruhig vom Jugendamt unterstützen lassen, wenn Du die Situation so schilderst wie hier und verschiedene Vorfälle sogar aktenkundig sind, sollte es ja möglich sein, da eine Lösung zu finden. Aber, es tut mir leid das zu sagen, wenn es so läuft würde ich die Kinder nicht zu hm lassen, oder nur soviel, wie es rechtlich absolut notwendig ist.

    Dass Du dadurch an Deine Grenzen kommst, das verstehe ich gut und das ist natürlich schlimm. Aber ich glaube, dass die Betreuung durch Deinen Ex, da Atmosphäre dort und das Hin und Her, vielleicht auch Euren Alltag viel unruhiger machen. Vielleicht hilft es Euch schon, Euch auf Euch selbst zu konzentrieren, in aller Ruhe zu schauen, dass ihr klarkommt, ohne noch die Baustelle mit dem Ex zu beackern. Das braucht sicher Zeit. Aber dann könnt ihr alle mal wieder runterkommen und für Euch eine Routine finden. Das finde ich immer ganz wichtig. Wenn das gefestigt ist, stehen alle vielleicht auch mal ein bisschen Chaos mit so einem Vater durch. Gib Euch Zeit und konzentriert Euch auf Euch selbst.

    Ich habe ein Jahr nach meiner Trennung eine Mutter-Kind-Kur gemacht. Das hat mir genau in dieser Hinsicht unheimlich viel gebracht. In Deiner Lage ist es sicher kein Problem, die genehmigt zu bekommen. Ich drücke Dir die Daumen.

    • (8) 17.09.18 - 20:15

      Hallo.

      Puh, an für sich hast du durchaus recht. Es wird mittlerweile wirklich häufig ruhiger. Umso deutlicher ist es, wie aufbrausend und aufgedreht die Kinder sind, wenn er dazustößt und wie heftig die Kinder dann auch auf Disharmonie reagieren. Bei Umgang bei ihm zu Hause geht es ja auch manchmal gut. Ganz den Umgang verwehren wird sicher nicht gehen.

      Vor der ersten Trennung habe ich mir anwaltlichen Rat geholt, er meinte, dass meine Schilderungen da nicht reichen würden. Auch meine Kinderpsychologin sagt, dass sie bereits die dollsten Dinger erlebt hat in Sachen richterlicher Entscheidungen. Also einen total Kontaktabbruch halte ich für absolut nicht durchsetzbar. Ich schrieb ja, dass ich gewisse Einschränkungen auch gerichtlich erstritten nicht für aussichtslos halte. Aber auch da kann ich nicht sicher sein. Also bin ich froh, dass er meine energische Ansage freiwillig so hinnimmt und auch nicht wirklich versucht, dran zu rütteln.

      Ich denke einfach viel nach. Wie lange soll das so gehen? Nimmt er es weiterhin so hin? Wird er irgendwann an sich arbeiten? Oder läuft es nun auf lange Zeit so, bis die Kinder zumindest deutlich älter und ruhiger sind? Oder eben reifer, dass sie selber nicht mehr häufig hinwollten, wenn er so drauf ist? Ach, ich weiß es nicht. Ich habe mir mein ganzes Leben so anders gewünscht und natürlich auch für die Kinder. Und das alles zu überdenken bringt mich ja nicht weiter. Aber abstellen kann ich es auch nicht.

      Lieben Dank

      • (9) 18.09.18 - 06:59

        Versuch mal nicht so viel herumzugrübeln. Das bringt auch nichts, Du kannst weder in ihn hinein noch in die Zukunft blicken. Was Du tun kannst ist in der aktuellen Situation die Kinder so gut es geht schützen. Und immer von einem Umgang zum Nächsten planen.

        Die Kinder sind ja augenscheinlich in Therapie und können dort lernen, wie sie mit ihrem Vater umgehen können. Die Therapeutin wird sicher auch beobachten, bis zu welchem Punkt es den Kindern damit noch erträglich gut geht und wann weitere Maßnahmen zu tun sind. Was Du noch tun kannst ist Protokoll führen und das fortlaufen lassen, falls es jemals zu einer Gerichtsverhandlung kommen sollte. Dann sind positive als auch negative Ereignisse schriftlich fixiert und das kann vor Gericht eingereicht werden. Wichtig ist eine ehrliche und lückenlose Aufzeichnung, damit klar ist, dass Du den Vater nicht schlecht machen willst.

        Krankheitseinsicht kann man nicht erzwingen. Und sogar dann gibt es Leute, die eine Therapie machen, die ihnen gar nichts bringt, weil immer die Anderen falsch oder schuld sind. Vielleicht wacht er ja auf wenn die Kinder irgendwann sagen, dass es ihnen zu viel wird und sie keine Lust mehr auf ihn haben.

(10) 20.09.18 - 20:53

Wie wäre es mit einer Mutter-Kind-Kur?

