Könnt Ihr mir die Augen öffnen?

    • (1) 12.01.19 - 19:33

      Hallo!

      Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll...
      Ich versuche es einfach mal und freue mich auf Eure Meinungen! #blume
      Also letztendlich hab ich seit einiger Zeit das Gefühl, mich von meinem Mann trennen zu müssen.
      Wir sind seit 15 Jahren zusammen, seit 10 Jahren verheiratet, haben 2 Kinder (5 und 9 Jahre), haben ein Haus mit Garten auf dem Land

      Folgende Wunschvorstellung hab ich mir im Kopf zurecht gesponnen:

      Wir bekommen eine einigermaßen harmonische Trennung hin.
      Die Kinder und ich bleiben zusammen.
      Gern würde ich in eine etwas größere Stadt ziehen (ca. 140 km vom aktuellen Wohnort entfernt; ca. 80 km vom Arbeitsort meines Mannes entfernt)
      Wir finden eine schöne Wohnung, die im finanziell machbaren Rahmen liegt.
      Ich gehe in Teilzeit arbeiten (so wie ich es aktuelle auch mache)
      Wir leben unser Leben, alles ist schön.
      Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Mann in mein Leben.

      Boar… selbst wenn ich das so nochmal durchlese... die Brille ist doch so was von rosarot und realitätsvernebelt, oder!?

      Letztendlich hab ich den Wunsch, komplett neu anzufangen, so wirklich halten tut mich hier irgendwie gar nichts. Mir geht's hier allerdings auch nicht schlecht, also Druck für die Umsetzung dieses Plans gibt es keinesfalls.

      Irgendwie verstehe ich mich selbst nicht mehr... Bin ich jetzt in der Midlife-Krise?

      Ich glaube, ich hätte an dieser Stelle gern die Wahrheit von Euch!
      Sagt mir, welche Steine und Hürden auf mich zukommen, welche Eventualitäten muss ich einplanen? Wie schwer wird es wirklich? Wie gut kann man es alleine schaffen?

      Danke schonmal und lieben Gruß!

      • (2) 12.01.19 - 19:58

        Hm, ich glaube, die eine Wahrheit über Trennungen gibt es nicht - aber die Wahrscheinlichkeit, dass das bei euch nicht so harmonisch abläuft, wie du dir das gerade vorstellst, ist immens hoch.
        Mein Ex hat auch immer gedacht, wenn wir uns trennen, würden wir im Grunde unsere beziehung nur ein bisschen downgraden, Freunde bleiben und uns einfach nicht mehr streiten. Ich kann nach mehr als zwei Jahren sagen: Das hat so nicht funktioniert.
        Wir haben unsere Trennung ziemlich friedlich hinbekommen - und trotzdem wars das furchtbarste, das mir im Leben bisher passiert ist.
        Am schlimmsten war und ist für mich, dass unser Kind trotz aller guten Bemühungen natürlich gelitten hat und manchmal auch noch leidet. Dass ich ihm das angetan habe, werde ich mir nie wirklich verzeihen.
        Ich habe mit meinem Ex eine große Liebe und den Mann verloren, der über 18 Jahre mein bester Freund war. Wir kommen heute klar, aber uns verbindet außer des Kindes nichts mehr. War ziemlich bitter, festzustellen, wie wenig dann doch unterm Strich bleibt.
        Mein Leben ist jetzt deutlich härter - ich habe immer gearbeitet, aber jetzt gibt es eben kein Backup mehr. Wenn mein Sohn bei mir ist, bin ich alleinerziehend; dann bin ich zuständig ohne Entlastung.
        Versteh mich nicht falsch: Ich bin heute glücklicher als je zuvor, ich habe einen neuen Partner und denke, dass die Trennung der beste Schritt war, den ich machen konnte. Aber bis ich wieder auf den Beinen war, wars einfach hart - und manchen Preis werde ich für den Rest meines Lebens zahlen.
        Ich erkenne bei dir nicht wirklich, warum diese Trennung sein muss. Und, falls du letztlich zu dem Punkt kommst, ob dein Mann es überhaupt mitmachen würde, dass du ihm die Kinder entziehst - all das kann die Harmonie gewaltig trüben. Ich würde mir an deiner Stelle die Frage stellen, warum du aus deinem Leben rauswillst und ob du nicht innerhalb der bestehenden Strukturen dieDinge so ändern kannst, wie es dir guttun würde.

