Trennungskind- wie weit darf die Entfernung zwischen den Eltern sein?

Hallo zusammen,
ich bitte um eure Meinungen.
Ich bin vom Vater meines Sohnes (Kindergartenalter) getrennt. Der Kontakt zum Vater ist gut. Mein Sohn ist 2 Nachmittage in der Woche (Vater holt ihn von der Kita ab) plus 1 Tag am Wochenende dort.
Nach der Trennung hatte ich recht schnell einen neuen Freund. Wir sind nun seit 2 Jahren zusammen, seit 4 Monaten verheiratet. Im Moment wohnen mein Sohn, mein Mann und ich in der Wohnung, in der vorher mein Sohn und ich alleine gewohnt haben. Wir müssen auf jeden Fall bald umziehen, da die Wohnung zu klein ist- vor allem da bald noch Nachwuchs kommen soll. Hier in der Gegend ist es so schwer bezahlbare Wohnungen zu finden- Wohnungen mit 2 Kinderzimmern sind fast gar nicht inseriert (wir schauen schon seit einigen Monaten).
Mein Mann und ich würden gerne in seine alte Heimat ziehen. Wir könnten in der Eigentumswohnung seiner Eltern wohnen (große, tolle Wohnung für sehr wenig Miete- wir hätten es finanziell viel leichter; ich müsste weniger arbeiten und hätte mehr Zeit fürs Kind). Die Arbeit von meinem Mann und mir wäre näher ran. Ich mag meinen jetzigen Wohnort aus verschiedenen emotionalen Gründen nicht und hätte gerne etwas Abstand.
ABER: Kann ich von unserem jetzigen Wohnort wegziehen, in dem auch der Vater meines Sohnes wohnt? Die Entfernung liegt bei 45 Minuten mit dem Auto zur anderen Stadt. Wir würden nur wegziehen, wenn auch der Kindsvater gut damit leben kann. Eigentlich war unser Plan, dass wir so wohnen wollen, dass unser Sohn (wenn er größer ist) alleine zwischen den Eltern hin- und herpendeln kann, wenn er das möchte. Dies würde dann ja nicht mehr möglich sein.
Kann ich meinen Sohn zumuten, dass er 2 bis 3 Mal die Woche die Autofahrt mitmachen muss. (Ich würde meinen Sohn natürlich bringen oder dem Kindsvater die Fahrtkosten bezahlen). Meine Idee wäre noch, dass man die Umgangszeiten etwas ändert (nicht reduziert). Zum Beispiel anstatt 2 Nachmittage in der Woche nur einen Nachmittag, dafür mehr Umgang am Wochenende. Der Kindsvater hat Sorge, dass sein Sohn irgendwann nicht mehr kommen möchte, weil er lieber die Zeit mit seinen Freunden verbringen möchte, die dann ja woanders wohnen.
Hat jemand Erfahrungen mit einer solchen Distanz zwischen den Eltern? Könnten wir das unserem Sohn zumuten?

Hallo,

also einfacher wäre es sicher für alle in der Nähe wohnen zu bleiben. Was sagt denn dein Sohn dazu?

Ich denke irgendwann wird er natürlich lieber mit Freunden zusammen sein als mit seinen Eltern, aber natürlich wäre es dann auch toll, wenn sein Vater in der Nähe ist.

Schwere Entscheidung finde ich, aber ich wünsche dir viel Kraft.

Lg

Finde ich unmöglich und sollte nicht sein!

Denkt mal weiter. Spätestens in der weiterführenden Schule (oder aber schon in der Grundschule) ist das so kaum machbar. Schule geht uU lange, gelernt werden muss auch, und es gibt Hobbys. Meine Große (10) hätte für solche Fahrten keinen Tag in der Woche Zeit. Und am Wochenende werden Freunde (& Hobby) immer wichtiger.

Ich würde es aufgrund der Entfernung nicht machen

Hallo,

Ich finde, man darf auch an sich selbst denken.
45 min klingen machbar, vll nicht unter der Woche. Redet miteinander!!

Wenn Kinder älter sind verschiebt sich vieles (Eltern sind oft out).

Oder spätestens mit 15 kann der Mofa Schein gemacht werden oder es gibt eine gute Anbindung mit Bus/Zug.

