Verlassen darauf, dass das Gericht dem JA folgt?

    • (1) 02.02.19 - 10:14

      Hallo Ihr,

      aufgrund vieler verschiedener Vorfälle möchte ich das alleinige Sorgerecht, zumindest für die Teilbereiche Schule und medizinische Entscheidungen beantragen. Die zuständige JA-Mitarbeiterin, die mich seit Jahren begleitet, sagte mir ihre Unterstützung zu, sie ist dafür.

      Ich hab trotzdem irgendwie wahnsinnig Schiss vor dem Antrag, das wird wieder einen regelrechten Schlammkrieg geben.

      Wie sind Eure Erfahrungen? Kann ich mich darauf verlassen, dass das Gericht dem JA folgt?

      LG und danke

      • (2) 02.02.19 - 11:36

        Ich denke, die Erfolgsschancen steigen, wenn es a) um Teilbereiche geht und b) er in diesen Teilbereichen schon maßgeblich und unsinnig gegen gearbeitet hat.

        Mal angenommen, du willst das Kind auf eine Waldorfschule geben und er nicht, dann ist es sein gutes Recht als Sorgeberechtigter, sich dagegen auszusprechen.
        Will das Kind eine bilinguale Oberschule, weil es da seine Neigungen hat und das seinen Talenten entspricht, er will aber den mathematischen Zweig, obwohl das Kind Mathe hasst, dann spricht das eher für den Antrag.

        Oder wenn er das Sorgerecht missbraucht, um Ärger zu machen.

        LG

        • Danke für Deine Antwort. Du bist da richtig fit, oder? Also schulisch war das größte der Probleme, dass er nach klarer Realschulempfehlung erst die Lehrerin bearbeitet und dann das Kind bestochen hat (Extra-Taschengeld, wenn Gymnasium). Damit war ich quasi ausgehebelt und das Kind kam aufs Gymnasium. Medizinisch ist im Moment die größte Baustelle, dass er die kieferorthopädische Weiterbehandlung der Kinder untersagt (seit er eine entsprechende Rechnung erhalten hat...), weil ER (Arzt, aber anderes Fachgebiet) diese für nicht notwendig erachtet. Ich darf also momentan de facto nicht mal mit ihnen zur Spangenkontrolle gehen. Diese 2 Sachverhalte waren für das JA jetzt ausschlaggebend, dass die Sachbearbeiterin sagt, sie würde einen entsprechenden Antrag unterstützen.

          • Ein Humanmediziner hat meist doch überhaupt keine Ahnung von Zahnmedizin und Kieferchirurgie... Es klingt auf jeden Fall ganz sinnvoll, dass du da entscheiden darfst. Aber weißt du, wie es dann mit Rechnungen aussieht?

            • An Unterhalt und ggf. Sonderbedarf ändert sich dadurch nichts. Ich war in dem Fall halt dämlich und hab den Kostenplan beim KO alleine unterschrieben und ihn nur telefonisch informiert, was er jetzt natürlich verneint. Auf diesen Kosten werde ich wohl sitzenbleiben. Mein Pech, wieder was gelernt.

              • (6) 04.02.19 - 18:06

                Normalerweise bekommst du doch den Eigenanteil hinterher erstattet? Wenn du Zusatzoptionen gebucht hast, dann bleibst du eventuell darauf sitzen. Vielleicht kann der KFO die Rechnung so schreiben, dass alles auf einmal fällig wird bzw innerhalb eines Jahres, dann können sich ggf. außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung auswirken.

                LG

        • Nur ein Gedankengang...
          Zwei meiner Kinder hatten über Jahre Zahnspangen diese waren total sinnlos...mein Mann hat mir dies über Jahre gesagt ich und mein Arzt wussten es leider besser
          Sein Arzt meinte das 80% nur Geldmacherei ist...
          Mein Mann hat auch darauf Bestände das mein großer Sohn aufs Gymnasium kommt hat sich damit durchgesetzt und heute bin ich froh, er hat es sehr gut hinbekommen und hat erfolgreich Abi gemacht
          ....
          Ich finde Deine Einwende nicht wirklich gravierend...

          • Ja, diese Gedanken habe ich schon auch. Es geht auch gar nicht so sehr um das Ergebnis der Entscheidungen, sondern darum, dass sie ohne mich gefällt wurden. Ich hätte bei Bedarf, wenn er gefragt hätte, jederzeit eine zweite KO-Meinung eingeholt. Die Große packt das Gymi bisher recht gut und ich finds toll, wenn sie es schafft.