        • (3) 12.01.19 - 20:48

          Danke für Deine Antwort.
          Ist es denn grundsätzlich ein Irrglaube, dass ich weiterhin mit einer halben Stelle über die Runden kommen könnte? Oder wäre es wohl oder übel nötig, mehr zu arbeiten?

          Aber Dein Satz, dass Du jetzt doch glücklicher bist, als je zuvor... der macht mir ja eigentlich schon eher Mut als Angst.
          Und leider ist es auch nicht so, dass ich das Gefühl habe, in meinem Mann einen sehr guten Freund zu verlieren... eher habe ich das Gefühl, dass wir weiter von einander entfernt sind, also rein gedanklich, als wir es je waren... :-(

          LG.

          • (4) 12.01.19 - 21:29

            Wie du finanziell klarkommst, hängt von ganz vielen Faktoren ab - bekommst du Unterhalt, wie teuer sind Wohnungen in deiner Gegend undundund...
            Ich denke, man kann Trennungen mit Kondern gut meistern, zumal wenn es gemeinsam nicht weiter geht. Man muss sich nur im klaren sein, dass es der harte Weg ist.

      Hi,

      ich habe den Part nicht gefunden, WARUM du dich von deinem Mann trennen willst?

      Und warum du 140 km weit weg ziehen möchtest?

      Die erste Hürde wird sein: dein Mann. Er muss dem Umzug der Kinder zustimmen und warum sollte er das tun?

      Das klingt tatsächlich nach Midlife-Crises, sorry.

      Lg

      • Ja, ich bin erstmal absichtlich nicht auf die Gründe eingegangen...
        Aber ich versuche es mal.

        Mein Mann hat sich in den vergangenen 2 Jahren sehr verändert.
        Das komische daran ist, dass ich diese Veränderung nicht so konkret benennen kann...
        Sein Weg der Veränderung ist auch so überhaupt nicht mein Thema, deshalb fällt es mir so schwer, das zu erklären.

        Vielleicht trifft es "Esoterik-Schiene"... Er hat da auch selbst kein Ausdruck für.
        Er liest Bücher von Menschen mit, meiner Meinung nach, übersinnlichen Fähigkeiten. Krankheiten kommen, weil man im Leben, oder in einem vorangegangen Leben Fehler gemacht hat oder weil das Karma schlecht ist. Krankheiten können nur durch den Glaube an Gott geheilt werden. Gott steht plötzlich an erster Stelle (und ich mache hier gerade den größten Fehler, weil ich es in Frage stelle, ob Gott wirklich an erster Stelle stehen muss und ob ich vor jedem Gummibärchen essen beten muss...)
        Mich macht das fertig.
        Ich kann nicht mehr mit ihm sprechen, weil er meine Meinung immer als falsch hinstellt.

        Meiner Meinung nach braucht er irgend einen Halt im Leben... Und er möchte, dass ich da genau so denke bzw. ihn auf ganzer Linie verstehe. Ich will das aber gar nicht. Mir geht es gut mit der Schulmedizin. Ich glaube auch an Gott und bete auch zum Mittagessen und hab auch mit der Kirche kein Problem (aber selbst das ist in seinen Augen alles falsch, Geschichte wird falsch wiedergegeben, das Lernen in der Schule ist eigentlich gar nicht so wichtig, da das sowieso alles falsch ist...)

        Ich will das nicht mehr...

