Wann ist ein Vater eigentlich ein Vater?

Bitte steinigt mich nicht, ich weiß natürlich, wie Frauen sind immer irgendwie im „Vorteil“ wenn es um die Kinder geht....
Aber mal ehrlich!? Was macht einen Vater zum Vater?
Ich bin mit meiner Schuld und auch meiner Dummheit durchaus bewusst, ich möchte auch die genaueren Hintergründe auch gar nicht weiter erläutern um auf Verständnis zu stoßen.

Ich werde bald Mama, das Baby war (nicht mehr) geplant, mein Ex wird in kürze die Vaterschaft anerkennen, aber inzwischen frag ich mich wofür!? Warum muss das in Deutschland so laufen? Er hat bis zum heutigen Tage keine Verantwortung übernommen, er war bei keinen Arzttermin dabei, weil ihm die Fahrt zu meinem Gyn zu lang war, ich habe alles allein besorgt, ich habe meine Wohnung
Für das Kind eingerichtet, alles allein gekauft.... das Thema Unterhalt brauch man gar nicht erwähnen, das würde er gern so haben, das ich mich melde wenn ich Geld für irgendwas brauche, als es dann mal um die Anschaffung eines Kinderwagens ging war es eine sinnlos Diskussion, warum der denn so teuer sein muss usw usw usw (er hat keinen Bezug zu dem was ich die letzten Wochen/Monate organisiert hab damit alles für das Baby da is. Ich bin niemand der das Geld sinnlos ausgibt (wie auch wenn ich aktuell für alles allein aufkomme)
Also wieso in aller Welt muss man diese „Vaterschaft“ anerkennen!?
Ja ich weiß, das Baby hat ein Recht auf einen Vater. Und der Vater hat ein Recht auf sein Baby...
Aber man liest und hört oft genug wie toll andere all das auf die Reihe bekommen obwohl sie getrennt sind, organisieren Dinge zusammen, Väter die auch mal was für das Baby kaufen oder die Mütter auf unterschiedliche Art und Weise unterstützen...

Bitte, steinigt mich echt nicht, aber ich würde am liebsten untertauchen, den Termin zur Vaterschaftsanerkennung absagen... werd ich natürlich nicht, kann ich ja nicht.

Aber trotzdem dreht mir der Kopf. Klar als Mann kann man in der Schwangerschaft nicht so wirklich viel machen, als mama hat man das Baby im Bauch, schaukelt es umher, spricht mit ihm, streichelt den Bauch usw.
Und in dem Falle mach ich eben auch einfach alles andere komplett allein....
Also wieso darf ich auf dem Papier nicht sowohl als mama als auch als Papa eingetragen werden!? (Bisschen witzig der Gedanke)
Aber am Ende war er ja auch nur bei der Zeugung dabei 🧐
Also versteht ihr mich vielleicht irgendwie? Ich weiß ich klinge ignorant.

Da kommt man echt ins Grübeln warum das Leben manchmal so sein kann, ich weiß, selbst schuld (wer nicht verhütet usw aber wie gesagt die Wahrheit liegt hier halt noch etwas versteckter...)

Oh man oh man 😕

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Du siehst das zu emotional. Mit der Vaterschaftsanerkennung wird die Vaterschaft rechtskräftig. Der Vater hat nach der Anerkennung Rechte und Pflichten, die erst nach der Anerkennung rechtlich durchsetzbar werden. Das Kind hat auch Rechte. Dazu gehört der Unterhaltsanspruch.

Wenn es mit dem Unterhalt nicht klappt: Beistandschaft beim Jugendamt einrichten. Damit trittst du die Durchsetzung des Unterhaltsanspruches ans JA ab und musst dich diesbezüglich mit dem Vater nicht mehr auseinandersetzen.