            • Ich kenne Dich nicht
              Ihn nicht
              Möchte mir keine Meinung bilden darum nur Gedankengänge die mir helfen in meinem Alltag meinen Standpunkt zu überdenken
              Vielleicht bist Du für die Meinung schlicht nicht offen...
              Du willst dich nicht vor Gericht um nur so eine Lappalie zu klären?
              Leider wirkst Du sehr verhärtet und es wirkt eher als würde es um dich selber gehen...
              Leider bringt dies gerade Kindern absolut nichts
              Nur Gedanken
              Kenne dich ja nicht

              Also geht es nur um Dich,Deine Gefühle wie Du es gerne gehabt hättest.
              Dafür so einen Aufstand machen.

              • Ne, so sehe ich das nicht. Ich sehe schon, dass es das Wohl der Kinder betrifft, wenn einer der Elternteile solche Alleingänge veranstaltet bei Entscheidungen, die gemeinsam getroffen werden sollten. Er hat ja mich nie gefragt, ob wir über die kieferorthopädische Behandlung sprechen können, obwohl wir immer wieder darüber am Telefon gesprochen haben und diese ja auch schon lange läuft. Es kam ein Schreiben seines Anwalts, dass die Behandlung per sofort untersagt wird. Würdest Du das völlig entspannt sehen? Ebenso wurde über die Schulentscheidung mit mir gar nicht gesprochen. Es wurde per Anwalt mitgeteilt, dass nur Gymnasium infrage kommt und er das nicht diskutiert, dann wurde das Kind überredet und bestochen, die Lehrerin bearbeitet und das Kind wurde dort angemeldet.

        (16) 05.02.19 - 18:04

        Ich habe meinen Ex eisern immer zu wichtigen Gesprächen mitgeschleppt und schön mit unterschreiben lassen (gerade den Kieferorthopädenvertrag, weil teuer!), vielleicht schaffst du es in Zukunft so.

        Wenn er mit dem Kind lernt, sehe ich da kein Problem mit dem Gymnasium.

        Wegen sowas lohnt sich kein Prozess, das musst du dir für wichtigere Dinge aufheben.

        • Ja, da hast Du recht. Das muss ich in Zukunft auch so machen. Ne, er lernt keinen Strich mit dem Kind. Aber sie kommt bisher o.k. zurecht. Ich denke nicht unbedingt, dass es die falsche Entscheidung war. Aber übergangen wurde ich halt. Ja, vielleicht einfach ein Ei drüber hauen.

Wie alt sind die Kids? Bei mir wurden sie gefragt. Auch die Kids hatten ein Mitspracherecht.
Allerdings gab es nie eine geteilte Sorge bei uns. Die Hürde, ein gemeinsames Sorgerecht zu ändern, erscheint mir etwas höher. Bei mir wurde gerichtlich entschieden, dass das alleinige Sorgerecht bei mir bleiben wird.
Aber ich bei Laie.

LG und viel Erfolg.

zum Thema Arzt kann ich kaum etwas sagen, wenn er aber selbst Arzt ist, kann es aber auch wirkliche Gründe haben eine Weiterbehandlung abzulehnen, ein Laie erkennt ja nicht wenn man geschröpft wird, gerade Zahnärzte können das sicherlich ganz gut ( schröpfen).

Warum man dem anderen ET das Sorgerecht für die Schule entziehen will, weil er das Kind ( durch Geld) motivieren will das ABI durchzuziehen, verstehe ich nicht. Wenigstens versuchen kann es doch das Kind und auf die Realschule zurückwechseln kann es jederzeit. Man muss sein Kind fordern und fördern.

  • Wenn er Zahnmediziner ist, lass ich das gelten. Sonst kann man echt sagen, dass ein Humanmediziner sich genauso gut oder schlecht mit Zahnmedizin auskennt wie ein Laie. Das kommt nämlich Null Koma Gar nicht im Studium der Humanmedizin vor.
    Außerdem sehe ich in meinem Beruf viel häufiger, dass es Kindern schadet, das Gymnasium zu probieren. Einerseits bekommt ihre Selbstwirksamkeit einen Knacks. Sie halten sich dann selbst für weniger schlau und andererseits ist der Wechsel auf die Realschule oft nicht so einfach. Die besonders guten Schulen sind dann alle voll. Lehrer*innen sprechen die Empfehlung des Kindes nach bestem Gewissen im Sinne des Kindes aus. (Schwarze Schafe gibt es immer.) Ich sehe viel häufiger, dass Kinder nach dem sie eine erfolgreiche Realschullaufbahn absolviert haben, noch das Abitur machen und zwar richtig gut. Da sind sie dann einfach schon größer und können besser mit dem Druck umgehen. Fordern und überfordern sind zwei verschiedene Dinge.

    • Er ist Anästhesist. Ich hätte mich eben gerne an die ursprüngliche Empfehlung der Lehrerin gehalten, die sich auch mit meiner Einschätzung gut gedeckt hat. Ich denke auch, dass es mehr schadet, wenn sie auf dem Gymnasium "versagt" (das Taschengeld wird dann übrigens halbiert vom KV).

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