Ich selbst hatte auch immer größere Entfernungen zu meinen Eltern, aber es klappt und wenn man Kontakt haben will, dann findet man Wege.
Wenn nicht findet man Ausreden.

Man kann es ja auch versuchen und falls es nicht klappt, versuchen wieder näher zu ziehen.

Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eine Lösung findet die passt!

45 Autominuten wären mit dem Mofa plus minus 3 Stunden oder mehr.....

Nicht, wenn das Mofa frisiert ist.... :-)

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Hallo, wenn der Vater auch das Sorgerecht hat, brauchst du selbst für 5 km seine Erlaubnis, dass der Sohn umziehen darf. Du darfst eigentlich nichts machen was das Verhältnis zwischen Vater und Kind beeinträchtigt.
45 Minuten pro Richtung beeinträchtigen aber massiv das Verhältnis zwischen den beiden und zwar zum schlechten.

Wäre ich das Elternteil, dass zustimmen muss würde ich nein sagen.

Gruß Sol

Darf ich hier mal ganz nett reinfragen: gilt das auch anderum? Also wenn der Vater weiter weg zieht u das Sorgerecht hat, die Kids aber bei der Mutter wohnen? Braucht er dann die Erlaubnis von der Mutter?

Ein Erwachsener darf immer wegziehen, ums Kind geht es. Das darf nicht so einfach mitgenommen werden.

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Hallo,

Ich kann aus beruflicher Erfahrung und Handlungsweise sagen, das 45 min absolut in Ordnung und vor allem für alle Beteiligten zumutbar sind! Klar ist es jetzt einfacher und unbeschwerlicher aber wie du es schon gesagt hast, kann man die Umgangszeiten den neuen Gegebenheiten anpassen z.b. ein ganzes WE einräumen. Ich finde es sehr gut,das du dir auch die Frage stellst und weiterhin einen guten aufrichtigen Kontakt beibehalten möchtest 👍!

LG 🙋

Ich finde ein bisschen flexibel darf man schon sein und dafür andere Lösungen finden. Ich selbst fahre ca. 15 km eine Strecke zur Arbeit und brauche trotzdem oft so lange (45 min) durch den Berufsverkehr. Also das finde ich nicht unzumutbar, allerdings wäre es fürs Kind dann eben mit seltener Fahren und mit längerem Aufenthalt einfacher. Wenn es dann in Richtung Pubertät geht, wollen viele Kids sich doch sowieso oft stärker abnabeln. Wenn die TE die Fahrtkosten trägt bzw. alles so bequem wie möglich gestaltet, sehe ich da jetzt nicht so die Probleme. Dafür hat das Kind dann auch einen Rückzugsort, wenn Nachwuchs ansteht. Die Mutter hat mehr Zeit und evtl. bleibt noch Geld übrig, wovon etwas fürs Kind beiseite gelegt werden kann.
Wichtig sollte nur sein, dass sich die beteiligten Personen einmal alle an einen Tisch setzen, ihre Wünsche und Vorschläge diskutieren und dann einen dauerhaften gemeinsamen Weg finden, mit dem alle zurechtkommen.

Rechtlich kann ich dir leider keinen Rat geben aber du fragst ja auch, ob ihr es eurem Sohn zumuten könnt. Da finde ich, kommt es drauf an, ob die 45 Minuten eine realistische Angabe sind. Sind Verkehr und Witterung berücksichtigt? Wir brauchen 35 Minuten bis zu einer Oma. Im Berufsverkehr durch die Stadt sind es schnell 50 Minuten, im Winter ist nicht sicher, ob man es überhaupt schafft und mit ÖPNV braucht man mit mindestens 4mal umsteigen einen halben Tag. Sowas sollte man wirklich realistisch kalkulieren. Stell dir vor, du musst deinen Sohn immer fahren. Du sitzt dann jedes Wochenende mindestens 3 Stunden im Auto. Bei häufigeren Besuchen noch mehr. Dein Sohn würde bei den jetzigen Zeiten 4-5 Stunden wöchentlich im Auto sitzen. Keine schöne Vorstellung für ein Kind.
Andererseits habe ich auch absolutes Verständnis für euren Wunsch. Ich weiß wie es ist wo "festzustecken", wo man eigentlich nicht wohnen will...
Daher bleibt euch nur, euch nochmal hinzusetzen und gemeinsam alles zu besprechen, um eine Lösung zu finden. Ich persönlich finde 45 Minuten viel. Fürs momentane Modell zu viel.