        • Hi,

          nun ja, das klingt aber schon anders. Dein erster Post klingt nach Midlife-Crises deinerseits, das jetzt ist ja schon eine andere Nummer #schwitz

          Damit könnte ich tatsächlich nicht leben und ich sehe da durchaus Handlungsbedarf.

          Fakt bleibt jedoch, dass du nicht ohne Einverständnis deines Mannes mit den Kindern umziehen kannst und schon gar nichr so weit.

          Alles Gute!

          (8) 13.01.19 - 18:14

          Dann gehe erst mal den ersten Schritt:

          Trennung in Erwägung ziehen
          Anwalt fragen, beraten lassen
          Wohnungen ansehen, bei dir und woanders. Erst mal im sozialen Umfeld.

          Wenn er sich weiterhin gegen Schulmedizin wehrt: auch mit Anwalt beraten, was passiert, wenn die Kinder einen Arzt brauchen. Gemeinsames Sorgerecht bestünde ja weiterhin.

          Wenn du so weit wegziehen möchtest und er nicht möchte, dass die Kinder mit Ärzten in Kontakt kommen; nicht dass er die Gunst der Stunde nutzt und darauf besteht, dass die Kinder bei ihm bleiben würden, weil du soweit weg willst mit ihnen.

          Bereite eine Trennung Stück für Stück vor, wenn es dir um die Trennung geht und weniger um den Umzug. Lass dich beraten. Kläre finanzielles. Kalkuliere alles durch.

    (9) 12.01.19 - 21:58

    In erster Linie glaube ich, dass du die Vorstellung mit den Kindern soweit weg zu ziehen begraben kannst.
    Kein liebender Vater wird seine Kinder soweit weg ziehen lassen und du hast ziemlich schlechte Karten das durchzuführen, denn du würdest deine Kinder aus ihrem Umfeld reißen. Nicht nur, dass ihre Familie zerbricht du willst auch ihr sonstiges Umfeld komplett ändern, das ist den Kindern ggü. mehr als unfair und wird dir harte Zeiten bescheren, selbst wenn es tatsächlich möglich ist.
    Mein Ex und ich hatten auch eine friedliche Trennung, trotzdem ist es furchtbar anstrengend. Klar gibt es auch die rosaroten wir sind alle ganz tolle Freunde getrennten Eltern, aber das ist nicht die Regel.

    (10) 13.01.19 - 08:54

    Hallo,

    wieso willst du nicht voll arbeiten? Das wäre doch der normale Schritt in Deiner Situation.

    Oder bist du finaziell vollkommen unabhängig ( inkl. späterer Rente) und arbeitest nur zum Spaß?

    LG

    • (11) 13.01.19 - 11:00

      Hallo!
      Hmm…. Danke für Deine Anregungen, aber ich verstehe Deine Frage irgendwie gerade nicht so richtig...
      Warum findest Du, dass es der einzig richtige Schritt in meiner Situation wäre, voll zu arbeiten?
      Also ich arbeite aktuell in Teilzeit. Da ich sehr flexible Arbeitszeiten habe, versuche ich meine Arbeitszeit so zu legen, dass ich regelmäßig am Nachmittag für die Kinder da sein kann. Einen Nachmittag betreut meine Mutter die Kinder und sollte ansonsten ein Nachmittagstermin anstehen, ist mein Mann da (er arbeitet in Schicht, da kann ich mich recht gut nach richten).

      Aber was ist falsch daran, weiterhin in Teilzeit arbeiten zu wollen?
      Also mal rein theoretisch, es würde zur Trennung kommen - dann wäre es doch umso wichtiger, eben nicht direkt mal in Vollzeit einzusteigen, sondern den Kindern genügend Zeit zu schenken...

      LG.

      • (12) 13.01.19 - 17:42

        Hallo,

        die Frage ist was du unter "nicht direkt" verstehst. Ein Monat? Ein Jahr? 10 Jahre?