Wegen des Umgangs:
Das Kind hat einen Anspruch darauf, dass der Vater sich kümmert. Der Vater ist dazu verpflichtet. Möchte der Vater sich nicht kümmern, bzw. gar keinen Kontakt, kann man ihn trotzdem nicht zwingen.
Das Jugendamt und auch das Gericht gehen in so einem Fall immer davon aus, dass ein erzwungener Umgang nicht dem Kindeswohl entspricht, da es für das Kind schädlich ist, Umgang mit einem Erwachsenen wahrzunehmen, der das Kind ganz klar nicht um sich haben möchte.

Möchte der Vater Kontakt, aber ihr könnt euch nicht über das "Wie" einigen, könnt ihr die Hilfe einer Beratungsstelle in Anspruch nehmen.

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Du Hast recht, ich seh es zu emotional, die Ohrfeige hat mich grad gut wach gerüttelt... ich bin schwanger und die Emotionen sind viel zu krass.
Ich muss es distanzierter sehen....

Danke

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Super Antwort! Danke, dass du so sachlich geantwortet und ihr keine Dinge unterstellt hast. Das ist bei Urbia ja gar nicht so einfach 😅
An die TE
Als emotionale Ohrfeige (eher ein Streicheln) kann ich dir noch das mitgeben:

Ich war in der selbigen Situation. Und der Vater hat uns sogar zu einen Vaterschaftstest gezwungen (das war der beschämenste Moment in meinem Leben). Als alles schwarz auf weiß beglaubigt war, musste er die Vaterschaft anerkennen. Ich hab sofort eine Beistandschaft beantragt, einen Titel erwirken lassen und seitdem den Unterhalt bei nicht zahlen angemahnt. Er hatte sich nie für ihn interessiert. Jetzt haben sie alle zwei Wochen Umgang. Ich habe alles alleine gewuppt und wir hatten es gut. Obwohl ich am Existenzminimum Leben musste und der KV so viel Geld verdiente (er konnte sich ja schön weiterentwickeln in seiner Selbstständigkeit, während ich bei meiner Karriere auf die Pausetaste drücken musste).
Und jetzt haben wir es sogar noch besser. Ich habe den Mann für's Leben getroffen, wir haben geheiratet und noch ein Kind bekommen. Wir leben in unserem Traumhaus auf dem Land. Mein Sohn wurde zu unserem Sohn. Er nennt meinen Mann Papa und die zwei haben die innigste Beziehung, sodass ich mich sogar manchmal ausgeschlossen fühle 😅 Es kam alles wie es kommen sollte.
Ich habe das Happy End und der leibliche Vater ist immer noch in seinem alten Leben hängengeblieben, hat die Chance auf Liebe seines eigenen Kindes vertan und wird vermutlich auch niemals jemanden mehr lieben können Als sich selbst. Traurig.

Deswegen kann ich ganz klar sagen, ein Papa ist ein Mensch, der sich um dieses Kind kümmert und sorgt, der seine eigenen Bedürfnisse oft hinter die des Kindes stellt. Der es tröstet wenn es traurig ist. Mit ihm über Quatsch lacht und auch Sorgen des Kindes ernst nimmt. Ihm zuhört. Dem das Kind blind vertraut.

Ich finde, du darfst und kannst Mama und Papa sein. (Und auch gerne eine Löwin wenn es um die Interessen deines Kindes geht, selbst wenn es irgendwann Umgang möchte, dann kämpfe auch dafür)

Der Staat hat eine andere Definition. Schaffe für dich und dein Baby eine eigene und alles wird gut:)

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Hallo, er lässt dich in der Schwangerschaft viel allein und das ist nicht schön für dich. Aber das muss noch nichts darüber aussagen, wie er als Vater tickt.
Die Beziehung zum Kind ist eine eigene Sache. Er kann sich dir gegenüber weiterhin schlecht benehmen aber trotzdem sein Kind lieben und eine schöne Beziehung zu ihm aufbauen. Darum lass es dem Kind zuliebe jetzt einfach mal auf dich zukommen und bemiss seine Vaterqualitäten nicht daran, dass er in der Schwangerschaft nicht zum Gyn mitkommt.