Ich finde 45 Minuten jetzt nicht unmöglich. Eine Freundin von mir wohnt vom Kindsvater mehr als 400 km entfernt und trotzdem läuft alles sehr entspannt. Ich denke es liegt an der Kommunikation und an den Erwartungen aller Parteien. Aber es kann doch keiner von allen Beteiligten verlangen, dass ihr bis euer Sohn 18 ist in der gleichen Stadt wohnen bleibt... Lebensumstände ändern sich, 45 Minuten sind kein Ausschlusskriterium!

LG Bianca

"Wir würden nur wegziehen, wenn der Kindsvater damit leben kann". Und kann das Kind auch damit leben?
Ich lebe mit meinem Sohn 25 Autominuten vom Vater entfernt. Auch wir haben ein gutes Verhältnis. Ich würde die Entfernung immer so gering wie möglich halten, zum Wohle des Kindes und auch weil es vieles einfacher macht. Du darfst nicht vergessen, dass dein Kindergartenkind irgendwann zum Schüler wird. Wie werden die Besuche zukünftig stattfinden? Nur noch am Wochenende? Um 13 oder 14 Uhr nach der Schule noch 1,5 Stunden hin und retour pendeln für sagen wir 3 Stunden Papa Besuch finde ich eigentlich nicht so prickelnd. Aber das müsst ihr als Familie entscheiden. Da hat der Vater ein Mitspracherecht und das Kind muss an 1. Stelle stehen.

Hallo,

für mich wäre das nicht tragbar. Aus verschiedenen Gründen.

Die neue familiäre Situation mit einem neuen Geschwisterkind ist nicht leicht für ein Kind, das bis jetzt die Nummer 1 ist. Nicht mal bei Nicht-Patchwork-Familien. Es wird sich viel für deinen Sohn verändern und sein Vater ist eine wichtige Konstante in seinem Leben. Gerade die festen Strukturen und dem Rhythmus, den ihr die letzten Jahre über gelebt habt, werden ihm helfen.

Umgang während der Woche finde ich bei der Distanz schwierig. Die einfache Strecke beträgt 45 Minuten und egal wer fährt, es sind insgesamt 3 Stunden Fahrzeit. Wenn ich nach einem Arbeitstag vielleicht schon müde bin, dann möchte ich mich nicht mehr auf die Straße konzentrieren, sondern auf mein Kind. Und realistisch betrachtet wirst du die Fahrten nicht regelmäßig übernehmen können mit einem Baby und später einem Kleinkind. Und um die Fahrtkosten geht es bei euch wohl eher weniger.

Meine Kinder sind im Grundschulalter. Viele Dinge wie Kindergeburtstage, Übernachtungspartys und Veranstaltungen vom Sportverein oder der Musikschule aus finden am Wochenende statt. Im Kindergarten war das überhaupt nicht so. Zum Beispiel hatten wir im Dezember an jedem Wochenende was , das unseren Kindern wichtig war und wenn ich mir vorstelle, dass wir eine Patchwork-Familie wären und die Kinder bei mir leben würden, dann hätte mein Mann sie 2 Sonntage über gehabt und nicht mehr. Das ist zu wenig. Gerade, wenn der Vater so am Kind hängt und der Umgang so toll funktioniert.

Wäre es eine Option, mit dem Umzug zu warten oder der Wohnungssuche noch etwas mehr Zeit zu geben? Es ist sicherlich auch gut, wenn ihr den Vater mit in eure Pläne einbezieht und ihn an euren Gedanken teilhaben lasst. Vielleicht hat er gute Vorschläge.

Viele Grüße,
lilavogel

Ich bin mit meinem neuen Mann extra näher zum Ex gezogen, nachdem wir zuerst 2 Stadtteile weiter gewohnt habe. Einfach, dass mein Sohn mit dem Rad zum Papa fahren kann.