        Und bekommst du in deinem sofort eine Vollzeitstelle sobald du diese willst?

        Ich gehe davon aus, dass du aus finanziellen Gründen arbeiten musst. Wenn nicht Stelle das doch bitte klar.

        Und mit einem halben Gehalt alles zu finanzieren wird da regelmäßig schwierig. Und für die Rente wird wohl auch eine Vollzeitstelle angezeigt sein.

        Deine Planung führt nunmal zu Änderungen. Und auch im Bereich der Arbeit.

        Wen Du finanziell unabhängig bist sieht das anders aus.

        LG

(13) 13.01.19 - 10:35

Hallo,

Ich habe mir damals die Trennung nicht "überlegt", aber es war eine andere Frau im Spiel und nach anfänglichem Kämpfen um den Mann hatte ich irgendwann keine Kraft/Lust mehr auf dieses Hin- und Her und habe mich getrennt. Ich glaube, dass es letztendlich sorum einfacher war für mich, weil ich keine Schuldgefühle wegen der Trennung hatte und auch, weil er es mir wegen seiner Schuldgefühle relativ leicht gemacht hat mit den Kindern und so.... Trotzdem. Trennung mit Kindern ist kein Spaziergang und ein riesiger (!) Einschnitt im Leben aller Beteiligten. Es gibt immer noch (10 Jahre her, die Trennung) einige Dinge, an denen ich zu knabbern habe oder die durch die damalige Trennung mein Leben beeinflussen. Man fängt nie wieder ganz von vorne an, mit Kindern.
Nichtsdestotrotz kann die Trennung unterm Strich das Richtige sein, aber sie ist eben kein Spaziergang...
Meine Gedanken zu deiner "Wunschliste":

-Wir bekommen eine einigermaßen harmonische Trennung hin.
>Das wünsche ich dir und kann man hinbekommen, aber am Anfang wird es euch beide so oder so viel Kraft und Tränen kosten! ...und bis ihr auf einer guten Ebene als Ex-Partner miteinander umgehen könnt, wird es doch den ein oder anderen Streit/Vorwurf/Schmerz etc. geben...

-Die Kinder und ich bleiben zusammen.
>Warst du bisher überwiegend für die Kinderbetreuung und -erziehung zuständig? Dann ist das schon wahrscheinlich....

-Gern würde ich in eine etwas größere Stadt ziehen (ca. 140 km vom aktuellen Wohnort entfernt; ca. 80 km vom Arbeitsort meines Mannes entfernt)
>Halte ich für sehr unwahrscheinlich, denn dafür benötigst du die Zustimmung des Vaters, und warum sollte er da zustimmen? Finde ich auch irgendwie unfair, weil das eine echt große Entfernung ist und den Umgang zwischen Vater und Kindern immens erschwert...

-Wir finden eine schöne Wohnung, die im finanziell machbaren Rahmen liegt.
>Kommt auf das Angebot eurer Gegend, deine finanziellen Möglichkeiten, Vitamin B und das Glück an. Kann klappen, vor allem, wenn man kompromissbereit ist, ich kenne allerdings auch ein Paar, das obwohl getrennt, noch zusammen in einer Wohnung lebt, weil es einfach keinen bezahlbaren Wohnraum gibt.

-Ich gehe in Teilzeit arbeiten (so wie ich es aktuelle auch mache)
>Mit deinen relativ großen Kindern ist das sicher gut machbar. Ob das finanziell reicht, kommt auf deinen Verdienst, eure Ansprüche und den Unterhalt an...

-Wir leben unser Leben, alles ist schön.
>Das wünsche ich euch!

-Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Mann in mein Leben.
>Ja, irgendwann ist man dafür auch innerlich wieder frei und ich durfte auch erleben, dass man auch als Alleinerziehende mit Kindern durchaus interessante Bekanntschaften machen kann. Und verliebt sein ist super-schön, aber dann eine Patchwork-Familie im Alltagstrubel zu stemmen, ist gar nicht so leicht....

