Ohne Kinder auf Reha

    • (1) 19.09.19 - 16:54

      Ich würde mal gerne eure Einschätzung hören:

      Eltern sind geschieden, die beiden Kinder (10 u 16) sind bei der Mama geblieben, der Papa zahlt und hat sie klassisch jedes 2. Wochenende.
      Das Verhältnis zwischen den Eltern ist auch nach mehreren Jahren Trennung immer noch mehr als schwierig.

      Nun soll die Mama nach zwei Jahren Krankenschreibung in eine Reha für 6 Wochen. Das große Kind ist bereits in Ausbildung, das Kleine ist durch Erkrankungen auch eher schwierig im Umgang. Die Eltern der Mama sind vor Ort, wollen bzw. können kaum einspringen und nun wird erwartet, dass der Papa einspringt.

      Zu recht? Und welche Optionen gibt es, wenn der Papa sich weigert?

      (5) 20.09.19 - 07:43

      Es ist nicht Aufgabe des Vaters, sich um Erziehung und Betreuung zu kümmern - der DARF das, wenn alle Beteiligten (insbesondere der Vater) zustimmen, muss das aber keineswegs. Nur mal eine (begleitende) Frage...warum soll der Vater weiter Unterhalt zahlen (und das muss er, weil 6 Wochen keinesfalls „mehrere Monate“ sind - dann dürfte er kürzen), wenn er sich voll um das Kind kümmern muss? So hat er ja doppelte Kosten + den Betreuungsaufwand.
      Sicher macht ein Vater das gern für sein Kind, aber nicht, wenn das Verhältnis zwischen den Eltern eher schwierig ist.

      Es ist Aufgabe der Mutter, die Betreuung sicherzustellen. Möglich wären:
      - Haushaltshilfe über KK
      - Kind kommt als Begleitung mit
      - wenn das Kind einen PG hat, dann Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege (ggf. in eine Einrichtung) und Entlastungsbetrag

      Hat die Mutter denn nie für einen „Plan B“ gesorgt? Eigentlich sollte sie eine lange Liste mit Kindermädchen haben, die mit ihrem Sohn umgehen können.

      • (6) 20.09.19 - 15:56

        Reha läuft meist über die DRV. Haushaltshilfe wird nur bis maximal zum 12.Geburtstag genehmigt, Begleitkind ebenso. Kindermädchen werden sich wohl nicht 6 Wochen um 2 Kinder kümmern.

        • (7) 20.09.19 - 16:54

          Nein.
          Die Haushaltshilfe wird bei behinderten Kindern ohne Altersbeschränkung genehmigt. Das Gleiche gilt für das Begleitkind. Ebenso wird übrigens eine Begleitperson grundsätzlich bei behinderten Menschen genehmigt, wenn diese durch die Behinderung auf eine feste Bezugsperson angewiesen sind.
          Meine „Kindermädchen“ sind längst Teil der Familie. Sie kümmern sich täglich um die Kinder als Teilhabeassistenten im Rahmen ihres Berufs in der Schule. Wenn Not am Mann ist, helfen sie selbstverständlich aus. Ich muss nur den Träger anrufen, schon ist das Problem gelöst.
          Ein 16-jährige Kind in Ausbildung braucht wohl eher niemanden, der sich um ihn kümmert. Ich glaube der TE ging es primär um das erkrankte jüngere Kind.

          • (8) 20.09.19 - 19:53

            Die TE schreibt aber nicht, dass das erkrankte Kind behindert ist. Und die Behinderung muss bei der DRV sehr hoch sein. Bei meinem Sohn mit GdB 90 und Merkzeichen H und B verweigerte sie die Begleitperson mit dem Argument, dass dies erst ab einem GdB von 100 notwendig sei. Als wir Widerspruch einlegen, sprachen sie ihm einfach die Rehafähigkeit ab! So einfach ist das also nicht!

            • (9) 21.09.19 - 19:22

              Doch ist es. Für meinen Jüngsten (100 B, G, H) beantrage ich gar nicht erst eine Reha. Das ist vollkommen sinnlos, da nicht rehafähig. Für derart behinderte Menschen gibt es andere Alternativen. Dort ist eine NPK sinnvoller - logischerweise mit Begleitperson. Bei einer Reha kann die Klinik auf schwer mehrfachbehinderte oder gar schwerst mehrfachbehinderte Menschen absolut nicht wirklich eingehen. Dazu braucht es Fachpersonal.

