Nächste Woche Termine am Jugendamt - ich habe Angst

    • (1) 12.04.19 - 14:12

      Hallo zusammen

      Nächste Woche stehen zwei Termine am Jugendamt an.
      Ich habe bisher das alleinige Sorgerecht für meinen Sohn.
      Sein Vater pflegt Umgang mit ihm, war aber nie an einem gemeinsamen Sorgerecht interessiert.
      Nach drei Jahren will er es jetzt plötzlich haben, gegen seinen Antrag habe ich zusammen mit meiner Anwältin Widerspruch eingelegt.
      Ich habe so einen Bammel vor den Terminen! Wie läuft das ab?
      Der erste ist ein Einzeltermin.
      Der zweite einer, der in dem Schreiben als "gemeinsam mit Ihrem Sohn" bezeichnet wurde.
      Ist da dann der Vater auch dabei? Warum muss mein Kleiner mit?
      Wollte den Sachbearbeiter ja fragen, aber der ist weder per Telefon noch per Email zu erreichen.
      Mein Kopf explodiert bald vor Grübeln... Vielleicht kann mir jemand erzählen, was bei ein solchem Gespräch auf mich zukommt?

      Liebe Grüße von Lilly

          • (5) 12.04.19 - 16:54

            Dein Kind soll wahrscheinlich auch befragt werden. Es geht ja immer um das Wohl des Kindes und das JA möchte dann wahrscheinlich vom Kind selbst wissen was es möchte bzw in einem Gespräch herausfinden was das Beste für dein Kind ist. Da die Mitarbeiter*innen in Gesprächsführung geschult sind, würde ich dir abraten, dass du das Kind vorher „beeinflusst“.
            Was spricht denn gegen ein gemeinsames Sorgerecht? Die Frage werden sie dir auf jeden Fall auch stellen und dann brauchst du eine gute Erklärung

            Weil es ja nunmal um ihn geht, und das JA sich ein Bild von der Bezienung von Vater und Kind machen will.

      hi,

      wenn der Vater Umgang mit dem Kind pflegt und das GSR möchte wird er es bekommen.
      Du kannst dem Kind diesen Termin ersparen, in dem du beim Termin eine Sorgeerklärung abgibst.

      Wattwanderin

      Und wieso hast du Widerspruch eingelegt...? Ich verstehe das Dir unwohl ist bei dem Gedanken, aber das ist sicher eine schnelle Sache :)

      • Der Vater hat sich drei Jahre nicht um den Kleinen gekümmert und die gemeinsame Sorge bewusst abgelehnt.
        Hätte ich das nicht forciert, wäre nach der Trennung kein Kontakt mehr da gewesen. Jetzt könnte ich mich dafür in den A**** treten.

        Er hält sich nicht an Vereinbarungen (z.B. Pünktlichkeit beim holen/bringen), er schafft es nicht, regelmäßig Windeln zu wechseln, so dass mein Sohn immer einen roten Po hat, wenn er zurück kommt.
        Nach dem Umgang ist mein Kind mir gegenüber aggressiv, schlägt nach mir. Er schläft nicht, wenn er zurück kommt bzw weint im Schlaf und redet wirres Zeug.

        In der Beziehung kam es zu psychischer und physischer Gewalt mir gegenüber und auch seinem Sohn gegenüber war der Vater aggressiv (ins Bett geschmissen (da war er 6 Monate alt), ignorieren anschreien).

        Er manipuliert mein Umfeld (Verwandtschaft) und erzählt Lügen über mich (ich würde mich herumtreiben und den Kleinen zu meinen Eltern abschieben, damit ich mir ein schönes Leben machen kann).

        Wie soll ich da vertrauensvoll mit ihm zusammen die Sorge ausüben?
        Zumindest einlegen kann ich den Widerspruch. Es geht auch ums Aufenthaltsbestimmungsrecht - das will ich definitiv behalten und nicht teilen...

        Und nein, ich rede meinem Kind definitiv nix ein. Auch wenn es mir unfassbar viel Kraft kostet, neutral zu bleiben...

        • Aber da ändert doch das GSR nichts dran, da musst du beim Umgang ansetzen.
          GSR sind wenige Unterschriften im Leben des Kindes.

          Zumal die Vorkommnisse ja so schlimm nicht sein können wenn du den Umgang immer zulässt.
          Zumindest könnte ein Gericht/JA sei argumentieren (und ehrlich gedacht kommt mir der Gedanke auch).

          Wattwanderin

          • Und das Aufenthaltsbestimmungsrecht hast du eh de facto, wenn das Kind bei dir lebt.

            Ich glaube, dir ist gar nicht die Bedeutung (oder Unwichtigkeit) des GSR klar.

            Wattwanderin

            • Also ich hab da ein Exemplar, dass das GSR alles andere als unwichtig erachtet. Er diskutiert sogar darüber, welche Schuhe ich unserer Tochter kaufe ( sie ist 9, wir sind 7 Jahre getrennt). Auch als ich vor einem Jahr schwanger wurde wollte er mir einreden, die Schwangerschaft hätte ich mit ihm besprechen müssen, da es das Leben seiner Tochter so sehr beeinflussen würde. Er wäre dagegen. Aber nun sei es ja zu spät. Ich bin wahrlich nicht auf den Kopf gefallen und kann mich gut durchsetzen. Aber er ignoriert das stumpf, sodass es eigentlich egal ist was ich sage. Ich habe immer gesagt, ich habe nichts gegen ihn, war nie wütend oder so. Auch nicht verletzt. Ich habe mich damals getrennt. Nun ja. Aber mittlerweile geht er mir nur noch auf den Zeiger. Am Anfang hat er sich nie gekümmert, nun ist sie groß und er klammert an ihr.

