Wenn man sich wehrt

    • (1) 10.06.19 - 09:35

      Guten Morgen ihr alle,

      Ich habe mir eure Ratschläge zu Herzen genommen und war straight, hab mich nicht provozieren lassen und bin bei meinen Standpunkten geblieben.
      Angefangen bei den Sachen, ich habe ohn nicht noch drei mal wechselkleidung für 2 Tage (zusätzlich zu 3 vorhandenen) mitgegeben und jetzt kommt die retour.
      Heute hat er alles zurück geben lassen.
      Inklusive Zerstörung von einigen Sachen und der dreckwäsche.

      Jetzt soll sohni alles immer extra mitnehmen und er wird nicht mehr waschen.
      Wie ekelhaft das ist.
      Da muss das Kind die dreckwäsche mit in die Schule nehmen...

      Ich habe alles photographiert.
      Es waren unter anderem 10! Pullover und zwei strickjacken...das ist die Menge die ihn zufriedenstellt für 2 Tage Aufenthalt.

      Was mach ich denn jetzt?
      Mein Kind läuft hier wie ein Tiger durch die Wohnung und ich könnte heulen, weil ich es nicht schaffe stark zu sein und es runter zu schlucken.

      Wo ist der Originalpost? Um was geht es hier?

      • Hey,
        Es geht schon eine Weile und es gibt mehrere Beiträge von mir diesbezüglich.
        Ich schaffe es nur schwer mich gegen einen narzisstischen Menschen durchzusetzen und mir wurden hier viele gute Ratschläge gegeben.
        Es mündet aber immer nur in noch mehr Stress, Vorwürfen und Loyalitätskonflikte für's Kind, welche ich kaum aushalten kann.

        Nichts ist gut genug, an allem bin ich schuld.
        Kompromisse werden nicht eingegangen, es kommen immer nur noch mehr Vorwürfe und schreiben von Anwälten und Termine bei Gericht und dem Jugendamt.
        Wir haben anderthalb Jahre Mediation hinter uns, die erfolglos abgebrochen wurden.

        Jetzt bin ich das erste mal nicht eingeknickt und das Kind muss seinen kompletten hausstand räumen, den ich mitgegeben habe um jedesmal neue Sachen mitzunehmen, zusätzlich zu schulmaterial, wobei die mitgegebenen Sachen nicht verbleiben dürfen, sondern ungewaschen zurück kommen und im schlimmsten Fall kaputt gemacht werden.

        Das ist nur eine Baustelle.
        Ich habe gedacht, ich fang mal mit dem unkomplizierten an.

    Langsam! Ganz langsam!

    1. Du musst nichts runter schlucken. Er benimmt sich furchtbar. Er drückt Deine Knöpfe und Du leidest. Das ist in Ordnung. Kennst Du die Gallier aus Asterix und Obelix? Die befürchten dann immer, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. So fühlt es sich an, oder? Du darfst das fühlen! Du musst nichts runter schlucken und schon gar nicht stark sein. Du darfst auch Angst haben und weinen und Unterstützung benötigen. Das ist alles ok.

    2. Was machst Du jetzt am besten? Hier zu schreiben, ist schon mal als erste Idee gar nicht schlecht. besser wäre eine Freundin anzurufen und ihr den ganzen emotionalen Knoten vor die Füße zu schmeißen. Und sie um Hilfe zu bitten. Sie soll vorbei kommen, reden, überlegen, planen.

    3. Was heißt Dein Kind läuft wie ein Tiger durch die Wohnung? Geh mit ihm raus, spazieren, auf den Spielplatz, erstmal ablenken, bis die Freundin kommt. In zwei Tagen in Ruhe und altersgerecht reden.

    4. Wunderbar, dass Du jetzt alles zurück hast. Das schafft für die Zukunft Klarheit. Sortiere alles aus, was kaputt ist, ersetze Sachen, die benötigt werden und dann gib zur nächsten Übernachtung nur noch mit, was auch benötigt wird.
    "das ist die Menge die ihn zufriedenstellt"
    Das ist aber nicht der Maßstab! Du packst in Zukunft wieder einen Trolley mit der normalen Menge Kleidung. Nicht mehr und nicht weniger. Und Du diskutierst das nicht. Dein Sohn kann einen kleinen Rucksack mit Spielzeug für das Wochenende packen, das er mitnehmen will und für das er verantwortlich ist.

    5. "Wie ekelhaft das ist.
    Da muss das Kind die dreckwäsche mit in die Schule nehmen..."
    Da ist nichts ekelhaftes dran. Das machen fast alle Menschen so, wenn sie aus dem Urlaub kommen oder Reisen mit mehreren Etappen machen. Meine Kinder haben schon immer einern Trolley in der Schule dabei, weil wir über die Betreuung wechseln. Darin gibt es einen Beutel für dreckige Wäsche, der sich über die Tage bei Papa füllt. Und wenn die beiden zuhause sind leere ich den Trolley und wasche. Der Trolley wird ja in der Schule nicht geöffnet.