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Was hat das jüngere Kind?

(12) 20.09.19 - 10:56

Optionen:
- Kind geht mit auf Reha
- Kind geht zu Freunden während der Zeit
- Kind kommt in Pflegefamilie
- Mutter geht nicht in Reha

Wäre ich der Vater, hätte ich ein Interesse, dass meine Kinder in der Zeit gut versorgt sind und würde nicht die Frage nach MÜSSEN stellen.

(13) 20.09.19 - 14:03

Danke für eure Einschätzung- als ich gestern nämlich kundgetan habe, dass der Papa mMn gar nix muss und der Mama ja sowieso nichts recht machen kann, wurde ich recht komisch angeschaut.
Es freut mich, das ich nicht alleine mit der Einschätzung bin, danke euch.

(18) 20.09.19 - 16:13

Wieso tust du das Kund?

Er muss sich nicht um die Betreuung kümmern, ist aber der Part, der selbst Kund tun sollte, wie er dazu steht.

Mein Ex würde sich nie und nimmer um sein Kind kümmern. Hat er auch in all den Jahren nicht. Damit komme ich gut klar.

Würde aber eine dritte Person sagen, dass er es nicht müsste, würde ich auch komisch gucken. Dass er kein Interesse hat, weiß ich; Kind seit Jahren auch.
Würde also eine weitere Person dazu kommen und meinen kund tun zu müssen, was er darf, soll, müsste, würde ich der Person den Vogel zeigen. Zu diesem Thema.

Wenn er selbst sagt, es passt nicht, weil er das mit seiner Partnerin nicht vereinbaren kann: vollkommen ok. Das ist dann seine Entscheidung.

Vielleicht bin ich auch deswegen so locker, weil mein Ex immer wieder Kund tut, dass er keinen Unterhalt zahlen müsste und mich deswegen schon diverse andere Personen kontaktiert hatten. Gebracht hat es nichts. Mediatoren während der Schwangerschaft früher haben es ihm erklären und amtliche Stellen erklären es ihm noch heute: was er muss, was nicht.
Diese Stellen brauchen aber auch nicht im Forum fragen, sondern wissen es beruflich.

(19) 21.09.19 - 14:54

Jajaa als "Neue" musst du immer damit rechnen, angeblafft zu werden von einer frustrierten "Alten" ;-) Natürlich hast du das Recht, deine Meinung kund zu tun als Partnerin, ich habe das jetzt auch nicht so verstanden, dass du das der Alten aktiv ohne Kontext aufgedrängt hast. Und ja es ist völlig klar dass der Vater GAR nichts MUSS, dafür zahlt er ja Unterhalt.

(20) 20.09.19 - 15:57

- Reha mit Kind. das macht nicht jede Klinik, manche jedoch schon.
Läuft über den Betreuungsantrag. Statt, dass das Kind zu Hause tagsüber betreut wird, würde es dann vor Ort von einer Tagesmutter betreut werden.

- Familienhilfe und erwachsene Person zu Hause.
Familienhilfe kann nicht die ganze Zeit betreuen, betreunde Person jedoch unterstützen.
Dazu müsste sich aber zunächst jemand bereit erklären.

- Pflegefamilie. Wäre der Versicherung natürlich am liebsten. Jugendamt wird sich wehren. Kostet ja alles Geld.
Im Zweifel beim Jugendamt nachfragen. Wenn diese eine Pflegefamilie/Pflegestelle bezahlen müssten, könnten sie recht redselig werden und Tipps geben, was ANDERE tun könnten, was es bei Versicherungen für Möglichkeiten gibt, damit diese bezahlen müssten. Ob das dann für euch passt, ist eine andere Sache.

Aber: wer nicht bezahlen will, findet gerne (auch gute) Tipps, wer stattdessen etwas tun könnte.

- gemeinnütziger Verein. Soziale Beratungsstellen.
Diese können zwar nicht direkt helfen, haben aber manchmal Tipps, was es bei euch in der Gemeide gibt.
Z.B. Tagesmutter oder Tagesprogramm, so dass nur noch nachts jemand die Betreuung übernehmen müsste.

- Schulfreunde fragen. Evtl. 3 Freunde, je zwei Wochen.

- wenn das Kind selbst gesundheitliche Probleme hat, versuchen eine Reha zu organisieren, die etwas früher beginnt (zum Hinbringen), sonst aber zeitgleich läuft.