  • (14) 13.01.19 - 11:16

    Hallo mamapapaleni!

    Vielen ank für Deine ausführliche und wohlwollende Antwort! #herzlich

    Ja, also ich bin definitiv hauptsächlich für die Kinderbetreuung zuständig. Mein Mann arbeitet in 3 Schichten, somit wäre eine Betreuung durch ihn eigentlich in keinster Weise möglich.

    Das Thema mit dem Umzug und der Entfernung hab ich tatsächlich noch nicht so weit überdacht... Aber mein Mann ist "damals" mit in meine Heimat gezogen. Er würde also definitiv auch nicht hier wohnen bleiben. Ich würde davon ausgehen, dass er in seine alte Heimat zurück gehen würde. Ich hab einfach mehr Lust auf bissl mehr Stadt - und die Wunschstadt läge ca. 80 km von der alten Heimat meines Mannes entfernt. Sollte "nur" er in seine alte Heimat ziehen und ich mit den Kindern bleiben, wäre es 60 km dazwischen.

    Von der Entfernung aber mal abgesehen - was ist mit den sonstigen sozialen Kontakten der Kinder?
    Mein Sohn im Kindergarten hat natürlich Freunde, allerdings noch keine wirklich gefestigten Freundschaften.
    Meine Tochter geht im Sommer auf eine weiterführende Schule - da würden doch die Karten auch eher neu gemischt...
    Denke ich da zu egoistisch?

    LG!

    • (15) 13.01.19 - 14:16

      Ja. Zumindest, wenn du das im Alleingang machst und das keine gemeinschaftliche Entscheidung ist.

      Wenn ihr den Fakt "Trennung" geklärt habt und dein Mann vor Ort bleibt, dann würde ich es ziemlich krass finden, wenn du weg ziehst, insbesondere, wenn er dagegen ist.

      Wäre es für ihn okay, sind da immer noch die Kinder. Ich persönlich bin kein Fan davon, Kinder ohne Not aus ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, insbesondere wegen "Lust auf ein bissl mehr Stadt". Die Kinder haben schon durch die Trennung viel zu verarbeiten, da muss man ja nicht den Rest auch noch aufwirbeln.

      Zum Thema Teilzeit: denk daran, dass - wenn ihr Steuerklasse 3/5 haben solltet, dein Mann mit Steuerklasse 1 wesentlich weniger netto hat. Da müsste man wirklich mal mit sehr spitzem Bleistift rechnen, wie viel auf beide Konten kommen. Stell dir einfach vor, dass ihr vom jetzigen Geld 2 Haushalte versorgen UND Umgangskosten finanzieren müsstet.

      Außerdem stünde bei so weiten Entfernungen sicher auch zwei Jobwechsel an? Je nach Wohnlage finde ich ein halbwegs entspanntes finanzielles Leben mit Teilzeitjob ziemlich unrealistisch.

      LG

(16) 13.01.19 - 18:03

"Wir bekommen eine einigermaßen harmonische Trennung hin.
Die Kinder und ich bleiben zusammen.
Gern würde ich in eine etwas größere Stadt ziehen (ca. 140 km vom aktuellen Wohnort entfernt; ca. 80 km vom Arbeitsort meines Mannes entfernt)
Wir finden eine schöne Wohnung, die im finanziell machbaren Rahmen liegt.
Ich gehe in Teilzeit arbeiten (so wie ich es aktuelle auch mache)
Wir leben unser Leben, alles ist schön.
Vielleicht kommt irgendwann wieder ein Mann in mein Leben."

Weiß er von den Trennungsgedanken?
Lebt ihr jetzt schon freundschaftlich nebenher?

