Wechselmodell! ?!Frage!?

    • (1) 12.09.19 - 13:04

      Hallo,

      ich lebe mit meinem Ex und unserem vierjährigen Sohn das Wechselmodell.

      Ich habe sehr eingeschränkten Kontakt zu meinem Ex!
      Fliege nächsten Monat mit unserem Sohn für eine Woche in den Urlaub.
      Jetzt sagte er mir:
      "Ach, in die Woche davor, musst du auch x nehmen, da bin ich Krankenhaus."

      Ich arbeite aber an den Tagen wo ich kinderfrei habe lange und kann das nicht einfach mal eben so...

      Bin ich verpflichtet die Betreuung zusätzlich zu übernehmen oder muss mein Ex Fremdbetreuung z.b durch die oma organisieren?

      Ich organisiere auch meine Mutter, wenn ich Mal garnicht kann...

      Weiß jemand bescheid?

      • Seine Woche - sein Problem.

        Ist aber die Frage, ob man da einen Diskussionspunkt aufmachen muss. Ich denke da immer ans Kind und versuche alles möglich zu machen, was geht, schon weil ich mein Kind gern öfter als nur diese Woche bei mir hätte.
        Wenn es bei dir aber wirklich nicht geht, dann teile ihm das so mit.

        • Hi :)

          Im Grunde genommen handelt es sich in einer Woche um 2 Übernachtungen und die Nachmittage nach dem Kiga, da wir keinen Wochenwechsel haben.

          Ein lockerer Umgang mit meinem Ex ist leider gescheitert.

          Er hat mich in unserer Beziehung nur belogen und finanziell ausgenommen. Nach der Trennung hat er mich auf seinen Schulden sitzen gelassen und mir noch mein Auto geklaut- aber das ist ein anderes Thema... nur zum Verständnis warum ich mich komplett zurückziehe und nicht bereit bin für ihm auszuhelfen.
          Er nimmt nur, aber gibt nie! Er muss einfach lernen, dass ich nicht immer verfügbar bin, wann er das möchte, weder meine Zeit, noch mein Geld und auch nicht mehr mein ( naiver ) guter Wille!

          Sonst helfen wir uns auch nicht aus.

          • Schwierige Bedingungen für ein Wechselmodell, aber vielleicht hilft die Zeit irgendwann.

            Ich schrieb ja, wenn es nicht geht es nicht und wenn du weißt, dass dein Sohn bei seinen Großeltern gut aufgehoben ist und er das gut findet, dann sage, dass es nicht geht.

            Wenn dem nicht so ist, dann musst du gucken, es geht dabei nicht um Befindlichkeiten, sondern um das Kind. So schwer es ist, man muss die Paarebene von der Elternebene trennen. Wenn sich dein Kind bei den Großeltern also nicht wohl fühlt, was dann?

            • Mmmh, ja! Es ist tatsächlich sehr schwierig. Ich versuche es ganz konsequent, auf der Elternebene zu bleiben- denn ich weiß selber dass das sehr wichtig ist und auch gefordert wird.

              Es ist einerseits tatsächlich so, dass ich mir auf der Arbeit nicht noch Ausfall leisten kann und ich jede Extrawurst vermeide- die ich wegen dem Wechselmodell als einzige im Team oft genug bekomme.
              Zum Anderen, denke ich dass es in Zukunft öfter zu solchen Situationen kommen wird und jeder von uns sich dafür Lösungen suchen muss... Und das Kind leider damit zurechtkommen muss.
              In einer " normalen" Familie sind ja auch selten mal Übernachtungen/ Fremdbetreuung bei Verwandten oder Freunden üblich!

              Ich weiß allerdings nicht, wie das alles rechtlich geregelt ist und habe auch keinen Anwalt den ich sowas fragen kann.

