Wann habt ihr euch für eine Trennung entschieden ?(sry lang)

Hallo ihr lieben,

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, ich bin nervlich derzeit an einem Punkt, in dem ich bald ausflippe..

Wir sind nun seit 3 Jahren verheiratet und haben eine 1 jährige Tochter.
Vor unserer Ehe, war alles schön und harmonisch aber irgendwie hat sich das nach der Ehe etwas geändert. Zu Beginn dachte ich wirklich es läge an mir, ich bin sogar zum Arzt und dachte meine Hormone spielen verrückt aber irgendwann habe ich einfach verstanden, das diese ständigen streiterein nicht an mir liegen, sondern mein Mann seine Launen einfach nicht im Griff hat.
Naja, kurz vor der Geburt unserer Tochter wurde mein Mann entlassen, also dachten wir, wir nutzen die Chance und er bleibt erst einmal für 2-3 Monate daheim und wir machen uns eine schöne Zeit zu dritt.. Ab da ging es richtig los, er hat einfach sein Ding durch gezogen und ich war wirklich komplett alleine, (wir haben keine Familie in unserer Umgebung 3-6 Stunden Fahrt). Geschlafen bis 14-15 Uhr und ganze Nacht wach Usw... Naja, dann im Sommer letzten Jahres was es wieder gut und ich wurde erneut schwanger.. die Schwangerschaft verlief von Anfang an nicht gut und es endete in der 20ssw., ich habe erwartet das er sich zu der Zeit nun mehr um unsere Tochter kümmert
Aber nein, am Tag als ich zuhause ankam, sagte er mir er legt sich schlafen, weil er erschöpft sei. Bis 14 Uhr geschlafen, ich hab gehoben und getragen direkt nach der Fehlgeburt.. und weiter gemacht als wäre nichts gewesen..
In Ordnung, habe auch das alles geschluckt...weiter seine Launen ignoriert die alle 2-3 Tage eskalieren. Wirklich er ist wegen so banalen und unnötigen Sachen direkt gleich sauer und versucht gleich ein Streit draus zu machen, es macht mich unglaublich traurig!
Ich habe ihm schon einmal gesagt, das er sich mal Hilfe holen soll, aber über mich wird dann gelacht..
Heute ging es dann einfach zu weit, wir sind neu umgezogen und mein Mann ist handwerklich 0 begabt also habe ich Regale aufgebaut, er hat sich tatsächlich über eine Türe aufgeregt die etwas schief an der Kommode war und es ist so ausgeartet, das er mir die Brille aus dem Gesicht schlug. Unsere kleine schaute ihn ganz erschrocken an, habe sie genommen und bin raus gegangen..
wegen einer verdammten schiefen Tür..

Ich weiß nicht, wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich eine ziemlich traurige Person, die sich in den letzten 3 Jahren ziemlich verändert hat, ich hab versucht mich immer attraktiv zu halten aber mittlerweile bin ich von dem ganzen Stress wirklich ziemlich grau geworden und mein Gesicht schaut nur noch erschöpft aus..
Heute fing ich mir an Gedanken zu machen, wie viel ich eigentlich noch so aushalten kann und fing danach in Strömen an zu weinen, weil ich meine Tochter ungern alleine großziehen möchte...
wir haben auch sicher seit 5 Monaten nicht mehr miteinander geschlafen, durch die Probleme mit der Schwangerschaft war mir nicht dabei und nach der Fehlgeburt auch nicht.. ich weiß das er eigentlich ein lieber Mensch ist, ich versteh nur nicht weshalb er so geworden ist, er hat auch gute Tage, dann ist auch alles schön aber dann kommen wieder diese Launen.. ..

Um allein erziehend zu sein, gehört auch echt Mut.. wie war es bei euch, das ihr euch für eine Scheidung/ Trennung entschlossen habt ?

