Sohn möchte seinen Papa treffen/kennenlernen

    • (1) 05.06.19 - 17:27

      Hallo ihr Lieben,

      ich brauche dringend Rat und Meinungen.

      Ich war knapp 2 Jahre mit dem Vater meines Sohnes (inzwischen 5 Jahre alt) zusammen. Wäre ich nicht ungeplant schwanger geworden, hätte ich ihn viel früher verlassen. Er hat mich die meiste Zeit über beleidigt und gedemütigt. Zum Schluss hin wurde er auch handgreiflich. Er ist verbal aggressiv und hat kaum Impulskontrolle.
      Ich habe ihn verlassen und rausgeworfen als mein Sohn 6 Monate alt war nachdem ich ihn erwischt habe wie er den Kleinen als Missgeburt und Hurensohn beschimpft hat weil er weinte.

      Nach seinem Auszug kam er regelmäßig vorbei um den Kleinen zu besuchen und versprach Besserung. Ich habe ihn aber nicht mehr unbeaufsichtigt gelassen. Mich hat er weiterhin beleidigt, den Kleinen aber nicht mehr.

      Als ich meinen neuen Partner kennengelernt habe und ihm das einige Monate später mitgeteilt habe, fing das ganze Drama erst richtig an. Er beantragte das Sorgerecht, schickte mir Morddrohungen und drohte mir auch damit, dass er unseren Sohn gegen mich und meinen neuen Partner aufbringen will um mich fertig zu machen.

      Vor Gericht wurde dann erstmal ein Kontaktverbot ausgesprochen und nur begleiteten Umgang beim Jugendamt. Über das Sorgerecht wollte das Gericht später entscheiden. In 2 Jahren kam es allerdings nur zu 2 Umgängen, wobei der letzte im Sommer 2017 vom Jugendamt abgebrochen wurde, weil der KV laut wurde und anfing mich und die Mitarbeiterin vom JA zu beleidigen. Das Jugendamt teilte dann auch dem Gericht mit, dass sie keine weiteren Umgänge mehr durchführen möchten. Der Sorgerechtsantrag wurde kurz darauf auch abgelehnt.

      Das ganze ist nun auch schon wieder bald 2 Jahre her, aber mein Sohn fragt seit Wochen ständig nach seinem Papa. Ich habe ihn nun kontaktiert in der Hoffnung, dass er sich vielleicht weiterentwickelt hat. Aber weit gefehlt. Er will sein Kind zwar sehen, aber beleidigt und beschimpft mich aufs übelste. Ich bin kurz davor den Kontakt wieder abzubrechen.

      Was soll ich tun?

      • (2) 05.06.19 - 19:38

        Ich würde dem Sohn erklären, dass der Papa leider viele Probleme hat und kein netter Mensch sein kann, du daher nicht möchtest, dass er Kontakt zu ihm hast.
        Unter diesen Umständen bringt das doch leider nichts. Sehr schade für deinen Sohn.

        (3) 06.06.19 - 06:01

        Hallo,

        Ich gebe meiner Vorschreiberin Recht, in der Situation würde ich keinen Kontakt herstellen. Mit 5 kann Dein Sohn das Verhalten von seinem Vater noch nicht einordnen.

        Natürlich hat er ein Recht darauf ihn zu sehen, ich würde in Deinem Fall aber damit warten.

        Alles Gute
        Sunny

      (5) 06.06.19 - 13:45

      Ich denke, du wirst handeln müssen, wenn du nicht am Ende als die böse Mutter dastehen willst, die den Kontakt verboten hat. Dein Sohn will seinen Vater kennenlernen. Er kennt die Hintergründe sicher nicht. Er idealisiert seinen Vater. Je länger du das hinauszögerst, desto schlechter wirst du in seinen Augen und desto göttlicher wird sein Vater.
      Bitte doch das Jugendamt und ggf. auch einen guten, einfühlsamen Psychologen um Hilfe.

      (6) 07.06.19 - 21:58

      Natürlich fragt er in nach seinem Papa, solche Phasen werden auch immer mal wieder kommen. Im Moment ist er aber noch zu klein, um das einschätzen zu können. Andererseits ist er auch groß genug, um Beleidigungen als sehr verletzend zu empfinden. Also erklär ihm, warum er den Papa nicht treffen kann, ohne den Papa dabei schlecht zu machen. Zur Not wohnt er halt zu weit weg o.ä. In diesem Fall fände ich es zum Wohle meines Kindes in Ordnung, womöglich irgendwann in ein paar Jahren als die böse Mama dazustehen. Dein Kind wird es dann mit entsprechendem Alter auch schnell merken, dass der Papa doch kein Held ist.

    • (7) 29.06.19 - 21:17

      Da würde ich mir fachliche Unterstützung holen!

      Kinderschutzbund, Pro familia, andere Beratungsstellen.

      1. rechtliche Ebene (klar)
      2 emotionale Ebene - wie kannst du eurem Kind kindgerecht erklären, was notwendig ist (keine Details, keine Panik, aber doch so, dass es wichtig ist)
      3. emotionale Ebene für DICH

      dass es dich belastet, wenn er den Wunsch nach (s)einem Vater hat, ist klar. Noch mehr, weil du aktuell nicht weißt, wie du damit umgehen kannst.

      Dem Vater Tür und Tor öffnen, weil euer Kind noch nicht verstehen kann, welche Auswirkungen das hat, kann gefährlich werden.
      Der Wunsch des Kindes ist nachvollziehbar. Die Folgen am eigenen Leib erfahren zu müssen, würde ich dem Kind nicht zumuten wollen.


      Daher würde ich den Kinderschutzbund oder andere Fachkräfte mit ins Boot holen. Auch wenn er größer wird und weiterhin Fragen stellt.

      Frage dort, wie du ihm seine Wurzeln ermöglichen kannst, ohne den Kindsvater auf ein Podest oder als ein Monster darzustellen. So, dass euer Sohn nicht ohne da steht (Vater als Mysterium), aber geschützt aufwachsen kann, um als starker Erwachsener stark genug zu sein, selbst zu entscheiden, ob/wie viel Kontakt er dann möchte oder nicht.


      Das würde ich nicht alleine machen.

      evtl. würden auch Stellen helfen können, die Adoptivfamilien beraten (wenn Kinder aus Gewaltfamilien kommen und kein Kontakt besteht)


      Wichtig ist, dass du für dich selbst auch emotionale Hilfe Unterstützung bekommst. Wenn dein sohn spürt, dass es dir ernst ist, weil du ihn liebst, macht das einen anderen Eindruck auf ihn, als wenn du Unsicherheit ausstrahlst.

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