              • Das Wechselmodell ist rechtlich nicht geregelt, aber soweit ich weiß schon, dass derjenige der den Umgang hat auch für dessen Betreuung zuständig ist und da ist das Betreuungsmodell ja wurscht.
                Ob dein Kind nun da durch muss oder nicht, musst du entscheiden. Ich meine, dass du mal geschrieben hast, dass er gerade nicht so gut zurecht kommt, da würde ich wohl wirklich gucken, was ich machen kann.

                Ja, diese Situationen wird es immer wieder geben, aber auch du wirst vielleicht mal ne Sonderlocke brauchen.

          Wie kann er dich auf seinen Schulden sitzen lassen?

          • Uuuh, das ist eine irre lange Geschichte! Ich Versuche mich kurz zu fassen:

            Als ich mit meinem Ex zusammenkam, habe ich nicht erkannt dass er nicht mit Geld umgehen kann, bzw er hat es vor mir verheimlicht. Während meiner Schwangerschaft und Elternzeit zahlte er seinen Mietanteil und Versorgungskosten nicht- verheimlichte es aber so lange bis auch ich und unser Kind die Konsequenzen tragen durften.
            Leider war ich damals so naiv und gab ihm eine 2. Chance. Er beteuerte er wäre da so reingerutscht und ihm würde das nie wieder passieren. Irgendwie alles bezahlt und in ein neues Haus eingezogen.
            Da tat er leider genau das gleiche. Doof nur, dass wir die Versorgung nun auf meinen Namen anmelden mussten, da es auf seinen nicht mehr ging. Da er sich nicht davon abbringen ließ sein 2000 l wieder salzwasseraquarium aufzubauen, welches immensen Stromverbrauch hat, sagte ich, dass er für die Zahlung der Energieversorgung zuständig ist und ich dafür andere Fixkosten übernehme.
            Aber auch da wieder:
            Er zahlte nix! Keinen Mietanteil, keine Energieversorgung, keinen Kitabeitrag... Und log wieder so lange, bis alles zu spät war!

            • Mein Ex hatte schon am 5. jeden Monats kein Geld mehr. Ich bezahlte einfach alles, Telefon und Internet, Versicherungen, GEZ, die Autos, Einkäufe, Möbel, Renovierungsarbeiten, Anschaffungen für das Kind, den Vereinsbeitrag für die Kita und das Essen dort, Ausflüge, Urlaube, Feste, Geschenke...
              Ich überließ ihm mein Auto, damit ich Vollzeit arbeiten gehen kann um mehr Geld zu verdienen. Ich war darauf angewiesen dass er das Kind in die Kita bringt und abholt- und kaufte mir ein zweites Auto um damit zur Arbeit zu kommen.
              Anmelden konnte er es nicht wegen schlechter Bonität. Also war ich gezwungen es auf mich anzumelden. Ich bekam weder wie abgesprochen, das Geld für die Versicherung noch für die Steuern dafür von ihm zurück.
              Er baute mit dem Auto einen Unfall und belog mich, er wäre nicht schuld gewesen und hätte mit dem Fahrer nen Deal gemacht. 500 Euro- dafür keine Polizei.
              Irgendwann bekam ich ein Einschreiben, dass ich 2500 Euro zu zahlen habe, da die Versicherung diesen Schäden nicht übernehmen würde...
              Kurz vor der Trennung fehlten die kompletten Autopapiere, nachdem ich sagte, dass ich das Auto verkaufen möchte um die Schulden zu bezahlen. Er behauptete es sei seins und rückte es nicht mehr raus. Ein dreiviertel Jahr habe ich darum gekämpft, kam nicht aus der Versicherung raus, konnte es weder um noch abmelden. Ich zahlte hohe Strafen dafür, dass ich es nicht ummeldete...