Sry für den langen Text.. Lg und danke

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Hallo,

Ich befinde mich gerade in Trennung.
Immer wieder habe ich überlegt was ich mache wenn er gehen würde. Plötzlich hatte ich keine Angst mehr sondern allein bei dem Gedanken fühlte ich mich befreit.
Er hat er jahrelang seine Entscheidungen alle alleine getroffen. Ich war Köchin und putzfrau.
Das I tüppelchen kam als er mich vor unseren Kindern gewürgt hat. Seit dem tag war die Liebe komplett weg

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Du erziehst euer Kind bereits alleine.

Der Reihe nach:

Warum wurde er entlassen?
Verhaltensauffälligkeiten? Betrieblich? Wie ging er damit um?

Verhaltensauffällig im Betrieb: Alarmsignal !
Betriebsbedingt und es hat ihm den Boden unter den Füßen weggezogen? Da hätte ich - bis zu einem gewissen Grat / NICHT grenzenlos ! - Verständnis gehabt. Vorausgesetzt, es zeichnet sich eine Perspektive ab.

"Ab da ging es richtig los, "
Da hätte ich mich schon getrennt oder klar Stellung bezogen.

Arzt durchchecken lassen
oder Trennung.

Erschöpft sein kenne ich von mir auch. Leider. Bedingung an mich selbst: ich lasse es nicht an anderen aus. Entweder ich gehe zum Arzt und versuche die Ursache zu finden. Oder ich gehe nicht zum Arzt, dann habe ich KEINEN Freibrief meine Probleme an anderen auszulassen. Punkt.

Einem Partner gestehe ich Erschöpfung und Probleme zu,
Bedigung: er lässt es NICHT an mir aus. Und auch nicht am Kind. Entweder arbeitet er dran, benimmt sich oder ich bin weg.

"das er mir die Brille aus dem Gesicht schlug"
Spätestens dann, allerspätestens dann wäre das Maß voll.

Ich bin alleinerziehend, selbst krank. Es ist anstrengend. Dennoch habe ich nicht das Recht mein Kind respektlos zu behandeln, nur weil es mir nicht gut geht.
Ich habe als Erwachsene genug andere Möglichkeiten. Ärzte, Freunde, Gespräche mit Erwachsenen, sonstiges.

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Um ehrlich zu sein, habe nicht ich die Trennung durchgezogen , sondern er. Ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich merkte aber direkt das es das beste ist was er für mich & den lütten tun konnte.
Jetzt lebe ich seit 4 Monaten alleine mit dem lütten (22 Monate alt) und es ist herrlich.
Ich muss meinen ex nicht mehr ertragen und bin selbst wieder richtig aufgeblüht. Mir geht es so gut, wie la ge schon nicht mehr.

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Hallo, Liebes!

Tut mir leid, dass du so eine schmerzhafte Erfahrung machen musstest! Ich empfehle dir sehr, dich an eine Beratungsstelle für Frauen zu wende. Du stehst vermutlich völlig neben dir und weißt nicht, wo oben und wo unten ist und wirst viele Fragen und auch Ängste haben....

Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, mich aus meiner Ehr zu lösen und hätte ich gewusst, wie einfach es doch eigentlich ist, ich wäre deutlich früher gegangen und ich hätte meinen Kindern und mir einiges ersparen können.
Ich bin tatsächlich auch erst aufgewacht, als ich vor unserem Kind ohne nennenswerten Grund (als gäbe es da überhaupt einen akzeptablen Grund....) geschlagen wurde!

Aufgewacht, wie massiv die Gewalt schon seit Jahren eine Rolle spielte, bin ich erst Stück für Stück.