    6. Du brauchst therapeutische Unterstützung, denke ich. Dein Exmann wird von Dir als derart übermächtig erlebt, dass Du Dich absolut ausgeliefert fühlst. Bitte kümmere Dich darum. Und sonst sie es zumindest als Konfrontationstherapie wie etwa bei einer Spinnenphobie. Die Angst wird sinken und Du wirst mehr Handlungsspielraum kriegen. Vielleicht kann die Freundin von oben so eingeweiht werden, dass sie nach Papawochenenden quasi auf Abruf ist.

    Liebe Grüße
    die Landmaus

    • Danke!

      Es war einfach so viel diesen morgen, meine Familie kämpft gerade mit Magen Darm, war kein schönes Wochenende und in dem Moment war ich etwas vor den Kopf gestoßen.
      Mein Sohn musste alles selbst zusammen packen und hat nicht verstanden, was das soll.
      Als ob er ausziehen muss.

      Ich habe natürlich alles durchgesehen, nichts davon ist zu klein oder dreckig.
      Du zerstören Klamotten konnte ich nur noch wegschmeißen.

      Ich habe zwei enge Freunde und meine Schwester, die konnte ich jetzt in der mittagsruhe anrufen, mit Kindern ging es einfach nicht vorher, sie haben selbst Familie.

      Ich mache das Spiel jetzt seit drei Jahren so.
      11 Pullover, 6 Shirts...usw. nie ist es genug.
      Egal in welche Richtung und wenn es ganz hart kommt wird zerstört.

      Ich habe mich nun auf eine andere Variante verständigt, um jeglicher Diskussion zu entkommen.
      Er soll den anteiligen Unterhalt für Klamotten nehmen und Kind bekommt einmal wechselsachen für Montag mit, die anderen dreckigen kommen so wieder zurück zum waschen.
      Dann kann er sich Sachen nach seinen Ansprüchen besorgen.

      Hilfe habe ich vor einem halben Jahr angenommen inform einer systemischen Beratung, es tut nur unwahrscheinlich gut was von außen noch extra zu hören, meine Familie und Freunde sind emotional involviert und damit weniger objektiv.

      • (10) 10.06.19 - 16:25

        " nie ist es genug"

        Das musst Du Dir immer wieder vor Augen führen. Du kannst es dem herren nicht recht machen, weil er es sich nicht recht machen lassen will!

        Also machst Du es so, wie Du möchtest und es für Dich gut ist. Denk immer daran, wie wichtig es ist, Deinem Kind auch genau diese Haltung vorzuleben, denn der wird mit seinem vater auch umgehen müssen und kann da von Dir entscheidendes lernen.

        Wenn das für Dich eine gute Lösung ist, ist sie sicherlich entspannter. Ich würde wahrscheinlich auch dazu tendieren möglichst wenig Berührungspunkte zuzulassen.

        Du brauchst auch keine objektiven Menschen, sondern welche, die auf Deiner Seite sind! Du hast das Recht auf eine subjektive Sicht der Dinge. Du bist nicht der Therapeut Eurer Familiensituation und nicht die ausgleichende Instanz Deines Exmannes. Vergiss das nicht #liebdrueck

        • (11) 10.06.19 - 17:07

          Ich habe mir halt immer gedacht, dass das Kind zwei zu Hause verdient hat, bei denen es an nichts fehlt.
          Ob wir uns verstehen oder nicht.

          Ich wollte nicht, dass sich das Kind fragen muss, warum der eine etwas nicht da hat oder der andere es nicht mitgibt, aber das war wohl utopia.

          Ich liebe meine subjektiven Menschen, ohne sie würde ich durchdrehen!
          Nur konstruktiv ist es nicht und das bringt meinem Sohn mehr.

          Ihr hier seit die erfahrenen, ihr erlebt ähnliche Situationen und könnt so gute Tipps geben, ich bin euch immer wieder auf's neue wahnsinnig dankbar.
          Auch wenn es nur ein:
          Alles wird gut, du musst nur atmen ist.

          • (12) 10.06.19 - 18:02

            Ich hab mehrere Jahre versucht, das so zu handhaben, wie Du und die Unzulänglichkeiten meines Exgatten auszugleichen. Irgendwann habe ich verschiedene Dinge begriffen.

            1. Ich hab gar keine echte Einflussmöglichkeit.

            2. Ich bin auch gar nicht zuständig. Es ist sein Bier, wie er sein Leben mit unserem Kind gestalten will.

            3. Ich sollte mich ausschließlich um meinen Kram kümmern, denn es ist mein Bier, wie ich mein Leben mit unserem Kind gestalte. Und wenn ich mich an etwas zermürbe, das sich mir entzieht, geht das zu Lasten meines Lebens mit unserem Kind.

            4. Ich hab grundsätzlich das letzte Wort. Denn die Kinder leben hauptsächlich bei mir. Wenn er toxisch daher kommt, beziehe ich ihn nicht ein, sondern entscheide autark.

