Bin ich zu “nett”?

Hallo Zusammen,
ich wollte mal ein Thema hier anschneiden und hören, was ihr darüber denkt. Die Trennung vor 2,5 Jahren ging offiziell von mir aus, obwohl es auf beiden Seiten klar war: “das wird hier nichts mehr.” Nun gut. Als es dann ungemütlich wurde, Auszug, Unterhaltsfragen etc., war ich dann natürlich der Sündenbock. Er hätte das so nicht gewollt, jetzt müsse er zusehen wie er klar kommt usw.. Das alles auf eine sehr manipulative Art und Weise.

So nun zum Kern der Sache. Er verdient soviel wie ich, bei mir kommt das Kindergeld dazu und er zahlt 300 EUR monatlich für 2 Kinder 3 und 6j. Er betreut sie 1,5 Tage die Wo.. Ich hatte damals auf Druck von ihm, a’ la was ich ihm antue, den Beistand fallen gelassen und mich auf den Betrag mit ihm geeinigt, damit zumindest die Kita-/ Hortkosten gedeckt sind (230EUR). Ansonsten zahle ich alles Sportvereine, Musik, Kleidung, hier ein Kuchen, da ein Geschenk.... dann kommt er jedes Mal beim Abholen mit neuen Klamotten an. Irgendwie komme ich mir verarscht vor und habe deshalb in mich hinein gehorcht und Tatsache.... diese Einigung ging ich ein, da ich mich nich runter machen lassen wollte, er mir dann gleich leid tut, der Druck neben Arbeit und Kinder zu viel war. Was ist los mit mir? Wir brauchen eigentlich mehr, sollte ich den Unterhalt neu regeln?

Sorry für das lange blabla. Ich würde mich über nette Antworten und Erfahrungen freuen. Vllt fühlt sich hier jemand in einer ähnlichen Lage.

Viele Grüße
Hatey

Hallo,

Das hat ja alles wenig mit nett sein zu tun, Deinen Kindern steht Unterhalt zu und der errechnet sich nach seinem Verdienst. Den hast Du nicht genannt, aber 300 € für 2 Kinder ist ja nicht mal der unterste Satz wenn ich mich recht erinnere.

Die Düsseldorfer Tabelle wird ja jährlich überarbeitet,das würde ich jetzt einfach zum Anlass nehmen und mit ihm klären was er nun zu zahlen hat. Möchte er das nicht kannst Du immer noch zum Jugendamt oder Anwalt.

Wir haben uns damals auch so geeinigt, mein Ex zahlt immer pünktlich. Wir hatten beide keine Lust auf eine Schlammschlacht auf Kosten der Kleinen.

Alles Gute
Sunny

Naja nett war überzogen. Das stimmt schon. Er sagt halt er könne es nicht zahlen, da er noch ein Auto abbezahlt und diverse andere Dinge und zu viel Miete. Er möchte aber nicht umziehen. Naja. Ich möchte halt auch, dass er etwas vom Leben hat. Ich habe zwar ”nur” Studienschulden, aber muss auch zusehen, wie ich alles hinbekomme, ich arbeite auch Vollzeit. Es gibt auf jeden Fall Streit, ich denke ich gehe dem vielleicht aus dem Weg. Wer weiß.

Nun, wenn seine Miete und sein Auto zu teuer sind ist das doch nicht Dein Problem, und Deine Kinder müssen das sicherlich nicht mit Verzicht auf ihren Unterhalt finanzieren. Du verlangst ja auch nicht von ihm dass er Dir teure Hobbies finanziert, oder?

Also, er kann sein Nettogehalt um seine Fahrtkosten zur Arbeit kürzen, aus dem was dann bleibt wird der Unterhalt berechnet. Kindesunterhalt steht immer an erster Stelle, Schulden sind sein Problem. Wenn er sein Leben nicht finanzieren kann muss er halt seine Kosten senken.

Gib nicht klein bei, wenn er auf stur stellt geh zum Amt,dann brauchst Du Dich nicht mit ihm rumärgern.