Ich habe diesen Mann nicht einen einzigen Tag lang vermisst, ich bin überglücklich alleinerziehend mit 3 Kindern und bin alles andere als eine Powerfrau. Ich meine damit, wenn ich das hinkriege, kriegt es jede Frau hin! Ich habe viele Eigenschaften, wo ich dachte, damit käme ich alleine niemals klar (hat er mich auch immer spüren lassen, dass er das so sieht), aber ich kann sagen: wer die Kraft hat, eine gewalttätige Partnerschaft mit Kind auszuhalten, hat danach all diese Kraft für sich selbst und das Kind! Es wird dir wahrscheinlich ab der Trennung jeden Tag so viel besser gehen als jetzt!
Hol dir Hilfe, du musst nicht alleine dadurch!

Das schlimmste daran war, wie sehr ich mich geschämt habe und es Freunden und Bekannten zu sagen, obwohl ich ja gar nichts dafür konnte. Das gibt sich aber und es hat mich befreit, dieses Geheimnis los zu sein und nun ehrlich zu mir selbst stehen zu können.

Der Beistand und die professionelle Begleitung waren einfach perfekt für die Kinder und mich. Keine Angst mehr haben zu müssen und den Respekt vor sich selbst wieder zu haben ist das beste der Welt! Und ich habe wirklich viel aufgegeben, ich hatte alles, was Geld und Wohlstand angeht. Ich wollte das lange nicht aufgeben und habe mir lange eingeredet, so schlimm ist es ja auch nicht... wie gesagt, steckt man noch drin, sieht man oft nicht klar. Heute fasse ich nicht, wie ich so dermaßen leidensfähig sein konnte!

Also, dass gewalttätige Männer sich ohne Einsicht und Therapie ändern und es bei einem einmaligen "Ausrutscher" bleibt, wird nicht passieren. Frage dich daher, ob du noch darauf warten willst, bis er dich schlimm verprügelt und du und dein Kind noch mehr Schaden nehmen müsst, oder ob du jetzt schon deiner Verantwortung als Mutter gerecht werden willst!
Frage mich nämlich nicht nach meinem schlechten Gewissen, das ich habe, was ich meinen Kindern damit angetan habe, weil ich die Trennung zu lange vermieden habe!

Viele liebe Grüße und du kannst es schaffen! Glaube an dich und deine Zukunft! Es ist im Nachhinein unglaublich einfach, was zuvor unmöglich erscheint!

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Hallo,

es tut mir leid, dass der Weg, den du gehst, etwas beschwerlich ist. Aber es ist Licht am Horizont. Bei mir waren erste Zweifel im Oktober und bis Dezember immer mehr. Im März dann hatt er sich noch einiges geleistet und mir gesagt, wenn es mir nicht passt, ich eben ausziehen soll. Da wusste ich, ich muss gehen. Monate lang Demütigungen. Immer wieder abgewertet. Ich war ein Schatten meiner selbst. Gekümmert habe ich mich um alles allein. Kind , Haushalt., Arbeit.. und dann wollte er, dass ich noch anteilig die Putzfrau bezahle , da er nichts im Haushalt machen wollte im Gegensatz zu mir. Bis ich auszog vergingen nochmals 5 Monate. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ohne Freunde hätte ich es nicht überstanden.

Also je nach Belastbarkeit, die individuell ist, sollte man gehen, wenn man nicht mehr kann. Der Schmerz einen erdrückt und der Partner Gespräche und Hilferufe ignoriert. Und bei Schuldzuweisungen ebenso. Braucht kein Mensch.

Ich drücke dir die Daumen. VIELE GRÜßE

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"er hat einfach sein Ding durch gezogen und ich war wirklich komplett alleine, (wir haben keine Familie in unserer Umgebung 3-6 Stunden Fahrt). Geschlafen bis 14-15 Uhr und ganze Nacht wach Usw"

An diesem Punkt hätte ich mich getrennt. Und bestimmt kein weiteres Kind gezeugt.

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Die wirklich einzigen Gedanken die man wirklich ernsthaft durchdenken sollte, ist wie komme ich finanziell alleine klar. Wohnraum muss da sein und mein Einkommen mit Unterhalt oder UVG muss dazu im Verhältnis stehen. Mein Job muss mit der Kinderbetreuung vereinbar sein. Es muss eine Umgangsregelung her.

