Könnt Ihr mir die Augen öffnen?

    • (1) 12.01.19 - 19:33

      Hallo!

      Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll...
      Ich versuche es einfach mal und freue mich auf Eure Meinungen! #blume
      Also letztendlich hab ich seit einiger Zeit das Gefühl, mich von meinem Mann trennen zu müssen.
      Wir sind seit 15 Jahren zusammen, seit 10 Jahren verheiratet, haben 2 Kinder (5 und 9 Jahre), haben ein Haus mit Garten auf dem Land

      Folgende Wunschvorstellung hab ich mir im Kopf zurecht gesponnen:

      Wir bekommen eine einigermaßen harmonische Trennung hin.
      Die Kinder und ich bleiben zusammen.
      Gern würde ich in eine etwas größere Stadt ziehen (ca. 140 km vom aktuellen Wohnort entfernt; ca. 80 km vom Arbeitsort meines Mannes entfernt)
      Wir finden eine schöne Wohnung, die im finanziell machbaren Rahmen liegt.
      Ich gehe in Teilzeit arbeiten (so wie ich es aktuelle auch mache)
      Wir leben unser Leben, alles ist schön.
      Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Mann in mein Leben.

      Boar… selbst wenn ich das so nochmal durchlese... die Brille ist doch so was von rosarot und realitätsvernebelt, oder!?

      Letztendlich hab ich den Wunsch, komplett neu anzufangen, so wirklich halten tut mich hier irgendwie gar nichts. Mir geht's hier allerdings auch nicht schlecht, also Druck für die Umsetzung dieses Plans gibt es keinesfalls.

      Irgendwie verstehe ich mich selbst nicht mehr... Bin ich jetzt in der Midlife-Krise?

      Ich glaube, ich hätte an dieser Stelle gern die Wahrheit von Euch!
      Sagt mir, welche Steine und Hürden auf mich zukommen, welche Eventualitäten muss ich einplanen? Wie schwer wird es wirklich? Wie gut kann man es alleine schaffen?

      Danke schonmal und lieben Gruß!

      • (2) 12.01.19 - 19:58

        Hm, ich glaube, die eine Wahrheit über Trennungen gibt es nicht - aber die Wahrscheinlichkeit, dass das bei euch nicht so harmonisch abläuft, wie du dir das gerade vorstellst, ist immens hoch.
        Mein Ex hat auch immer gedacht, wenn wir uns trennen, würden wir im Grunde unsere beziehung nur ein bisschen downgraden, Freunde bleiben und uns einfach nicht mehr streiten. Ich kann nach mehr als zwei Jahren sagen: Das hat so nicht funktioniert.
        Wir haben unsere Trennung ziemlich friedlich hinbekommen - und trotzdem wars das furchtbarste, das mir im Leben bisher passiert ist.
        Am schlimmsten war und ist für mich, dass unser Kind trotz aller guten Bemühungen natürlich gelitten hat und manchmal auch noch leidet. Dass ich ihm das angetan habe, werde ich mir nie wirklich verzeihen.
        Ich habe mit meinem Ex eine große Liebe und den Mann verloren, der über 18 Jahre mein bester Freund war. Wir kommen heute klar, aber uns verbindet außer des Kindes nichts mehr. War ziemlich bitter, festzustellen, wie wenig dann doch unterm Strich bleibt.
        Mein Leben ist jetzt deutlich härter - ich habe immer gearbeitet, aber jetzt gibt es eben kein Backup mehr. Wenn mein Sohn bei mir ist, bin ich alleinerziehend; dann bin ich zuständig ohne Entlastung.
        Versteh mich nicht falsch: Ich bin heute glücklicher als je zuvor, ich habe einen neuen Partner und denke, dass die Trennung der beste Schritt war, den ich machen konnte. Aber bis ich wieder auf den Beinen war, wars einfach hart - und manchen Preis werde ich für den Rest meines Lebens zahlen.
        Ich erkenne bei dir nicht wirklich, warum diese Trennung sein muss. Und, falls du letztlich zu dem Punkt kommst, ob dein Mann es überhaupt mitmachen würde, dass du ihm die Kinder entziehst - all das kann die Harmonie gewaltig trüben. Ich würde mir an deiner Stelle die Frage stellen, warum du aus deinem Leben rauswillst und ob du nicht innerhalb der bestehenden Strukturen dieDinge so ändern kannst, wie es dir guttun würde.