              Er ist der Meinung: GSR = jede Entscheidung muss abgesprochen werden.

              Habe eine Woche jeden Tag gefragt ob die Unterhose okay ist die ich ihr rauslege, ob sie Leberwurst auf dem Schulbrot haben darf oder ob er Käse empfehlen würde...

              Das schwierige ist, dass er einfach richtig dumm ist.

        Hallo,

        du beschreibst der Probleme die bereits ohne Sorgerecht bestehen. Was soll sich daran ändern, wenn es dabei bleibt?

        Welche Probleme siehst du aber wenn er das Sorgerecht bekommt? Wie glaubst du wird er Eurem Kind damit konkret Schaden?

        Wird er z.B. schlechtere Schulen wählen? Wird er medizinische Behandlungen verweigern die notwendig sind? Was kann er schlimmes anstellen wovor du Angst hast, was er bis jetzt nicht kann?

        Ist es ausgeschlossen, dass sich du mit dem gemeinsamen Sorgerecht auch sein Verantwortungsbewusstsein steigert?

        LG

(14) 12.04.19 - 21:58

wie alt ist dein kind?
lg

Ich kann dir zu deinen Fragen leider keine hilfreichen Antworten geben.

Möchte dir dahingehend aber dern Rücken stärken, dass ich dich absolut verstehen kann!!!!
Und lass dich von einigen Antworten hier nicht unterkriegen. Egal was zum Thema GSR gepostet wird - die Antworten hier sind immer, dass dem Vater das zusteht blabla....

Und ich bin mir sicher, dass keine dieser Antwort-Gebenden in einer ähnlichen Situation ist.

Auch wenn es nur um ein paar Unterschriften gehen sollte, muss man trotzdem diesen Unterschriften hinterher rennen. Hat bei diesen Themen unnötige Diskussionen.
Das ist einfach unnötiger Stress den man als Alleinerziehender nicht auch noch braucht.
Zumal die du den Vater ja nicht ausschließt.

Wieso lautet die Frage nicht, was es dem Vater bringt, ein paar Unterschriften leisten zu dürfen?
Ich werde es hier nie verstehen....

Denn natürlich geht es letztlich um Macht. Um was denn sonst?
Und so Tatsachen, wie dass er z.B. dann auch Zugriff auf Konten etc des Kindes hätte, finde ich alles andere als unerheblich.



Geht denn deine Anwältin mit zum Termin?
Kennst du den JA-Mitarbeiter?

  • @Giraffe....
    gaaanz dünnes Eis.
    Ich hatte mehrere Anhörungen den letzten Jahren bzgl. SR und Umgang.
    Und es geht hier auch gar nicht darum, was unbequem ist oder nicht, der KV wird das GSR bekommen nach aktueller Gesetzeslage.
    Das kann die TO gerne nicht wahrhaben wollen, dann muss sie es eben teuer übers Gericht machen.

    Das Ergebnis ist sicher das selbe.

    Wattwanderin

Hallo,

Du meinst es geht um Macht.

Meinst damit, dass die TE deshalb das Sorgerecht über das gemeinsame Kind alleine behalten will? Damit sie die Macht alleine hat?

Sie müsste sich doch nur bei wenigen Sachen abstimmen, wie z.B Schulbesuch.

Soviel Macht ist das doch gar nicht die er hat oder behält, dass das ein Grund sein sollte/könnte.

Die wenigen Unterschriften könnte sie doch problemlos ersetzen lassen, wenn der Vater querschießt. Und wenn das Gericht öfters den Vater korrigieren müsste würde er damit nicht sein neu gewonnenes Sorgerecht riskieren?

LG

  • Warum sollte er das GSR verlieren, wenn er bei grundsätzlichen Entscheidungen einfach nur anderer Meinung wäre?

    Wenn es ihm um das Wohl des Kindes geht- gut. Aber oft gegt es darum, einfach nur anderer Meinung zu sein.

    Das alles hat gar nichts mit dern Fall dieses Threads zu tun. Da haben wir zu wenig Infos.
    Aber ich habe schon öfter geschrieben, dass sowas an den Unterhalt und das Besuchsrecht gekoppelt sein sollte.
    Wer nicht zahlt, sorgt sich nicht.
    Wer nicht besucht, sorgt sich nicht.
    Leider wird alles voneinander unabhängig betrachtet. Und DAS ist ein Skandal.

    @Giraffe: aber offensichtlich zahlt und besucht er.
    Also dürftest du laut deiner Gleichung kein Problem mit GSR haben.

    floe

    • Wie schon oben geschrieben, hat das meiste nichts mit dem Fall hier zu tun, sondern ist ganz allgemein meine Meinung.

      Und mich ärgert es eben, wenn hier jeder Mutter, die Angst wegen so etwas hat, einfach nur um die Ohren haut, dass das aber sein Recht wäre....
      Angst ist nicht rational!!!

Hallo,

wenn er das Sorgerecht für das Wohl des Kindes will, ist das in Ordnung. Wenn er nur anderer Meinung sein will nicht.

So verstehe ich dich.

Wie willst du das denn in der Praxis entscheiden? Durch das Gericht?

Und was ist mit dem Unterhalt? Er muss Unterhalt zahlen wenn er das Sorgerecht erhalten will? Gilt das auch, wenn das Einkommen zu gering ist? Oder nur wenn er sich weigert?

Gilt das auch für nichtzahlende Mütter? Die Zahlen prozentual ja sogar häufiger keinen Unterhalt als Väter. Sollen die dann auch kein Sorgerecht haben?

LG

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