Alles andere.......Gefühle, wie man damit fertig wird..... das findet sich. Du musst davon ausgehen, dass es wenn du alleine mit den Kindern bisst keine Belastung durch Partnerschaftlichen Streit gibt, nichts was einen da ärgert und neues Öl ins Feuer gießt. Man ist frei, kann eigene Regeln mit seinen Kindern umsetzen. Man kann die Wohnung so stellen wir man will, die Freizeit so gestalten wie man will. Keiner kann meckern, weil er dies nicht mag und das nicht. Die Wohnung gehört einem und ist Schutzzone. Die Übergabe wegen Umgang erfolgt einfach über die Kita, Schule oder an der Haustür.

Ich habe mich getrennt da war das Kind acht Monate und ich muss dir ehrlich sagen, dass es zwar sicher anstrengend war und mit zwei Kindern wird es das natürlich auch sein, aber ich konnte so machen, wie ich dachte. und das war total befreiend. Den ganzen Stress mit ihm von sich zu halten. Einfach zu sagen. Das Thema ist durch. Ist dein Leben. Dein Bier. Ich muss das nicht mehr mittragen.

Und wenn ich wirklich einen schlechten Tag hatte, z.B. alleine richtig krank war, dann lag ich halt mit meiner Matratze auf dem Boden im Kinderzimmer und Kind spielte neben mir und ich döste so wie es halt ging, während ein Hörspiel lief. Irgendeine Lösung gab es immer. Man darf nur nicht in solchen Momenten zu streng mit sich sein, dann bleibt halt Mal alles andere liegen, aber ist ja dann auch keiner da der meckert. ;) Und es gibt auch wieder anders Tage.

Meine Zeit mit Kind alleine habe ich trotz aller Anstrengung und Sehnsucht nach Liebe durch einen Partner mit dem Kind sehr genossen. Sie hatte eine schöne frühe Kindheit. Wir haben es uns einfach so schön gemacht wie wir konnten. So eine Beziehung wie Du momentan hast, also ich wäre schon weg......

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Hallo, auch wenn das mit der Brille ein unmögliches Verhalten ist würde ich mir entgegen der Vorredner eine Trennung wirklich sehr gut überlegen.
Ich würde wirklich erst alle Strohhalme ziehen und eine Paartherapie besuchen und den Vorfall auch klar ansprechen.
Zumal dies ein erstes Mal passiert ist.


Meist stimmt es zwar, dass eine Trennung nicht aus dem "Nichts" kommt und leider eine Verkettung von vielen Enttäuschungen ist. Es fühlt sich zwar im ersten Moment befreit an auch ich dachte dann wieder mehr Zeit für mich und meine Wünsche zu haben.
Dem ist in der Realität ausser man trennt sich wirklich im Guten (was meist nicht klappt) nicht so.

Ich würde niemals jemanden zu einer Trennung raten es sei denn Gewalt wäre wirklich ein Thema.
Ansonsten gibt es meist für alles eine Lösung man muss sie nur finden und dazu bereit sein. Das wird nicht von heute auf morgen passieren und da müssten beide eben an sich arbeiten und meist gelingt das nur mit der Hilfe eines Dritten.

Ich wünsche dir alles Gute und, dass du die richtige Entscheidung für dich triffst diese kann dir keiner abnehmen. Daher weiß ich nicht ob du dich wirklich auf Meinungen von fremden Personen verleiten lassen solltest.

Alleinerziehend ist jedenfalls so empfinde ich es ganz und gar kein Freiheitsschlag und in den wenigsten Fällen wird es danach alles einfacher sondern meist folgt dann der richtige Krieg ums Kind und getrennt zueinander als Eltern zu finden schaffen leider aus meiner Erfahrung die allerwenigsten.