              • ... jeden Monat Versicherung und wieder Mal die Steuern ( und die sind keine Peanuts ).
                Erst vor einem Monat habe ich mich ergeben müssen und ihm einen Kaufvertrag unterschrieben um endlich nicht mehr für dieses Auto belangt zu werden. Es gehört jetzt ihm 😰 - er hat es tatsächlich geschafft!
                Letztendlich habe ich ein Auto an ihn verloren, dafür aber nochmal 800 Euro drauf bezahlt bis ich da endlich raus kam, fast 2500 Euro Energieversorgung nachgezahlt ( sonst hätten die mir hier den Strom abgestellt ), zahle seinen Unfall von 2500 ab, habe 1100 Euro Kindergartenbeträge nachgezahlt, meine Kaution von 1800 Euro wegen seinen Mietschulden nicht wiederbekommen und habe einen Eintrag in meiner Schufa wegen Mietschulden ( er hat den Rest natürlich auch nicht nachgezahlt ).

    Seine Woche, seine Verantwortung. Meine Freundin hält das aber so, dass der andere Elternteil gefragt wird, bevor das Kind umständlich zu einer Klassenkameradin gebracht wird oder Ähnliches.
    Die Freundin sagt immer: Es sollte uns doch um das Kindeswohl gehen. Daher bin ich möglichst flexibel.
    Kindeswohl klingt hochtrabend, aber wenn das Kind ne ganze Woche von Spielkamerad zu Spielkamerad oder in der Verwandtschaft rumgereicht wird, nur um die Woche vernünftig abzudecken, ist das für das Kind anstrengender als wenn der andere Elternteil eingreift.

    Hallo, also rein rechtlich ist der Vater dazu verpflichtet,sich um die Betreuung des Kindes zu kümmern. Auch bei einem KH Aufenthalt. Nur bei einer langfristigen Erkrankung etc kann die elterliche Sorge auf dich voll übertragen werden. Rein emotional betrachtet, wäre mir die qualitative Betreuung meines Kindes wichtiger als zwischenmenschliche Konflikte auf Kosten des Kindes zu führen. Ich weiß das eine Seite öfter die/der Leidtragende ist.......

    LG 🍀

    • (14) 13.09.19 - 04:36

      Was heißt rein rechtlich:
      Ich denke, dass das Wechselmodell weder fsmilienrechtlich noch steuerrechtlich komplett erfasst ist. Wenn ich mich täusche, dann bitte Quelle.

      • (15) 13.09.19 - 05:33

        Was meinst Du genau mit steuerlich erfasst?
        Steuerklasse 2 ist für Alleinerziehende gedacht. Das sind Eltern, die im Wechselmodell erziehen, streng genommen nicht. Den Kinderfreibetrag können sie sich ja teilen.

        • (16) 15.09.19 - 19:23

          Alleinerziehend ist man auch im Wechselmodell. Ich erziehe meine Kinder in der Zeit, die sie bei mir sind, alleine. Habe StKl 2., erhalte für eines der Kinder KiGe und habe sie mit Nebenwohnsitz bei mir gemeldet.

          Mein Ex zählt nicht als Alleinerziehend, da bei ihm eine weitere erwachsene Person lebt (neuer Partner).

      (17) 13.09.19 - 05:36

      Wenn es eine Umgangsregelung gibt, dann hat er sich daran zu halten. Ob das das Wechsel- oder ein Residenzmodell ist dürfte da doch keine Rolle spielen.

      Ich habe Jahre lang beim Jugendamt gearbeitet und bin meine eigene Quelle!!!

      • (19) 13.09.19 - 07:02

        Steuerrechtlich sind die Klagen dennoch erst auf Höhe der Oberlandesgerichte. Es ist nicht klar, ob beiden Steuerklasse II zusteht oder keinem, es ist nicht klar, ob beide den Alleinerziehendenentlastungsbetrag erhalten oder nicht. Es ist nicht klar, ob es wegen erhöhten finanziellen Aufwands, dippelter Wohnraum, doppelte Möbel, mindestens 1,5 fache Garderobe der Mehraufwand geltend gemacht werden kann. Auch vom Wohnsitz her, es sind nämlich zwei ERSTwohnsitze, wasxes aber nicht gibt. Dazu gibt es schon Urteile, aber noch keine Gesetze.