Ob die Kinder bei dir oder bei ihm bleiben, würdet ihr klären müssen.
Bei Umzug ist die Frage, ob sie bereit sind mit Trennung auch ihr soziales Umfeld zu wechseln. Schule, Vereine, Freunde etc.

Umzug: der Umgang müsste gewährleistet sein. Bei größerem Umzug bräuchtest du auch Zustimmung des Kindsvaters. Das könnte Steine bringen und die harmonische Trennung gefährden.
Wie würden die Kinder reagieren, wenn sie aus ihrem Leben herausgerissen werden?

Was verbindet dich mit dem Ort in 140 km?
Freunde, Verwandte?
Neuanfang?
Letzteres würde bedeuten, dass du dir selbst auch ein soziales Umfeld aufbauen müsstest. Freunde, Babysitter, Hausaufgabenbetreuung, Arbeitsplatz, Wohnungssuche, Kindergarten, Schule und dass dann auch da was frei ist.

Für eine Wohnung kannst du dich jetzt schon mal umsehen, was es gibt. Ob es etwas gibt. Welchen Betrag du mindestens! bereit haben müsstest. Nur für die Miete und Nebenkosten. Ob sie dann schön wäre, ist fraglich. Wo könntest du Abstriche machen?

Was kostet ein Umzug?

Was passiert mit dem Haus? Wird es verkauft? Wer übernimmt die Kreditraten? Bleibt danach noch was übrig, was für den Umzug reichen könnte?
Würde der Hausverkauf bzw. das Finanzielle eine harmonische Trennung gefährden?

Könntest du mit einer Teilzeitstelle die Miete, Nebenkosten, Lebensmittel etc. weiterhin bezahlen? Ja, Unterhalt müsste er bezahlen. Aber reicht das dann? Kommt ihr damit trotzdem über die Runden? Bliebe er beim Unterhalt in seinem Selbstbehalt? Er müsste ggf. auch eine Wohnung mit Miete bezahlen.
Hättest du eine Teilzeitstelle in Aussicht?
Kannst du Teilzeit als Alleinverdiener gewährleisten? 2x 2x 10 Kranktage pro Jahr ohne Partner?


"Letztendlich hab ich den Wunsch, komplett neu anzufangen, so wirklich halten tut mich hier irgendwie gar nichts."

Was würde dich woanders halten?
Welchen Neuanfang stellst du dir vor?
Was müsste sich verändern, damit es nicht nur anders wäre, sondern wirklich besser.

Was passiert, wenn du die Faktoren unterschiedlich kombinierst?
Bsp. Neuanfang mit Wohnung im Wohnort jetzt, ohne Partner?
Wohnung mit Partner und Kindern?
Du anderer Arbeitgeber, aber der Rest bleibt wie er ist?
Du Vollzeitarbeit und er weniger Stunden?
Wenn die Kinder bei ihm wohnen würden und nur du wegziehst?
usw.


"Mir geht's hier allerdings auch nicht schlecht, also Druck für die Umsetzung dieses Plans gibt es keinesfalls."

Wenn es notwendig wäre, würdest du u.U. schon handeln.
So klingt es wirklich nach einer Form von Midlife-Crisis
oder nach der Unehrlichkeit zu sich selbst. Verstecken im alten Trott um nicht darüber nachzudenken, was man wirklich braucht. Eine Veränderung kann wichtig sein. Sie zu überstürzen wäre eine Form von Flucht.

Überdenke, was du wirklich BRAUCHST
dann verändere nach und nach die Teilbereiche. Manchmal reichen schon kleine Bereiche zu verändern, ohne alles auf den Kopf zu stellen.

  • (17) 13.01.19 - 19:44

    Liebe Zahnweh!

    Vielen, vielen Dank für Deine Antwort. #danke
    Einige Deiner gestellten Fragen kann ich "ohne groß nachzudenken" beantworten, andere wiederum sind natürlich nicht ganz so leicht...

