Gerichtlich geregelter Umgang - eure objektive Einschätzung bitte!

    • (1) 22.08.19 - 20:24

      Hallo ihr Lieben,
      ich brauche eure Einschätzung, bitte! Ich sehe gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht...

      Ausgangssituation: Trennung Mai 2018, er ist Überlänge Zeit fremdgegangen, hat hinter meinem Rücken den Auszug akribisch geplant und ist an einem Sonntag weg. Ohne Worte, ohne Gespräch mit den gemeinsamen Kindern (heute 5 und fast 9). Seid dem Tag hier nicht mehr aufgetaucht, gegen mich geschossen.
      Die Kinder holte er sporadisch, mal für eine Stunde oder zwei.
      Es wurde bis August 2018 immer weniger, bis meine Kinder nach einem Umgangstreffen plötzlich alles verweigerten. Warum, weiß ich bis heute nicht. Er nahm es so hin und es nahm seinen Lauf. Es gab keine Treffen mehr, die Kinder wollten partout nicht, er forderte es auch nur sporadisch ein. Im Mai diesen Jahres urplötzlich eine Gerichtsverhandlung, er ordnete dies über seinen Anwalt beim Gericht an, ohne vorher das persönliche Gespräch zu suchen. Die Mädchen bekamen einen Verfahrensbeistand. Befragung fand ohne mich statt. Kinder verweigerten da auch den Umgang. Die Große sagte wortwörtlich „ich würde den Papa am liebsten totschlagen!“ 😭
      Urteil der Verhandlung: er darf die Kinder alle 14 Tage für 2 Stunden unter Aufsicht des Jugendamtes sehen.

      So, und nun folgende Situation. Auch hier weigerten sich die Kinder. Ich habe mich dann dazu bereiterklärt, zu vermitteln und wollte die ersten Treffen begleiten. Wir haben uns nach einigen Treffen auf mittlerweile 15!!!! Minuten gesteigert. Kinder reden nicht mit ihm, wollen nach Hause, sind verstört. So kann es doch nicht weitergehen! Sobald kein Umgangstreffen ist, sind die Kinder gut gelaunt, entwickeln sich positiver denn je. Schulisch super Leistung und die Kita lobt die Kleine für ihre Offenheit und Sozialkompetenz.
      Sobald das Thema Papa kommt, kippt es!
      Termin beim Kinderpsychologen ist gemacht!

      Aber mal erblich, so kann das doch nicht weitergehen. Es ist ein Kampf, die Kinder weinen, reagieren mit Übelkeit und Erbrechen wenn Treffen anstehen!
      Was würdet ihr mir raten? Ich bin gerade echt verzweifelt!

      Viele liebe Grüße

      • Hallo,

        die Kinder verweigern den Umgang (sogar unter Aufsicht) die Große will den Papa sogar totschlagen und es ist nicht in Erfahrung zu bringen warum?

        Das kann ich nicht verstehen, dass man aus seinen Kindern in diesem Alter so gar nichts heraus bekommt.

        Selbst in dem Alter müsste man doch grob die Gründe nennen können.

        Weil langweilig, Angst etc.

        Ohne nachvollziehbaren Grund muss doch letztlich Umgang stattfinden. Schon weil es möglicherweise gar keinen gibt.

        Wie stehst du zu dem Umgang? Wäre es dir lieber dieser findet nicht statt (also auch wenn es kein Drama gäbe).

        Hast du dich negativ über ihn geäußert oder ein solches Verhalten gezeigt?

        Auch das könnte Ablehnung erklären. Vielleicht solidarisieren sie sich mit dir.

        Gerade das können Kinder nicht erklären, weil sie selbst keinen konkreten Anlass haben.

        LG

        • Danke für deine Antwort.
          Nein, ich hab nie schlecht über den Vater gesprochen. Auch im Gutachten stand, dass es sich hier definitiv nicht nur um einen eventuellen Loyalitätskonflikt handelt, der ja bei Kindern normal ist.

          Obwohl ich die „Verlassene“ war, hab ich immer den Umgang forciert. Ich bin selbst Pädagogin und weiß wie wichtig Mama und Papa gleichermaßen für die Entwicklung sind.

          Doch, sie äußern es schon. Aber eben zu schwammig. Als er auszog, hatte er eine neue Freundin. Deren Tochter war in der Klasse der Großen. Das Mädchen hat unsere Tochter massiv gemobbt. Sprich morgens abgefangen, ihr immer wieder gesagt, ihr Papa habe sie nicht mehr lieb und wohnt jetzt bei ihr. Die Lehrerin und Schulleiterin haben sich daraufhin eingeschaltet. Doch er sagte zu unserer Tochter, sie lügt - das war ein unheimlicher Vertrauensbruch.
          Das ist nur ein Beispiel was vorgefallen ist.

          LG

          • Das ganze ist echt übel. Hut ab, dass du trotzdem den Kindern nicht aufgrund der Art der Trennung den Umgang mit ihrem Vater verweigert hast. Ich denke, dass Mobbing in Verbindung mit der Neuen eine sehr große Rolle spielen. Obwohl ich immer dafür bin den Kindern beide Eltern zu lassen, wäre hier bei diesen extremen Nebenwirkungen (Übelkeit etc) eine Pause zum Vater tatsächlich das Beste für das Kindswohl. Insbesondere für deine Tochter. Da du auf bisherigem Weg keinen Erfolg haben wirst, würde ich probieren einen Gutachter einzuschalten. Ich hoffe, dass deine Tochter bald auf eine andere weiterführende Schule als ihre fiese „Stiefschwester“ gehen wird. Wenn ich sowas lese, steigt echt Wut in mir auf. 🤬 Um wieviel schlimmer müssen solche Worte erst für deine Tochter gewesen sein. Sie tut mir echt leid!