            5. Hätte ich die Kinder vor ihm beschützen wollen, hätte ich einen anderen Vater aussuchen müssen. Sie werden lernen müssen, mit ihm zu leben.

            6. Ich kann mit den Kindern ein gesundes und liebevolles Familienleben führen. Und ich kann ihnen beibringen, wie sie stark, eigenverantwortlich und abgegrenzt sein und trotzdem von ihrer Seite aus eine gute Beziehung zu ihrem Vater und anderen komplizierten Menschen führen können. (Ich hab aber fast 5 Jahre gebraucht, um mich selbst ausreichend abzugrenzen.)

            Vielleicht hilft Dir der ein oder andere dieser Gedanken auch weiter.

Gut, jetzt geht es wieder vor irgendwelche Institutionen oder er macht weiter wie gehabt.
Er akzeptiert kein geldwertenden Ausgleich...

(17) 12.06.19 - 12:27

Es geht ja immer um drei Tage, also Sa, So und Mo oder? Also vier paar Socken, vier Unterhosen und dann die restliche Klamottage dem Wetter angemessen und immer eines als Ersatz, falls mal ein Malheur passiert. Damit kann Dir keiner einen Vorsatz machen und am besten notierst Du immer, was Du ihm mitgegeben hast, auch nachweisbar. Soll er sich doch aufregen. Wenn allerdings Dein Sohn so leidet, würde ich eher versuchen, meinen Sohn zu schützen und selbst mit dem Jugendamt reden, um die Umgänge begleiten zu lassen oder zu verkürzen. Also aus der Reaktion raus in die Aktion.

  • (18) 12.06.19 - 16:52

    Hey,
    Habe jetzt einen Termin beim Kinderschutzbund gemacht für nächste Woche.
    Ohne Hilfe geht es gerade nicht.

    • (19) 16.06.19 - 15:15

      Sehr gut! Und nimm die zerstörten Klamotten (man sieht doch, dass sie mutwillig zerstört wurden, oder?) als Beweis mit. Nicht alle natürlich, aber die aussagekräftigsten Stücke. Da bleibt nämlich noch die Frage offen, ob man ihn hier wegen Sachbeschädigung belangen kann. Immerhin kostet Kinderkleidung auch nicht wenig.

      • (20) 16.06.19 - 19:44

        Hey,
        Ich gehe erst einmal dorthin, so schlau die Klamotten aufzuheben war ich nicht.
        Wollte sie dann einfach nur noch weg haben, zu reparieren waren sie nicht mehr und schlitze an den knien zb kann man auch so bekommen.
        Nicht in dem Ausmaß, aber dann steht auch nur Aussage gegen Aussage.
        Ich möchte einen Kompromiss, denn so ging es nicht gut, also muss eine andere Variante her und damit müssen alle Leben können.
        Aber was erzähl ich da, du weißt was ein Kompromiss ist 😇
        Jetzt brauch ich Hilfe, damit man das aushandeln kann und ich auch dabei bleibe, egal wie viel Druck und Drohungen kommen.

        • (21) 16.06.19 - 19:56

          Normalerweise ist es ja so, dass der Vater Klamotten kauft, die bei ihm bleiben und das Kind nur die nötigste Kleidung (z.B. Unterwäsche und das, was es am Leib trägt) mitnehmen muss. Ich erinnere mich auch, dass Dein Ex schon häufiger seine Macht über dieses Thema ausgeübt hat. Vielleicht kann es dann nur noch bedeuten, dass er alle Wäsche selbst besorgen muss, wenn er sie sonst mutwillig zerstört.

          Ich drück Dir die Daumen, dass der DKSB bei Dir vor Ort gewieft, erfahren und kompetent ist. Langsam reichts echt mal mit dem Mann.

          • (22) 17.06.19 - 19:45

            Naja, er zahlt Unterhalt und müsste noch nicht einmal eine Zahnbürste zu Hause haben.
            Was auch jahrelang der Fall war.
            Für mein Verständnis und mein Gewissen könnte ich es gar nicht vereinbaren so gar nichts für's Kind zu haben.
            Aber das ist nur meine Sicht der Dinge.

            • Das stimmt so nicht. Nachdem wir auch jahrelang solche Klamottenquerelen hatten, gebe ich ihn Abstimmung mit dem Jugendamt gar nichts mehr mit. Er musste eine Grundausstattung für die Wochenenden kaufen und die Kinder kommen Sonntag Abend mit der Kleidung heim, mit der sie am Freitag abgeholt wurden. Und natürlich bekommt er deswegen nicht einen Teil des Unterhalts. Es wurde ja bei dessen Berechnung bereits das hälftige Kindergeld angerechnet.

              • Hey,
                Das höre ich tatsächlich das erste mal, dass das einfach so geht.
                Ich habe noch nie von offizieller Seite gehört, dass das in Ordnung ist.
                Geschweige denn, dass das der Vater hinnehmen würde.
                Hat mir Urteil über Urteil in den Briefkasten gesteckt, was er alles nicht tun muss und für was ich zu sorgen habe, sonst ist es kindswohlgefährdend.

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