Wie Kind erklären, dass es quasi keinen Papa hat?

Hallo ihr lieben,

wusste nicht genau, wie ich den Betreff passend formulieren sollte... Kurz zur Vorgeschichte.

Mein Ex und ich habe uns getrennt, als mein Sohn knapp über ein Jahr alt war. Er ist wieder in sein Heimatland gegangen und ich schaffe es nicht den Kontakt vernünftig und vorallem regelmäßig zu halten. Mein Ex meldet sich wann er will und beleidigt mich ehr, als dass er was von seinem Sohn wissen will. Kein Unterhalt nichts.. Er hat mittlerweile auch gesagt, dass er keinen Kontakt will. Und ich will nicht, dass mein Sohn auf den Anruf von Papa warten muss. Ich habe nunmehr aufgegeben, den Kontakt zu erzwingen, denn das hilft meinem Sohn schließlich auch nicht. Nun zu meiner Frage.

Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre alt geht in dir Krippe, wo die anderen Kinder öfter von Papa abgeholt werden. Sein Lieblingswort ist anscheinend auch Papa. Ich weiß immer nicht, wie und ob ich drauf reagieren soll und will mich für den Tag wappnen, an dem er mich direkt oder indirekt nach seinem Vater fragt. Kennt ihr so einen Situation? Wa sagt ihr eurem Kind? Ich kann ja schlecht sagen, Papa interessiert sich mehr für sein Leben als für dich. Aber gleichzeitig will ich auch vermeiden ihm Hoffnungen zu machen, dass er einen richtigen Papa hat, Der sich irgendwann kümmern wird. Versteht ihr was ich meine?

Natürlich muss ich selbst entscheiden, was ich ihm sage und mit den Jahren werden wir wohl sehr oft mit der Situation konfrontiert werden. Ich wollte einfach mal schauen, ob hier jemand seine Erfahrungen mit mir teilen mag.

Vielen Dank schon mal im voraus.

LG

Da schließe ich mich mal an.
Ähnliche Situation, ähnliches Alter.

Was erklärt man kindgerecht?
Ich möchte den Vater auch nicht schlecht reden, auch wenn es mehr den Tatsachen entsprechen würde.
Die ganze Geschichte wird sicherlich mal thematisiert werden - aber eben nicht im dem Alter.

Eigentlich würde ich erstmal nur vermitteln wollen, dass der Vater sie sicherlich lieb hat, aber eben nicht präsent sein kann.
Die Frage "warum" bringt mich dann aber schon an die Grenzen dieser Version...

Meiner habe ich nicht viel gesagt, eher auf Fragen "gewartet" und diese dann beantwortet.

Ja, du hast einen Papa. Dazu habe ich ihr Fotos gezeigt. Das waren nicht viele, aber immerhin. Es gibt ihn. Sie sieht ihn. Sie hätte eines der Fotos auch in den Kindergarten mitnehmen dürfen, fragte sie aber nie.

Ich habe ihr nie Hoffnugen gemacht, dass er "zurück"kommt und auch nicht schlecht von ihm gesprochen.
Es gibt ihn, er wohnt woanders.
Als sie größer war: bei Interesse unterstütze ich sie Kontakt aufzunehmen. Einfach so werde ich das aber nicht tun.

Es gibt Gründe, dass es keinen Kontakt gibt. Daran ist sie nicht schuld.

So viel wie gefragt wird.
Ein kleiner Vorteil ist, dass seine Eltern den Kontakt zu ihr halten und sie da viele Fragen stellen kann.

Bezugspersonen hat sie mehrere. Nicht nur mich.
Daher war für sie nur wichtig: ich habe auch einen Papa! Der ist zwar nicht da, aber ich habe auch einen. Das zu wissen, war ihr wichtig.

👍🏻 Genau so

So ist es bei meinem kleinen Sohn auch. Er ist jetzt 3 1/2 Jahre. Vor einem Dreiviertel Jahr kamen die Fragen.
Ich habe sie ihm beantwortet so gut ich konnte. Bilder haben wir auch angeschaut. Meinem
Sohn reicht das vorerst, für ihn ist nur das Wissen wichtig, überhaupt einen Vater zu haben.
Ich achte sehr darauf, dass niemand in Gegenwart des Kindes schlecht über seinen Vater spricht (auch wenn er es dreimal verdient hat), denn kein Kind will einen „blöden“ Vater und Kinder können für ihre Eltern nunmal nichts.

Red mit deinem Sohn darüber, zeig ihm Bilder, Bilder wo sein Papa lebt... Ohne Vorwürfe und ganz sachlich.
Das er sich nicht für ihn interessiert, ist in dem Moment irrelevant und erledigt dann die Zeit von selbst.
Wenn er Bilder malt, schick sie weg, wenn du keine Adresse hast, schick sie trotzdem weg.. Du hast alles versucht, das kannst du deinem Sohn sagen später mal, wenn er es dann versteht.
Ich hab immer zu mir gesagt das ich mir später mal nichts vorzuwerfen hab...
Mein Sohn ist inzwischen 11 und frägt eigentlich nie nach seinem Papa.. Traurig, aber ist nunmal so...

Mein Vater wohnt übrigens ein Dorf weiter, früher als ich im Elternhaus mit meiner Mutter und Geschwister gewohnt hab, hat er im selben Dorf gewohnt.. Er hat sich genau... Null mal gemeldet 🙄 manche möchten einfach nicht 🤷‍♀️ schade

Dein Kind hat einen Vater. Also würde ich bei der Wahrheit bleiben. Wer weiß, ob er sich nicht irgendwann daran erinnert, dass er einen Sohn hat.

Zeige ihm Fotos und sage ihm, warum ein Kontakt unmöglich ist.

Aber genau das ist doch das Problem!!!!

Sagt man einem 3 Jährigen "Du, der Papa will dich halt nicht sehen!"?

😳

Bei mir ist es ähnlich, mit dem Unterschied das mein Ex unsere Tochter sehen wollte aber unseren Sohn nicht (sind seit seiner Geburt getrennt).
Dieses ehrlich sein ist immer leicht gesagt , ich hatte den gleichen Zwiespalt und hätte es nie übers Herz gebracht zu sagen „dein Vater möchte dich momentan nicht sehen „. Kinder suchen die Schuld oft bei sich und bei meinem Sohn (er ist jetzt sechs) zeigt sich das deutlich. Er hat natürlich gespürt das sein Vater ihn ablehnt und heute noch reagiert er sehr sensibel in Streitsituationen und fragt sich immer ob er schuld hat . Ich habe es als er kleiner war damit erklärt das sein Vater in einem anderen Land wohnt und eine andere Sprache spricht . Meinem Ex habe ich dann irgendwann gesagt er sieht beide Kinder oder keins.
Dieses verhalten im Kindergarten ist sehr natürlich . Es werden andere, „normale“, Familien beobachtet und er fragt sich warum es bei ihm anders ist . Auch wenn es für dich herzzerreißend ist, ist es für ein Kind ganz natürlich und gar nicht so schwerwiegend. So habe ich das im Nachhinein bei uns reflektiert . Mein Sohn war neugierig, hatte fragen. Sei ehrlich, auf einer kindlichen Ebene und versuche ein hin und her zu vermeiden . Als mein Ex dann wieder ankam jetzt hätte er doch Interesse, bin ich vor Gericht gegangen und das war die beste Entscheidung .