    Ich hatte ja weiter oben von seinem "neuen" Lebenswandel berichtet, vielleicht hast Du das gelesen.
    Er vertritt nun die Meinung, dass ALLES im Leben vorbestimmt ist. Eigentlich ist man also völlig machtlos und muss Dinge eben hinnehmen. Vor einiger Zeit, als ich mal nicht mehr konnte, hab ich ihn gefragt, wer ausziehen soll - er oder ich. Daraufhin hat er gesagt, dass er versuchen wird, vorerst nicht über "seine Themen" mit mir zu sprechen. Er weiß also schon, dass bei mir durchaus irgendwann der berühmte Tropfen ins Fass fallen könnte... Aber, wie gesagt, ich würde fast davon ausgehen, dass er nicht kämpfen würde...

    Das Haus ist abbezahlt; müsste eben verkauft werden und der Erlös würde aufgeteilt. Kredite gibt es keine.

    Nach Stellen und Wohnungen im Wunschort habe ich bereits mal geschaut. Da dürfte wohl etwas zu finden sein.
    Dann aber die Frage - mein Teilzeit-Einkommen, Kindergeld anteilig und etwas Unterhalt - welcher Betrag sollte da im Monat rauskommen, um einigermaßen gut auszukommen? Da bin ich völlig planlos. #gruebel#gruebel#schein

    Deine Anregung zum unterschiedlichen Kombinieren der Faktoren finde ich total spannend.
    Und die Frage danach, warum es eben dieser Wunschort sein soll, ist nicht ohne. Danke dafür, es wird mich beschäftigen!

    LG.

    • Hallo romafu,

      zu deinen anderen Fragen wurde ja schon vieles gesagt, und hierfür:

      "Dann aber die Frage - mein Teilzeit-Einkommen, Kindergeld anteilig und etwas Unterhalt - welcher Betrag sollte da im Monat rauskommen, um einigermaßen gut auszukommen? Da bin ich völlig planlos."

      Unterm Strich sagt man, die Miete sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens übersteigen. Ob das im Moment bei den Mietpreisen noch realistisch ist, hm. Aber das ist sicher schon mal eine Hausnummer, anhand derer du dir ausrechnen könntest, wieviel du Pi mal Daumen monatlich an Einkommen bräuchtest.

      Rechne dabei nicht mit den Unterhaltszahlungen, du weißt nicht, ob sie (regelmäßig) kommen, du sie möglicherweise einklagen musst oder dein (Ex)mann BU wird. Wenn sie dazukommen, ist das super, aber wegen TZ völlig drauf angewiesen zu sein, wäre mir zu heikel. Es ist ja auch gar nicht klar, ob dein Mann nicht das Wechselmodell möchte, dann sieht es noch einmal etwas anders aus. Auf das Kindergeld kannst du dich verlassen, außer beim Wechselmodell, da würde es geteilt werden (hatten wir jedenfalls so gemacht).

      Such am besten eine Beratungsstelle auf, die können dir sicher weiterhelfen, aber vorher müsstest du wohl oder übel mit deinem Mann sprechen, wie er zu der ganzen Sache steht - du hast ansonsten viel zu viele Variablen drin, finde ich.

      • Hallo milchreisbubulein!

        Danke für Deine Antwort!

        Super wichtige Anregungen und Infos hab ich da von Dir bekommen!
        Das mit dem 1/3 "nur" für Miete ist ja mal nicht zu verachten... Ich dachte immer so, dass die Hälfte wohl ok ist... Gut, dass wir mal gesprochen haben! ;-)
        Und den Unterhalt nicht einplanen... Puuh... Ok... Das macht das alles nicht besser...

        Beratungsstelle klingt sinnvoll!

        LG!