        Und wozu braucht man beim Wechselmodell das Jugendamt? Das ist mir nicht klar. Mein ExMann und ich haben alles selbst ausgemacht, auch was Trennungsunterhalt und so anbelangte. Ich denke, dass uns da auch niemand reinreden kann.

        Ich halte das Wechselmodell für anspruchsvoll und es setzt voraus, dass die Eltern zu vernünftigem Umgang und Absprache fähig sind.

        So ist zumindest meine Erfahrung.

        Ob wir da gesetzeswidrig handeln, keine Ahnung. Deshalb wären ja Quellen und Gesetzestexte interessant.

        • (20) 13.09.19 - 07:18

          Da habe ich mal eine Frage. Habt ihr euer Kind in beiden Wohnungen angemeldet? Wir haben auch das Wechselmodell, aber gemeldet ist das Kind nur bei mir, somit sehe ich es schon so, dass ich steuerlich gesehen allein erziehend bin. Auch kennt doch das FA die Betreuungssituation nicht....

          Hast du da Urteile zur Hand oder einen Tipp wo genau ich was suchen muss? Ich bin auch seit Beginn immer sehr unsicher und würde gern mehr dazu lesen.

          Da das Wechselmodell auch gerichtlich angeordnet werden kann, kann ich mir schon vorstellen, dass das JA da involviert ist. Nicht jeder der das Wechselmodell betreibt (siehe auch TE) ist sich so klar mit dem Ex, wie es am besten wäre.

          • (21) 13.09.19 - 08:18

            Hat sich erledigt, Google hilt manchmal ;-)

            (22) 13.09.19 - 08:43

            Ja, das Kind bekommt einen Erstwohnsitz, auch wenn es zwei hat.
            Zweitwohnsitz ist es nicht. Es sind zwei Erstwohnsitze, was es aber melderechtlich nicht gibt.

            BVerwG, Urteil v. 30.09.2015, Az.: 6 C 38.14

            Alleinerziehend, im Sinne von, ich erziehe das Kind ganz alleine, bin ich nicht.

            Trotzdem denke ich, dass beide Steuerklasse II und Alleinerziehendenentlastungsbetrag bekommen sollten, denn wenn jemand zu 49% das Kind allein hat, bekommt er diese Vergünstigungen auch PLUS Unterhalt.

            Und die größere Herausforderung sehe ich im Wechselmodell, wo du alles bereitstellst, als wärest du alleinerziehend, die Vergünstigungen nur einer bekommt und es keinen Unterhalt gibt. (Logisch, dass es keinen Unterhalt gibt! Bei uns nicht mal nen Ausgleich, da ähnliche Einkommensverhältnisse) Dazu beamtenrechtlich noch die Frage, warum nur einer 70% Beihilfe beantragen kann. Könnte auch wieder ein Streitpunkt sein. Wir haben uns geeinigt, aber man könnte streiten.

            Alles ungeklärt!

            (23) 15.09.19 - 19:25

            Meine Kinder haben ihren Hauptwohnsitz beim Vater (ich bin da ausgezogen) und sind mit Nebenwohnsitz bei mir gemeldet.

        Du hast vollkommen Recht! Meine Quelle bezieht sich aus der Praxis und vielen verschiedenen Familien, die sich eben nicht einigen können und auf Hilfe angewiesen sind! Es gibt verschiedene Trennungskonstellationen und nicht jeder ist in der Möglichkeit,dies ohne Unterstützung verbindliche zu regeln! Und es wird von Monat zu Monat mehr!

        • (25) 13.09.19 - 08:44

          Ja, aber wie entscheidet ihr dann, wenn es keine gesetzliche Regelung gibt...

          Das hängt doch dann wieder vom Sachbearbeiter ab....

          Irgendwie unbefriedigend...

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