Unterschrift des Vaters für Therapie des Kindes? Möglichkeiten?

Hallo zusammen.

Hat schon jemand Erfahrungen gemacht, wenn der andere Elternteil die Unterschrift für eine Therapie fürs Kind verweigert?

Aus verschiedenen Gründen (Schulprobleme, mangelndes Selbstwertgefühl u.ä.), habe ich es im Dezember in Angriff genommen, mit meiner Tochter (8J) zu einer Therapeutin zu gehen. Diese sieht Bedarf, kann aber nur mit der Unterschrift beider Eltern starten (gem. Sorgerecht).

Daraufhin habe ich mit dem Vater ausführlich gesprochen, das Ganze erklärt, ihm die Kontaktdaten weitergegeben und er hätte auch die Möglichkeit ein Gespräch mit der Therapeutin zu führen.

Leider lehnt er (wie ich schon befürchtet hatte), eine Therapie gänzlich ab. Er "hält da nichts von" und "das regelt sich schon von alleine".

Vor zwei Wochen habe ich es beim Vater nochmal angesprochen, "er will es sich überlegen".

Nun verschlimmert sich die Situation, die Lehrerin rät zur freiwilligen Zurückstufung.

Welche Möglichkeiten habe ich, wenn er sich immer noch weigert? Jugendamt würde ich eigentlich gerne nur als aller letztes Mittel wählen.....

Danke für euren Input 🌻

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Hey!

Dein ex scheint zu mauern, daher solltest du nun andere Wege gehen.
Wenn deine Tochter Hilfe braucht und der Ex die verhindern will, würde ich den Weg über das Jugendamt gehen. Ich kann nachvollziehen, dass dir das unangenehm ist, aber du sagst selbst, dass die Situation deiner Tochter eskaliert und der Papa das aussitzen will. Also musst du nun überlegen, ob du dich zu Gunsten deines Kindes durchsetzt oder klein beigibst.
Ich bin auch jemand, der ein schlechtes Selbstwertgefühl hat. Das verbaut mir so einiges.
Wenn deine Tochter als Lösung nun zurückgesetzt wird, kann es passieren, dass sich das schlechte Selbstwertgefühl durch diese vermeintliche Niederlage noch verschlimmert.
Um welche Klasse handelt es sich?
Es kann passieren, dass dieses Schuljahr gezählt wird. Also dass sie dann mit 5 besuchten Schuljahren von der Grundschule geht, statt mit 4. Wenn sie dann später die Versetzung in der 10 nicht schafft, kann es sein, dass die weiterführende Schule eine Wiederholung der 10 nicht zulässt, weil sie ihre Pflichtschuljahre schon voll hat. Lass das also vorher prüfen, bevor du sie zurückstellen lässt.

An deiner Stelle würde ich mich an einen Anwalt und das Jugendamt wenden und dabei ein Gutachten der Psychologin einreichen, warum die Therapie notwendig ist. Ein Richter des Familiengericht muss dann prüfen, ob man deinem Ex das Sorgerecht bzw die Entscheidung in dieser Sache entzieht, wenn er nicht zum Wohle des Kindes entscheidet.

Aus meiner Perspektive: Geh diesen Weg und sorge dafür, dass dein Kind diese Hilfe bekommt. Es ist ein verdammt bescheidener Zustand, wenn das Selbstwertgefühl im Keller ist. Die Schulprobleme werden nicht besser, außerdem steht sie am Anfang ihrer Schulkarriere. In der Pubertät fliegt euch alles um die Ohren bzw auch dann, wenn sie später an die falschen Leute bzw einen Partner gerät, die/ der sich ihr schlechtes Selbstwertgefühl zu nutze machen/macht.

Liebe Grüße
Schoko

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Hi,
Jugendamt und/oder Anwalt.

"Es verwächst sich nicht alles!" Und die meiste Arbeit bleibt an der Mutter hängen, auch die Schule.

Braucht diese Therapie zwingend eine Unterschrift vom getrennten Elternteil?
Braucht es auch beide Unterschriften, wenn du noch verheiratet gewesen wärst?

Bleib dabei, früh genug angefangen, sind die Forschritte besser, egal was es ist.

Gruß

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Bei solchen Dingen braucht es auch verheiratet beide Unterschriften.

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Habe ich nie gebraucht. Konnte das bisher immer alleine entscheiden. Jetzt habe ich vom Vater eine "Vollmacht über Angelegenheiten der elterlichen Sorge", das reicht auch. Habe ich mir vom Valer unterschreiben lassen, bevor es zur Vorstellung bei der Therapeutin kam.

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Also, ich hatte heute noch ein kurzes Gespräch mit meinem Ex, um ihm von dem Gespräch und dem Vorschlag der Lehrerin zu erzählen.
Tja, es kamen ziemliche Vorwürfe bis hin durch die Blume ein "du (also ich als Mutter), bin schuld, ich bin nicht konsequent und streng genug mit ihr". Er war der Meinung, ich hätte ihn vorher immer falsch informiert.
Er unterschreibt nun zwar, will aber dabei sein (was ich ja nie abgelehnt habe) und ich befürchte, das wird noch sehr unschön werden.

Zusätzlich versuche ich an anderen Stellen Hilfe zu bekommen.

Ich danke euch!!!

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Nach deinen Beispielen habe ich einen Eindruck, woher das schlechte Selbstwertgefühl deiner Tochter stammt 🙈 ihr Erzeuger scheint ja ein wahres Schätzchen zu sein.
Es klingt so, als wolle er durch sein Mauern eine Ursachenforschung verhindern und nun wenigstens kontrollieren, was thematisiert wird. Bloß nichts in diese Richtung.
Gut, dass er seine Unterschrift gibt- viel mehr würde ich nicht dazu sagen. Wenn er in den Sitzungen dabei sein will, wird die Therapeutin schon ein realistisches Bild erhalten, was die Ursache ist. Sie wird sich seiner schon entledigen, wenn sie merkt, dass seine Anwesenheit nicht das Kindeswohl fördert.


Liebe Grüße
Schoko

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Hallo,

Du kannst seine Unterschrift per richterlichen Beschluss ersetzen lassen.

LG
Sunny