        • (3) 12.01.19 - 20:48

          Danke für Deine Antwort.
          Ist es denn grundsätzlich ein Irrglaube, dass ich weiterhin mit einer halben Stelle über die Runden kommen könnte? Oder wäre es wohl oder übel nötig, mehr zu arbeiten?

          Aber Dein Satz, dass Du jetzt doch glücklicher bist, als je zuvor... der macht mir ja eigentlich schon eher Mut als Angst.
          Und leider ist es auch nicht so, dass ich das Gefühl habe, in meinem Mann einen sehr guten Freund zu verlieren... eher habe ich das Gefühl, dass wir weiter von einander entfernt sind, also rein gedanklich, als wir es je waren... :-(

          LG.

          • (4) 12.01.19 - 21:29

            Wie du finanziell klarkommst, hängt von ganz vielen Faktoren ab - bekommst du Unterhalt, wie teuer sind Wohnungen in deiner Gegend undundund...
            Ich denke, man kann Trennungen mit Kondern gut meistern, zumal wenn es gemeinsam nicht weiter geht. Man muss sich nur im klaren sein, dass es der harte Weg ist.

      Hi,

      ich habe den Part nicht gefunden, WARUM du dich von deinem Mann trennen willst?

      Und warum du 140 km weit weg ziehen möchtest?

      Die erste Hürde wird sein: dein Mann. Er muss dem Umzug der Kinder zustimmen und warum sollte er das tun?

      Das klingt tatsächlich nach Midlife-Crises, sorry.

      Lg

      • Ja, ich bin erstmal absichtlich nicht auf die Gründe eingegangen...
        Aber ich versuche es mal.

        Mein Mann hat sich in den vergangenen 2 Jahren sehr verändert.
        Das komische daran ist, dass ich diese Veränderung nicht so konkret benennen kann...
        Sein Weg der Veränderung ist auch so überhaupt nicht mein Thema, deshalb fällt es mir so schwer, das zu erklären.

        Vielleicht trifft es "Esoterik-Schiene"... Er hat da auch selbst kein Ausdruck für.
        Er liest Bücher von Menschen mit, meiner Meinung nach, übersinnlichen Fähigkeiten. Krankheiten kommen, weil man im Leben, oder in einem vorangegangen Leben Fehler gemacht hat oder weil das Karma schlecht ist. Krankheiten können nur durch den Glaube an Gott geheilt werden. Gott steht plötzlich an erster Stelle (und ich mache hier gerade den größten Fehler, weil ich es in Frage stelle, ob Gott wirklich an erster Stelle stehen muss und ob ich vor jedem Gummibärchen essen beten muss...)
        Mich macht das fertig.
        Ich kann nicht mehr mit ihm sprechen, weil er meine Meinung immer als falsch hinstellt.

        Meiner Meinung nach braucht er irgend einen Halt im Leben... Und er möchte, dass ich da genau so denke bzw. ihn auf ganzer Linie verstehe. Ich will das aber gar nicht. Mir geht es gut mit der Schulmedizin. Ich glaube auch an Gott und bete auch zum Mittagessen und hab auch mit der Kirche kein Problem (aber selbst das ist in seinen Augen alles falsch, Geschichte wird falsch wiedergegeben, das Lernen in der Schule ist eigentlich gar nicht so wichtig, da das sowieso alles falsch ist...)

        Ich will das nicht mehr...

        • Hi,

          nun ja, das klingt aber schon anders. Dein erster Post klingt nach Midlife-Crises deinerseits, das jetzt ist ja schon eine andere Nummer #schwitz

          Damit könnte ich tatsächlich nicht leben und ich sehe da durchaus Handlungsbedarf.

          Fakt bleibt jedoch, dass du nicht ohne Einverständnis deines Mannes mit den Kindern umziehen kannst und schon gar nichr so weit.

          Alles Gute!

          Dann gehe erst mal den ersten Schritt:

          Trennung in Erwägung ziehen
          Anwalt fragen, beraten lassen
          Wohnungen ansehen, bei dir und woanders. Erst mal im sozialen Umfeld.

          Wenn er sich weiterhin gegen Schulmedizin wehrt: auch mit Anwalt beraten, was passiert, wenn die Kinder einen Arzt brauchen. Gemeinsames Sorgerecht bestünde ja weiterhin.

          Wenn du so weit wegziehen möchtest und er nicht möchte, dass die Kinder mit Ärzten in Kontakt kommen; nicht dass er die Gunst der Stunde nutzt und darauf besteht, dass die Kinder bei ihm bleiben würden, weil du soweit weg willst mit ihnen.