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Naja es ging mir ja am wenigsten um die Termine beim Arzt, da braucht ich ihn nun wirklich nicht. Mir ging es viel mehr darum das ich einfach ALLES allein mache... aber egal. Als „Vater“ is man da eben fein raus. Und Vater ist er eben auch erst dann wenn das Kind auf der Welt is.
Was man als frau eben fast 10monate zuvor allein macht is eben das eigene Problem.... es ist einfach frustrierend, aber eben auch meine eigene Schuld....

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Ich lebe mit dem Papa meiner zwei jüngsten zusammen.

Ich möchte dir noch mit auf den Weg geben, dass mein Mann bei beiden lange Zeit keinen Zugang finden konnte. Er hat zwar gewickelt und auch mal abgepumpte Milch gefüttert, aber solange sie quasi nur liegen, schreien und die Windeln füllen kann er mit den Babys einfach nichts anfangen.

Die größere ist bald 22 monate und die kleinere bald 8 Monate alt. Jetzt wo sie mobiler wird, klatscht und lacht, wo toben endlich möglich ist, da ist er ein wunderbarer Papa.

A

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Huhu,

Lass dich bitte bloß nicht darauf ein, ihn um Geld zu bitten, wenn du eins brauchst. Hast ja gesehen, zu was das führt: der Kinderwagen ist zu teuer... Nimm doch für 1€ einen Einkaufswagen Bitteschön 😂😂😂
Sorg dafür, dass der Unterhalt zumindest regelmäßig fließt, denn das ist die einzige Konstante, die das Kind vom Erzeuger je zu erwarten haben wird. Und sollte er nicht zahlen, gar nicht lang Fackeln und Unterhaltsvorschuss übers JA laufen lassen. Die holen sich das schon wieder, aber du hast nicht den Ärger damit.

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Deine Gefühle kann ich durchaus verstehen, auch wenn mir die daraus resultierenden Gedankengänge fremd sind.

Die Frage ist, was du willst...

Eine Ex von mir hatte zwei Kinder, als ich sie kennen lernte. Beim Großen ist der Kindsvater eingetragen, bei der Kleinen nicht. Entsprechend hat er für die Kleine kein Sorgerecht.

Nun zu deiner Frage, wann ein Vater ein Vater ist.

Biologisch gesehen dann, wenn er ein Kind gezeugt hat. Moralisch dann, wenn er dem Kind ein Vater geworden ist. Das bedeutet, dass JEDER Mann dem Kind ein Vater sein kann. Entsprechend kann ein Kind auch viele Väter haben, z. B. den leiblichen Vater, der nur als Erzeuger tätig war, den Stiefvater, den du als neuen Partner findest, sodenn er dein Kind annimmt wie sein eigenes, den Ziehvater, der ein Nachbar sein kann oder ein Freund der Familie, Hauptsache, er hat einen regelmäßigen, konstruktiven Einfluss auf das Kind und der väterliche Freund, der nur, wenn er zu Besuch ist, aber trotzdem sehr auf das Kind eingeht.

Warum dein Ex unbedingt eingetragen sein will... Das muss ER dir beantworten... Da kann ich mir viele Gründe vorstellen:

1. Das Kind passt zur Zeit nicht in seine Lebensumstände, aber Vater zu sein motiviert ihn vielleicht, etwas zum Besseren zu verändern, um sich in ein paar Jahren doch - und nicht nur finanziell - zu kümmern;
2. Er will doch so bald wie möglich Umgang mit dem Kind haben, will dir nach dem Abstillen oder, sollte es mit dem Stillen nicht klappen, auch früher regelmäßig eine Auszeit gönnen;
3. Das Kind soll wissen, wer sein Vater ist, weil das viele Kinder, die ohne (leiblichen) Vater aufwachsen, später mal wissen wollen;
4. Er will stolz darauf sein dürfen, dass er offiziell Vater ist, auch wenn das nurmehr eine psychologische Genugtuung ist, ihn aber vielleicht auch dazu bringt, sein Leben in den Griff zu bekommen.