(20) 15.01.19 - 17:33

Hi, es ist schwer etwas zu raten wenn man weder dich, noch die Umstände kennt. Aber so unrealistisch finde ich deine Vorstellung gar nicht, ehrlich gesagt!! Es kommt aber darauf an ob dein Mann mitspielt, und in welche Stadt du umziehen möchtest. Wegen Mietpreisen und so. Das ist der einzige Punkt an dem ich grinsen musste! ;))

Ansonsten musst du natürlich auch bedenken, dass du deine Kinder aus ihrem Umfeld und Freundeskreis reißt. Ich denke schon, dass man die Kleinen in die Entscheidung mit einbeziehen sollte. Aber vielleicht haben sie auch Lust auf Veränderung.

Alles Gute Dir🌸

  • (21) 15.01.19 - 19:51

    Hallo anabee!

    Dankeschön!
    Ja, also ich bin schon auch ein Mensch, der nichts überstürzt angeht/beendet. Gerne hab ich alles durchgeplant und klar. #hicks Und ich versuche schon, so gut es geht, realistisch zu denken.

    Ja, diese Geschichte mit der Stadt... Bilde mir ein, dass man da einfach mehr Möglichkeiten hat - egal, für was. Bin beruflich immer mal dort und immer bekomme ich so ein bisschen Sehnsucht. Wirklich benennen kann ich die Sehnsucht nicht und dementsprechend hat das natürlich nicht wirklich Hand und Fuß, das ist mir wohl bewusst. ...und dass die Lebenshaltungskosten da dann sicher auch um einiges höher sind, als hier auf dem Land, ist mir ebenso bewusst - allerdings scheint mir das Ausmaß nicht bewusst zu sein...

    Und auch die Info, dass die Miete höchstens 1/3 vom monatlichen Einkommen betragen sollte... #schwitz Puuh... ich meine, das ist mal gut zu wissen!!! #aha
    ...und dass der Unterhalt nicht eingeplant werden sollte... Das alles macht es definitiv nicht einfacher, jedenfalls nicht mit einer Teilzeitstelle, wie ich mir das so nett ausgemalt habe.

    Jedenfalls hatte ich so die Tage das Gefühl, dass mein Mann definitiv keinen Gedanken daran verschwendet, bzw. damit rechnen könnte, welche Dinge mir im Kopf herum spuken...Er reißt sich aber gerade auch scheinbar echt am Riemen... Sonst kommt es ständig zu "Meinungsverschiedenheiten" bezüglich seinen Äußerungen und unseren verschiedenen Ansichten... Aber aktuell provoziert er tatsächlich in keinster Weise Streit... Denn dann würde so ein Gespräch über Grundsätzliches auch leichter fallen... Ach menno….

    LG!

    • "...und dass der Unterhalt nicht eingeplant werden sollte... Das alles macht es definitiv nicht einfacher, jedenfalls nicht mit einer Teilzeitstelle, wie ich mir das so nett ausgemalt habe."

      Also das mit dem Unterhalt war jetzt eher auch meine persönliche Meinung dazu, ich habe das damals beim ersten Kind so erlebt, dass ich ganz häufig hinterher telefonieren musste, trotz des Angebotes, mir doch einfach Bescheid zu geben, wenn mal etwas sein sollte - wir könnten reden.

      Irgendwann als mein Sohn so 14 oder 15 war, wurde sein Vater durch einen Unfall BU und es gab zu diesem Zeitpunkt ab 12 auch keinen Unterhaltsvorschuss mehr. Wir haben ja trotzdem alles "überlebt" und auch nicht so ganz schlecht, trotz Jobhopserei gleich nach der Wende und Studium und, und - aber ich habe immer zugesehen, dass ich so wenig wie möglich von "Dritten" abhängig bin - ging natürlich nicht immer zu 100%, aber du bist einfach sicherer, wenn du nur mit dem planst, was du selbst größtenteils sicherstellen kannst.

      Das kann bei euch auch ganz anders laufen, gar keine Frage und ich bin auch nicht die totale Sicherheitsfanatikerin, nur gern (relativ) unabhängig ;-).

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