          Bereite eine Trennung Stück für Stück vor, wenn es dir um die Trennung geht und weniger um den Umzug. Lass dich beraten. Kläre finanzielles. Kalkuliere alles durch.

    In erster Linie glaube ich, dass du die Vorstellung mit den Kindern soweit weg zu ziehen begraben kannst.
    Kein liebender Vater wird seine Kinder soweit weg ziehen lassen und du hast ziemlich schlechte Karten das durchzuführen, denn du würdest deine Kinder aus ihrem Umfeld reißen. Nicht nur, dass ihre Familie zerbricht du willst auch ihr sonstiges Umfeld komplett ändern, das ist den Kindern ggü. mehr als unfair und wird dir harte Zeiten bescheren, selbst wenn es tatsächlich möglich ist.
    Mein Ex und ich hatten auch eine friedliche Trennung, trotzdem ist es furchtbar anstrengend. Klar gibt es auch die rosaroten wir sind alle ganz tolle Freunde getrennten Eltern, aber das ist nicht die Regel.

    Hallo,

    wieso willst du nicht voll arbeiten? Das wäre doch der normale Schritt in Deiner Situation.

    Oder bist du finaziell vollkommen unabhängig ( inkl. späterer Rente) und arbeitest nur zum Spaß?

    LG

    • Hallo!
      Hmm…. Danke für Deine Anregungen, aber ich verstehe Deine Frage irgendwie gerade nicht so richtig...
      Warum findest Du, dass es der einzig richtige Schritt in meiner Situation wäre, voll zu arbeiten?
      Also ich arbeite aktuell in Teilzeit. Da ich sehr flexible Arbeitszeiten habe, versuche ich meine Arbeitszeit so zu legen, dass ich regelmäßig am Nachmittag für die Kinder da sein kann. Einen Nachmittag betreut meine Mutter die Kinder und sollte ansonsten ein Nachmittagstermin anstehen, ist mein Mann da (er arbeitet in Schicht, da kann ich mich recht gut nach richten).

      Aber was ist falsch daran, weiterhin in Teilzeit arbeiten zu wollen?
      Also mal rein theoretisch, es würde zur Trennung kommen - dann wäre es doch umso wichtiger, eben nicht direkt mal in Vollzeit einzusteigen, sondern den Kindern genügend Zeit zu schenken...

      LG.

      • Hallo,

        die Frage ist was du unter "nicht direkt" verstehst. Ein Monat? Ein Jahr? 10 Jahre?

        Und bekommst du in deinem sofort eine Vollzeitstelle sobald du diese willst?

        Ich gehe davon aus, dass du aus finanziellen Gründen arbeiten musst. Wenn nicht Stelle das doch bitte klar.

        Und mit einem halben Gehalt alles zu finanzieren wird da regelmäßig schwierig. Und für die Rente wird wohl auch eine Vollzeitstelle angezeigt sein.

        Deine Planung führt nunmal zu Änderungen. Und auch im Bereich der Arbeit.

        Wen Du finanziell unabhängig bist sieht das anders aus.

        LG

Hallo,

Ich habe mir damals die Trennung nicht "überlegt", aber es war eine andere Frau im Spiel und nach anfänglichem Kämpfen um den Mann hatte ich irgendwann keine Kraft/Lust mehr auf dieses Hin- und Her und habe mich getrennt. Ich glaube, dass es letztendlich sorum einfacher war für mich, weil ich keine Schuldgefühle wegen der Trennung hatte und auch, weil er es mir wegen seiner Schuldgefühle relativ leicht gemacht hat mit den Kindern und so.... Trotzdem. Trennung mit Kindern ist kein Spaziergang und ein riesiger (!) Einschnitt im Leben aller Beteiligten. Es gibt immer noch (10 Jahre her, die Trennung) einige Dinge, an denen ich zu knabbern habe oder die durch die damalige Trennung mein Leben beeinflussen. Man fängt nie wieder ganz von vorne an, mit Kindern.
Nichtsdestotrotz kann die Trennung unterm Strich das Richtige sein, aber sie ist eben kein Spaziergang...
Meine Gedanken zu deiner "Wunschliste":

-Wir bekommen eine einigermaßen harmonische Trennung hin.
>Das wünsche ich dir und kann man hinbekommen, aber am Anfang wird es euch beide so oder so viel Kraft und Tränen kosten! ...und bis ihr auf einer guten Ebene als Ex-Partner miteinander umgehen könnt, wird es doch den ein oder anderen Streit/Vorwurf/Schmerz etc. geben...