Dann hättest du zwar nicht kinderfrei, aber mal Auszeiten für dich.
Auch die Chance mit Abstand darüber zu reden.

Hast du Freunde?
Freunde deiner Kinder?
Vielleicht können sie deine ja mal für ein paar Stunden nehmen?

Kannst du beim Jugendamt um Hilfe fragen?
Betreuung
Treffen mit alleinerziehenden
Netzwerk und wie man ein gesundes aufbaut.

Hast du die Möglichkeit mit jemandem darüber zu reden?
Auch wie du selbst mit alten Mustern umgehen kannst?
Mit deinen eigenen.
Der Anfang ist gut. Aber tut es den Kindern gut, wenn sie immer wieder mitbekommen wie er auf sie reagiert?
Den Wunsch mal eine Auszeit zu bekommen, verstehe ich. Nur so lange sich die Betreuung um ihn kreist, werdet ihr nicht von den Problemen loskommen.

Er "braucht" keine Therapie machen, weil du in der Not doch auf ihn zurückgreifst mehr oder weniger. Was neue (altbekannte) Nöte auslöst.

Es ist schwer, aber machbar.

Eine Kur für dich mit den Kindern mit therapeutischer Begleitung mit Abstand könnte durchaus etwas bringen. Z.B. Ansätze für zu Hause, neue Kontakte, Menschen die ähnliche Probleme kennen, nicht alleine sein mit den Problemen und Lösungsansätze finden.
Lösungsansätze auf die du jetzt so noch nicht kommst
oder die du weißt, dich aber (noch) nicht traust.

  • (11) 20.09.18 - 22:38

    Eine Kur werde ich bald beantragen. Das ging im ganzen Unzugsstress einfach nicht. Ich hoffe, das spätestens nächsten Frühling realisieren zu können.

    Die Kleine geht jetzt in den Kindergarten. Natürlich habe ich auch im Bekanntenkreis Menschen, die mal aufpassen. Aber die Kleine hätte wenn dann mal beim Vater geschlafen. Woanders geht es noch nicht. Sie war ewig ein Schreikind und ließ sich nur von uns beruhigen.

    Auch sind diese sehr gelegentlichen stundenweisen Entlastungen natürlich ein Tropfen auf den heissen Stein, nachdem es nun wirklich seit 5 Jahren ist wie es ist und die letzten 2.5 davon wirklich über jede Grenze der Belastbarkeit hinausgingen. Ich habe seit 5 Jahren halt wirklich keine Nacht und keinen Morgen ohne Kinder verbracht. Das ist körperlich einfach sehr hart, zumal wir bis vor einigen Monaten noch regelmäßig Phasen hatten, wo Tage oder wochenlang nahezu kein Nachtschlaf vorhanden war, wenn die Kleine die Nächte durchschrie. Krank ausfallen kann ich auch nie. Ich habe panische Angst vor Magen-darm, weil ich dann wirklich nicht mehr handlungsfähig bin. Einmal hat es mich erwischt, da hatte ich aber die Kleine noch nicht. War das grauenhaft ohne Hilfe allein schon mit einem Kind.

    Wie ich schrieb, ich bin froh, dass er meinen halben Bluff geschluckt hat. Ob ich mit meiner Einschränkung gerichtlich durchkommen würde, weiß ich ja nicht. Mit einem totalen Umgangsstop käme ich definitiv nicht durch. Also belasse ich es beim Übernachtungsverbot, solange er nicht rebelliert. Auch werde ich soweit wie möglich verhindern, dass er beide gleichzeitig hat. Aber natürlich fragen die Kinder ständig ihn und mich.

    Aktuell sieht er beide nicht sehr häufig. Jede durchschnittlich einmal pro Woche etwas länger und ggf zwischendurch mal stundenweise weil er zB die Große vom Kiga abholt, danach zum Sport bringt und dann nach Hause. Mehr nicht.

    Das kann und will ich Ihnen ja nicht nehmen. Aber ich muss konsequent bleiben beim Übernachten und auch bei gemeinsamen Familienunternehmungen. Da kippt seine Laune auch immer und das kriegen die Kinder mit. Zumal ich da nicht mehr meinen Mund halten kann.

    Er war aktuell beim Doc, erzählt mir aber nichts. Hinzu kommt, dass er such parallel nun für Auslandsdienste bewirbt. Wenn er dort zugelassen wird, hat er eh keine Zeit für eine konsequente Therapie, ist dann ja aber eh erstmal für viele Wochen weg, aber anschließend sehe ich das Problem in weiteren psychischen Problemen, die er wohlmöglich von diesen Grenzeinsätzen mitbringt.

    Ich könnte die Hände überm Kopf zusammen schlagen, wie vehement er momentan versucht in den Abgrund zu springen, wirklich... furchtbar frustrierend ist das...

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