Beim Großen könnte man es evtl. so organisieren, dass er feste Ansprechpersonen hat und jemanden, der hin und wieder nach dem Rechten sieht. Je nachdem wie reif er ist.

(21) 20.09.19 - 20:11

Also wenn die Mama 2 Jahre lang AU war und jetzt endlich 6 Wochen lang eine psychosomatische Reha (nur die sind gleich von Anfang an so lang) genehmigt bekommen hat, dann ist sie schwer krank und braucht ganz dringend diese Reha.
Und dann gibt es keine Diskussion, OB sie fährt, sondern WIE die Kinder in der Zeit versorgt sind. Und wenn niemand aus dem Umfeld bereit ist, sich (mit Unterstützung durch eine Haushaltshilfe) zu kümmern, dann müssen die Kinder halt so lange vom Jugendamt in Obhut genommen werden.
Aber ich gehe davon aus, dass sich ein Vater, dem das Wohl der Kinder nicht völlig egal ist, SELBSTVERSTÄNDLICH in dieser Zeit um die Kinder kümmern wird! Nicht, weil er muss, sondern um der Kinder willen.

  • (22) 22.09.19 - 07:32

    Ich bin ziemlich baff. Ich sehe es auch so wie du. Bloß weil man sich mit einem -gemessen an der Verantwortung Eltern zu sein- 'lächerlichen' geldwerten Betrag monatlich freikauft, entbindet es einen doch nicht von jeder Verantwortung. Aber wenn die Rechtslage das nun so sieht...schade.

    Ich sehe es auch als selbstverständlich an, dass der andere Elternteil einspringt, wenn es um so etwas wichtiges geht. Noch nichteinmal nur um der Kinder willen. Man sollte emotional noch in der Lage sein, dem Partner Gesundheit zu wünschen und zu gönnen.

    Echt traurig.

    • (23) 22.09.19 - 08:17

      Ich finde auch, dass es eigentlich keine Frage sein sollte. Das der Vater einspringt wäre für mich ganz klar.

      Was ich aber absolut unpassend finde ist das du Unterhalt einen „lächerlich Geldwerten Betrag“ nennst. Ich frage mich wie du diesen lächerlichen Betrag empfinden würdest, müsstest du ihn selbst zahlen.

      Für mich wäre nämlich auch umgekehrt klar, dass die Mutter in der Zeit keinen Unterhalt erhält, weil: Kind ist beim Vater und Rein rechtlich würde da sogar ihm Unterhalt zustehen (und auch hier: würde ich NIEMALS so handhaben, dass von der Mutter Unterhalt verlangt wird weil sie auf Reha geht. Rein rechtlich gesehen meine ich)

      • (24) 22.09.19 - 10:33

        Ich meinte das Lächerlich bezogen auf die Verantwortung, die man als sorgeberechtigtes Elternteil trägt. In dem Sinne, dass man sich mit einem Betrag von vielleicht 400 Euro pro Kind da aus jeder Verantwortung freigekauft hat, bezogen auf das hier besprochene Beispiel, dass ein Unterhalt zahlender Vater alles kann aber nichts muss.

        Davon ab, habe ich meinen ersten Ehemann über ein Jahr lang freiwillig mit 500 Euro mtl unterstützt, weil er versuchte, unsere damalige Immobilie zu halten Kinder waren keine im Spiel). Und damals war ich gerade Berufsanfängerin. Erhlicherweise würde ich das rückwirkend aber nicht nochmal machen, da ich danach noch sehr ungerecht behandelt wurde.

        Dass der Frau in den 6 Wochen moralisch der Unterhalt auch nicht zusteht, steht auch für mich ausser Frage. Für mich wäre es selbstverständlich den Unterhalt in dieser Zeit auszusetzen.

        • (25) 22.09.19 - 13:54

          Oh dann hab ich das ein wenig falsch verstanden sorry.

          Ich kenne halt die umgekehrte Seite (als Frau eines kindsvater, der weit mehr als 400€ zahlt) bin ich schon oft in Situationen gekommen die hier beschrieben wurden. Unter anderem eben auch in eine Reha Situation in der es absolut keine Frage war, dass das Kind 5 Wochen zu uns kommt, für den Vater war es auch ganz klar.

          Und was tat die gute Frau? Sie hat zugestimmt, für den Monat gibt es nur die Hälfte Unterhalt, weil sie sonst nicht auskommt. Und plötzlich hatten wir ein Schreiben vom Gericht das für besagtes Monat zu wenig gezahlt wurde...

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