Des Vater's Rachegelüste...

    • (1) 17.01.19 - 14:49

      Hallo,

      als Neuling bin ich auf der Suche nach Rat und Meinung. Wir sind eine kleine Patchwork-Familie (nicht verheiratet) und neben der 16-jährigen Tochter meiner Lebensgefährtin ist auch noch die Oma dabei.

      Ich versuche mich kurz zu halten. Wir Leben nun seit mehr als 10 Jahren zusammen und die Kurze ist zu meiner persönlichen Mitte geworden. Es gibt nichts wichtigeres für mich. Dabei haben wir eher den Status "best friends" - auch wenn ich ihr schon mal die Meinung geige. Sie sieht mich nicht als "Ersatzvater", auch wenn ich diese Rolle sicherlich ein Stück weit inne habe.

      Der Erzeuger war am Anfang mehr oder weniger bemüht, sich um sein Kind zu kümmern. Mittlerweile - insbesondere seitdem sie sich Ende 2017 entschieden hat, eine weiterführende Schule zu besuchen - sind wir mitten in einer Kernschmelze angekommen und werden mit Klagen und Anwaltsschreiben überzogen.

      Ich lasse diese ganzen Streitigkeiten außen vor - mir geht es nur um das Kind. Sie hat ein knappes halbes Jahr keinen Kontakt mit ihrem Vater gehabt und es ging ihr in dieser Zeit gut. Seit Herbst des letzten Jahres übt er massiven Druck aus und unsere Familie leidet enorm darunter. Ein Termin beim JA hat heute stattgefunden und die Kleine soll nun auch angehört werden.

      Mit Vernunft kann man einem Narzissten nicht beikommen. Aber mir ist die Kurze so verdammt wichtig und ich fühle mich absolut hilflos. Bei dem Termin stellte sich heraus, dass der Vater seit geraumer Zeit alles penibelst protokolliert - auch die Telefonate mit seiner Tochter. Wahrheitsgehalt fragwürdig, Inhalte unbekannt. Trotz aller Vorkommnisse möchte ich nicht, dass sie sich von ihrem Vater abwendet. Einen normalen Umgang hat, ohne ausgefragt zu werden. Und das wir unsere Ruhe haben.

      Ich ertrage es nicht mehr, dass sie immer wieder und wieder heult. Versuche oft sie abzulenken, auf andere Gedanken zu bringen und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Es dauert auch nicht mehr lange, bis ich selber professionelle Hilfe benötige... :-(

      Gibt es irgendetwas, dass ich abseits von Gerichts- oder Anwaltsterminen für sie tun kann? Außer für sie da zu sein?

      Habe selber keine rühmliche Kindheit gehabt und wollte die Kleine immer vor Ärger und Problemen schützen... das Heftige ist, das sie an absolut NICHTS eine Schuld hat... was kann ich noch tun?

      Danke im voraus!

      • (2) 17.01.19 - 16:05

        Das Kind kann den Kontakt zu ihrem Vater abbrechen, wenn er ihr so zusetzt. Z.B. indem sie Telefonate abbricht, wenn er sie angeht oder gar bedroht. Er darf nicht ihr Wohl (körperlich oder seelisch) gefährden. Falls euch das Jugendamt hierbei nicht weiter hilft, versucht es danach noch beim Kinderschutzbund. Der Vater braucht Grenzen und nur, weil sie seine Tochter ist, darf er sie auf keinen Fall so nötigen, wie er das zu tun scheint. Haltet weiter zusammen!

        (3) 17.01.19 - 20:17

        Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden, die Kleine ist 16? Bestärke sie darin, sich Menschen, die ihr nicht gut tun ( so lese ich das), gegenüber zu behaupten. Sie ist ja kein kleines Mädchen mehr.

        (4) 18.01.19 - 00:41

        Mit 16 kann sie zu keinem Umgang mehr gezwungen werden. Sie könnte es ihm selbst oder über einen Anwalt schriftlich geben, dass sie keinen Kontakt möchte, wenn ihr das nicht gut tut.

      • (5) 18.01.19 - 03:59

        Hallo und Danke für Eure Rückmeldungen. Wir bewegen uns mittlerweile nur noch zwischen Paragraphen, was man darf und was nicht. Ehrlich gesagt kommt mir dabei die Vernunft einfach zu kurz.

        Heute hat sie erfahren, dass ihr Vater schriftliche Protokolle zu den Telefonaten in den vergangenen Wochen/Monaten angefertigt hat (Termin JA). Wir versuchen sie immer anzuhalten, selber Entscheidungen zu treffen. Erneut musste sie sich Abends mit einem Telefonat konfrontiert sehen, in dem wieder neue Forderungen gemacht wurden.

        Mir bzw. uns gegenüber will und kann sie nicht mehr. Sie hat den halben Tag nur geheult und war Abends so fertig, dass sie sich mehrfach übergeben musste. Natürlich ist da das Problem der Loyalität, das Thema der Entfremdung und all die Dinge, die dem KIND nicht weiterhelfen...

        Nächste Woche Montag haben wir einen Termin bei der Familienanwältin...

          • (7) 18.01.19 - 12:21

            Die Probleme haben angefangen, als sie sich für eine weiterführende Schule entschieden hat. Da war er dagegen (wollte lieber, dass sie eine Ausbildung macht) und arbeitet sogar heute (sie ist seit August letzen Jahres an der Schule) noch dagegen. Die Schule wäre schlecht, alles andere wäre besser gewesen, die Schule hat keinen guten Ruf, usw. Fachabitur Fachbereich Gestaltung. Bisher super Noten!