Im Bekanntenkreis habe ich öfter erlebt, dass der Sohn in der Pubertät zum Vater gezogen ist. Das hoffe ich, damit vermeiden zu können. Er kann jederzeit zu ihm, das entschärft einiges.

Hallo, also ich finde 45 min jetzt nicht wirklich dramatisch. Mein ex Mann wohnt 2 Stunden von uns weg und die Kinder haben ein super Verhältnis und sehen ihren Papa immer regelmäßig (Trennung war 2009) und die Hälfte der gesamten Ferien im Jahr. Jetzt sind sie 15 und 14, da wollen sie nicht mehr so lange dort bleiben. Finde ich für das Alter auch normal, Eltern werden zu der Zeit einfach unwichtiger.
Wenn es bei euch gut passt, würde ich auf jeden Fall dort hin ziehen.

Ich bin ein Trennungskind gewesen und hätte mir oft gewünscht mein Vater wäre in erreichbarer Entfernung gewesen, was aus verschiedenen Gründen aber nicht machbar war. Ich hatte zu ihm immer das bessere Verhältnis und er hat mir sehr oft gefehlt, obwohl ich fast alle Wochenenden und einige Wochen in den Ferien bei ihm war. Einmal kurz aufs Rad und Abendessen mit Papa, das wäre ein Traum gewesen. Wenn ihr die Möglichkeit habt in der Nähe zu bleiben macht das bitte. 45 Minuten sind weit... Es klingt als ob sein Vater sich gerne und intensiv an seinem Leben beteiligt. Deinem Sohn das für ein potentielles zweites Kind zu nehmen fände ich persönlich nicht tragbar. 😕

Mein Ex Partner und ich haben zwei Kinder,nach der Trennung ist mein Ex ca.15 km weg gezogen.
Vor zwei Jahren zog er dann mit seiner neuen Freundin wieder zurück.
Für die Kinder ist es toll den Vater im Ort zu haben,der Große kann sich am Umganswochenende trotzdem mit seinen Freunden treffen.
Die Kinder sind in ihrer gewohnten Umgebung und konnten auch mal spontan und selbstständig zum Vater gehen.
Für uns ist das wirklich optimal,mein Ex und ich verstehen uns gut und auch unsere neuen Partner sind beide integriert.

Ich persönlich würde den Abstand so gering wie möglich halten,aber letzten Endes müsst ihr das für euch selbst entscheiden.
Wenn es für euch günstiger in einer anderen Gegend ist,dein Ex den Umzug zustimmt und der Umgang trotzdem stattfinden wird,dann spricht auch nichts gegen einen Umzug.


Liebe Grüße

Mein ex und seine Befindlichkeiten wären mir egal.

Wichtig ist euer Sohn. Und für ihn würde das natürlich nicht nur den Wohnortwechsel bedeuten, sondern auch Kitawechsel, Wechsel von Sportverein, Musikschule, etc pp... meine Tochter ist 10. Sie hat vor 11 Monaten ein Geschwisterchen bekommen und bis heute läuft das super. Aber ich lebe alleine mit beiden Kindern, weil mein Partner hier keine Arbeit findet. Der Vater meiner Großen stimmt dem Umzug zum Vater der Kleinen nicht zu. Allerdings handelt es sich um 170km und er sieht sie nur 14tägig am Wochenende.

Bei mir heißt es ab 50 km Entfernung muss ich es abklären

45min sind doch ok.
Der Vater meines Kindes fuhr damals etwas über 1h.
Die Kinder meines Mannes wohnten lange im selben Ort wie wir, deshalb kamen die auch nicht öfter. Wir mussten dann 12km weiter wegziehen, was mit dem Bus super machbar is. Aber seit 1Jahr will er nicht mal mehr geholt werden geschweigedenn seinen Vater besuchen. 16 Jahre und zu alt um mit seinem Vater in den Urlaub zu fahren.
Mein Sohn 19 war auch letztes Jahr noch gerne mit, Freundin im Schlepptau.
Seine große 21 wäre gerne mitgenommen, bekam aber zu der Zeit keinen Urlaub.

Du kannst nicht vorhersehen wie dein Kind sich entwickeln wird und welchen Weg er mal geht. Ich finde 45 sind nix.

Die Fahre ich mit meinen Kindern bis zum Arzt, da der nun mal soweit weg is.