            • Danke für deine Mail. Ich sitze gerade im Wartezimmer des Kinderschutzbundes. Meine Tochter gerade ein Gespräch mit einer Mitarbeitern. Ich tue ja alles um ihr zu helfen, um für sie die Situation erträglicher zu gestalten. Fakt ist, so kann es nicht bleiben und die Umgänge schaden den Kinder , anstatt dass sie ihnen gut tun.
              Ich bin ja selbst dafür, dass das Kind beide Elternteile braucht, zumindest Umgang zu dem Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt. Aber hier ist keine Besserung in Sicht, sondern nur eine Verschlimmerung, sowohl körperlich als auch psychisch. Und auch das bringt mich an den Rand der Verzweiflung. Und ja, mittlerweile kann ich nicht mehr nett und freundlich an die Sache rangehen 😔

      Man geht wohl davon aus, dass sich die Situation wieder normalisiert. Das Jugendamt wird ja ein Auge darauf haben, ob der Umgang dem Kindeswohl dient oder nicht. Inzwischen dürfte klar sein, dass das zunächst nicht besser wird.

      Wie wird das denn von den Fachleuten kommentiert? Ist man der Überzeugung, die Kinder gewöhnen sich noch dran? Werden alle Vorfälle (z.B. Erbrechen, Kommentare der Kinder, Bedrohung durch die Tochter der Next) dokumentiert?

      Mein Rat wäre nämlich, denen auf die Pelle zu rücken und zu fragen, wie sinnvoll das ist, die Kinder ohne Therapie und ohne psychologische Begleitung weiter diesem emotionalen Stress auszusetzen.

      • Das Jugendamt zeigt mehr Inkompetenz als man überhaupt notieren kann. Dir zuständige Dame, die das von „oben“ betreut, kennt die Kinder persönlich nicht und kann deren psychische Verfassung gar nicht beurteilen. Sie sagt, es sei nicht notwendig, dass sie die Kinder kennt 🤔 die Dame, die für die betreuten Umgänge abgestellt ist, hat lediglich eine erzieherische Ausbildung, ist bereits im Ruhestand und macht das ehrenamtlich. Ich komm mir da ziemlich veralbert vor.

        Dokumentiert wurde alles, daher ja auch der Beschluss des Gerichtes, dass kein alleiniger Umgang aufgrund der Vorfälle möglich ist.

        Das Problem ist einfach, es kommt zu keiner Besserung. Mich ärgert kolossal das Verhalten des Papas. Für ihn zählen Gesetze und sein Recht mehr, als das Kindeswohl. Leider sieht das JA das auch so.
        Und ich bin bestimmt keine Helikoptermama, die ihre Kinder in Watte packt. Aber das geht mir eindeutig zu weit.

        Lg

        • Ich würde eine schriftliche Beschwerde vorbereiten, mit den belegbaren Punkten und den Vorgesetzten der beiden Damen darüber in Kenntnis setzen, dass das Kindeswohl gefährdet wird. Vielleicht holst Du Dir dabei noch Unterstützung, z.B. durch den Kinderschutzbund und durch Berichte von KiTa und Schule.

          Findet die Umgangsbetreuerin das Verhalten der Kinder denn normal? Wenn jedesmal nach maximal einer Viertelstunde abgebrochen wird, weil die Kinder sich verweigern und nur nach Hause wollen? Bitte sie doch mal zuerst um eine schriftliche Stellungnahme, wie sie die Sache sieht.

          Dass sie als Pädagogin für die Umgänge zuständig ist und die andere Dame die Verwaltung betreibt ist übrigens normal. Aber wenn die Umgänge den Kindern mehr schaden als nutzen muss das so in die Akte als Vermerk.

          • Danke dir, das mit der Beschwerde werde ich wohl machen. Bei meiner Anwältin habe ich auch einen Termin vereinbart, so dass diese das etwas mit „überwachen“ kann und mir Tipps zur rechtlichen Seite geben kann!

            • Und du denkst, dass Tipps gegen den Umgang wirklich der richtige Weg sind...?

              Wieso nicht Tipps, damit die Kinder und der Papa aufarbeiten was da anscheinend alles im
              Groben ist?

              • Wo hab ich gegen den Umgang geschrieben?
                Ich bin und war immer kooperativ, habe die Treffen organisiert. Aber wenn meine Kinder so psychisch und körperlich reagieren, ist es da als Mama nicht mehr als verständlich einen anderen Weg einschlagen zu wollen? Meinen Kinder mal eine Pause zu geben um das Ganze aufzuarbeiten und sie nicht ständig zu Umgangstreffen zu zwingen, welche eh dann abgebrochen werden?!

                Außerdem ist der Papa gegen ein Aufarbeiten. Er möchte nicht, dass ein psychologisches Gutachten erstellt wird. Das müsste ich gerichtlich einklagen, so dass es beim JA Wirkung hätte!

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