            Weiterhin nimmt er die Aufforderung zur Anpassung des Unterhalts durch einen Beistand (war erforderlich, 2 Jahre zu wenig bezahlt) wohl persönlich und hat damals schon angekündigt (gegenüber seinem Kind), dass er es uns heimzahlen will.

            Im Februar fängt sie bei mir ihr 2. Praktikum an - passt ihm nicht. Bei mir würde sie nichts lernen. Ich wollte das eigentlich genau aus dem Grund nicht (führt ja wieder nur zu Problemen), aber die Unternehmen, bei denen sie sich beworben hat, wollen nur max. 3-4 Wochen machen.

            Kurzum: wir haben den Eindruck, dass er alles versucht, um hier Stress und Ärger zu verursachen. Er hört nicht auf die Wünsche seines eigenen Kindes...

            • Das mit dem Praktikum bei dir würde ich mir auch überlegen. Du setzt sie ja genauso unter Druck, nur auf der vermeintlich guten Seite. Aus deiner Sicht...

              (9) 18.01.19 - 14:02

              Hallo

              diese Situation hatten wir viele Jahre lang.
              Das Kind ist 16 und kann dadurch auch alleine zum Jugendamt/Beratungsstellen gehen.Trotzdem wäre eine Familienberatungsstelle für euch nicht verkehrt, damit die Erwachsenen wissen wie und bei was sie beraten und unterstützen können.
              Ansonsten machen was die Tochter möchte.

              L.G.

              (10) 18.01.19 - 15:34

              Das Thema Praktikum ist auch eine gut gemeinte "Notlösung". Zwar kann ich ihr sehr viel vermitteln, aber als Einzelunternehmer kein Betriebsklima oder die sozialen Aspekte bieten. Sie weiß an der Stelle schon sehr genau, wie das abläuft und hat sich trotzdem dafür entschieden. Und das es keine Bonuspunkte gibt.

              Dennoch danke für die Hinweise!

      Sie wird sich von ihm abwenden müssen, sie muss da raus und das ganze beenden. Sie ist auch mit Sicherheit keine kleine mehr... Sie ist eine junge Frau und muss lernen, mit so etwas umzugehen. Du kannst begleiter sein, aber die Entscheidung ist bei ihr.

      • Auch wenn wir das hier mittlerweile genauso sehen, versucht man es eben doch immer noch zu verhindern. Deswegen auch diese Ratlosigkeit, weil wir zwar versuchen, eine offene Kommunikation über diese Dinge zu führen, es aber gleichzeitig schwer ist, den Kindsvater dabei nicht schlecht zu machen. Wobei sie Letzteres nun selber vor Augen geführt bekommt.

        In den letzten 6-8 Monaten (seit Schulbeginn) ist er gegen alle ihre Entscheidungen. Die sie selber für sich ohne (!) Beeinflussung getroffen hat. Ganz am Anfang wollte sie gerne eine Ausbildung zur Goldschmiedin machen. Da eine ehem. Schulkameradin von mir den Beruf erlernt hat, konnte sie ihr dann ein paar wichtige Dinge erklären. Und deswegen hat sie diesen Wunsch wieder verworfen. Sie wollte schon einige Zeit vor der Entscheidung etwas Kreatives machen. Was genau wusste sie zu dem Zeitpunkt nicht. Also haben wir ihr ganz einfach ihre Möglichkeiten aufgezeigt. Schule, Fachabi, Kolleg, Ausbildungen und auch die späteren Optionen mit Fachwirt oder Studium.

        Das ich ihre Bezugsperson bin, macht es nicht einfacher. Aber ich bin es gerne. Habe ihr auch gesagt, dass das kein "Wettbewerb" sein sollte. Das was ich tue, tue ich von ganzem Herzen. Für sie, nicht für mich.

        Familienberatung war ein guter Tipp - das nehmen wir sicherlich dann mal nach dem Anwaltstermin in Angriff. Wenn es ihm nur um Rache und Geld geht, dann gehe ich gerne in den Knast und geb ihm meine ganze Kohle - hauptsache das Kind kommt wieder zur Ruhe. #schmoll

        Danke!

    (13) 21.01.19 - 00:02

    Naja, warum der Erzeuger nicht möchte das sie weiter zur Schule geht sondern eine Ausbildung macht ist ziemlich einfach, er muss dann nämlich länger zahlen!

    Einer 16Jährigen gegenüber kann er keinerle Forderungen stellen, entweder sie möchte ihn sehen oder nicht! Will sie es nicht hat sie jederzeit das Recht zu sagen das sie keinen Kontakt mit ihm haben möchte!
    Protokollieren kann er was er möchte, wenn sie beim Jugendamt sagt das sie (momentan) keinen Kontakt mit ihm haben möchte wird sie niemand dazu zwingen!
    Ich glaube was er versucht ist sich aus dem Unterhalt raus zu ziehen, ob er seine Tochter sieht oder nicht hat aber nichts damit zu tun ob er zahlen muss oder nicht!

    Was du tun kannst? Bestärke sie darin ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und das du hinter ihr stehst, egal wie sie sich entscheidet! Wenn sie keinen Kontakt mit ihrem Erzeuger haben möchte darf sie diese Entscheidung treffen! Wenn er sie auf ihrem Handy terrorisiert ändert ihre Nummer und gebt sie ihm nicht! Wenn sie Kontakt möchte ist das natürlich okay und sie darf ihre Meinung jederzeit in die ein oder andere Richtung ändern!

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