-Die Kinder und ich bleiben zusammen.
>Warst du bisher überwiegend für die Kinderbetreuung und -erziehung zuständig? Dann ist das schon wahrscheinlich....

-Gern würde ich in eine etwas größere Stadt ziehen (ca. 140 km vom aktuellen Wohnort entfernt; ca. 80 km vom Arbeitsort meines Mannes entfernt)
>Halte ich für sehr unwahrscheinlich, denn dafür benötigst du die Zustimmung des Vaters, und warum sollte er da zustimmen? Finde ich auch irgendwie unfair, weil das eine echt große Entfernung ist und den Umgang zwischen Vater und Kindern immens erschwert...

-Wir finden eine schöne Wohnung, die im finanziell machbaren Rahmen liegt.
>Kommt auf das Angebot eurer Gegend, deine finanziellen Möglichkeiten, Vitamin B und das Glück an. Kann klappen, vor allem, wenn man kompromissbereit ist, ich kenne allerdings auch ein Paar, das obwohl getrennt, noch zusammen in einer Wohnung lebt, weil es einfach keinen bezahlbaren Wohnraum gibt.

-Ich gehe in Teilzeit arbeiten (so wie ich es aktuelle auch mache)
>Mit deinen relativ großen Kindern ist das sicher gut machbar. Ob das finanziell reicht, kommt auf deinen Verdienst, eure Ansprüche und den Unterhalt an...

-Wir leben unser Leben, alles ist schön.
>Das wünsche ich euch!

-Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Mann in mein Leben.
>Ja, irgendwann ist man dafür auch innerlich wieder frei und ich durfte auch erleben, dass man auch als Alleinerziehende mit Kindern durchaus interessante Bekanntschaften machen kann. Und verliebt sein ist super-schön, aber dann eine Patchwork-Familie im Alltagstrubel zu stemmen, ist gar nicht so leicht....

  • Hallo mamapapaleni!

    Vielen ank für Deine ausführliche und wohlwollende Antwort! #herzlich

    Ja, also ich bin definitiv hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig. Mein Mann arbeitet in 3 Schichten, somit wäre eine Betreuung durch ihn eigentlich in keinster Weise möglich.

    Das Thema mit dem Umzug und der Entfernung hab ich tatsächlich noch nicht so weit überdacht... Aber mein Mann ist "damals" mit in meine Heimat gezogen. Er würde also definitiv auch nicht hier wohnen bleiben. Ich würde davon ausgehen, dass er in seine alte Heimat zurück gehen würde. Ich hab einfach mehr Lust auf bissl mehr Stadt - und die Wunschstadt läge ca. 80 km von der alten Heimat meines Mannes entfernt. Sollte "nur" er in seine alte Heimat ziehen und ich mit den Kindern bleiben, wäre es 60 km dazwischen.

    Von der Entfernung aber mal abgesehen - was ist mit den sonstigen sozialen Kontakten der Kinder?
    Mein Sohn im Kindergarten hat natürlich Freunde, allerdings noch keine wirklich gefestigten Freundschaften.
    Meine Tochter geht im Sommer auf eine weiterführende Schule - da würden doch die Karten auch eher neu gemischt...
    Denke ich da zu egoistisch?

    LG!

    • Ja. Zumindest, wenn du das im Alleingang machst und das keine gemeinschaftliche Entscheidung ist.

      Wenn ihr den Fakt "Trennung" geklärt habt und dein Mann vor Ort bleibt, dann würde ich es ziemlich krass finden, wenn du weg ziehst, insbesondere, wenn er dagegen ist.

      Wäre es für ihn okay, sind da immer noch die Kinder. Ich persönlich bin kein Fan davon, Kinder ohne Not aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, insbesondere wegen "Lust auf ein bissl mehr Stadt". Die Kinder haben schon durch die Trennung viel zu verarbeiten, da muss man ja nicht den Rest auch noch aufwirbeln.

      Zum Thema Teilzeit: denk daran, dass - wenn ihr Steuerklasse 3/5 haben solltet, dein Mann mit Steuerklasse 1 wesentlich weniger netto hat. Da müsste man wirklich mal mit sehr spitzem Bleistift rechnen, wie viel auf beide Konten kommen. Stell dir einfach vor, dass ihr vom jetzigen Geld 2 Haushalte versorgen UND Umgangskosten finanzieren müsstet.

      Außerdem stünde bei so weiten Entfernungen sicher auch zwei Jobwechsel an? Je nach Wohnlage finde ich ein halbwegs entspanntes finanzielles Leben mit Teilzeitjob ziemlich unrealistisch.

      LG

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