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Ja, du bist zu nett. 😉
Aber ich kann verstehen, dass es sich theoretisch sehr leicht sagen lässt, dass er dies oder jenes müsste.... dir aber praktisch vermutlich auch einfach die Energie fehlt, das alles anzupacken.....

Aber: er macht es sich extrem einfach.
Und dir würde auf jeden Fall mehr zu stehen.
Selbst wenn er gar nicht zahlen würde und du Unterhaltsvorschuss bekommen würdest, hättest du mehr (160€/Kind).
Mit Mindestsatz der Düsseldorfer Tabelle nochmal mehr....

Ist natürlich blöd für ihn, wenn er ein anderes Auto braucht oder umziehen muss.
Aber das sind nicht deine Probleme.
Du stellst dich deiner Verantwortung und wohnst deshalb (!) nicht zu teuer und zahlst kein zu teures Auto ab.
Lass Dich nicht für dumm verkaufen.

250€ mehr (oder noch mehr) im Monat zu haben ist ein ziemlicher Unterschied.

Viel Kraft, und hol dir zur Not wieder die Beistandsschaft.
Er wird höchstwahrscheinlich erbost reagieren, Vorwürfe machen und Drohungen aussprechen.
Gut wenn du dann diesbezüglich nichts selber mit ihm klären musst.

Danke für deine Antwort. Ich bin auch der Meinung, dass er es sich etwas einfach macht. Ich habe ihm sogar ne’ tolle Wohnung, kleiner und billiger über Freunde besorgt und er hat sich nicht gekümmert. Ich setzte mich echt ein. Das ist sicher der Ursprung meines Ärgers oder meiner Unsicherheit. Er soll ja auch etwas mit den Kindern machen können. Ich bin ja nicht sein Lifecoach. :/ ..... dann sagt er sorry kein Geld. Mehr Einsatz wäre bestimmt ein Anfang, oder eine bessere Orga seinerseits, um die Geldfrage zu klären.

Lass es prüfen.

Wenn er nicht mehr zahlen kann, weil.... dann wird sich das ja offiziell rausstellen.
Wenn er mehr zahlen kann, aber nicht will, dann wird sich das auch herausstellen. Forderst du es nicht ein, kann es passieren, dass du den Ärger bekommst, weil es den Kindern zusteht und du die Verantwortung hast, es einzufordern (so wurde es mir damals gesagt).

Alles was er an Ausgaben hat, wird mitgeprüft.
Dann wird berechnet, ob die Ausgaben in Ordnung sind oder nicht.

Bei Krediten kommt es wohl darauf an, ob sie schon vor den Kindern begonnen haben (teilweise berücksichtigt)
oder ob jemand nach Geburt der Kinder, noch mehr ab Vaterschaftsanerkennung/Trennung einen Kredit aufgenommen hat.

Letzteres ist dann "Eigenverschulden", da bekannt war, dass ein Kind Unterhalt bekommen soll. Zu Lasten des Kindes sich vor dem Unterhalt zu drücken geht nicht.

Altkredite, die man nicht einfach so los wird und schon vor dem Wissen, dass ein Kind kommt, begonnen haben, werden anscheinend anders gewertet. Allerdings werden sie geprüft, in wie weit sie gerechtfertigt sind, "umgeschuldet" werden können usw.



Wenn du nett bist, lässt du es prüfen.
Hat er nichts zu verbergen, kommt er vielleicht sogar günstiger weg. Das kann durchaus auch passieren, auch wenn es eher selten ist.
Dafür könntest du dann im Zweifel (je nach Betrag) andere Anträge stellen, falls nötig und hättest den Nachweis dafür, dass wirklich nicht mehr geht bei ihm.

Wenn er mehr bezahlen müsste, aber nicht will, dann ist es von ihm keine Nettigkeit dir ein Angebot zu machen, sondern seine Kinder über's Ohr hauen.
Das ist dann auch nicht "zu nett" von dir, es nicht einzufordern, sondern sich über's Ohr hauen lassen.