Ich gehe von einem der ersten drei Gründe aus, vor allem von der Motivation, etwas zu verändern, damit er spätestens dann, wenn das Kind erwachsen ist und nach ihm sucht, nicht als mitelloser, gebrochener, alter Mann vor ihr steht.

Ich würde ihn eintragen lassen,

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Hallo,

Du bist schwanger ihr seid leider schon getrennt, ist bestimmt ein schreckliches Gefühlschaos. Er ist für dich wie ein Fremder und ich finde deine Gedanken sind menschlich schon nachvollziehbar, er lässt dich alleine mit allem, dir fehlt die Stütze, die man sich erhoffen würde.

Dennoch würde ich die Vaterschaft auf jeden Fall anerkennen lassen, das macht er ja fürs Kind und nicht für dich.
Es ist wichtig, dass das Kind einen eingetragenen Vater hat.

Ob er es dann schlussendlich nur am Blatt Papier bleibt oder tatsächlich die Verantwortung übernimmt, kann leider keiner vorhersagen du weißt ja auch noch nicht wie Mama sein dann wirklich wird.

Das gemeinsame Sorgerecht musst du erstmal nicht unterzeichnen unter euren Umständen aber Umgangsrecht hat er ja dennoch.

Ich würde die Frage umformulieren nicht was einen guten Vater ausmacht sondern was gute Eltern getrennt ausmacht.
Dazu braucht man einfach eine gewisse Basis , gegenseitiges Vertrauen, Verlässlichkeit, Interesse, Engagement von euch beiden.

Getrennt von Anfang an, ist bestimmt eine Zumutung für dich und ich denke ihr bräuchtet eine Beratung, wie ihr überhaupt einen Zugang zueinander findet.
Jugendamt würde ich dabei aber nicht unbedingt empfehlen. Es gibt freie und private Träger ggf. wenn das nicht klappt sonst auch Anwälte die eine außergerichtliche Einigung zwischen euch finden können wegen dem Umgang usw. Besser ist aber natürlich immer man kriegt es ohne Anwälte auf die Reihe, denn Eltern bleibt man einfach ein Leben lang ob getrennt oder zusammen.
Viel Glück.

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Hey.
Ja ich konnte Seit diesem Post ganz gut reflektieren, das es hier einzig um meine Befindlichkeiten ging :(
Letztlich hatte das nichts mit dem Kind zu tun. Ich hab mir schließlich ein Verhalten gewünscht, was einem ein Partner bietet, also so wie man als Mann für seine Frau in der Schwangerschaft da is. Denn in der Schwangerschaft kann man als Mann schließlich noch nichts für das Kind tun...
Das ist mir nun auch endgültig bewusst....
Die Vaterschaft wurde in der Zwischenzeit anerkannt. Nun kam auch seinerseits die Frage nach dem gemeinsamen Sorgerecht... es ist kräftezehrend.

Übrigens weiß ich schon was es bedeutet Mutter zu sein, denn ich bin bereits Mama. Ich weiß also ziemlich genau was ich groben auf mich zukommt. Aber Alleinerziehend mit Kind und Säugling wird sicher noch mal etwas anderes. Schließlich hatte ich damals eben einen solchen Partner, der sowohl für das Kind als eben auch für mich da war.
Naja egal... da muss (bzw darf) ich jetz durch. Und auch wenn ich es mir manchmal gar nicht so gut vorstellen kann, werd ich auch das meistern... 😇
Für meine Kinder schaff ich das.

Alles weitere, eben Sorgerecht und den detaillierten Umgang möchte ich klären wenn das Baby da is, ob mit Hilfe des Jugendamts oder wie auch immer.

Ich danke dir für deine Worte und die Hilfe.

Liebe Grüße