Ich bekomme wahrscheinlich gleich Haue, aber du hast doch ca. 700 € mehr im Monat als er, wegen Unterhalt und Kindergeld, oder? Ja, ich weiß Unterhalt ist für die Kinder, man sollte nicht verzichten etc.pp. aber ich vertrete die Ansicht, dass ein Streit um Geld nur dann erfolgen sollte, wenn es gar nicht anders geht.

Ich vergleiche das immer mit mir und wenn mein Kind beim Vater wohnen würde. Ich weiß nicht was mein Ex jetzt hat, aber zur Zeit der Trennung war es etwa gleich viel. Wenn ich jetzt Unterhalt zahlen müsste, hätte ich echt ein Problem. Das ist mit Umzug und Co. gar nicht einfach so getan, denn Mietentechnisch ist einfach irgendwann Schluss. Werden Mietbelastungen berücksichtigt, bei der Unterhaltsberechnung? Ist das Auto wirklich Luxus oder notwendig? Es gibt einige Väter, die am Existenzminimum krepeln, weil Ex das letzte rauspresst, ohne Rücksicht. Aber nicht falsch verstehen, das sollte die Mutter, die die Hauptbetreuung übernimmt natürlich auch nicht, aber so klingt es bei dir nicht und mehr kann es immer sein, machen wir uns nichts vor.

Stellt sich also die Frage, ob man mit Reden nicht auch weiter kommt? Teilung der Kosten von Sport-/Musikvereinen? Ich kann in deinem Post nicht raus lesen wie ihr reden könnt, ob ihr schon gesprochen habt etc.pp.

Kannst

Hey,
so sehe ich das ja auch, ich bin die Letzte, die ihren Ex melken möchte. Jetzt fühle ich mich wieder schlecht haha. Aber du beschreibst ja meinen Zwiespalt. Naja aber eine Dame weiter oben hat recht. Es ist nicht verantwortungsvoll von ihm. Er hat zB eine Wohnung die so groß ist wie meine zu 3, zahle vom Unterhalt die Kita, damit wir beide arbeiten können. Aber alles Andere, Kleidung, Essen Unterkunft, Freizeiten und der Kleinkram, das mache ich. Darüberhinaus alle Schließtage und Kranktage. Über Geld kann ich nicht mit ihm sprechen, egal wie vorsichtig ich es erkläre. Vielleicht schlage ich ihm vor die Kitakosten zu teilen. Ich finde das wäre fair.

Das habe ich im ersten Post nicht so rausgelesen, er scheint sich ja doch noch Luxus gönnen zu können ;-)

Ja, wenn du nicht mit ihm reden kannst, ihm deutlich machen kannst, dass er sich noch bei Dingen beteiligen sollte, dann wirst du den offiziellen Weg gehen müssen, das kannst du ihm ja auch sagen.

Es soll dir auf keinen Fall schlechter gehen, weil du die Kinder betreust, das sollte in meiner ersten Antwort nicht so rüber kommen.

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Huhu
Also du bekommst 300€ für 2 Kinder und zahlst davon sowohl die betreuungskosten, als auch das was im Monat so anfällt für die Kinder wenn ich das richtig verstehe??
Ich glaube du bist wirklich zu „nett“, denn soweit ich weiß müssen betreuungskosten separat vom Unterhalt gezahlt werden bzw. werden die Kosten 50/50 geteilt (ohne Mittagessen gerechnet, das wird im Unterhalt abgedeckt).
Ich kann dich sehr gut verstehen mit dem schlechten Gewissen, mir geht es oft genauso, ich muss mich auch zwingen sowas anzusprechen, aber ganz ehrlich es ist Geld was den Kindern zusteht und mit 70€ (wenn man die Kosten für Betreuung abzieht ) im Monat ist ja wirklich nur ein Bruchteil abgedeckt!

Lg Sarah

Das kenne ich, wollte auch nie Unterhalt für mich, fürs Kind nachdem wir das Wechselmodell haben auch nicht mehr, jetzt wo es ans Haus geht habe ich 3 jahre geredet gewartet und nix rumgekommen. Und nun geht es über den Anwalt, ich will nicht mehr warten oder verzichten.